Ein schottischer Fotograf hat Familien begleitet, die ein behindertes Kind haben. Mit den Aufnahmen will er Berührungsängste abbauen - und einen ehrlichen Einblick in den Alltag geben. Von Lea Wolz
Für die Eltern ist die Diagnose zumeist erst einmal ein Schock: Das Kind ist behindert, das Chromosom 21 ist dreimal vorhanden. In Deutschland leben dem gemeinnützigen Verein "Down Syndrom Info Center" zufolge etwa 50.000 Menschen mit der sogenannten Trisomie 21, die Behinderungen sind unterschiedlich schwer: Manche Kinder mit Down-Syndrom sind dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen, andere lernen lesen, schreiben und rechnen und schaffen einen Schulabschluss.
Wie sich das Kind entwickeln wird, lässt sich nicht vorhersagen. Klar ist allerdings, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten einiges getan hat: Wurde den Kindern früher kaum etwas zugetraut, gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten, sie zu fördern.
Doch viele bekommen erst gar nicht die Chance, sich zu entwickeln. Neun von zehn Schwangeren entscheiden sich für eine Abtreibung, wenn sie erfahren, dass bei ihrem Ungeborenen eine Trisomie 21 vorliegt.
Um auf die Nöte und Anliegen der Menschen mit der Behinderung aufmerksam zu machen, wird jedes Jahr am 21. März weltweit der Welt-Down-Syndrom-Tag begangen. stern.de zeigt zu diesem Anlass die Aufnahmen des schottischen Fotografen Graham Miller, der über mehrere Jahre hinweg Familien mit einem behinderten Kind begleitet und ihren Alltag in ehrlichen und dennoch einfühlsamen Aufnahmen eingefangen hat.