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Central Park

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Nachrichten-Ticker
Festnahme nach Vergewaltigung einer 73-Jährigen im Central Park

Die New Yorker Polizei hat einen Mann festgenommen, der am helllichten Tag im Central Park eine 73 Jahre alte Frau überfallen und vergewaltigt haben soll.

Artenvielfalt
Artenvielfalt
Expediton in den Central Park

Mehr als 300 Zoologen, Botaniker und Naturfreunde haben 24 Stunden lang den New Yorker Central Park durchkämmt, um erstmals ein Inventar der Artenvielfalt in dem 3,37 Quadratkilometer großen Gelände zu erstellen.

Der getrennte Papi
Blog "Der getrennte Papi"
Weihnachten im Central Park (40/3)

Oder: Heilige Abende in fünf Teilen. Heute: Ein Engel, der spricht. Worum es heute geht: Zwei klugen Fragen, ein müder Alexander, Bethesda Fountain, eine tiefe Stimme, ein idyllisches Bootshaus am See, ein Advents- kalender und eine Rast auf  blossem Felsen, die Woody Allen gefallen hätte. Der Morgen im Central Park war nun in den Tag übergegangen, die Sonne liess ihn wärmer erscheinen als er werden sollte. Die seltsame Gesellschaft, bestehend aus dem getrennten Papi, Marie und Alexander, kehrte, immer noch in ihre Decken gehüllt und mit den warmen Filzpantinen angetan, dem Hans Christian Andersen und dem Pilgrim Hill ihre Rücken. Der getrennte Papi erinnerte sich daran, dass es in der Nähe einen selten schönen und sehr romantischen Brunnen gab, dorthin wollten sie wandern. Zumal Mr. Andersen ihnen einen Fingerzeit in Richtung Westen gegeben hatte. Marie fragte den getrennten Papi: "Warum sollen wir denn dorthin gehen, Papi?!" Der erwiderte: "Dort steht ein Engel, vielleicht hilft er uns weiter bei unserer Suche." "Aber nach was suchen wir denn hier im Central Park?" Darauf wusste der getrennte Papi keine Antwort, aber da die Sternschnuppen die Drei den weiten Weg in den Central Park von New York City geführt hatten, musste es doch irgendeine Antwort geben, auch wenn er sie sich überhaupt  nicht ausdenken konnte und wenn sie vermutlich nicht sehr plausibel ausfallen würde. Währenddessen schlief Alexander schon fast im Stehen, er stand in der Mitte von Marie und dem getrennten Papi an der westwärtigen Biegung zum Terrace Drive, hielt sich tapfer an deren Händen fest, wollte noch etwas sagen, allein: Der Satz wollte nicht mehr über seine Lippen, Morpheus hatte sich seiner sanft und selig bemächtigt. Der getrennte Papi nahm ihn in hoch, in seine Arme, Alexanders Kopf ruhte an der linken Schulter, Marie stellte sich auf ihre Zehenspitzen, um ihrem Bruder ein kleines Mützchen auf den Kopf zu ziehen, sie hatte es in der Tasche ihrer Pyjama-Hose gefunden, sie war aus rotem Stoff und hatte einen wuschigen, weißen Bommel obenauf. Also gingen der schlafende Alexander auf den Armen des getrennten Papi und seiner Schwester Marie, sie hielt einen Deckenzipfel ihres Vaters in ihrer rechten Hand, Richtung Bethesda Fountain, in dessen Mitte ein noch selten schönerer und viel romantischerer Engel aus Bronze ragte, und doch war