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Fußball-Bundesliga: Bayern ziehen nach 4:0 mit Tabellenführer BVB gleich

Punktegleichheit an der Tabellenspitze - zumindest fast: Die Bayern gewinnen gegen Schalke und sind nach dem Remis gegen Nürnberg dem BVB auf den Fersen. Der HSV verliert gegen Werder Bremen.

Triple-Sieger Bayern München kommt immer mehr in die Gala-Form der vergangenen Saison. Pünktlich zum Auftakt des Oktoberfestes zeigte sich der Rekordmeister am Samstagabend im 100. Pflichtspiel-Duell beim FC Schalke 04 beim 4:0 (2:0) in Tor- und Feierlaune. Vor 61.973 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena brachten Bastian Schweinsteiger (21. Minute) und Mario Mandzukic (22.) mit ihrem Kopfball-Doppelschlag die Bayern früh auf die Siegerstraße. Den weiteren Treffer markierten "Europas Fußballer des Jahres" Franck Ribéry (75.) und Claudia Pizarro (84.).

Der Titelverteidiger von der Isar zog nach dem 1:1-Patzer von Borussia Dortmund in Nürnberg punktemäßig (je 16) mit dem Ruhrgebiets-Rivalen gleich, bleibt aber aufgrund der weniger erzielten Treffer bei gleicher Tordifferenz weiter Zweiter.

Die passend zum Wiesn-Auftakt in Trachten-Look-Trainingsjacken in die Schalke-Arena eingezogenen Münchner ließen den Gastgebern kaum Raum zur Entfaltung. Schon nach einer Viertelstunde wies die Statistik einen Ballbesitz der Bayern von mehr als 70 Prozent auf.

Als richtige Entscheidung von Bayern-Chefcoach Pep Guardiola erwies sich, Nationalspieler Schweinsteiger erstmals nach seiner Verletzung wieder in die Anfangsformation zu beordern. Er dankte es mit seinem Kopfballtor nach einer Ecke von Arjen Robben.

HSV rutscht nach Nordderby auf Relegationsplatz

Erneut schlecht schlug sich dagegen der Hamburger SVNach der vierten Saisonniederlage will der HSV noch schneller einen Nachfolger für den beurlaubten Thorsten Fink präsentieren. Das 0:2 (0:1) im Nordderby am Samstag gegen Werder Bremen ließ das Team auf den Relegationsplatz stürzen, die Defizite des Teams wurden schonungslos aufgedeckt: Momentan reicht es nicht für die Eliteliga.

Auch Interimstrainer Rodolfo Cardoso war nicht in der Lage, den Hamburgern neue Motivation zu geben. "Die Mannschaft ist im Moment einfach nicht in einer guten Verfassung", sagte der 44 Jahre alte Argentinier. In der zweiten Halbzeit habe sein Team "reingehauen und gekämpft", versuchte Cardoso die wenigen positiven Aspekte im Spiel seiner Mannschaft zu beschreiben.

Trainerfrage noch offen

Unmittelbar vor dem Spiel hatte der HSV-Aufsichtsrat getagt und sich von Sportchef Oliver Kreuzer den Stand der Dinge in Sachen Trainersuche verkünden lassen. Abgesagt hat nach Informationen der "Sport Bild" der frühere Bremer Coach Thomas Schaaf. Heißester Kandidat soll der Niederländer Bert van Marwijk sein.

Vor 53.290 Zuschauern erzielte der Bremer Nils Petersen (32.,90+4. Minute) die Tore in einem Prestigeduell, das die schlechteste Ausgangslage seit mehr als 40 Jahren hatte: Fünfzehnter gegen Vierzehnter, Krisen-Derby statt Nord-Schlager. Cardosos Absicht, der Mannschaft mehr Stabilität durch einige Umstellungen in der Abwehr zu verleihen, ging nur bedingt auf. "Wir hatten nur ein, zwei Torchancen, und das zu Hause. Das ist zu wenig", befand HSV-Abwehrspieler Jansen. "Wir konnten den Bremern nicht wehtun."

Verzichten müssen die Hamburger längere Zeit auf Rincon: In der 64. Spielminute waren der Venezolaner und Bremens Innenverteidiger Luca Caldirola bei einem Luftkampf mit den Köpfen zusammengestoßen. Rincon musste daraufhin ausgewechselt werden und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Der Südamerikaner müsse operiert werden, teilte der HSV mit.

