Das Ipad-Orchester

25. Februar 2013, 13:47 Uhr

Klassische Klänge ganz ohne Streichinstrumente - das Digiensemble spielt auf einfachen Ipads. Die professionellen Musiker laden sich ihre Instrumente im App-Store herunter.

Klassische Klänge ganz ohne Streichinstrumente. Zwischen Mischpult, Kabelsalat und Vorverstärker probt das Digiensemble, gespielt wird auf einfachen Ipads. mehr...

Softwareprogramme zur Klangerzeugung sind längst nicht mehr nur für Techno-Jünger, sondern auch für klassische Musiker interessant -  Instrumente zum Download gibt es im App-Store in Überfluss.

O-Ton Matthias Krebs, Leiter Digiensemble "Wir nehmen genau das aus dem App-Store, weil wir auch die Idee haben, wir wollen zeigen, hey, das was verfügbar ist, das könnt ihr nutzen und ihr habt alle ein Instrument in der Hosentasche und telefoniert damit. Und ihr braucht nur die richtige App und ein bisschen Übung oder vielleicht euren Spaß und könnt damit musizieren."

Das Ensemble setzt sich aus professionellen Musikern zusammen, die alle mehrere klassische Instrumente beherrschen. Anfängliche Berührungsängste gegenüber dem Ipad haben sich mit der Zeit zerstreut.

VoxPops Musiker Es sind ganz andere Möglichkeiten, es sind ganz andere Klänge, die man erzeugen kann, es gibt vielleicht auch Nachteile, aber auch Vorteile./  Es reagiert ja eigentlich nur auf Berührung, also nicht auf das Gewicht. / Aber man darf nicht vergessen, auch eine Geige zum Beispiel, eine Trompete, eine Klarinette hat sich über die Jahrhunderte entwickelt, ist immer beweglicher, immer fähiger, immer ausdrucksstärker geworden. Und ich glaube die gleiche Entwicklung wird es auch mit dem Tablet geben.

Musik-Apps sind inzwischen für jedermann, auf Ipad oder Smartphone verfügbar und scheinbar kinderleicht zu bedienen. Ein Instrument für die Hosentasche macht aber noch keinen Orchestermusiker.

O-Ton Matthias Krebs, Leiter Digiensemble "Also um jetzt wirklich künstlerisch tätig zu werden und wirklich mit Ausdruck zu gestalten braucht es natürlich sehr viel Erfahrung, musikalische Erfahrung, und die muss man erst entwickeln. Es ist natürlich die Frage, ob es auch in Zukunft notwendig sein wird, jetzt über ein klassisches Instrument zu gehen oder ob man nicht durch ein weiterentwickeltes sensorisches Gerät solche Erfahrungen machen kann und dann ernstzunehmende Musik lernen kann."

Erfolgreiche Auftritte vor großem Publikum hat das Digiensemble schon hinter sich. Und neue Apps sorgen ständig für Fortschritt. Das diese Revolution eines Tages auch ihre Kinder fressen und das Gros der Musiker überflüssig machen könnte, befürchten die Musiker erstmal nicht. Schließen