HOME

American Football: Was Sie zum 51. Super Bowl wissen müssen

Der Super Bowl ist das Sportevent in den USA. Das vergangene NFL-Finale zwischen den New England Patriots und den Atlanta Falcons zeigte das einmal mehr. Hier finden Sie alle wichtigen Infos rund um das Mega-Spektakel im Überblick.

Mega-Event Super Bowl: Regeln, Versuche, Touchdowns: Darauf kommt es beim American Football an

Am Sonntag fand in Houston der 51. Super Bowl statt - die größte Eintages-Sportveranstaltung der Welt. Im Finale der National Football League (NFL) standen sich in diesem Jahr die erfolgsverwöhnten New England Patriots (jetzt fünf Siege) um Quaterback-Superstar Tom Brady und die von Matt Ryan angeführten Atlanta Falcons gegenüber.

Der stern informiert Sie nachfolgend über die wichtigsten Nachrichten, Zahlen und Hintergründe zum Mega-Event im American Football:

Airbnb schießt mit Pro-Toleranz-Spot gegen Trump

Der Super Bowl in den USA ist bei Firmen seit jeher als Werbeplattform beliebt, doch selten hatten sie so viel zu sagen wie in diesem Jahr. Der Online-Übernachtungsdienst Airbnb nutzte das Football-Finale für eine indirekte Werbebotschaft an US-Präsident Donald Trump. In dem Werbespot sprach sich das Unternehmen unter dem Twitter-Hashtag #WeAccept für Toleranz aus. Zu sehen waren eine Reihe Gesichter von Menschen verschiedener Herkunft, unterschiedlichen Geschlechts und Alters - darunter die Textzeile: "Egal wer du bist, woher du kommst, wen du liebst oder anbetest, wir gehören alle dazu. Die Welt ist umso schöner, je mehr wir das akzeptieren."

Beim Onlineübernachtungsdienst Airbnb stellen private Vermieter ihre Wohnungen oder Ferienhäuser Reisenden gegen entsprechendes Entgelt zur Verfügung. Dieses Prinzip funktioniert jedoch nur mit einer gewissen Offenheit gegenüber Fremden. Über den Kurzmitteilungsdienst Twitter kündigte Airbnb-Gründer Brian Chesky an, sein Unternehmen werde in den kommenden vier Jahren insgesamt vier Millionen Dollar (3,7 Millionen Euro) an die Flüchtlingshilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) spenden. Airbnb wolle in den kommenden fünf Jahren Übergangsbehausungen für 100.000 bedürftige Menschen zur Verfügung zu stellen, hieß es weiterhin. Von Twitter-Nutzern wurde die Ankündigung gefeiert.

Lady Gaga plant offenbar Seitenhieb auf Donald Trump

US-Präsident Donald Trump muss sich offenbar warm anziehen: Wie Halbzeit-Act Lady Gaga auf einer Pressekonferenz kurz vor dem Super Bowl andeutete, will sie ihren Auftritt vor einem Millionenpublikum aus aller Welt auch für eine politische Botschaft nutzen. Sie sei "leidenschaftlich" gegen Ausgrenzung, sagte die Sängerin den Journalisten in Houston. "Ich glaube an den Geist der Gleichheit und ich glaube daran, dass der Geist dieses Landes aus Liebe und Mitgefühl und Freundlichkeit besteht."

Für den Auftritt plane sie Äußerungen, "wie ich sie im Verlauf meiner Karriere immer wieder gemacht habe", kündigte der Popstar an. Den Rechtspopulisten Trump hatte sie wiederholt scharf kritisiert. Ihren Fans gewährte die 30-Jährige am Donnerstag zudem einen klitzekleinen Einblick in ihre Choreographie für das Mega-Spektakel.

Edel-Fans stellen Houstons Flughafen vor Probleme

Es ist ein Luxusproblem, aber für die Betroffenen kein kleines. Wenn in Houston der 51. Super Bowl steigt, kommen rund 1300 Privatflugzeuge mit Edel-Fans in die Stadt. An Bord sind Millionäre und Milliardäre: Daran gewöhnt, wie das "Wall Street Journal" schreibt, nicht nur privilegiert zu landen, sondern auch nach dem Spiel sofort wieder abheben zu können.

Das Blatt erinnerte an hässliche Szenen aus dem Jahr 2012, als in Indianapolis wegen eines eindrucksvollen Privatflugzeugstaus die Insassen vor dem Start bis zu drei Stunden an Bord ausharren mussten. Für durchschnittliche Passagiere ist das nicht ungewöhnlich, aber Houston will mit einem ausgeklügelten System sicherstellen, dass dieses Mal für das von den Gastgebern besonders umworbene Publikum alles glatt geht.

Mega-Event Super Bowl: Regeln, Versuche, Touchdowns: Darauf kommt es beim American Football an

Ausgefallene Werbespots zum Super Bowl

Der Super Bowl ist nicht nur ein großes Sportereignis, sondern auch eines der größten Werbespektakel des Jahres. Manche Marken haben ihre Spots schon veröffentlicht - eine Auswahl:

  • Wix.com: Der Anbieter für Webseiten-Erstellung will vor allem mit Action punkten und hat dafür Actionstar Jason Statham gebucht. Zusammen mit Schauspielerin Gal Gadot demolieren sie ein Restaurant. Zum Glück hat der Besitzer wenigstens eine gute Webseite


  • Intel: Superstar Tom Brady (New England Patriots) will zeigen, wie selbst alltägliche Aktivitäten, vom Aufstehen über das Zähneputzen, Menschen zum Staunen - und zum Lachen - bringen können.


  • Mercedes Benz: Wenn Rocker und Motorradfahrer einem Autofahrer neidisch hinterher stieren, heißt das Motto "Gebaut, um wild zu sein", statt "Geboren, um wild zu sein".


  • Snickers: Was hat ein Schokoriegel mit einem Pferd und einem Casting zu tun? Zu viel wollten die Verantwortlichen von Snickers da noch nicht verraten. In vier Teaservideos geben sie einen kleinen Vorgeschmack, mit an Bord: Schauspieler Adam Driver.


  • Skittles: Auf den ersten Blick wirft ein Verehrer Skittles gegen die Fensterscheibe vor einer jungen Dame. Stattdessen landen die Kaubonbons im Mund: hinter dem offenen Fenster sitzen Vater, Mutter, Tochter. Der Konzern Mars ruft seine Kunden zum "Candy Bowl" auf.

Ex-Präsident Bush senior wirft Münze

Der frühere US-Präsident George H.W. Bush, 92, wird zusammen mit seiner Frau Barbara den Super Bowl mit dem Münzwurf einläuten. Bush veröffentlichte auf Twitter einen Clip von einer sich drehenden Münze mit dem Super-Bowl-Logo.

Sein Sprecher schrieb, das Ehepaar Bush fühle sich geehrt von der Einladung und freue sich auf das Football-Event am kommenden Sonntag. Erst vor anderthalb Wochen war Bush aus dem Krankenhaus entlassen worden - wegen einer Lungenentzündung lag der Vater des früheren US-Präsidenten George W. Bush auf der Intensivstation und musste zwischenzeitlich künstlich beatmet werden.

Der Münzwurf entscheidet beim American Football unter anderem darüber, welches Team den Anstoß ausführt.

Sat.1 rechnet mit Quotenrekord

Sat.1 überträgt den Super Bowl am Sonntag bereits zum insgesamt elften Mal (1999-2003 sowie von 2012 bis heute) - und das mit zunehmendem Erfolg. Seit der TV-Sender die ARD in der Berichterstattung ablöste, haben sich die Zuschauerzahlen verdoppelt. So schauten das letztjährige Finale zwischen den Denver Broncos und den Carolina Panthers rund 1,81 Millionen Menschen. Diese Zahl soll 2017 übertroffen werden.

"Dieses Mal glauben wir, dass wir die Zwei-Millionen-Marke knacken werden", sagt Zeljko Karajica, Geschäftsführer der Sat1-Sporttochter 7Sports, über die Quoten-Erwartung.

Super-Bowl-Bälle kommen aus Ohio

Wenn die Quarterbacks Tom Brady und Matt Ryan ihre Teams zum Super-Bowl-Triumph werfen wollen, dann sind auch in Handarbeit hergestellte Ochsenlederbälle mit im Spiel. Seit es Super Bowls gibt, produziert das Unternehmen Wilson Sporting Goods die Spielgeräte für das NFL-Finale. 

Die NFL ist eine Hochglanzshow, ihre Einnahmen betrugen im vergangenen Jahr rund 13 Milliarden Dollar. Ihre braunen Bälle werden derweil seit Jahrzehnten mit alten Nähmaschinen in einer Fabrik in der Stadt Ada im Bundesstaat Ohio hergestellt. Das Leder liefert immer dieselbe Gerberei aus Chicago.

Sobald die Paarung steht, beginnt in Ada die Arbeit für das Finale: Schon 48 Stunden nach dem zweiten Halbfinale bekommen die Teams - in diesem Jahr Bradys New England Patriots und Ryans Atlanta Falcons - jeweils 108 Bälle, in die unter anderem die Logos der Teams geprägt sind. Die Hälfte ihrer Bälle dürfen die Teams im Finale während ihrer Angriffe nutzen, mit den anderen können sie trainieren.

Bier-Werbespot mit deutschem Einwanderer geht viral 

Ob gewollt oder nicht: Angesichts der weltweiten Protestwelle gegen die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump trifft der Super-Bowl-Werbespot des Bierkonzerns Anheuser Busch die aktuelle Stimmung perfekt - und erhält dafür jede Menge Aufmerksamkeit.

Unter dem Slogan "Born The Hard Way" (etwa: "Auf die harte Weise geboren" oder "Er hatte ein schwieriges Leben") bewirbt der Konzern seine Marke Budweiser. Erzählt wird die Geschichte des aus Hessen stammenden Adolphus Busch (1839-1913), des späteren Mitbesitzers der Brauerei. Der Werbefilm zeigt eine mühselige Überfahrt und Buschs Probleme bei der Ankunft in Amerika: "Wir wollen Dich hier nicht! Geh zurück nach Hause!" wird er angebrüllt. Schließlich schlägt er sich erfolgreich nach St. Louis (Missouri) durch.

Im Internet verbreitete sich der Spot rasend schnell und wurde als Beleg gewertet, wie wertvoll und wichtig Einwanderung für die USA sei.

Knöpft sich Lady Gaga in ihrer Show Donald Trump vor?

Tut sie es? Oder tut sie es nicht? Die bunte Welt des Entertainment rätselt, wie weit Lady Gaga in ihrer Halbzeitshow beim Super Bowl gehen wird. Wagt sie ein politisches Statement gegen Donald Trump? Muss sich das Millionenpublikum auf einen Eklat vorbereiten? Oder nutzt sie die Gelegenheit lediglich, um eines ihrer extravaganten Outfits zu zeigen? Der Auftritt des 30-jährigen Popstars in der Halbzeitpause wird jedenfalls nicht nur Fans Gesprächsstoff bieten.

"Ich wäre baff, wenn sie kein politisches Statement macht", sagte Larry Hackett, ehemaliger Chefredakteur des "People"-Magazins, dem TV-Sender ABC. "Auf dieser Bühne, mit der Gelegenheit von 115 Millionen Zuschauern, wäre es verblüffend und schlecht für ihre Karriere, wenn sie es nicht tun würde." Im Wahlkampf hatte Lady Gaga Hillary Clinton offen unterstützt und sich auch beim Protest vor Trumps Wolkenkratzer in New York gezeigt, der begleitet von teils heftigem Widerstand mittlerweile im Weißen Haus regiert.

Happy End in Rucksack-Affäre der Atlanta Falcons 

Fast hätte auch die NFL vor dem Super Bowl ihre Rucksack-Affäre gehabt. Der für die Falcons-Offensive zuständige Trainer Kyle Shanahan vermisste nach dem Media Day am Montagabend seinen Rucksack mit wichtigen Unterlagen, darunter die Spielzüge für das Finale. "Ich muss sie finden", sagte der zukünftige Cheftrainer der San Francisco 49ers der Zeitung "USA Today" aufgeregt. 

Nach 30-minütiger Suche und verzweifelten Telefonaten gab es ein Happy-End. Art Spander, Kolumnist beim "San Francisco Examiner", hatte die Tasche von Shanahan versehentlich mitgenommen. In die Hände von Finalgegner Patriots sind die Unterlagen demnach nicht gelangt. "Das wäre schlecht gewesen", sagte der erleichterte Shanahan.

Auch die Fußball-Bundesliga hatte bereits ihre Rucksack-Affäre. Im Herbst 2015 wurden brisante Vertragsdetails der Profis des Hamburger SV öffentlich. Peter Knäbel, damals Sportdirektor bei den Norddeutschen, gab seinerzeit an, ihm sei der Rucksack entwendet worden.

Top-Stars Brady und Ryan (noch) auf "Schmusekurs"

Die beiden Top-Quarterbacks Tom Brady von den New England Patriots und Matt Ryan von den Atlanta Falcons haben sich kurz vor dem Super Bowl mit Kampfansagen an die Konkurrenz zurückgehalten. Stattdessen schoben sich die Stars beider Teams beim Media Day in Houston artig Komplimente zu. "Ich habe viel von ihm gelernt", sagte Ryan über seinen Kontrahenten. "Die Beständigkeit in seiner Karriere ist beeindruckend."

Der 39-jährige Brady wird am Sonntag zum siebten Mal einen Super Bowl bestreiten. Vier Siege stehen bislang auf seinem Konto. Ryan steht dagegen erstmals im Endspiel. "Matt braucht meinen Rat nicht", erklärte Brady. "Er hat eine unglaubliche Karriere bislang hinter sich. Er ist ein großartiger Spieler, ein großartiger Anführer und es wird ein richtiger Test für uns am Sonntag."

Emotional wurde Brady dagegen bei einer Frage eines siebenjährigen Kindes, wer sein persönlicher Held sei. Der Superstar überlegte kurz. "Das ist eine gute Frage. Ich denke, mein Vater ist mein Held, weil er jemand ist, zu dem ich jeden Tag aufschaue", sagte er und fügte mit Tränen in den Augen hinzu: "Mein Dad."

Atlanta Falcons genervt über Schmerzmittel-Berichte

Die Atlanta Falcons haben sich genervt über Berichte von einem starken Schmerzmittel-Gebrauch des Teams aus dem Jahr 2010 geäußert. "Das ist nichts, worüber wir jetzt diskutieren werden", sagte Atlantas General Manager Thomas Dimitroff. "Wenn die Zeit reif ist, werden wir uns dazu äußern."

Der Nachrichtenagentur AP zufolge gab das Team 2009 für Rezepte auf Schmerzmittel etwa 81.000 US-Dollar (rund 75.000 Euro) aus, etwa dreimal so viel wie der damalige Durchschnitt in der National Football League. Demnach gebe es Emails vom damaligen Trainerteam, adressiert an den General-Manager Dimitroff, Eigentümer Arthur Blank und Präsident Rich McKay, indem vor übermäßiger Abhängigkeit von Schmerzmittel bei Behandlung der Spieler gewarnt wurde.

Der damalige Athletik-Trainer Marty Lauzon äußerte sich in den Mails besorgt darüber, dass das Team durch mögliche Überprüfungen in Bedrängnis kommen könnte. Es ist allerdings nicht klar, welche Praktiken angewandt wurden und es gibt keine Beweise, dass die Falcons gegen Regeln verstoßen haben.

Die Emails wurden durch eine Gerichtsverhandlung vor einem Bezirksgericht in Kalifornien am vergangenen Donnerstag öffentlich. In der Klage geht es um 1800 ehemalige NFL-Profis, die die medizinischen Abteilungen und die Trainer der jeweiligen Teams beschuldigen, ohne Rücksicht auf mögliche gesundheitliche Spätschaden zur Einnahme von Schmerzmitteln ermutigt worden zu sein.

Mexiko rechnet mit Rekord beim Avocado-Verkauf

Anlässlich des Super Bowls will Mexiko für rund 200 Millionen Dollar (rund 196 Millionen Euro) Avocado in die USA exportieren. Der Verzehr von Avocados in den USA erreiche jährlich seinen Höhepunkt zum Super Bowl, sagte der mexikanische Landwirtschaftsminister José Calzada. Grund für die hohe Nachfrage ist die traditionell zum Finale zubereitete Avocado-Creme Guacamole. 

Für das Finalspiel am 5. Februar erwartet Mexiko einen erneuten Jahresrekord. Im vergangenen Jahr lieferte Mexiko zum Super Bowl 95.000 Tonnen Avocados in die Vereinigten Staaten. "82 Prozent der in den USA verkauften Avocados stammen aus Mexiko", sagte Calzada im Radiosender Fórmula. Jährlich werden 800.000 Tonnen in die Vereinigten Staaten exportiert.

Sat.1 zeigt Super Bowl live - Stream auf ran.de

Auch in diesem Jahr - und damit bereits zum elften Mal insgesamt - wird der Super Bowl live auf Sat.1 übertragen. Los geht es mit der Berichterstattung im Rahmen der Sendung "ran" ab 22.55 Uhr. Das Spiel kommentieren wird erneut Frank Buschmann, dem als Experte Ex-Spieler Patrick Esume zur Seite steht. Zum zweiten Mal nach 2016 ist auch wieder Ex-NFL-Profi Markus Kuhn dabei.

Bereits ab 20.15 Uhr startet der 160-minütige "Countdown zum Super Bowl" mit Stargast Mark Nzeocha von den Dallas Cowboys live auf ProSieben MAXX. Gemeinsam mit dem deutschen NFL-Profi stimmen Moderator Matthias Killing sowie die Experten Jan Stecker und Roman Motzkus #ranNFLsüchtige auf die lange Footballnacht ein.

Auch Fans ohne Fernsehgerät müssen auf Livebilder nicht verzichten. Das Finale wird zusätzlich auch auf ran.de gestreamt. 

Lady Gaga: "Ich plane das, seit ich vier war"

Pop-Sängerin Lady Gaga, 30, bereitet sich rund zwei Wochen vor dem Super Bowl auf ihren Auftritt vor einem Millionen-Publikum vor. "Wir haben ein Zelt mit einer Tanzfläche in meinem Garten aufgebaut, um zu üben", schrieb die Musikerin bei Instagram.

In einem Clip eines Sponsors ist zu sehen, wie Lady Gaga und ihre Tänzer die Choreographie zu ihrem Hit "Bad Romance" in Los Angeles einstudieren.

"Ich plane das, seit ich vier Jahre alt war. Ich weiß also genau, was ich tun werde", witzelte die für ihre farbenfrohen Auftritte bekannte Grammy-Gewinnerin. "Die Herausforderung ist zu schauen: 'Was kann ich anders machen? Wie kann ich hier und da kleine Dinge verbessern?'"


New England Patriots stehen im Finale - Brady auf Rekordkurs

Die New England Patriots haben in der National Football League zum neunten Mal den Super Bowl erreicht. Die favorisierten Gastgeber bezwangen im Playoff-Halbfinale die Pittsburgh Steelers mit 37:16. Patriots-Quarterback Tom Brady warf drei Touchdown-Pässe, sein Gegenüber Ben Roethlisberger konnte dagegen nicht überzeugen. 

Brady, Ehemann von Top-Model Gisele Bündchen, steht damit bereits zum siebten Mal im Super Bowl und stellte damit eine Bestmarke auf. Als erster Stamm-Passgeber könnte er zum fünften Mal den Titel gewinnen. Im Alter von 39 Jahren wird er nur einige Monate jünger sein als im Vorjahr Peyton Manning, der die Denver Broncos 2016 als bislang ältester Stamm-Quarterback zum Endspiel-Triumph führte. "Jetzt werden wir sehen, ob wir ein perfektes Ende schreiben können", sagte Brady.

Für den Superstar geht es in dieser Saison auch um Genugtuung. Brady war in den ersten vier Spielen des Jahres wegen seiner Verwicklung ins Deflate-Gate gesperrt, die Affäre um zu weich aufgepumpte Spielbälle, die dem Quarterback Vorteile verschaffen sollten. Seit seiner Rückkehr ins Team haben die Patriots nur eine von 14 Partien verloren, Brady präsentierte sich auch gegen die Steelers als Kandidat für den Titel des wertvollsten Spielers der Saison.

Atlanta Falcons erreichen Super Bowl - "Matty Ice" überragend

Die Atlanta Falcons haben sich für den 51. Super Bowl in Houston qualifiziert. Die Mannschaft um Quarterback Matt Ryan besiegte im Playoff-Halbfinale der National Football League NFL überraschend deutlich die Green Bay Packers mit 44:21 und steht zum zweiten Mal in der Club-Historie im Finale. Überragend bei den Gastgebern war Passgeber Ryan, dem ein Touchdown und vier Touchdown-Pässe gelangen. Auf der Gegenseite ließ die Defensive der Falcons den zuletzt starken Packers-Quarterback Aaron Rodgers kaum zur Entfaltung kommen.

Ryan wahrte sich mit seiner Leistung zudem beste Chancen auf den Titel des wertvollsten Spielers. Dem Spitznamen "Matty Ice" aus seinen frühen Karrieretagen wurde er in diesem Jahr mit kühler Präzision und genialen Spielzügen endlich auch in den Playoffs gerecht. "Wir werden das genießen, weil es sehr schwer ist, so weit zu kommen. Das weiß ich aus Erfahrung", sagte Ryan, betonte aber: "Unser großes Ziel liegt immer noch vor uns."

"Wir müssen unseren Job jetzt erledigen", so Ryan, der den Falcons nach der klaren Endspiel-Pleite 1999 gegen Denver endlich den Traum vom ersten NFL-Titel erfüllen will. "Keiner kann uns stoppen, nur wir selbst", meinte Wide Receiver Julio Jones, der trotz einer Zehenverletzung für zwei Touchdowns sorgte. 

+++ Wichtige Infos, Zahlen und Hintergründe +++


Der Super Bowl in (beeindruckenden) Zahlen

Groß, größer, Super Bowl: Kaum ein Sportereignis erzeugt so viel Aufmerksamkeit wie das NFL-Endspiel. Jahr um Jahr überbietet sich das Event vor Millionenpublikum in Superlativen. Ein Überblick in Zahlen:

  • 8 Teilnahmen am Super Bowl sind in der gesamten Liga der Rekord. Das gelang bisher drei Mannschaften: den Dallas Cowboys, den Pittsburgh Steelers den den New England Patriots. Mit deren Partie am Sonntag kommen die Patriots in ihrem 57-jährigen Bestehen auf 9 Teilnahmen.
  • 14 Punkte und damit so wenig wie bei keinem anderen Super Bowl erzielte die Gewinner-Mannschaft der Miami Dolphins im Jahr 1973 gegen die Washington Redskins in Los Angeles.
  • 21 Jahre ist der jüngste Spieler im diesjährigen Super Bowl alt. Der Safety Keanu Neal von den Atlanta Falcons ist damit 20 Jahre jünger als sein 41-jähriger Teamkollege Matt Bryant, der als Kicker spielt.
  • 55 Punkte erzielten die San Francisco 49ers im Endspiel gegen die Denver Broncos. Mit der Partie in New Orleans brachten die 49ers es auf die bisher höchste Super Bowl-Punktzahl. Die Atlanta Falcons als auch die New England Patriots waren diese Saison unter den Teams mit den meisten Punkten und könnten diesen Rekord aber noch knacken.
  • 1969 war das Jahr, als die 1920 gegründete NFL-Liga erstmals die römischen Ziffern benutzte und das Endspiel als "Super Bowl" bewarb. Der Begriff war schon einige Jahre vorher im Gebrauch, offiziell vermarktete die Liga das Match mit diesem Titel aber erst 1969.
  • 5000 Dollar (4600 Euro) zahlt die NFL der Siegermannschaft für jeden der bis zu 150 Ringe. Die Teams lassen sich das tragbare Andenken an den heiß begehrten Titel aber oft deutlich mehr kosten: 2015 gaben die New England Patriots dem Sport-Sender ESPN zufolge insgesamt 36.500 Dollar (33.900 Euro) für jeden der 150 Gewinner-Ringe aus.
  • 95.000 Tonnen Avocados lieferte Mexiko vergangenes Jahr zum Football-Endspiel in die USA, wo mehr als 80 Prozent der Avocados aus dem südlichen Nachbarland importiert werden. Grund für die hohe Nachfrage ist die zum Finale beliebte Avocado-Creme Guacamole.
  • 5.000.000 Dollar (4,6 Mio Euro) kosten 30 Sekunden TV-Werbezeit während des Super Bowl im Durchschnitt, wie die "New York Times" unter Berufung auf werbende Kunden berichtet. Eine weitere Million Dollar lassen sich Unternehmen die Vermarktung der Spots kosten.
  • 21.500.000 Tweets setzten Nutzer dem Marktforschungsunternehmen Nielsen zufolge vergangenes Jahr zum Stichwort "Super Bowl 50" sowie den dazugehörigen Werbespots ab. 162.000 Tweets wurden allein in der Minute nach Ende der Halbzeitshow um 20:44 Uhr (Ortszeit) verschickt.
  • 114.400.000 Menschen schalteten in den USA im Jahr 2015 zum Super Bowl ein - ein Rekord. Vergangenes Jahr waren es Nielsen zufolge immerhin 111,9 Millionen Zuschauer. Das waren 72 Prozent aller US-Haushalte mit einem Fernseher. In Deutschland schalteten vergangenes Jahr 1,8 Millionen Menschen ein.
  • 1.330.000.000 Hühnerflügel essen die Amerikaner während des Super Bowl nach Angaben des Branchenverbands National Chicken Council. Dazu kamen dem Verband Snack Food Association zufolge vergangenes Jahr 5080 Tonnen Kartoffelchips, 3700 Tonnen Tortilla-Chips, 1700 Tonnen Popcorn und 1360 Tonnen Nüsse, wie das Magazin "Forbes" schreibt. 

Die Teams mit den meisten Super-Bowl-Siegen

6 Siege

  • Pittsburgh Steelers (1975,76,79,80,2006,09)

5 Siege

  • Dallas Cowboys (1972,78,93,94,96) 
  • San Francisco 49ers (1982,85,89,90,95)
  • New England Patriots (2002,04,05,15,16)

4 Siege

  • Green Bay Packers (1967,68,97,2011)
  • New York Giants (1987,91,2008,12)

3 Siege

  • Denver Broncos (1998,99,2016)
  • Oakland/Los Angeles Raiders (1977,81,84)
  • Washington Redskins (1983,88,92)

2 Siege

  • Baltimore Ravens (2001,13)
  • Miami Dolphins (1973,74)

Alle Gewinner seit 1967

1967 Green Bay Packers

1968 Green Bay Packers

1969 New York Jets

1970 Kansas City Chiefs

1971 Baltimore Colts

1972 Dallas Cowboys

1973 Miami Dolphins

1974 Miami Dolphins

1975 Pittsburgh Steelers

1976 Pittsburgh Steelers

1977 Oakland Raiders

1978 Dallas Cowboys

1979 Pittsburgh Steelers

1980 Pittsburgh Steelers

1981 Oakland Raiders

1982 San Francisco 49ers

1983 Washington Redskins

1984 Los Angeles Raiders

1985 San Francisco 49ers

1986 Chicago Bears

1987 New York Giants

1988 Washington Redskins

1989 San Francisco 49ers

1990 San Francisco 49ers

1991 New York Giants

1992 Washington Redskins

1993 Dallas Cowboys

1994 Dallas Cowboys

1995 San Francisco 49ers

1996 Dallas Cowboys

1997 Green Bay Packers

1998 Denver Broncos

1999 Denver Broncos

2000 St. Louis Rams

2001 Baltimore Ravens

2002 New England Patriots

2003 Tampa Bay Buccaneers

2004 New England Patriots

2005 New England Patriots

2006 Pittsburgh Steelers

2007 Indianapolis Colts

2008 New York Giants

2009 Pittsburgh Steelers

2010 New Orleans Saints

2011 Green Bay Packers

2012 New York Giants

2013 Baltimore Ravens

2014 Seattle Seahawks

2015 New England Patriots

2016 Denver Broncos

2017 New England Patriots

Das Alphabet des American Football 

A - American Football Conference (AFC): eine der beiden Conferences, in die die NFL unterteilt ist. Als Meister der AFC haben 2016 die New England Patriots den Super Bowl erreicht.

B - Blitz: das überfallartige Anrennen der Defensive auf den Quarterback. Für einen Blitz versuchen gleich mehrere Spieler an der Offensive Line vorbeizukommen, um den Quarterback am Wurf zu hindern.

C - Challenge: Jeder Trainer hat im Spiel die Möglichkeit, eine Schiedsrichter-Entscheidung in Frage zu stellen. Für den Fall einer solchen Challenge besitzt er ein rotes Tuch, das er auf das Spielfeld wirft. Sollte seine Challenge erfolglos und die Entscheidung des Referees bestehen bleiben, verliert sein Team eine der maximal drei Auszeiten pro Halbzeit.

D - Defensive Line: Die erste Verteidigungsreihe eines Teams, die vorrangig das Laufspiel des Gegners stoppen oder aber sich an der Offensive Line vorbei zum Quarterback durchwühlen soll, um ihn so am Werfen zu hindern.

E - Endzone: der Bereich an den beiden Stirnseiten des Spielfeldes, in die der Football für einen Touchdown gebracht werden muss.

F - Fumble: Erzwungener Ballverlust eines Spielers durch den Gegner.

G - Goal: im Unterschied zum Fußball ist es nach oben offen. Wird der Ball nach einem Touchdown durch die beiden gelben Stangen gekickt, gibt es einen Extra Punkt. Bei einem erfolgreichen Field Goal aus dem Spiel heraus bekommt das Team drei Zähler.

H - Hail Mary: ist bei einem Rückstand von mehr als drei Punkten der Verzweiflungswurf der Quarterbacks in den letzten Sekunden, von dem man erhofft, dass ein Mitspieler den Ball in der Endzone irgendwie zum siegbringenden Touchdown fängt.

I - Interception: ein von der Defensive abgefangener Passversuch des Quarterbacks, durch den die eigene Mannschaft in Ballbesitz kommt.

J - Joe Montana: Der Mann mit der makellosen Super-Bowl-Bilanz. Stand als Quarterback mit den San Francisco 49ers vier Mal im Endspiel, gewann vier Mal. Warf dabei elf Touchdowns, keine Interception und wurde als Erster dreimal zum wertvollsten Spieler des Super Bowls (MVP) gewählt.

K - Kicker: Kommt beim extra Punkt oder beim Field Goal zum Einsatz und muss den Football durch die Torstangen hinter der Endzone kicken. Mit Torhüter Horst Mühlmann (Schalke 04) war in den 70er Jahren ein ehemaliger Bundesliga-Profi Kicker in der NFL.

L - Left Tackle: Wird auch als "linkes Auge" des Quarterbacks bezeichnet. Denn das Gros der Spielmacher ist Rechtshänder und kann deshalb bei einem Wurfversuch nicht sehen, wer von der linken Seite angelaufen kommt.

M - Middle Linebacker: Ist der "Quarterback der Defensive", sagt die Abwehr-Strategie an.

N - National Football Conference: die NFC ist die zweite Conference des NFL. Die Atlanta Falcons vertreten sie dieses Jahr im Super Bowl.

O - Offensive Line: Die Bodyguards des Quarterbacks. Die O-Line besteht aus linkem und rechten Tackle, linkem und rechten Guard und dem Center, der vor dem Quarterback steht und ihm den Football zuwirft.

P - Penalty: Regelverstöße werden von den Schiedsrichtern durch den Wurf eines gelben Tuchs ("Flag") angezeigt und mit Raumverlust bestraft.

Q - Quarterback: Der Spielmacher auf dem Feld. Er setzt seine Teamkollegen mit Pässen in Szene, reicht den Football an die Runningbacks weiter oder läuft auch selbst.

R - Runningback: Wird vor allem im Laufspiel eingesetzt. Der Runningback bekommt vom Quarterback den Ball und versucht, so viel Raumgewinn wie möglich zu erlaufen.

S - Safety: Schafft es die Defensive, den gegnerischen Quarterback samt Football in dessen Endzone zu Boden zu bringen, bekommt das Team einen Safety und somit zwei Punkte

T - Touchdown: Gelingt es, den Football durch einen Pass oder einen Lauf in die Endzone des Gegners zu bringen, ist das ein Touchdown, für den es sechs Punkte gibt.

U - Unsportsmanlike Conduct: Ist das unsportliche Jubeln nach Touchdowns, das mit Raumverlust bestraft wird.

V - Vince Lombardy Trophy: Die Super-Bowl-Trophäe ist nach dem einstigen Meistercoach der Green Bay Packers benannt. Vincent Thomas "Vince" Lombardi gewann mit Green Bay den Super Bowl I und II.

W - White hat: Der Hauptschiedsrichter trägt seit 1988 in der NFL eine weiße Mütze, seine Assistenten tragen eine schwarze. Anders als zum Beispiel beim Fußball kommuniziert der Referee Entscheidungen über ein Mikrofon an Stadionbesucher und Fernsehzuschauer.

X - X's and O's: Spieler lernen aufgemalte Spielzüge aus einem sogenannten Playbook, in dem die Offense-Spieler als O und die Defense-Spieler als X markiert sind. Der Begriff wird deshalb häufig für die analytische Betrachtung von Spielzügen genutzt.

Y - Yards: Das Maß, mit dem in der NFL die Entfernungen auf dem Spielfeld angegeben werden. Ein Yard sind 91,4 Zentimeter.

Z - Zebras: Spitzname für die Schiedsrichter - wegen ihrer gestreiften Uniform.

Fragen und Antworten zum American Football

Der Super Bowl ist das größte Spektakel amerikanischer Kultur. Football steht für Kampf, Härte und Eroberung. Welche Rolle hat der Sport in den USA, warum fasziniert und bewegt er so viele? Fragen und Antworten zu einem amerikanischen Mythos.

Football in den USA noch die Sportart Nr. 1?

Ja, absolut. Auch wenn er wegen vieler Verletzungen und mancher Affären Kratzer bekommen hat und seine Rolle zumindest gelegentlich leise hinterfragt wird. So wie am Abend des Super Bowl, steht das ganze Land sonst nur an Thanksgiving still. Die NFL ist eine gewaltige, milliardenschwere Unterhaltungsmaschine. Nach den Spieltagen haben die dicken Sportteile der Zeitungen fast nur ein Thema: Football. Basketball und Baseball kommen deutlich danach.

Woher kommt diese Rolle?

Leistung und Kampf, Wettbewerb und Mut, Eroberung, Tapferkeit und Härte: All das sind Begriffe oder Eigenschaften, die sehr viel mit dem Selbstverständnis vieler Amerikaner zu tun haben. Die Mannschaften ähneln Armeen, "Football ist Krieg" gibt es als Facebook-Seite und T-Shirt-Motto. Man wird in den USA kaum jemanden treffen, der nicht unendlich viel über diesen Sport wüsste. Für Europäer kann es ein wenig frustrierend sein, wenn ihnen Zehnjährige Namen, Regeln und auch Feinheiten des Sports nahebringen.

Was macht Football so attraktiv, ist das nicht nur brutale Rauferei?

Football ist knallhart, folgt aber sehr komplizierten Regeln, die im Lauf der Jahre immer mehr verfeinert wurden. Die Spieler dürfen längst nicht alles. Trotzdem haben weit vorausberechnete Spielzüge immer auch etwas von Schach auf hohem Niveau. In einem gelungenen Pass über das halbe Feld verschmelzen Athletik und Strategie, das hat etwas Begeisterndes.

Und das Thema Verletzungen?

Frederic Remington, ein Künstler, hat schon früh gesagt: "Football ist am besten, wenn er am schlimmsten ist." Wenige Tage vor dem letztjährigen Super Bowl teilte die NFL mit, die Zahl der Gehirnerschütterungen sei im Vergleich zu 2014 um 58 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit vier Jahren.

Als Spieler sind die Athleten Superstars - und abseits der Arenen?

Da sieht es oft übel aus - vor allem nach, aber auch während der Karriere. Junge, oft hochgezüchtete Muskelberge auf Abwegen. Footballspieler werden oft auffällig: keineswegs nur wegen Kavaliersdelikten, sondern wegen roher Gewalt und noch Schlimmerem wie Mord und Totschlag. Erinnert sei nur an O.J. Simpson. Die NFL reagiert beim Thema Kriminalität oft erst, wenn es gar nicht mehr anders geht. Ähnlich verhält sie sich beim Thema Doping, wo ihr immer wieder Vertuschung und mangelnde Transparenz vorgeworfen werden.

mod mit Agenturen

Wissenscommunity