ihnen, die dunklen Flügel würden an ihren Spitzen lichtern leuchten - als wolle der Engel sie zu ihm leiten. Wie sie da auf den Brunnen reichlich ergriffen zuschritten, sahen sie schon aus wie drei Wallfahrer auf einer geheimnisumwitterten Mission. An einem Sonntag am frühen Vormittag war es freilich im Central Park ziemlich menschenleer, einige Jogger nahmen keine Notiz von der dreiköpfigen Prozession, mein Gott, es gab so viele merkwürdige Menschen in New York City, drei mehr oder weniger fielen Niemandem wirklich auf, live and let live ist immer ein brauchbares Motto in dieser Stadt gewesen. Und plötzlich hörten sie aus der Höhe eine relativ tiefe Stimme, jedenfalls für einen Engel, Marie hatte sich immer vorgestellt, Engel sprächen schon eher hoch, leise und wohltönend. Aber dieser, immerhin im Jahr 1873 aufgestellt, konnte sich in diesem Moment schließlich zum allerersten Male räkeln, einhundertsiebenunddreissig Jahre still und stumm zu stehen, erforderte eine ziemliche Disziplin. Angesichts dieses herkulischen Leistung fiel dann die Ansprache an die zwei Wachen und den einen Schlafenden prosaisch aus. "Hi folks, what's happening around here?" Das war natürlich nur so eine nordamerikanische Redensart, denn wenn der Angel of the Waters nicht wusste, was hier und da und dort passierte, wer denn dann, bitte schön? Dieser Engel war keiner, der viele Worte verschwenden wollte, aber wenn Sie nun erwartet hätten, nach einhundertsiebenunddreissig Jahren wäre ein Redeschwall zu erwarten gewesen, dann hätten Sie selbstverständlich Richtiges erwartet. Wie allerdings dies und das in dieser Geschichte, ist es natürlich nicht eingetreten. Stattdessen sagte The Angel of the Waters nur: "Go back to the boathouse and get your Advent calendar ready", räkelte ein letztes Mal seinen bronzenen Körper (war da ein Quietschen zu hören?) und der getrennte Papi dachte sich: "Wie lang wirst Du nun dort wieder ohne eine Bewegung machen zu können und einen Ton heraus zu bringen, im Brunnen stehen müssen?" Woher wusste der Engel, dass sich Marie ihren Adventskalender geschnappt hatte, bevor sie das Treppenhaus heruntergelaufen war, zu den Sternschnuppen in der Strasse in Hamburg? Die konnten unsere drei Märchen-Abenteurer übrigens bei dem Tageslicht nicht mehr sehen, aber ihre Gegenwart spürten sie jederzeit. Der Weg zurück zum Boathause, ein kurzes Stückchen gen Osten, ein unweit längeres gen Norden, kam Marie und dem getrennten Papi, die anfingen, ebenfalls müde zu werden, beschwerlich vor, Alexander schlummerte noch in den Armen seines Vaters, die Schwester umklammerte den Advents-Kalender, dass sie ihn nicht  verlieren möge, wie eine Schatzkarte. Und als sie am Boathouse anlangten, legte sich die Drei erst einmal auf den blossen Felsen daneben. Der Blick davon auf den See war hinreißend, aber dafür hätte jetzt gerade nur Woody Allen einen Manhattanite -Blick gehabt. Wie der getrennte Papi, Alexander und Marie weiterhin den Central Park entdecken und herausfinden, welche Aufgabe sie lösen müssen, dazu alsbald mehr vom getrennten Papi...

