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3. August 2010, 14:58 Uhr

Jeder Fünfte nimmt sich Elternzeit

Sie sind keine Exoten mehr: Mittlerweile profitiert jeder fünfte Vater vom 2007 eingeführten Elterngeld und bleibt nach der Geburt des Kindes zuhause. Doch nicht überall in Deutschland ist das Elterngeld gleich beliebt.

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Seit 2007 kann man Elterngeld beantragen. Auch immer mehr Väter nutzen das Angebot.© Oliver Berg/dpa

Jeder fünfte Vater in Deutschland nimmt inzwischen Elterngeld in Anspruch, dabei gibt es aber starke regionale Unterschiede. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit.

Bundesweit bezogen 21 Prozent der Väter eines 2008 geborenen Kindes den staatlichen Zuschuss. Die höchsten Väterbeteiligungen hatten dabei mit jeweils rund 27 Prozent die Bundesländer Bayern, Berlin und Sachsen, die niedrigste das Saarland mit etwa zwölf Prozent. Die Kreise mit der höchsten Väterbeteiligung waren Jena mit 43 Prozent, gefolgt von Potsdam mit 39 Prozent. Schlusslichter waren Gelsenkirchen, wo nur neun Prozent der Väter das Elterngeld in Anspruch nahmen, sowie der niedersächsische Landkreis Nienburg/Weser mit acht Prozent.

„Elterngeld ist Erfolgsmodell“

Generell stößt die staatliche Leistung aber auf wesentlich mehr Zuspruch als das bis 2006 gezahlte Bundeserziehungsgeld, das im Schnitt nur 3,5 Prozent der Väter in Anspruch nahmen. Hier bekamen die Eltern generell 300 Euro, sofern sie nicht zu viel verdienten.

"Das Elterngeld ist ein Erfolgsmodell", erklärte Familienministerin Kristina Schröder (CDU) zu den Resultaten der Statistik. "Jeder fünfte Vater nimmt inzwischen Partnermonate - und gilt damit als gutes Vorbild und nicht mehr als Exot."

Seit 2007 wird der Lohnausgleich nach der Geburt eines Kindes bis zu 14 Monate lang an Eltern gezahlt, die ihre Berufstätigkeit unterbrechen oder reduzieren. Er beträgt 67 Prozent des letzten durchschnittlichen monatlichen Nettogehaltes. Die Höchstgrenze liegt bei 1800 Euro, das Minimum bei 300 Euro pro Monat.

Eichstätt ist Spitzenreiter

Da das Elterngeld damit abhängig vom vorherigen Verdienst ist, ergeben sich bei der Höhe des Anspruchs deutliche regionale Unterschiede. Im bayerischen Eichstätt bekommen Väter beispielsweise durchschnittlich 1355 Euro, im thüringischen Saale-Orla-Kreis dagegen nur 816 Euro.

Generell dürfen sich Väter jedoch über höhere Elterngeldzahlungen freuen: Ihre durchschnittlichen Anprüche sind um ein Drittel höher als die der Mütter, die im Durchschnitt 844 Euro Elterngeld bekommen. Allerdings nehmen die meisten Väter nur zwei Monate Elternzeit, die Mütter dagegen ein ganzes Jahr, wie ein Sprecher des Statistischen Bundesamts erklärte.

Die Bundesregierung hatte im Juni angekündigt, das Elterngeld zu kürzen. Ab einem Monats-Nettoeinkommen von 1240 Euro sollen nur noch 65 Prozent des vorigen Nettoeinkommens gezahlt werden. Für Hartz-IV-Empfänger soll die Leistung ganz wegfallen.

dpa/afp/ter
 
 
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