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Die Höhle der Löwen: Männerüberschuss, Frauenpower und ein neuer Löwe: Das hat sich bei DHDL verändert

Gut die Hälfte der aktuellen DHDL-Staffel ist vorbei. Zeit, ein erstes Zwischenfazit zu ziehen. Eine Löwin überrascht positiv, ein Löwen dreht im Vergleich zum Vorjahr richtig auf und ein neuer Juror kam dazu - und sorgte für dicke Luft. 

Die Löwen aus DHDL

Erstmals sitzen sieben Löwen in der Jury, allerdings immer nur fünf von ihnen gleichzeitig. Das kann problematisch sein.

TV Now

Es war ein Wagnis für Vox und Sony, als sie die Jury-Runde von "Die Höhle der Löwen" gleich um zwei weitere Stammplätze erweiterten. Das Löwenrudel umfasst nun sieben potentielle Geldgeber, von denen aber immer nur fünf zum Zug kommen. Aber wer genauer hinsieht, entdeckt noch mehr Neues in der aktuellen Staffel.

Georg Kofler ist wie ausgewechselt

Bislang war Georg Kofler nur der Lückenbüßer von Judith Williams, der einsprang, wenn die Investorin krank war oder keine Zeit hatte. Doch damit ist seit dieser Staffel Schluss, Kofler ist nun ein eigenständiger Löwe. Das hängt auch damit zusammen, dass Williams und Kofler unternehmerisch getrennte Wege gehen. 2016 hatten sie ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, so dass sie auch bei den Investitionen bei DHDL gemeinschaftlich agierten. 

Das ist vorbei - und in dieser Staffel tritt Kofler nicht nur aus dem Schatten von Williams. Er legt auch richtig los. Beim Pitch von Surplus, die aussortierte Lebensmittel in einem Supermarkt verkaufen wollen, rastete Kofler regelrecht aus. Auch sein Geschacher um Prozente mit den Gründern hat einen hohen Unterhaltungswert. 

Wobei: Bei einer Umfrage von "Gründerszene", welche Löwe denn der beliebteste sei, landete Kofler auf dem letzten Platz. Hoffentlich gibt Vox ihm die Zeit, sich in die Herzen der Zuschauer zu granteln.

Dagmar Wöhrl emanzipiert sich

Die Fußstapfen, in die Dagmar Wöhrl nach dem Ausscheiden von Jochen Schweizer als Investorin treten musste, waren groß. Der kumpelige Löwe hatte nicht nur ein klares Profil, sondern avancierte auch schnell zum Publikumsliebling. Leichter machte es für Wöhrl da sicher nicht, dass sie die meisten Fragen im Familienunternehmer-Plural beantwortete. Sie wirkte doch eher wie eine trutschige Sprecherin einer Familienfirma, die wenig selbst entscheidet. 

Doch in dieser Staffel scheint alles anders: Zunächst wirkt Wöhrl optisch erneuert. Die neue Frisur ist deutlich TV-tauglicher. Und auch bei den Deals tritt sie forscher auf. Es scheint so, als ob Wöhrl etwas Zeit gebraucht hat, um ihre Rolle im Löwenrudel zu finden. 

DHDL-Jury: Viel zu viele Männer

Die Erweiterung der Jury hat zwar den Termindruck bei den Löwen entzerrt. Die hatten meist ellenlange Drehtage im Frühjahr, um die Staffeln in den Kasten zu kriegen. Doch bei sieben Investoren sind nur noch zwei Frauen dabei. Das ist kaum akzeptabel. So kommt es immer wieder zu Runden, in denen gar keine (!) Frau sitzt. Das tut weder dem Format noch den Gründern gut. Hier sollten die Verantwortlichen nachsteuern. 

Ein neuer Löwe sorgt gleich für Krach

Mit der Nominierung von Nils Glagau wird die Jury jünger. Er wurde 1975 geboren - wie auch Frank Thelen. Mit Mitte Vierzig ist man zwar kein junger Hase mehr. Aber neben Georg Kofler (62) und Carsten Maschmeyer verjüngt man die Jury. Doch in der sechsten Folge der 2019er-Staffel sorgte Glagau für einen riesigen Zoff. Er warf Dümmel vor, die Unternehmen immer nur kurzfristig groß zu machen und dann fallen zu lassen. Das sei keine nachhaltige Entwicklung. Dümmel fauchte zurück - der Streit eskalierte. 

Unternehmerisch ist Nils Glagau bislang eher zurückhaltend. Einen Deal schloss er ab, bei anderen zog er sich zurück. Nur zoffen ist ein bisschen wenig - es sei denn, er will der "Bad Boy" der Sendung werden. 

Gründershow: Diese "Höhle der Löwen"-Deals sind alle geplatzt - das sagen die Beteiligten dazu
Volatiles in "Die Höhle der Löwen"

Volatiles Lighting: Mit einer LED-Wand aus smarten Lichtmosaiken, die sich per Smartphone steuern lassen, beeindruckten Florian Nübling und Tiziana Kleine die Löwen. Carsten Maschmeyer versprach eine halbe Million Euro für 20 Prozent der Anteile. Doch der Deal platzte - wohl auch, weil Gründer Nübling eigentlich nur zehn Prozent abgeben wollte: "Letztendlich konnten Herr Maschmeyer und ich uns nicht einigen. Wir haben nicht zueinander gefunden."

MG RTL D

Bleibt Judith Williams in der Jury?

Erst Teleshopping, dann Löwenhöhle - und nun alles andere: Nach ihrem Auftritt bei "Let's dance" ist Judith Williams auch abseits der Start-up-Show ein gern gesehener Gast. Auch bei der Promi-Ausgabe von "Wer wird Millionär" war sie dabei, für Sat1 saß sie in der Show-Jury von "Dancing on ice". Und: Ab Herbst startet eine neue Gesangsshow mit ihr im "ZDF". Ziemlich viel los, bei Frau Williams. Ob da noch Zeit für die Löwen-Jury bleibt? "Ich liebe diese Sendung", sagte Williams im Sommer 2019 zum stern. "Sie macht Business und die Leidenschaft dafür sichtbar. Solange meine Zeit und Lebensplanung es erlauben, bin ich dabei."

kg