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FUSSBALL-WM 2006: Die Würfel sind gefallen

15 Städte haben sich als Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 beworben, nur zwölf konnten es werden. Heute hat die Fifa ihre Entscheidung bekanntgegeben, hier wird gespielt

Die Spielstätten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland stehen fest. Der Weltfußballverband Fifa entschied sich für die zwölf Städte Berlin, Nürnberg, Hamburg, Leipzig, Köln, Gelsenkirchen, Stuttgart, Dortmund, München, Kaiserslautern, Hannover und Frankfurt. Düsseldorf, Bremen und Mönchengladbach gingen leer aus, Leverkusen hatte seine Bewerbung noch vor der Entscheidung zurückgezogen.

Deutschland will sich weltoffen präsentieren

Die Welt werde Deutschland 2006 als fröhliches, sportbegeistertes und weltoffenes Land kennenlernen, versprach Bundesinnenminister Otto Schily. Von der Fußball-WM in Deutschland solle eine Atmosphäre der Freundlichkeit und Heiterkeit ausgehen, kündigte auch das Organisationskomitee bei der Veranstaltung in der Alten Oper in Frankfurt an. »Wir wollen die Welt überraschen.« Dumpfe Gefühle, zu viel Alkohol, Rassismus und Nationalismus würden dabei keinen Platz haben.

Regionale Gesichtspunkte gaben den Ausschlag

Drei Bewerber erhielten nicht den Zuschlag der Fifa: Bremen, Düsseldorf und Mönchengladbach. »Leider bleiben einige der Städte auf der Strecke«, sagte der Vize-Präsident des Organisationskomitees, Horst Schmidt. Nuancen hätten am Ende entschieden, regionale Gesichtspunkte hätten den Ausschlag gegeben. Das Pressezentrum soll in München angesiedelt werden.

Anforderungen der Fifa an Stadien sind hoch

Mindestens 40.000 Sitzplätze müssen vorhanden sein, ab dem Halbfinale sogar 60.000. Hunderte Pressearbeitsplätze für Journalisten aus aller Welt müssen zur Verfügung stehen, daneben sollen Sicherheit und Verkehrsinfrastruktur stimmen. Zahlreiche Bewerber wollen ihre Stadien daher eigens für die WM ausbauen und modernisieren.

Drei Millionen Zuschauer erwartet

Zu der 18. Fußball-Weltmeisterschaft werden im Idealfall rund drei Millionen Zuschauer erwartet. Bei der Auswahl des Austragungslandes hatte sich Deutschland im Jahr 2000 knapp gegen Südafrika durchgesetzt. Zuletzt fand 1974 eine Fußball-WM in Deutschland statt. Damals gewann die deutsche Nationalmannschaft den Titel.

Was bis zur WM in den Stadien noch zu tun ist:

- BERLIN: Das Hauptstadt-Stadion wird derzeit für 242 Millionen Euro umgebaut und soll bis Sommer 2004 über 76.000 überdachte Sitzplätze verfügen. Bislang fanden dort 75.000 Menschen Platz, allerdings nur 27.000 im Trockenen unter dem Dach. 30.000 der alten Sitze werden wiederverwendet. Außerdem erhält das Hauptstadt-Stadion Großbild-Videodisplays.

- DORTMUND: Das Dortmunder Westfalen-Stadion hat einen Großteil der Umbaumaßnahmen bereits zum Uefa-Cup-Finale im Mai 2001 hinter sich gebracht, als ein neues Beschallungssystem installiert wurde. Für rund 30 Millionen Euro sollen nun noch die Mannschaftsbereiche erweitert, ein flexibles Zaunsystem errichtet und die Ecken des Stadions ausgebaut werden. Dadurch soll sich die Kapazität auf rund 60.000 Sitzplätze erhöhen.

- FRANKFURT: Das alte Frankfurter Waldstadion soll für die WM abgerissen werden. An gleicher Stelle soll bis 2005 für 126 Millionen Euro eine neue Arena mit verschließbarem Dach und mindestens 48.000 Sitzplätzen entstehen.

- GELSENKIRCHEN: Der Traditionsclub rühmt sich, mit der erst im Herbst eröffneten Arena »AufSchalke« über das modernste Stadion Europas zu verfügen. Der Neubau kostete 192 Millionen Euro und bietet 52.000 Zuschauern Platz. Kennzeichen der Arena sind der herausfahrbare Rasen, ein verschließbares Dach und ein Videowürfel mit vier Ansichtsflächen von je 36 Quadratmetern.

- HAMBURG: Das neue Hamburger Stadion fasst 50.000 Zuschauer, kostete 97 Millionen Euro und war bereits im Herbst 2000 fertig. Derzeit wird noch an den Außenanlagen gearbeitet.

- HANNOVER: Der 61 Millionen Euro teure Umbau des Niedersachsenstadions soll 2003 beginnen und bis 2005 dauern. Dann sollen 45.000 Zuschauer dort Platz finden.

- KAISERSLAUTERN: Das Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg wird zurzeit für rund 48 Millionen Euro WM-gerecht modernisiert. Ost- und Westtribüne werden umgebaut, die Nordtribüne erhält eine zusätzliche Ebene. Zur WM soll das Stadion über 48.500 Sitzplätze verfügen.

- KÖLN: Teuerer wird der Umbau des Müngersdorfer Stadions in Köln. Bis zur Saison 2004/2005 soll dort für 110 Millionen Euro eine reine Fußball-Arena mit 45.000 Sitzplätzen entstehen.

- LEIPZIG: Leipzig entschied sich bereits 1997 für einen Neubau des Zentralstadions für knapp 91 Millionen Euro. Ab 2003 soll das reine Fußballstadion 44.000 Zuschauer fassen.

- MÜNCHEN: Die bayerische Hauptstadt kam nach langwierigen Debatten vom bis dahin geplanten Umbau des Olympiastadions ab und sprach sich für ein reines Fußballstadion im Norden der Stadt aus, in Fröttmaning. Der Neubau soll etwa 280 Millionen Euro kosten und spätestens ab 2005 Platz für 66.000 Menschen bieten.

- NÜRNBERG: Vor allem durch eine Tieferlegung des Spielfeldes und den Einbau von Zusatztribünen soll die Kapazität bis 2005 auf 45.500 Sitzplätze gesteigert werden. Der Umbau des Frankenstadions wird bisherigen Berechnungen zufolge 56 Millionen Euro kosten.

- STUTTGART: Das Heimatstadion von DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder soll bis 2003 auf eine Kapazität von 60.000 Sitzplätzen erweitert werden. Die Modernisierungskosten sollen sich insgesamt auf 41 bis 56 Millionen Euro belaufen.

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