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+++ Bahnstreik im Newsticker +++: GDL-Chef Weselsky droht mit weiteren Streiks

Es wird der längste Ausstand in der Geschichte der Deutschen Bahn - und die Schuld trägt der Konzern, meint GDL-Chef Claus Weselsky. Lesen Sie alles Wichtige über den Bahnstreik im Newsticker.

Auf dem Güterbahnhof in Frankfurt/Main herrscht wegen des Bahnstreiks Stillstand

Auf dem Güterbahnhof in Frankfurt/Main herrscht wegen des Bahnstreiks Stillstand

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) ruft zum Streik auf. Sechs Tage lang werden die Zugführer in den Ausstand treten: Ab Montagnachmittag 15.00 Uhr sollen keine Güterzüge mehr rollen. Der Personenverkehr soll ab Dienstagnacht um 2.00 bis Sonntagmorgen deutschlandweit bestreikt werden. Auch wenn die Bahn an einem Notfallfahrplan arbeitet, müssen Reisende mit Zugausfällen rechnen.
Lesen Sie alles Wichtige zum Bahnstreik im stern-Newsticker

+++ Hier finden Sie Streik-Infos aus ihrer Region +++

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+++ 23.49 Uhr: GDL-Chef droht mit weiteren Streiks +++

Die Lokführergewerkschaft GDL droht auch nach den längsten Streiks der Bahn-Geschichte mit weiteren Arbeitsniederlegungen. "Wenn das Bahnmanagement unbeeindruckt auf uns zeigt unter der Überschrift: Das sind Streikhanseln", dann werden die Mitglieder der GDL - die Lokführer und Zugbegleiter - das Management weiter abstrafen wollen", sagt GDL-Chef Claus Weselsky in den "ARD-Tageshemen".

+++ 18.39 Uhr: Wirtschaft fürchtet eine halbe Milliarden Streik-Kosten +++

Deutschlands Konzerne fürchten durch den knapp einwöchigen Bahnstreik einen Schaden von bis zu einer halben Milliarde Euro. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer fordert die Lokführergewerkschaft GDL auf, noch die Notbremse zu ziehen und den Ausstand abzusagen: "Der gesamten deutschen Wirtschaft drohen Schäden von täglich 100 Millionen Euro. Das Vorgehen der GDL ist verantwortungslos und vollkommen unverhältnismäßig."

Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, kritisierte: "Der Bahnstreik kostet die Wirtschaft nicht nur Nerven, sondern richtig Geld."

+++ 16.44 Uhr: Verband fürchtet Engpässe bei Treibstoffversorgung +++

Wegen des Streiks befürchtet der Güterkraftverkehrsverband BGL Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Öl. In bestimmten Regionen Deutschlands könne es zu Engpässen kommen, sagt BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt.

Besonders an Orten, die nicht mit Binnenschiffen beliefert werden oder in der Nähe von Pipelines liegen, könne die Versorgung knapp werden. Ein Streik von ein bis zwei Tagen stelle normalerweise kein Problem dar. Ein fast sechstägiger Ausstand sei aber eine andere Situation.

+++ 15.54 Uhr: Weber wirft GDL "überflüssiges Muskelspiel" vor +++

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber wirft der GDL ein "überflüssiges Muskelspiel" vor und kritisiert den Streik als "überzogen". Weber fordert die GDL erneut auf, eine Schlichtung in Gang zu setzen. Die Hilfe eines Dritten in Anspruch zu nehmen, könne ein "Königsweg" sein. Es gebe "keinen Anlass für diese überzogenen Streiks". Die Bahn habe der Gewerkschaft ein Angebot zur Lohnerhöhung und Vorschläge zur Entlastung der Mitarbeiter gemacht. "Wir spielen nicht auf Zeit und wir warten auch auf kein Gesetz", betont Weber mit Blick auf das Tarifeinheitsgesetz. Dies wäre "fahrlässig". Der Konzern wolle die Verhandlungen mit der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft abschließen, bleibe aber dabei, dass es für gleiche Berufsgruppen einheitliche Regeln geben solle.

+++ 15.44 Uhr: Stahlindustrie befürchtet erhebliche Auswirkungen +++

Die deutsche Stahlindustrie befürchtet erhebliche Auswirkungen durch den Bahnstreik im Güterverkehr. Jeden Tag würden rund 200.000 Tonnen an Gütern für die Branche durch die Bahn transportiert, berichtet der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Diese Güter könnten nur teilweise auf andere Verkehrsträger wie LKW oder Schiff umverteilt werden. Da der Streik zudem kurzfristig angekündigt worden sei, hätten nur begrenzt Vorkehrungen getroffen werden können. Auch nach einem Streikende dauere es zudem oft Tage, bis der Verkehr wieder normal laufe. Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp kündigt an, die Einschränkungen so weit wie möglich begrenzen zu wollen.

+++ 15.31 Uhr: Achter Lokführerstreik hat begonnen +++

Bei der Bahn hat der achte Lokführerstreik begonnen. "Der Streik im Güterverkehr ist angelaufen", sagt eine Sprecherin der Bahn. Das Unternehmen erwartet, dass während des fast sechstägigen Ausstand nur etwa die Hälfte der sonst üblichen Anzahl an Güterzügen unterwegs sein wird.

+++ 15.02 Uhr: Auch Gabriel für Schlichtung +++

Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel spricht sich nach Merkel für eine Schlichtungslösung aus. "Ich frage mich, versteht eigentlich irgendjemand noch, was sich bei der Bahn abspielt?", sagt Gabriel in der SPD-Zentrale. Bessere Arbeitsbedingungen stünden in dem Konflikt wohl nicht im Vordergrund: "Es geht um Machtfragen innerhalb der gewerkschaftlichen Vertretung in der Deutschen Bahn AG."

+++ 14.47 Uhr: Dobrindt fordert GDL zum Verhandeln auf +++

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ruft angesichts des Streiks die GDL zu weiteren Verhandlungen mit der Bahn auf. Die Auswirkungen seien langfristig nicht vertretbar. "Deshalb sind alle Beteiligten aufgefordert, verantwortungsvoll mit ihrem Mandat umzugehen und dringend an den Verhandlungstisch zurückzukehren", sagt der CSU-Politiker.

Der Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn AG will sich weiter nicht einschalten. "Aus Tarifkonflikten hat sich die Politik grundsätzlich weitestgehend herauszuhalten", betont Dobrindt. Er sieht vor allem die GDL in der Verantwortung. Ergebnisse werde es nur am Verhandlungstisch geben, nicht auf der Straße, so der Minister: "Wer glaubt, dass er eine Woche streiken kann, der muss auch beweisen, dass er eine Woche verhandeln kann."

+++ 14.47 Uhr: Merkel regt Schlichtung an +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel regt eine Schlichtung im Bahnstreit an. Es gebe zwar die Tarifautonomie und das Streikrecht, die Folgen des mehrtägigen Streiks der Lokführer seien jedoch für viele Menschen und Unternehmen gravierend. Deshalb müsse alles daran gesetzt werden, eine Lösung zu finden, mahnt die CDU-Chefin in Berlin. "Hier ist der Weg einer Schlichtung ein möglicher, gangbarer Weg."

+++ 14.10 Uhr: Ein Drittel der Fernzüge fährt +++

Die Ersatzfahrpläne des Fernverkehrs sind fertig. Fahrgäste können sie im Internet unter www.bahn.de oder mit der Mobiltelefon-App DB Navigator einsehen, wie das Unternehmen mitteilt. Die Pläne gelten zunächst für Dienstag und Mittwoch.

+++ 13.47 Uhr: Taxi-App will vom Streik profitieren +++

Die App MyTaxi will vom Bahn-Streik profitieren und heizt mit einer Rabatt-Aktion den Kampf um den Markt der Taxivermittlung weiter an. Von heute an bis zum 17. Mai fahren Kunden in über 40 Städten weltweit für die Hälfte des Preises, teilt die Daimler-Tochter mit. Wer über die App per PayPal oder Kreditkarte zahlt, erhält bei der Abrechnung automatisch einen Rabatt von 50 Prozent. Das solle einen Anreiz geben, die App auszuprobieren und vor allem die seit 2012 verfügbare Online-Bezahlfunktion zu nutzen, sagt Gründer und Chef von MyTaxi, Nic Mewes.

+++ 12.26 Uhr: Bahn-Vorstand verdoppelt Bonus +++

Diese Zahlen dürften nicht unbedingt dazu beitragen, den Konflikt zwischen der Bahn und den Gewerkschaften zu befrieden. Wie das "Handelsblatt" berichtet, soll der Vorstand seine Erfolgsprämien mehr als verdoppelt haben - obwohl die Ertrags- und Umsatzziele offenbar verfehlt wurden.

+++ 12.12 Uhr: Sachsen-MP Tillich attackiert GDL +++

Stanislaw Tillich wirft der GDL vor, mit ihrem Ausstand dem Wirtschaftsstandort Ostdeutschland massiv zu schaden. Der Osten sei bereits in den letzten Bahnstreiks "total" betroffen gewesen mit Stillstand in Städten wie Dresden oder Leipzig, sagt der sächsische Regierungschef in Berlin. Grund sei, dass es in den neuen Bundesländern keine beamteten Zugführer gebe, die wie im Westen anstelle streikender GDL-Lokführer eingesetzt werden könnten. Daher trage die GDL dazu bei, "dass es im Osten zunehmend schwieriger wird, Investoren zu finden, die sich darauf verlassen, dass ihre Ware mit der Bahn transportiert wird".

+++ 11.34 Uhr: Bahnstreik soll halbe Milliarde Euro kosten +++

Die deutsche Wirtschaft rechnet durch den Rekordstreik bei der Deutschen Bahn mit einem hohen Schaden. "Alles in allem drohen Streikkosten von einer halben Milliarde Euro", sagt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer. Wenn der Ausstand wie angekündigt sechs Tage dauere, komme die Lieferkette ins Stocken. "Lager laufen leer, die Produktion stottert, es kann sogar zu Produktionsausfällen kommen", so Schweitzer. "Der Bahnstreik kostet die Wirtschaft nicht nur Nerven, sondern richtig Geld." Ökonomen zufolge kann der Ausstand das Bruttoinlandsprodukt drücken. "Das könnte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 0,1 Prozentpunkte senken", sagt der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees.

