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DFB-Team: Wörns weiter außen vor

Jürgen Klinsmann bleibt seiner Linie treu. Für das Testspiel gegen Frankreich am kommenden Wochenende verzichtete der Bundestrainer auf Experimente. Neben Christian Wörns wurde noch ein weiterer BVB-Profi nicht nominiert.

Für Christian Wörns und Andreas Hinkel bleibt die Tür zur deutschen Nationalmannschaft zu, und auch für Sebastian Kehl wird es im letzten Länderspiel des Jahres kein Comeback geben. Jürgen Klinsmann will am 12. November im Freundschaftsspiel gegen Frankreich auf neue Experimente verzichten und in Paris jenem Personal eine Chance auf Wiedergutmachung einräumen, das zuletzt in der Türkei (1:2) und gegen China (1:0) schwer enttäuscht hatte. "Für unsere Mannschaft ist es äußerst reizvoll, sich mit Ausnahmespielern wie David Trezeguet, Thierry Henry, Lilian Thuram und anderen internationalen Stars messen zu können", erklärte der Bundestrainer.

Im 21-köpfigen DFB-Kader für das Spiel gegen den Weltmeister von 1998, der sich nach größeren Schwierigkeiten doch noch das Ticket für die WM im kommenden Jahr in Deutschland gesichert hat, gibt es keine Überraschungen. Die zuletzt wegen gesundheitlicher Probleme fehlenden Michael Ballack (Bayern München) und Miroslav Klose (Werder Bremen) kehren zurück. Wie angekündigt bleibt Klinsmann - trotz Kritik aus der Bundesliga - gegen die Franzosen bei seiner Torwart-Rotation. Während Jens Lehmann (FC Arsenal) wieder zum DFB-Aufgebot zählt, erhält Oliver Kahn (FC Bayern) diesmal eine Länderspiel-Pause.

Arne Friedrich Alternative für die Innenverteidigung

Noch kein Comeback gibt es für den Dortmunder Kehl. Seine Entwicklung sei absolut positiv. "Er ist kurz davor, wieder für ein Länderspiel eingeladen zu werden. Ich habe ihm mitgeteilt, dass er in den kommenden Monaten noch intensiver als ohnehin schon arbeiten soll", berichtete der Bundestrainer am Donnerstag von einem Telefonat mit Kehl, der sein letztes von 24 Länderspielen im Juni 2004 gegen die Schweiz (2:0) absolviert hatte. Ein intensives Telefongespräch führte Klinsmann auch mit Routinier Wörns, der sich zuletzt massiv über seine Nichtberücksichtigung beschwert hatte. "An seiner Situation hat sich jedoch nichts geändert. Wir hatten in Hamburg eine lange, sachliche Unterredung. Er kennt unsere Meinung, zunächst einmal jüngeren Spielern wie Robert Huth die Möglichkeit zu geben, sich international bewähren zu können", kommentierte Klinsmann den erneuten Verzicht.

Der 33-jährige Wörns spiele trotzdem in den Planungen weiterhin eine Rolle. "Es gibt derzeit für die vier Innenverteidiger-Positionen in unserem WM-Aufgebot insgesamt sechs Kandidaten", erklärte Klinsmann. Dazu gehöre auch der Dortmunder. Offenbar will der Bundestrainer jedoch die Probleme in der Abwehrzentrale zuerst mit dem aktuellen Kader lösen. So ordnete Klinsmann den Berliner Rechtsverteidiger Arne Friedrich überraschend wieder "als weitere Alternative" der Innenverteidigung zu.

WM-Vorbereitung auch in der Schweiz

Während in der "Equipe Tricolore" Superstar Zinedine Zidane wegen einer Verletzung fehlen wird, soll Kapitän Michael Ballack das zuletzt zerfahrene Spiel der DFB-Elf wieder ordnen. "Gerade für das Duell gegen Frankreich ist das ein wichtiges Signal", betonte Klinsmann. Der Bundestrainer weiß, dass eine neuerliche Blamage im letzte Auftritt vor einer über dreimonatigen Länderspiel-Pause den Start in die WM-Saison deutlich erschweren würde. Klinsmann sieht jedoch wie immer mehr die positive Chance für das Team, wie beim Confederations-Cup gerade gegen einen starken Gegner wachsen zu können: "Die Franzosen gehören weiter zu den Topteams der Welt."

Abgeschlossen hat der DFB seine Planungen für die unmittelbare WM-Vorbereitung. Der 23-köpfige Kader wird sich am 16. Mai in Mannheim zu einem Spiel im Rahmen der WM-Kampagne 'Club 2006' treffen. Danach fliegt das deutsche Team nach Sardinien zu einem fünftägigen Regenerations-Training in der Ferienanlage "Forte Village". Vom 21. bis 30. Mai bereiten sich die "Klinsmänner" am Genfer See auf die WM-Endrunde vor. Während einer weiteren Vorbereitungs-Etappe in Düsseldorf sind ein Benefizspiel gegen Japan am 30. Mai in Leverkusen und ein Länderspiel gegen einen noch zu bestimmenden Gegner am 2. Juni in Mönchengladbach vorgesehen.

DPA

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