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1. Bundesliga: Die besten Stürmer der Hinrunde

Erstmals seit 1977 könnte in dieser Saison beim Torschützenkönig mal wieder die 30-Tore-Marke fallen. Mario Gomez (16 Treffer), Klaas-Jan Huntelaar (15), aber auch Lukas Podolski (14) und Claudio Pizarro (12) greifen nach der Kanone. Ob einer aus diesem Quartett auch der notenbeste Angreifer ist, erfahren Sie nur hier.

Es ist die Unendliche Geschichte der Bundesliga: Startet ein Stürmer furios in die Saison, wird in den Medien sofort diskutiert, ob der 40-Tore-Rekord von Gerd Müller wackelt. Wirklich gefährdet war die Marke, seit sie Müller in der Saison 1971/72 aufstellte, nicht. Namensvetter Dieter war 1977 der Letzte, der es immerhin auf über 30 Treffer brachte.

Doch in dieser Saison gibt es tatsächlich soviele Knipser wie lange nicht mehr, mit Mario Gomez (16 Treffer), Klaas-Jan Huntelaar (15) oder auch Lukas Podolski (14) und Claudio Pizarro drückten einige Torjäger der Hinrunde ihren Stempel auf. In der Rangliste der besten Stürmer darf dieses Quartett natürlich nicht fehlen, den Titel holte sich aber ein anderer.

Platz 10: Jan Schlaudraff (Hannover 96)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,47 (16 Spiele/2 Tore)

Noch zu Beginn der vergangenen Saison galt Jan Schlaudraff als gescheitert, selbst in Hannover zeigte das Talent viel zu selten, was in ihm steckte. Doch Schlaudraff packte sein Kämpferherz aus, wurde von Trainer Mirko Slomka nach guten Trainingsleistungen wieder integriert und gilt mittlerweile als Symbolfigur – seine Vertragsverlängerung bis 2015 am Ende der Hinrunde soll die Richtung bei den 96ern vorgeben. "Er war abgemeldet und hat gezeigt, dass man sich auch in harten Zeiten zurückbeißen kann", sagte Slomka jüngst über seinen neuen Leader. In der Hinrunde glänzte Schlaudraff als spielender Stürmer neben Goalgetter Mo Abdellaoue.

Platz 9: Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,44 (17 Spiele/8 Tore)

Der VfL Wolfsburg spielte eine Hinrunde zum Vergessen und die Spannung ist groß, wie viele Neuzugänge Trainer Felix Magath im Winter aus seinem Hut zaubern wird. Einer der wenigen, die sich keine Sorgen um einen Stammplatz machen müssen, ist Mario Mandzukic. Der Kroate war der einzige Stürmer, der regelmäßig traf, zudem sicherten sechs seiner acht Tore insgesamt acht Punkte. Ohne Mandzukic wäre der VfL wohl komplett in der Abstiegszone versunken.

Platz 8: Paolo Guerrero (Hamburger SV)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,42 (12 Spiele/4 Tore)

Bei vielen Trainerwechseln gibt es Spieler, die in besonderem Maße profitieren und plötzlich den Weg zurück ins Rampenlicht finden. Als Thorsten Fink beim Hamburger SV anheuerte, übernahm Paolo Guerrero diese Rolle. Wegen einiger Disziplinlosigkeiten und auch sportlich schwankender Leistungen durchlebte der Peruaner beim HSV schwierige Zeiten, doch Fink beendete die Joker-Rolle und bot seinen ehemaligen Mitspieler beim FC Bayern sofort als eine der beiden Sturmspitzen auf. Guerrero bedankte sich mit vier Toren, konstant guten Leistungen und zog auch das kritischen Hamburger Publikum wieder auf seine Seite. "Es hat sich viel geändert. Ich spüre die Unterstützung, das gibt mir Kraft. Mir ist klar, dass ich Fehler gemacht habe, aber diese schwierige Phase ist vorbei", sagte gegenüber Welt Online.

Platz 7: Mike Hanke (Borussia Mönchengladbach)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,31 (16 Spiele/3 Tore)

Auch Mike Hanke profitierte von einem Trainerwechsel. Als Lucien Favre in Mönchengladbach anheuerte, war Hanke zwar selbst erst wenige Wochen da, aber Favre erkannte in Hanke Dinge, die der ehemalige Nationalspieler wohl selbst noch nicht von sich wusste. Hanke galt auf Schalke und auch bei Hannover 96 als reiner Strafraumstürmer, Favre machte aus ihm einen laufstarken Systemstürmer, der nicht mehr auf den Torerfolg reduziert wird, sondern sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Gegen Ende der Hinserie fand Hanke dann auch seinen Torriecher wieder und erzielte wichtige Treffer gegen Köln und Dortmund.

Platz 6: Lukas Podolski (1. FC Köln)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,09 (16 Spiele/14 Tore)

Nach seiner besten Hinrunde in der Bundesliga-Historie ist Lukas Podolski in aller Munde. Podolski war an 19 der 27 Tore der Kölner direkt beteiligt, in der Domstadt möchte sich niemand ausmalen, wo der FC ohne seinen Topstürmer stehen würde. Aber in den kommenden Wochen soll auch die Entscheidung über Podolskis Zukunft fallen, sein Vertrag läuft noch eineinhalb Jahre und spätestens im Sommer könnte die Poldi-Manie in Köln ein Ende nehmen. Der FC Arsenal und die Fiorentina gelten als heißeste Anwärter – einen Wechsel innerhalb der Bundesliga strebt Podolski nicht an. Verbessern muss sich der Stürmer in jedem Fall. In Spielen, in denen es für die Kölner nicht so gut läuft, da taucht Podolski gerne mit ab.

Platz 5: Mario Gomez (FC Bayern)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,97 (16 Spiele/16 Tore)

Wer sich fragt, warum der Top-Torjäger der Bundesliga – 2011 war mit 49 Toren in 53 Pflichtspielen das Jahr des Mario Gomez – nicht auch diese Rangliste anführt, muss sich die schwächeren Spiele der Bayern in Erinnerung rufen. Gomez kann seiner Mannschaft in solchen Phasen nicht genügend helfen, die Bälle gehen zu leicht verloren und der Nationalspieler leistet sich zu viele technische Fehler. Dies sieht auch sein Trainer Jupp Heynckes so: "Im Kombinationsspiel hat er sich verbessert", analysierte Heynckes im kicker, "aber er ist noch nicht fertig und muss sich weiter verbessern, wenn er mit dem Rücken zum Gegner steht. Er muss seinen Körper noch mehr einsetzen, weil er ein Modellathlet ist."

Platz 4: Robert Lewandowski (Borussia Dortmund)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,88 (17 Spiele/12 Tore)

Wenn mit Lucas Barrios der Top-Torjäger der vergangenen beiden Jahre laut über einen Vereinswechsel im Winter nachdenkt, muss bei Borussia Dortmund Erstaunliches passiert sein. Barrios fiel zu Beginn der Saison mit einer schweren Muskelverletzung aus, Robert Lewandowski nutzte die sich bietende Chance in eindrucksvoller Manier. Der polnische Fußballer des Jahres erzielte zwölf Treffer und bereitete sechs weitere vor. Besonders wertvoll ist Lewandowski für den BVB aber, wenn er mit dem Rücken zum Tor angespielt wird – kaum ein Spieler in der Bundesliga hält den Ball so sicher in den eigenen Reihen wie Lewandowski.

Platz 3: Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,88 (16 Spiele/15 Tore)

Nach den schwächeren Jahren in Mailand und Madrid folgte eine durchwachsene erste Saison auf Schalke und so wuchsen die Zweifel, ob Klaas-Jan Huntelaar überhaupt noch das Zeug zum Torjäger hat. Doch in dieser Hinrunde fand der Niederländer nicht nur seine Treffsicherheit wieder, er verbesserte sich auch in anderen Bereichen. Huntelaar ist laufstärker geworden, nimmt mehr am Spiel des FC Schalke teil und fast zwangsläufig legte der Hunter auch noch fünf Treffer seiner Kollegen vor.

Platz 2: Claudio Pizarro (Werder Bremen)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,67 (15 Spiele/12 Tore)

Der wohl kompletteste Stürmer der Bundesliga spielt bei Werder Bremen und hat eine herausragende Hinrunde hinter sich – gleich fünf Mal bekam Claudio Pizarro eine Note im Einserbereich. Pizarro ist beidfüßig, verfügt über ein exzellentes Kopfballspiel, ist mannschaftsdienlich, laufstark und eiskalt im Verwerten von Großchancen. In den schwächeren Bremer Spielen ging Pizarro aber mit unter und verhinderte so eine noch bessere Platzierung.

Platz 1: Marco Reus (Borussia Mönchengladbach)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,47 (15 Spiele/10 Tore)

Ein klassischer Stürmer ist Marco Reus sicherlich nicht, trotzdem spielte er nach der Verletzung von Igor de Camargo im 4-4-2 von Trainer Lucien Favre in vorderster Front neben Mike Hanke und genoss dabei alle Freiheiten. Reus' wichtigste Waffen sind dabei sein Antritt und seine Dribbelkünste, so brachte er fast alle Abwehrreihen in Verlegenheit, nur gegen Hoffenheim bekam der Shootingstar eine schlechtere Note als eine 3,5. Das Interesse des FC Bayern an einer Verpflichtung wurde von Karl-Heinz Rummenigge schon mehrmals bestätigt, Gerüchten zufolge soll es auch schon ein Treffen mit Verantwortlichen von Borussia Dortmund gegeben haben. Die angeblich festgeschriebene Ablösesumme von 18 Millionen Euro wird der BVB aber sicher nicht aufbringen – auch wenn der gebürtige Dortmunder gerne wieder Gelb-Schwarz spielen würde.

Marcus Krämer

sportal.de / sportal

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