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Fußball-Bundesliga: Bayern deklassiert Wolfsburg, Werder gelingt Befreiung

Eine Stunde lang hielt Wolfsburg munter mit, dann drehten die Bayern auf. Im Abstiegskampf siegte Bremen in Nürnberg, Stuttgart und der HSV verpassten einen Befreiungsschlag.

Eine Stunde lang hatte der VfL Wolfsburg tapfer mitgehalten und den FC Bayern München vor Probleme gestellt. Doch am Ende ging auch das Team von Trainer Dieter Hecking gegen den Rekordmeister mit 1:6 (1:1) unter. Im spannenden Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga landete Werder Bremen im Abendspiel beim 1. FC Nürnberg mit einem 2:0-Sieg einen wichtigen Dreier, der sie auf Platz elf der Tabelle vorrücken ließ. Der Abstand zu den Abstiegsrängen beträgt nun schon acht Punkte.

Die Traditionsclubs VfB Stuttgart und der Hamburger SV verpassten hingegen einen Befreiungsschlag. Während der VfB gegen Schlusslicht Eintracht Braunschweig spät den 2:2-Ausgleich hinnehmen musste, kamen die Hamburger gegen Eintracht Frankfurt per Elfmeter zu einem 1:1-Remis. Der HSV bleibt mit 20 Punkten auf dem Relegationsplatz 16 stecken, die Stuttgarter rangieren punktgleich auf dem 15. Platz.

Wiedergutmachung betrieb der FC Schalke 04 nach zwei Klatschen gegen Real Madrid (1:6) und den FC Bayern (1:5) mit einem 4:0-Heimsieg über 1899 Hoffenheim. Auf den ersten Sieg im Kalenderjahr 2014 wartet weiter Borussia Mönchengladbach. Die Überraschungsmannschaft Augsburg siegte im Borussia-Park 2:1. Bayer Leverkusen steckt ebenfalls weiter in der Krise und kam in Hannover nicht über ein 1:1 hinaus.

Wolfsburg ging sogar in Führung

Für die Bayern war der Sieg in Wolfsburg der 16. Erfolg in Serie. Der Vorsprung auf Rivale Borussia Dortmund, der am Sonntag beim SC Freiburg (15.30 Uhr) antritt, beträgt nun vorerst 23 Punkte. In Wolfsburg bekamen die Bayern zunächst mehr Gegenwehr als erwartet und durch den Brasilianer Naldo auch ein verdientes frühes Gegentor (17.). Nach dem Ausgleichstreffer durch Xherdan Shaqiri (26.) blieben die Gastgeber weiter gefährlich, verpassten jedoch eine erneute Führung. Im zweiten Durchgang sorgten je zweimal Thomas Müller (63. und 78.), und Mario Mandzukic (66. und 80.) sowie Franck Ribery (71.) aber noch für die gelungene Generalprobe drei Tage vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Arsenal.

Von der Champions League zwar weit entfernt, aber dem Klassenerhalt ein großes Stück näher ist Werder Bremen. Die kampfstarken und im Abschluss effektiven Hanseaten siegten durch die Treffer von Franco di Santo (40.) und Philipp Bargfrede (68.) in Nürnberg. Der "Club", der weiterhin 23 Zähler auf dem Konto hat, schlug sich quasi selbst: An beiden Toren war der erstmals in der Startelf aufgebotene Spanier José Campana mit Ballverlusten im Mittelfeld entscheidend beteiligt. Den Gästen war anzumerken, dass der jüngste Sieg im Nord-Derby gegen den HSV das Selbstvertrauen gestärkt hatte. Die Abwehr stand ordentlich, und vorne war Di Santo ein ständiger Gefahrenherd.

Stuttgart vergibt Elfmeter

Von einer gelungenen Partie war in Stuttgart keineswegs die Rede. Die Krise setzte sich beim Traditionsclub VfB fort, man wartet weiter auf den ersten Sieg des Jahres. Dabei hatten nach dem frühen Braunschweiger Tor durch Jan Hochscheidt in der 24. Minute noch Alexandru Maxim (30.) und Martin Harnik (35.) das Spiel gedreht. Christian Gentner verpasste mit einem vergebenen Foulelfmeter sogar die Chance zu einem weiteren Stuttgarter Tor (52.), ehe Ermin Bicakcic für Braunschweig noch der Ausgleich gelang (82.). Ein Punkt könnte für den umstrittenen Trainer Thomas Schneider zu wenig gewesen sein. Seine Entlassung steht bevor.

Beim HSV scheint der erste Aufschwung unter dem neuen Trainer Mirko Slomka schon wieder verpufft zu sein. Immerhin bewahrte Hakan Calhanoglu die stark ersatzgeschwächten Hanseaten mit einem verwandelten Foulelfmeter vor der achten Heimniederlage (72.), nachdem Alexander Madlung die Eintracht in der ersten Halbzeit in Führung gebracht hatte (29.). Die Frankfurter hätten schon im ersten Durchgang für klare Verhältnisse sorgen können und gerieten in der Schlussphase sogar in Nöte, weil der HSV noch einmal anlief. Den Hamburgern hilft der Punkt jedoch wenig weiter, der Bundesliga-Dino bleibt im Tabellenkeller stecken.

Huntelaar Held und Thor zugleich

Auf Schalke stand Klaas-Jan Huntelaar vor allem in der ersten Halbzeit im Blickpunkt. Erst brachte er die Königsblauen mit zwei Toren auf die Siegerstraße (6. und 28.), dann verschenkte er mit einem aufreizend lässig geschossenenen Elfmeter seinen persönlichen Hattrick (31.). In der zweiten Halbzeit gelang ihm aber noch der dritte Treffer (79.). Außerdem war der Ex-Hoffenheimer Chinedu Obasi für die Königsblauen erfolgreich (55.).

Der Tag der Elfmeterschützen war es am Samstag nicht. In Hannover scheiterte Szabolcs Huszti an Bayer-Schlussmann Bernd Leno, der bereits seinen fünften Elfmeter in dieser Saison parierte. Für Bayer reichte es trotzdem nicht zum Sieg, weil Artjoms Rudnevs (33.) die Leverkusener Führung durch Gonzalo Castro noch ausglich (28.).

In Gladbach brachte der Ex-Herthaner Raffael die Borussia in Führung (5.), Augsburg kam durch Halil Altintop (35.) und Tobias Werner (81.) aber noch zum Sieg. Die Augsburger stehen damit vorerst auf einem sensationellen Europa-League-Platz sechs.

nck/DPA / DPA

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