Der getrennte Papi
Blog "Der getrennte Papi"
Weihnachten im Central Park (42/5)

Oder: Heilige Abende in fünf Teilen. Heute: Das große Puh. Worum es in der vorerst letzten Folge dieses Abenteuer-Märchens geht: Das letzte Türchen, bye bye Yoko, eine Schaf-Wiese, das Karussell, Herr Rilke, Abschied, Sternschnuppen, ein wehender Vorhang und out of noise. Fast gleichzeitig erwachten der getrennte Papi, Marie und Alexander, die Kinder auf dem breiten, grauen Sofa, der Papi auf dem alten, bräunlichen Ledersessel, sie räkelten sich und machten dann erstmal das, was sie Familienkuscheln nannten. Nämlich sich alle Drei ganz doll in den Arm zu nehmen, zu drücken und - eben - laut "Familienkuscheln" zu rufen, in dem hohen Wohnzimmer von Yoko Ono auf der West-Side des Central Park schallte ihnen das wie ein Echo um die Ohren. Sie erschraken zunächst ein wenig, wer ist's schon gewohnt in seinem Apartment eine Echo/Echo/Echo zu hören? Aber weil es doch gerade, fern ihrer eigenen vier Wände, sehr wohl tat, sich zu umarmen, fielen sie sich einfach wieder und wieder in die Arme und juchzten "Familienkuscheln!". Bis Marie bemerkte: "Sind wir zu laut, vielleicht schläft Yoko noch?" Gute Frage, wo war die Frau von John Lennon, sie waren eingeschlafen, Yoko hatte ihnen offenbar die Decken übergeworfen und ihnen unter ihre Köpfe Kissen geschoben, die frisch nach Eisenkraut rochen, originell. Sie schauten sich um: An einer Wand zum Park hin, die von drei riesigen Fenstern durchbrochen war, die ihn fast handgreiflich nah erschienen liessen, hingen ausschließlich SchwarzWeissPhotographien von John Lennon, allein - und von John und Yoko, bei diversen Bed-Ins 1969, die sie für den damaligen Frieden in der Welt demonstrativ arrangiert hatten. Dies hatte für beträchtliche Schlagzeilen weltweit gesorgt, die konservative Presse fühlte sich von diesen Sponti-Aktionen derart provoziert, dass sie sich nur phantasielos darüber äußern konnte. Die Kinder aber fragten,was es mit den Bed-Ins auf sich gehabt hätte und als der getrennte Papi es ihnen erklärte, erklärten sie unisono: Es sei doch viel besser, friedlich im Bett zu liegen für eine gute Sache als für eine schlechte Sache wie den Krieg im Schützengraben sterben zu müssen, oder etwa nicht? Dem konnte nun der getrennte Papi nichts mehr entgegnen, außerdem fiel sein Blick auf den Advents-Kalender, den Yoko auf den kleinen Tisch gelegt hatte. Es war doch der 24. Dezember, sie waren hier am Central Park West, im berühmten Dakota Building, in der Wohnung, die einst John Lennon und Yoko Ono bezogen hatten (mit Zustimmung der anderen Apartment-Besitzer, übrigens, den dies war ein Co-Op), es musste sich jetzt herausstellen, warum sie von den Sternschnuppen nach NYC gebracht worden waren. Marie nahm sich den Kalender, öffnete das Türchen zum 24. und sah ein Karussel, das sich drehte, dazu hörten sie einen Song von William Fitzsimmons, Covered In Snow, akustisch, mit einer gewissen hypnotischen Kraft vorgetragen - nun machte auch der Advents-Kalender komische Sachen, herrje. Aber schön überraschend und überraschend schön war's, so liessen sie es sich geschehen. Ihnen blieb es, ihre Köpfe zu schütteln, wer musste sich schon noch in dieser unwahrscheinlichen Geschichte über irgendetwas eventuell Wahrscheinliches ernsthaft wundern, der getrennte Papi, Alexander und Marie jedenfalls nicht. "Es gibt Dinge, die hat man mit sich geschehen zu lassen", dachte der getrennte Papi. Und Marie konnte das Zeichen des Advents-Kalenders deuten, die Drei sollten zum Karussell im Central Park gehen, sie hatte in einem Kinderbuch einmal davon gelesen. Es war erstmals 1873 in Betrieb genommen worden, damals noch von Pferdekraft bewegt, nun stand dort, nach Bränden und Zeitläuften, das vierte Karussell, dieses Exemplar war 1950 auf Coney Island entdeckt, restauriert und dann im Park installiert worden. Sie wollten sich also von Yoko verabschieden, aber da sie nicht einfach überall nach ihr suchen wollten, das wäre ihnen ungehörig vorgekommen, schrieben sie ihr einen Brief, in dem sie für die ihnen widerfahrene Gastfreundschaft dankten. Vergessen würden sie das ihr nie. Behutsam zogen die Drei die schwere Holztür hinter sich zu, nahmen den Fahrstuhl mit den antiquierten Gitter-Türen, verliessen das Dakota-Building, Richtung 66th Street, dort konnten sie auf dem Transverse Drive ziemlich direkt vorbei an der Sheep Meadow zum Karrussel gehen. "...Und auf den Pferden kommen sie vorüber/auch Mädchen, helle, diesem Pferde- sprunge/fast schon entwachsen, mitten in dem Schwunge/schauen sie auf, irgendwohin, herüber/Und dann und wann ein weißer Elephant/Und das geht hin und eilt sich, daß es endet/und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel/Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet/ein kleines kaum begonnenes Profil/Und manchesmal ein Lächeln hergewendet...". Sie standen auf einmal vor dem Karrussel, das Rilke-Gedicht wisperte im Kopf des getrennten Papi vor-sich-hin. Es war noch ganz still in dieser Frühe, in ihre Ponchos verhüllt, fühlten sie sich mit einigermaßen wirren Haaren einigermaßen erschöpft, aber sie fühlten sich weit mehr als einigermaßen glücklich. Denn plötzlich wussten sie an diesem Heiligen Abend genau, was sie hierher geführt hatte: der Umstand, dass sie zusammen gehörten und nichts und niemand sie würde jemals trennen können und wenn die Erde sich auftäte, das Karussell verschlänge - all' dies und Schlimmeres würde sie nicht schrecke, sie nähmen sich bei den Händen, schritten in die Erde, um zu schauen, was zu erwarten wäre. Und wenn sie eine Höhle am Mittelpunkt der Welt zu entdecken hätten, so würden sie auch das gemeinsam wagen. Sie hatten doch sich. Alexander brach in die Stille und sagte unvermittelt, gleichwohl sehr bestimmt und keinen Zweifel duldend: "Wir müssen los, wieder nach Hause." Brachten die Sternschnuppen sie wieder zurück? Als der getrennte Papi, Marie und Alexander sich wieder in Hamburg fanden, lagen sie in dem großen Bett, bei wehendem Vorhang am geöffneten Fenster, eisige Luft umströmte sie, dass sie nochmals zusammenrückten. Der getrennte Papi schloss das Fenster, rieb sich die Augen -  und fragte seine Kinder, ob sie wieder mit den Sternschnuppen nach New York City in den Central Park oder anderswohin rauschen würden. Alexander und Marie sahen ihn nahezu unverständig an: "Immer wieder!". Und im Hintergrund hörten sie hwit von Sakamoto's out of noise, es klang wie ein Mantra zum Heiligen Abend. Marie war es vorbehalten das letzte Wort im fünften Teil zu haben. Es war ein großes: "Puh". Alsbald dann wieder mehr vom getrennten Papi...

