Anpfiff für das Fußball-Spektakel

13. September 2011, 17:21 Uhr

Wer kann Barcelona den Titel streitig machen? Wie heißt der Geheimfavorit? Und was reißen die deutschen Clubs? Hier gibt's die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Start der Champions League. Von Klaus Bellstedt

Am Dienstag startet die Gruppenphase der Champions League. Mit Borussia Dortmund, Bayern München und Bayer Leverkusen sind drei deutsche Teams dabei. Wir haben für Sie die wichtigsten Fragen zur Königsklasse zusammengestellt - und beantwortet.

1. Wer sind die Favoriten auf den Titel?

Titelverteidiger FC Barcelona bleibt weiter das Maß aller Dinge. Nichts spricht dafür, dass sich etwas an der berauschenden Spielkultur Barcas ändern könnte. Im Gegenteil: Mit Heimkehrer Cesc Fabregas und dem chilenischen Flügelstürmer Alexis Sanchez wurden dem besten Fußballer der Welt, Lionel Messi, weitere hochveranlagte Ballvirtuosen an die Seite gestellt. Barcelona ist erneut Favorit.

Europas Buchmacher trauen am ehesten Real Madrid zu, dem Dauerrivalen im Kampf um den großen Henkelpott Paroli bieten zu können. Bei "bwin" werden die "Königlichen" mit einer Siegquote von 4.55 direkt hinter Barca (2.85) auf Platz zwei geführt. Der Saisonstart in der Primera Division mit zwei souveränen Siegen stimmt die Fans hoffnungsfroh. Real scheint reifer geworden zu sein und will mit Özils Pässen und Ronaldos Toren Barcelona national und international endlich vom Thron stoßen.

2. Gibt es einen Geheimfavoriten?
Die Neureichen von Manchester City stehen auf der Insel immer ein bisschen im Schatten der beliebteren "Fab Four", Manchester United, Chelsea London, dem FC Arsenal und Liverpool. Letztere konnten sich für die Champions League nicht qualifizieren, vor den anderen drei Insel-Clubs muss sich ManCity schon lange nicht mehr verstecken. Die Offensivpower der Mannschaft von Trainer Roberto Mancini ist enorm. Das Angriffstriumvirat Edin Dzeko, Carlos Tevez und Sergio Agüero steht für Tore, Tore, Tore. Die Bayern, Gegner in der Gruppenphase, haben auch deshalb schon bei der Auslosung in Monaco gestöhnt.

3. Wie stehen die Chancen der deutschen Teams?

Glück bei der Auslosung hatte keiner aus dem deutschen Trio. