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So geht es - und so nicht: Mülltrennung: Was gehört in welche Tonne, welchen Sack, welchen Container?

Am besten ist es natürlich, wenn Müll gar nicht erst entsteht. Wenn er schon mal da ist, muss er richtig getrennt werden. Der stern erklärt, was in ein welchen Abfallbehälter gehört. 

Mülltrennung - verschiedene Tonnen

Tonnen zur Mülltrennung für Restmüll, Bioabfälle, Papier und Verpackungen (von links)

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Rund 460 Kilogramm Haushaltsabfälle produziert jeder Deutsche derzeit pro Jahr. Aber: Müll ist nicht gleich Müll. Laut Bundesumweltministerium gibt es insgesamt sage und schreibe 842 Abfallarten - und jede davon muss natürlich fach- und umweltgerecht entsorgt werden. Denn beim Thema Mülltrennung versteht der Deutsche keinen Spaß, darauf weist zumindest das vom Auswärtigen Amt mitbetriebene Portal "Deutschland.de" (mit einem Augenzwinkern) hin. "Für die Mülltrennung gelten in Deutschland strengere Regeln als in einem Kloster", heißt es dort. 

Ganz so schlimm ist es zum Glück nicht. Und die gute Nachricht: Es gibt zwar hunderte Abfallarten, bei der Mülltrennung für Haushalte passen aber alle in fünf Kategorien: 

  1. Verpackungsmüll (Gelber Sack oder Gelbe Tonne)
  2. Glas
  3. Papiermüll und Pappe 
  4. Biomüll und Kompost
  5. Restmüll


Welcher Abfall nun in welche Tonne, welchen Container, welchen Sack gehört - und was auf keinen Fall in die Behälter darf - erfahren Sie unten.

Mülltrennung: So geht's richtig

1. Verpackungsmüll (Gelber Sack oder Gelbe Tonne)

Verpackungsmüll aus Leichtmetall, Kunststoff oder Verbundmaterialien kommt in den gelben Sack oder die gelbe Tonne. Dazu gehören zum Beispiel Joghurtbecher, Getränkedosen, Konservendosen, Medikamenten-Blister, Styroporverpackungen, Saft- und Milchkartons (Tetra Pak).

Gut zu wissen: 

  • Die Deckel vom Joghurtbecher sollten abgezogen werden, damit sortenrein getrennt werden kann. Ausgespült werden müssen die Becher nicht.
  • Alufolie ist keine Verpackung und gehört in den Restmüll. Ebenso Kugelschreiber oder Klarsichthüllen.
  • Nicht geleerte Verpackungen gehören ebenfalls nicht in den Gelben Sack.

  

Übrigens: Mülltrennung ist wichtig, aber der beste Müll ist der, der gar nicht erst anfällt. Sehen Sie im Video fünf Tipps für ein abfallfreies Leben: 

Prinzipien des Zero Waste: Mit diesen fünf Tipps gelingt der Einstieg in ein müllfreies Leben


2. Glas

Flaschen und Schraubgläser können nach Farben getrennt in die öffentlich bereitgestellten Container eingeworfen werden. Deckel und Korken sollten jedoch vorher entfernt und getrennt entsorgt werden. Keramik und Porzellan gehört nicht in den Glascontainer, sondern in den Restmüll.  

Gut zu wissen: 

  • Trinkgläser haben eine andere Materialzusammensetzung und gehören in die Restmülltonne.
  • Fensterscheiben, Spiegel und Glühbirnen gehören ebenfalls nicht in den Glascontainer. 
  • Blaue oder andersfarbige Flaschen sollten in den Container für Grünglas geworfen werden, weil grünes Glas im Recyclingprozess mehr Fehlfarben verträgt.


3. Papiermüll und Pappe ​​​​​​

Papiermüll und Pappe wird in der Blauen Tonne oder in bereitgestellten Altpapiercontainern entsorgt. Hinein können beispielsweise Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte, Papiertüten, Kartonverpackungen  oder Eierkartons. In Folie eingepackte Zeitschriften oder Werbemittel müssen vorher ausgepackt werden. 

Gut zu wissen: 

  • Briefumschläge mit Fenster können bedenkenlos ins Altpapier gegeben werden, ebenso Zeitschriften mit Produktproben.
  • Benutzte Küchen- oder Taschentücher gehören nicht ins Altpapier, sondern in den Restmüll
  • Kassenzettel und Fahrscheine gehören nicht ins Altpapier, da sie oftmals aus Bisphenol-A-haltigem Thermopapier bestehen und nicht in den Papier-Recyclingkreislauf gelangen dürfen. 


4. Biomüll und Kompost

Für Bioabfälle gibt es eine eigene Tonne, viele Menschen haben zudem einen Komposthaufen im eigenen Garten. In der Tonne können Speisereste ebenso entsorgt werden wie Backwaren, Nuss- und Eierschalen, Gartenabfälle, alte Blumen oder Knochen und Gräten. Auch die Sägespäne aus dem Werkkeller oder dem Hamsterkäfig sind im Biomüll gut aufgehoben.

Gut zu wissen:

  • Kompostierbare Tüten sollten nicht im Biomüll oder Kompost entsorgt werden, da der Auflösungsprozess zu lange dauert. 
  • Teebeutel und Kaffeefilter können dagegen im Biomüll entsorgt werden.
  • Gekochte Lebensmittelreste und Fleisch sollten nicht auf den Gartenkompost gegeben werden, da sie Ratten anziehen könnten. 
  • Mineralisches Katzenstreu darf nicht zum Biomüll gegeben werden.
NEON Unnützes Wissen: 27 erstaunliche Dinge, die ihr bestimmt noch nicht über Müll wusstet


5. Restmüll

In die graue Restmülltonne und später die Verbrennung kommt alles, was oben nicht wirklich verordnet und somit nicht erneut verwertet werden kann? Nicht ganz. Alte Batterien und Energiesparlampen etwa müssen als Problemstoff entsorgt werden. Entweder werden sie am Wertstoffhof abgegeben oder im Handel in spezielle bereitgestellte Behälter eingeworfen. Abfälle, die zu groß für die Restmülltonne sind, müssen gegebenenfalls als Sperrmüll entsorgt werden. Auch intakte Altkleider und Schuhe sollten nicht im Restmüll entsorgt, sondern in den Altkleidercontainer geworfen oder an Kleiderkammern gegeben werden.

Bei Unklarheiten hilft möglicherweise ein Blick in den Ratgeber "Abfälle im Haushalt" des Umweltministeriums oder ins "Abfall-ABC" der Hamburger Stadtreinigung.

Gut zu wissen: 

  • Alte CDs und DVDs sollten nicht zum Restmüll gegeben werden, da sie wertvolle Rohstoffe darstellen. 
  • Abgelaufene Medikamente können in der Regel im Restmüll entsorgt werden, die Verpackung gehört jedoch unter Umständen in den Gelben Sack oder ins Altpapier.


Zum Abschluss: Testen Sie Ihr Wissen im Quiz bei stern-Partner GEO: Sind Sie Mülltrennungsprofi?


Quellen: DESTATIS, Bundesministerium für Umwelt, Grüner Punkt, Stadtreinigung Hamburg, "Deutschland.de"

rös / mit Agentur