Der getrennte Papi
Blog "Der getrennte Papi"
Weihnachten im Central Park (41/4)

Oder: Heilige Abende in fünf Teilen. Heute: Zum Tee bei Yoko Ono. Worum es diesmal geht: Eine magische Mütze, ein junger Weihnachtsmann, Strawberry Fields (klein, aber von großer Anziehung), das Dakota Building, Alexander und Yoko Ono, Marie und ihre Eingebung und die Höhle im Park. Die Drei schliefen, fest eingeschlagen in ihre Decken, die sie nun, praktischer Weise ,wie Ponchos trugen (das war erstens bequemer und zweitens sahen der getrennte Papi, Marie und Alexander für andere Passanten jedenfalls nicht sehr auffällig aus), bis in die Mittagsstunden. Tat ihnen gut, die Ruhe und nach dem Aufwachen schnabulierten sie den Rest der köstlichen Kekse vom Fuße des Pilgrim Hill und machten sich, gestärkt und wieder guten Mutes, auf. Jedoch, sie standen auf dem Felsen (zur Erinnerung: jener neben dem Boathouse), blickten auf die fast gefrorene Oberfläche des ruhenden Sees, schauten sich an und fragten wie aus einem Munde: "Wohin geht's nun?" Wie sie auf dem Felsen standen, schon guter Dinge, aber auch ein wenig ratlos, begann sich die rote Mütze mit dem weißen Bommel, die Alexander trug - tatsächlich, kein Witz mit doppeltem Boden und keine optische Täuschung - zu regen. Maries Bruder merkte es zuerst gar nicht und sie fragte ihn: "Seit wann kannst Du mit den Ohren wackeln, Alex?" Und der kleine Mann antwortet, ein wenig pikiert: "Mariechen, Du weißt genau, selbst, wenn ich's könnte, würde ich es nicht wollen mögen." Derart gewählt zu sprechen, war seine Sache weniger, aber die Mütze, die hatte ihm etwas angetan, ihm war, als wäre er in der Minute um einige Zentimeter gewachsen. Wir wissen: Das wäre kaum möglich, außer in einem Märchen in dem es um Weihnachten im Central Park geht, in den es den getrennten Papi, Alexander und Marie nun mal verschlagen hatte. Oder besser: Es hatte sie dorthin geführt über den Atlantik, auf den Sternschnuppen, nur dass die Drei noch nicht wussten, was es mit diesem ES auf sich haben sollte. Eine erste Ahnung bekamen Marie und der getrennte Papi als sie Alexander, angetan mit der roten Mütze und dem weißen Bommel, ansahen: Er kam ihnen vor wie ein junger Weihnachtsmann, der erst einmal ihr Kommando übernahm, seinen kleinen linken Daumen lässig in den aufkommenden, ziemlich eisigen Wind Richtung Westn hielt. "Dahin müssen wir," sagte er bestimmt, weder der getrennte Papi noch Schwesterherz mochten ihm widersprechen, klare Ansage, klarer Fall, klare Sache, keine Frage. In der Luftlinie, die sich im Korridor zwischen der 72. und 74. Strasse befand, lagen, das wusste der getrennte Papi: Strawberry Fields und das Imagine-Mosaik. Es war nicht monumental ausgefallen, im ganzen Gegenteil, eher sehr bescheiden, aber dafür hatte es im Laufe der Jahrzehnte eine ungeheure Anziehungskraft auf  Menschen-Millionen entwickelt. Und in seiner Schlichtheit war es eben umso anziehender, klüger und wissender als mancher Wolkenkratzer. Also führte es unsere Dreier-Bande zu Strawberry Fields - benannt nach Strawberry Fields Forever von den  Beatles, zweifelsohne einer der schönsten Songs. Ein wenig ging es herauf und herunter wie sie nach Westen im Central Park marschierten,  wobei der getrennte Papi und Marie in Alexanders kleinen Fußstapfen im Schnee traten - als wisse er aber so was von genau, wohin er sie führen sollte, standen sie nach