Die Affäre um die Propheten-Zeichnungen weitet sich immer mehr aus. Während die Islamisten toben, wird in Europa über Pressefreiheit und Medienverantwortung diskutiert - die Meinungen gehen weit auseinander.

Europas Blätterwald diskutiert anlässlich der Mohammed-Karikaturen über Meinungsfreiheit und Medienverantwortung© Charles Platiau/Reuters
Das französische Boulevardblatt "France Soir" verteidigt in seiner Ausgabe vom Freitag seine Entscheidung, die umstrittenen Mohammed-Karikaturen veröffentlicht zu haben. Die britische "Times" gesteht dagegen den Muslimen das Recht auf Protest gegen die Mohammed-Karikaturen zu.
Das "Luxemburger Wort" führt die Empörung in der islamischen Welt über die Mohammed-Karikaturen in Europa auf die kulturelle Kluft zwischen beiden Kulturen zurück. Die niederländische Zeitung "de Volkskrant" plädiert für einen klaren Kurs in der Debatte über die heftig umstrittenen Mohammed-Karikaturen.
Angesichts der teilweise militanten muslimischen Proteste gegen die Karikaturen mahnt Grünen-Fraktionschef Hans-Christian Ströbele zur Vorsicht. Man sollte sich die "Risiken" überlegen, "bevor man solche Karikaturen veröffentlicht", sagte Ströbele am Donnerstagabend in der N24-Sendung "Studio Friedman". Die Folge seien "fürchterliche Reaktionen von durchgedrehten Leuten". Er würde "solche Karikaturen nicht veröffentlichen", so Ströbele. Er würde aber "dafür kämpfen, dass man es tun kann".