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Fußball-Bundesliga: Bremen erobert Tabellenspitze

Werder Bremen hat mit einem Kantersieg gegen Freiburg vorerst die Tabellenspitze erobert. Schalke gewann gegen Hannover und liegt nur einen Punkt dahinter. Hoffenheim nahm desolate Kölner auseinander. Dortmund und Mainz lieferten eine schwache Nullnummer ab.

Werder Bremen hat durch ein Tor-Festival beim SC Freiburg die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga übernommen. Die Hanseaten setzten sich am 13. Spieltag mit 6:0 (1:0) durch und überflügelten dank des besseren Torverhältnisses zumindest für einen Tag Bayer Leverkusen, das am Sonntag zum Spitzenspiel beim FC Bayern München antritt. Hannover 96 unterlag in der ersten Partie nach dem Selbstmord von Torwart Enke bei Schalke 04 mit 0:2 (0:0). 1899 Hoffenheim setzte sich beim 1. FC Köln mit 4:0 (2:0) durch und rückte in der Tabelle weiter vor. Meister VfL Wolfsburg unterlag im Heimspiel gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg überraschend mit 2:3 (0:0). Am frühen Abend zeigten Dortmund und Mainz fußballerische Magerkost und trennten sich torlos.

Im Duell der namhaften Kellerkinder konnten der VfB Stuttgart und Hertha BSC keinen Weg aus der Krise finden. Das 1:1 (0:0) hilft beiden Mannschaften nicht weiter. Borussia Mönchengladbach gewann durch ein kurioses Eigentor von Marco Russ sowie einen Treffer von Roel Brouwers bei Eintracht Frankfurt mit 2:1 (0:0) und setzte seinen Kurs Richtung Tabellenmittelfeld fort. Für Frankfurt traf nur Pirmin Schwegler (86./Foulelfmeter).

In allen Stadien wurde mit einer Schweigeminute an Robert Enke gedacht. Die 96-Profis hatten neben dem von allen Teams getragenen Trauerflor zudem eine eingekreiste 1 auf ihrer Trikotbrust. Hannover zeigte eine engagierte Leistung und versteckte sich nicht. "Wir haben eine charakterstarke Mannschaft", sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke. Die Entscheidung zum einzigen Heimsieg der Samstag-Nachmittagsspiele fiel aber durch Tore von Jefferson Farfan (70.) und Jan Moravek (90.+1), bei denen Florian Fromolowitz im 96-Tor ohne Chance war. Schalke kletterte durch den Erfolg auf Platz drei.

Werder Bremen setzte auch ohne den verletzten Torgaranten Claudio Pizarro den Erfolgskurs fort. Hugo Almeida (32.) brachte die Gäste mit seinem ersten Bundesliga-Saisontor per Kopfball in Führung. Marko Marin (54.) per frechem Freistoß, erneut Almeida (57.), Özil (67.), Naldo (73./Foulelfmeter) und Markus Rosenberg (80.) machten den verdienten Sieg im Breisgau perfekt und sorgten für den nötigen Torevorsprung, um die Tabellenspitze zu übernehmen.

490 Minuten war Hertha BSC ohne Bundesliga-Tor. Dann traf Gustav Ramos (49.) gegen Stuttgart kurz nach dem Seitenwechsel. Zuvor hatten die Schwaben die Partie dominiert, konnten ihre Überlegenheit nur nicht nutzen. Zdravko Kuzmanovic (82.) rettete dem VfB aber noch einen Punkt. Die letzten fünf Minuten musste der Stuttgarter Torschütze nach einer Gelb-Roten Karte zuschauen. Trainer Friedhelm Funkel wartet in Berlin weiter auf einen Erfolg. Mit fünf Punkten liegt die Hertha sieben Punkte hinter einem Nichtabstiegsplatz.

Der 1. FC Nürnberg verdarb Wolfsburg die Generalprobe für das Champions-League-Spiel am Mittwoch in Moskau. Albert Bunjaku (56./64.) brachte den Aufsteiger zweimal in Führung. Ashkan Dejagah (59.) und Grafite (79./Foulelfmeter) glichen für den Meister aus, aber Per Kluge sorgte mit seinem Kontertor in der dritten Minute der Nachspielzeit für den ersten Nürnberger Auswärtssieg und den Sprung von den Abstiegsrängen. Glück hatten die Nürnberger, als Schiedsrichter Markus Schmidt zwei klare Fouls nicht ahndete. Vor allem der Tritt von Nürnbergs Keeper Raphael Schäfer gegen Misimovic in den Unterleib wird wahrscheinlich noch Folgen haben. Schon den vierten Erfolg auf fremden Platz feierte Hoffenheim. Carlos Eduardo (5.), Chinedu Obasi (10.), Demba Ba (46.), Vedad Ibisevic (90./Foulelfmeter) sorgten für den sicheren Sieg.

Am frühen Samstagabend verlief das Rendezvous von Jürgen Klopp mit seiner alten Liebe FSV Mainz 05 trostlos. Beim ersten Wiedersehen seit seinem tränenreichen Abschied im Sommer 2008 musste sich der Trainer von Borussia Dortmund mit einem 0:0 gegen seinen einstigen Club begnügen. Vor 74 600 Zuschauern in Dortmund boten beide Teams eine über weite Strecken unasehnliche Vorstellung. Mit der gerechten Punkteteilung blieb der BVB zwar in der Fußball-Bundesliga zum sechsten Mal in Serie ohne Niederlage, konnte aber als Neunter keinen Boden in der Tabelle gutmachen. Dagegen liegt der Aufsteiger als Sechster vor Meister VfL Wolfsburg in Reichweite der Europapokal-Plätze.

DPA/tis / DPA

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