einer sehr guten Viertelstunde (sie waren stramm gegangen) beim Imagine-Mosaik. Zur haargenau selben Zeit ging eine Balkontür auf, drüben im Dakota Building, eine sehr zierliche Frau trat heraus, sog die kalte New Yorker Luft tief ein und spürte wie aus ihrem Atem ein Wölkchen wurde, das sich verselbständigte und über die mächtige Ballustrade zu dem kleinen Gedenk-Platz für John Lennon glitt. Weil es langsam dunkel wurde, hätte man es keineswegs nach verfolgen können, aber es schien einen roten Glühfaden in sich zu tragen. Das war der Grund, warum sich Yoko Ono dort in der Höhe des Dakota und die Drei dort unten beim Imagine-Kreis in gleichen Maßen, wenn auch von einiger Ferne, in die Augen blickten. Es vergingen nur wenige Sekunden, da winkte Yoko Ono schon herüber und ein Satz erschallte: "C'mon up, guys!" Das liessen sich nun Alexander, Marie und der getrennte Papi nicht zum zweiten Mal sagen, im Park zog empfindliche Kälte auf, noch mehr Schnee hing in der festen und schweren Luft. Und die Aussicht etwa auf einen heißen Tee, einen warmen Raum und daraus sich ableitend einen wieder kühlen Kopf, bewegte sie, der einladenden Geste einer freilich an und für sich wildfremden Lady Folge zu leisten. Die Wohnung war sehr groß, eine eklektische, fabulöse, meandernde Mischung von Stilen, die sich zwischen den späten Siebzigern und dem frühen neuen Jahrtausend wähnten: Bauhaus meets Rams meets Rem Kohlhaas meets Joseph Holtzman meets Yoko Ono - oder so in der Art. Es war komplett nach dem Geschmack der Drei und Alexander eroberte sogleich das Herz von Yoko Ono, sie sagte, mit einem lieben Strahlen in ihren dunklen Augen: "I very much like your cap. Seems, you're the guy we've been waitin' for. And you're within the deadline,  Christmas Eve, you know." Der Tee, grüner für den getrennten Papi und Cranberry für Marie und Alexander, war vorzüglich, immer wieder frisch aufgebrüht von Yoko Ono und sie hatte noch Sandwiches gemacht, es war eine feine Gemütlichkeit  und der getrennte Papi plauderte mit der Hausherrin. Zum Beispiel über Sergeant Pepper's Loneley Hearts Club Band ,  The White Album und Some Time in New York City, sein Favoriten-Alben von den Beatles . Zwischendurch nickten Marie und Alexander ein wenig ein, nicht vor Langeweile, sondern weil die Anstrengungen der plötzlichen Reise ihnen doch in den zarten Knochen hing. Yoko Ono bemerkte zudem, dass der Schlaf sich auf die Schläfen des getrennten Papi schlich, sich dort sanft und verführerisch auf der linken wie der rechten Seite einmassierte, um sich auf leisen Sohlen weiter in die Augenlider zu senken und sich dort so schwer einzunisten, dass sie schließlich zufielen. Der getrennte Papi war auf dem extrem bequemen, durchgesessenen, dunkelbräunlichen Ledersessel eingeschlafen, seine Kinder hatten sich wie Löffelchen, auf dem grauen Sofa gegenüber, aneinander gelegt und Yoko Ono deckte alle Drei mit indianischen Decken zu, auf dass sie es schön warm hätten. Den Adventskalender, Marie hielt ihn im Schlafe mit ihren schlanken Händen fest umklammert, zog sie heraus, legte ihn auf den flachen, japanischen Holztisch, der wirklich uralt aussah. Da konnte Yoko Ono noch kaum ahnen, dass Marie am nächsten Morgen - beim Öffnen des letzten Türchens - eine Eingebung haben sollte und die Drei eine Höhle im Central Park zu suchen hätten, aber dazu alsbald mehr in der fünften Folge...