+++ 11.30 Uhr: Weselsky-Statement im Video +++

+++ 11.28 Uhr: Warum Weselsky die falsche Hassfigur ist +++

Wohl kaum ein Funktionär zieht soviel Unmut auf sich wie Claus Weselksy, Chef der GDL, die eine Woche lang die Bahn bestreiken will. Trifft der Zorn den Mann zurecht? Die Kollegen vom "Tagesspiegel", der "Taz" und den "Krautreportern" erklären, warum ihrer Ansicht nach der Lokführer-Vertreter die falsche Hassfigur ist:

"Ein Lob des Streiks, Tagesspiegel"

"Bahnvorstand will Unterwerfung, "Taz"

Dieser Streik ist der wichtigste der Berliner Republik, "Krautreporter"

+++ 11.06 Uhr: Deutscher Beamtenbund bedauert GDL-Streik +++

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Beamtenbundes (DBB), Klaus Dauderstädt, beklagt das erneute Scheitern der Tarifgespräche zwischen Bahn und GDL. Es sei bereits seit Tagen zu erkennen, dass die Auseinandersetzung wieder auf die Gleise verlagert werde. "Der DBB bedauert sehr, dass auch diese Chance, zu Verhandlungen und Abschlüssen zu kommen, ergebnislos verstrichen ist. Das hätte doch auch die Bahn begreifen müssen: Der zweitägige Streik am 22. und 23. April 2015 war ein unmissverständliches Signal, dass die Geduld der Lokführer zu Ende ist."

+++ 10.59 Uhr: Streik-Tipps von der "Titanic"+++

Die Satirezeitschrift aus Frankfurt schlägt Dinge vor, mit denen Sie gut über die Streiktage kommen.

  • Nehmen Sie (wie immer) das Auto und ziehen Sie dabei genüßlich über die chronisch unpünktliche Bahn her
  • Leeren Sie das Sixpack Dosenbier schon auf dem Bahnsteig
  • Holen Sie die Draisine aus dem Keller
  • Machen Sie blau und spielen Sie den Bahnstreik mit der Modelleisenbahn nach
  • Nutzen Sie für den Weg zur Arbeit mal das Flugzeug (z.B. Düsseldorf - Köln/Bonn)
  • Heuern Sie als DB-Streckengänger an; so kommen Sie auch voran
  • Schauen Sie "Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands" in Endlosschleife (Youtube)

+++ 10.46 Uhr: Weselsky macht Bahn verantwortlich +++

Für den längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn ist aus Sicht der Lokführergewerkschaft das Bundesunternehmen selbst verantwortlich. "Die Eskalation verursacht die Deutsche Bahn AG", sagt der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky. In dem monatelangen Tarifkonflikt verhandele der Arbeitgeber, ohne ein Ergebnis zu wollen. Der Gewerkschafter spricht von einem Eingriff in die Tarifautonomie und dem Versuch, Streiks als etwas Unanständiges hinzustellen. "Wir werden in keine Schlichtung gehen, weil wir grundgesetzlich geschützte Rechte in keine Schlichtung bringen."

+++ 9.26 Uhr: Grüne fordern Regierung zur Schlichtung auf +++

Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, sagt dem Radiosender NDRInfo: "Das Auftreten der GDL, insbesondere ihres Vorsitzenden, ist oft total ungeschickt". Die Folgen der Streiks seien unangenehm. Die Politik sei aufgerufen, "schlichtend und nicht verschärfend aufzutreten". Die Bundesregierung solle sich "moderierend" zu Wort melden. Außerdem fordert er das Aus des geplanten Tarifeinheitsgesetzes. Die Regierung müsse das Gesetzesvorhaben zurücknehmen, "um diesen verschärften Konkurrenzkampf der Gewerkschaft wegzukriegen." Mit dem Tarifeinheitsgesetz will die Bundesregierung Konflikte lösen, die entstehen können, wenn mehrere Gewerkschaften innerhalb eines Betriebs Tarifverträge für ein und dieselbe Berufsgruppe aushandeln. Das Gesetz soll im Sommer in Kraft treten.

+++ 9.15 Uhr: Bittersüßer Streikspaß +++

+++ 8.30 Uhr: Die bisherigen GDL-Streiks +++

Warnstreik am 1. September: drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

Warnstreik am 6. September: drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

Regulärer Streik am 7./8. Oktober: neun Stunden im Personen- und Güterverkehr.

Streik am 15./16. Oktober: 14 Stunden im Personen- und Güterverkehr.

Streik vom 17. bis 20. Oktober: 50 Stunden im Personenverkehr und 61 Stunden im Güterverkehr.

Streik vom 6. bis 8. November: 64 Stunden im Personenverkehr und 75 Stunden im Güterverkehr.

Streik vom 21. bis 23. April: 43 Stunden im Personenverkehr und 66 Stunden im Güterverkehr.

nik