Remis-Dämpfer für BVB in Nürnberg

Nach der Auftaktpleite in der Champions League erlitt Borussia Dortmund am 6. Spieltag auch in der Bundesliga den ersten Rückschlag. Drei Tage nach dem missratenen Königsklassen-Start kam die Auswahl von Trainer Jürgen Klopp beim 1. FC Nürnberg trotz zwischenzeitlicher Führung nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und ließ damit im sechsten Spiel die ersten Punkte liegen.

Nationalspieler Marcel Schmelzer (37. Minute) hatte die Gäste in Front gebracht, Per Nilsson (51.) sorgte aber noch für den verdienten Ausgleich für die Franken. Nationalspieler Hummels fehlte verletzungsbedingt, für ihn rückte Neuzugang Sokratis in die Innenverteidigung der Westfalen. Völlig überraschend beorderte Klopp Youngster Marvin Ducksch zu dessen Startelf-Debüt in die Sturmspitze, die Stammkräfte Robert Lewandowski und Henrich Mchitarjan bekamen eine Ruhepause auf der Ersatzbank.

Zwei Handelfmeter in Hannover

Hannover 96 bleibt im eigenen Stadion eine Macht. Das Team von Trainer Mirko Slomka bezwang den FC Augsburg etwas glücklich mit 2:1 (0:0) und feierte den vierten Sieg im vierten Heimspiel. Der Erfolg in einer sehr hektischen Partie festigte den Platz in der Spitzengruppe und beendete zugleich den Augsburger Höhenflug in der Fußball-Bundesliga. Erstmals nach drei Siegen in Serie verließen die Schwaben als Verlierer den Platz.

Paul Verhaegh erzielte in der 51. Minute mit einem fragwürdigen Handelfmeter die Augsburger Führung. Zuvor hatte FCA-Stürmer Sascha Mölders seinen Gegenspieler Salif Sane angeschossen. Schiedsrichter Christian Dingert, schon zuvor der Buhmann der 39.200 Zuschauer, entschied nach einem Zeichen seines Assistenten auf Handspiel. 96-Stürmer Artur Sobiech (60.) und Rückkehrer Szabolcs Huszti ebenfalls per Handelfmeter (89.) drehten aber das Spiel. Huszti profitierte von einem Handspiel des Augsburgers Matthias Ostrzolek im Strafraum.

Bayer Leverkusen zeigt Mainz 05 die Grenzen auf

Im Stile einer Spitzenmannschaft glich Bayer Leverkusen die bisher negative Bilanz gegen den FSV Mainz 05 aus. Mit 4:1 (3:0) deklassierte die in allen Belangen überlegene Werkself den bisherigen Angstgegner und bleibt mit 15 Punkten in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga.

Robbie Kruse (19., 45.+1 Minute), Lars Bender (38.) und Stefan Kießling (58.) zeigten den schwach spielenden Rheinhessen vor 28.617 Zuschauern die Grenzen auf. Der eingewechselte Yunus Malli erzielte den Ehrentreffer (82.). Nach der dritten Niederlage geht der Blick beim bisherigen Tabellenfünften nach unten. Das Selbstvertrauen vor dem Heimspiel am Dienstag im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln ist auf dem Tiefpunkt.

Olic-Doppelschlag bei Wolfsburgs drittem Heimsieg

Dank eines Doppelpacks von Ivica Olic gewann der VfL Wolfsburg auch sein drittes Heimspiel der noch jungen Saison. Der bereits 34 Jahre alte Routinier traf in der 44. und 48. Minute und drehte das Spiel zum 2:1 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim. Der Werksclub holte damit die Punkte sieben bis neun im eigenen Stadion. Die zweitschwächste Heimmannschaft des Vorjahres zog mit dem Sieg in der Tabelle der Fußball-Bundesliga an den Hoffenheimern vorbei und kletterte vorerst auf Rang sechs.

"Das zweite Tor war schöner", sagte der doppelte Torschütze grinsend: "Das war ein wichtiger Treffer, denn es war wichtig, dass wir das Spiel noch gewinnen." Für Hoffenheim hatte Anthony Modeste (15.) mit seinen fünften Treffer im sechsten Spiel die frühe Führung geschossen.

anb/sas/DPA / DPA

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