Christo und Jeanne-Claude
Christo und Jeanne-Claude
"Ein Werk der Freude und der Schönheit"

Der Central Park in Goldgelb: Davon haben Jeanne-Claude und Christo 25 Jahre lang geträumt. Um niemandem gefallen zu müssen zahlten sie das millionenschwere Kunstprojekt aus eigener Kasse.

New York
New York
Christo verwandelt den Central Park

In New York starten die Vorbereitungen für das nächste Kunstereignis: Die Verpackungskünstler Christo und Jeanne-Claude lassen den Central Park in safrangelb erstrahlen.

Der getrennte Papi
Blog "Der getrennte Papi"
Weihnachen im Central Park (39/2)

Oder: Heilige Abend in fünf Teilen. Heute: 40° 43' N 74° 0' W. Worum es diesmal geht: Endliche Landung, grosse Stille, Hans Christian Andersen, kleines Bibbern, klirrende Kälte, ein Adventsstern, Pilgrim Hill, ein gar gebildetes Bärlein, Tangerine Dream und der sprechende Engel. Der Flug fühlte sich eher an wie ein sehr rasches Schweben, wenn böse Wolken aufzogen, schlängelten sich die drei Sternschnuppen, auf denen Alexander, Marie und der getrennte Papi kauerten, schmiegsam darum und weiter ging es voran und voran. Wie lange der Flug nun wirklich dauerte, wusste keiner des ungewollten Reisegrüppchens zu sagen, waren es nur drei Stunden oder doch eher fünf? Auf einer Sternschnuppe bewegt sich das Zeitgefühl in anderen Bahnen, die eher irgendwie außerirdisch, schnellkalt und zauberhaft sind. Oder doch außerhaft, zauberkalt und schnellirdisch? Ach, was soll's, dachten Marie, Alexander und der getrennte Papi. "Schön wär's, wir kämen nun bald an...". Lustiger Weise dachten alle Drei an Dasselbe - rufen oder schreien oder sprechen konnten himmelhöchst doch nicht, dann eben die Gedankenübertragung aktivieren. Und, da, tatsächlich, behutsam, aber wie auf Federn, flogen die Sternschnuppen auf Manhattan zu, das sich gerade in den Morgengrauen schob. So sah es jedenfalls für die Drei aus, denn von Ferne noch, über dem Atlantik, glitzerte zwar der eine oder andere Wolkenkratzer, die Glitzerfunken spiegelten sich auf der Oberfläche der Sternschnuppen wider. Das konnte der getrennte Papi erkennen, aber als er es einfangen wollte mit seiner linken Hand, verschwand es zurück in die neblige Skyline der Stadt. War es nur ein Wegweiser? Plötzlich standen sie dann kurz in der Luft, direkt über der Fifth Avenue, auf der Höhe der Ostseite der 74th Street. Und es war ein grosse Stille in dieser frühen Morgenstunden am Central Park und in New York City 40° 43' N 74° 0' W, im Staate New York in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Mauer um den Central Park an der Fifth Ave. war mit Schnee bedeckt, bestimmt über 40 Zentimeter türmten sich darauf - und der ganze Park dampfte in der aufsteigenden Sonne, die sich in dem gigantischen Schneeweiß, das diese Stadtlandschaft überzog, wieder fand. Die Sternschnuppen landeten also mit dem getrennten Papi, Marie und Alexander im Park an der Vierundsiebzigsten, ziemlich genau da, wo die Skulptur von Hans Christian Andersen stand. Auch sie war mit frischen Flocken über und über bedeckt, aber der sitzenden Mr. Andersen, ein schweres Buch auf dem linken Oberschenkel, schien die Drei, die auf einmal vor ihm standen und ihn ungläubig anstarrten, milde anzulächeln; ebenso wie die kleine Ente auf der frostigen Erde , die sonst eigentlich ihren Blick nur auf den Dichter richtete. Mannomann, da standen sie nun: Alexander, der getrennte Papi und Marie, vor wenigen Stunden noch am Fensterrahmen in Hamburg und nun hier, mitten in der Stadt der Städte, mit kleinem Bibbern hielten sie sich an ihren klammen Händen ganz feste, wie stets, wenn sie wo-auch-immer auf der Welt des Weges waren. Es fiel der Blick von Alexander auf einen eigenartigen Stern, der nicht am Himmel, sondern am Fuss des Pilgrim Hill vor sich hin ruhte. Dieser Stern ward aus Holz geschnitzt, vielleicht im Durchmesser nicht grösser wie knapp 30 Zentimeter, in der Mitte stand