Ligapokal-Finale Sperre für Bayern-Grapscher


Im Ligapokal-Finale gegen den FC Schalke müssen die Bayern auf Mark van Bommel verzichten: Weil er sich "krass sportwidrig" verhalten hatte, wurde er jetzt gesperrt. Und der Niederländer ist nicht der einzige Spieler, auf den die Mannschaft verzichten muss.

Ein Titel, zwei Millionen Euro und viel Selbstvertrauen für die Bundesliga: Beim ersten Endspiel der Saison 07/08 will der FC Schalke 04 der scheinbaren Übermannschaft des FC Bayern den ersten Dämpfer versetzen, bekommt es dabei aber nur mit der zweiten Garde der viel gepriesenen Münchner Traum-Offensive zu tun. Zwar kehrt Miroslav Klose an diesem Samstag beim Finale des Fußball-Ligapokals in Leipzig wieder ins Team zurück, doch der bislang überragende Mittelfeldregisseur Franck Ribéry fehlt wegen einer Knieverletzung. "Es wird interessant, wie es ohne ihn läuft", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem Abschlusstraining am Freitag in München. "Wir wollen den Wettbewerb aber auch mit Personal-Problemen gewinnen."

Mit Ribéry, Luca Toni, Lukas Podolski, Jan Schlaudraff und vermutlich noch dem erkrankten Bastian Schweinsteiger fehlt ein Großteil der hoch gehandelten bayerischen Angriffs-Power. Umso mehr könnte die Partie gegen die in Wunschformation antretenden Bremer zu einer Belastungsprobe für die in der vergangenen Saison so wackelige und bislang noch nicht geforderte Bayern-Hintermannschaft werden.

"Krass sportwidriges Verhalten"

Auch der für das Mittelfeld wichtige Mark van Bommel fehlt. Der Niederländer wurde am Freitag wegen "krass sportwidrigen Verhaltens" in der Partie gegen den VfB Stuttgart vom Sportgericht des DFB für drei Ligapokal-Spiele gesperrt und fehlt auch gegen Schalke. Das Sportgericht sah es nach Auswertung der Fernseh-Aufzeichnung des Ligapokal-Spiels zwischen dem VfB Stuttgart und Bayern München (0:2) als erwiesen an, dass der Mittelfeldspieler "in der 53. Minute seine rechte Hand in Richtung des unteren Bauchbereiches seines Gegenspielers Fernando Meira geführt und diesen dort leicht getroffen hatte".

Für Oliver Kahn scheint das alles keine große Rolle zu spielen. Der Ligapokal - für den Bayern-Keeper eher eine Nebensache. "Natürlich geht es da ums Prestige, aber ich weiß nicht, was man da für eine Marke setzen soll", sagte Kahn. Ein Zeichen der Stärke haben die Bayern zwei Wochen vor Bundesliga-Saison ohnehin schon gesetzt: Gegen Werder Bremen im Viertel- und Stuttgart im Halbfinale herrschte die neue Millionen-Truppe der Münchner fast nach Belieben.

Doch nach dem überzeugenden 4:2-Erfolg im Ligapokal-Halbfinale gegen Pokalsieger 1. FC Nürnberg gibt sich auch Schalke-Trainer Mirko Slomka selbstbewusst: "Wir werden auf keinen Fall in Angst und Schrecken verfallen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir konkurrenzfähig sind." Die Rückkehr der angeschlagenen Profis Rafinha und Marcelo Bordon bestärkt den Fußball-Lehrer in seiner Zuversicht. Der Vorteil: Anders als die bisherigen Ligacup-Gegner des fünffachen Cup-Siegers Bremen und Stuttgart ist sein Team komplett.

Altintop trifft alte Kollegen

Zum ersten Wiedersehen mit den Ex-Kollegen kommt es für den in der Vorbereitung starken Hamit Altintop. "Früher war ich übermotiviert, weil ich dachte, heute geht es ab - und es ist in die Hose gegangen. Jetzt freue ich mich einfach auf das Spiel", sagte Altintop, der "wie schon in der Jugend auf dem Bolzplatz" auch diesmal mit dem beim Gegner engagierten Bruder Halil gewettet haben will.

Die bei einem Sieg auf zwei Millionen Euro aufgestockte Prämie für den Sieger des Finales käme Schalke gerade recht. Denn für die geplante Verpflichtung von Stephen Appiah müsste der Revierclub tiefer in die Vereinskasse greifen als ihm lieb ist. Immerhin zehn Millionen Euro fordert Fenerbahce Istanbul für den Mittelfeldspieler aus Ghana, der nach eigenem Bekunden nach Gelsenkirchen wechseln will. Doch vor dem für das Wochenende vorgesehenen Verhandlungs-Showdown hat sich die Tonlage zwischen beiden Clubs verschärft. Der türkische Meister legte beim Weltverband FIFA Beschwerde wegen unzulässiger Abwerbung ein. Schalke müsse "statt mit dem Spieler oder seinem Manager mit unserem Club in Kontakt treten", klagten die Türken auf ihrer Homepage. An diese Regeln hätten sich die Schalker nicht gehalten.

Christian Kunz und Heinz Büse/DPA DPA

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