eine große weiße Kerze, über deren Flamme sich die Drei ihren Hände schön aufwärmen konnten. Wie unerwartet herrlich das aber jetzt geriet und Alexander ist's gewesen, der als erster nach Stunden und Stunden des unglaublichen Schweigens, etwas sagte: "Papi, die Kerze steht hier richtig, cool", dabei schaute er verschmitzt mit seinen braunen Augen durch den Pony seiner braunen Haare, stemmt die kleinen Arme in die Hüften und ruft: "Was da alles so drinne steht!" Uppps, Recht hatte er, der Holzstern hatte einen Rand, drei, vier Zentimeter hoch, und in dem Stern lagen oder standen: ein weißgepunktetes Herz, das man an einen Tannenbaum hätte hängen können, ebenso wie all' die anderen Ding die zudem zu sehen waren. Ein New York Taxi en miniature, ein blauer Pfau, ein knallroter Weihnachtsmann, ein lilafarbener Pilz, auch mit weißen Punkten, ein Mini-Kuschel-Eisbär, ein sehr grüner Froschkönig (mit Krone, versteht sich, von selber), drei gleißende Tannenzapfen, einer in Rot und zwei in Lila, eine graue Blechmaus zum Aufziehen, elf sehr kleine Weihnachtskugeln in Gelb, Lavendel, Orange und Pink, verziert mit silbrigen Eisblumen. Außerdem noch, in hellem Holz (das des Sternes war dunkel, fast schwarz), in kleinen Ausgaben, geschnitzt: das Chrysler Building, das Empire State Building, die Statue of Liberty, das Lever House und der Leuchtturm von Montauk (den Max Frisch mochte). Außerdem war da schließlich ein blaues Iglu mit einem Pinguin davor und noch eine winzig kleiner Bär, auch mit einem Krönchen, der sagte: "Good morning." Der getrennte Papi war derart petrplex, dass er antwortete. "Hi, Mr. Bear." Und Marie beugte sich herunter, strich ihr langes, blondes Haar zurück, das es das Bärlein nicht umwarf und gab ihm einem Kuss auf dessen linke Wange und dessen rechte Wange und flüserte ihm ins passende Öhrchen: "How are you?" Sie sprach so leise, weil sie fürchtete, dies zarte Geschöpf könnte fort gepustet werden vom Atem ihrer Worte. Aber das Bärlein erwiderte trocken: "No reason to sussurate." Es handelte sich anscheinend um ein sehr gebildetes Geschöpf, nun, warum auch nicht, in dieser Geschichte ist wohl das Unmögliche möglich das Mögliche unmöglich. Der getrennte Papi, immerhin, entdeckte die blecherne Keksdose, die wie schottisch kariert anmutete, die neben dem Holzstern im Schnee stand, darin das leckerste Weihnachtsgebäck, wenn das kein Frühstück war im Central Park. Als sie es so Stück für Stück im Stehen genossen, hörten sie von der Westseite her Musik herüber schwingen, eine "Eleanor Rigby "-Version, gespielt von Tangerine Dream, die Sternschnuppen, die wie selbstverständlich über ihnen standen, tanzten danach, John Lennon hätte wahrhaft sein Freude gehabt. Und wie die Drei nach dieser keksigen Stärkung weiter wandeln und alsbald auf einen sprechenden Engel stossen, dazu morgen mehr vom getrennten Papi und seiner Tochter Marie und seinem Sohn Alexander...

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Schüchterne New Yorkerin vererbt Central Park Millionen

Eine zurückgezogen und unauffällig lebende New Yorkerin hat den Büchereien und dem wichtigsten Park der Stadt überraschend Millionen hinterlassen.

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REPORTAGE: "Frankenstorm" stürzt New York ins Chaos

Das südliche Manhattan, sonst von Nachtschwärmern geschätzt, wirkt in der Dunkelheit und Lautlosigkeit wie ein Geisterort.

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Central Park auf Wikipedia

Der Central Park in New York City wurde 1859 als Landschaftspark eingerichtet und wird seitdem auch als Volkspark genutzt. Er erstreckt sich heute auf einer Länge von 4,1 km von der 59. bis zur 110. Straße und 840 m Breite zwischen der 5. und der 8. Avenue, und wird auch die grüne Lunge New Yorks genannt. Mit ca. 3,4 km² nimmt er etwa 5 % der Bodenfläche Manhattans ein.

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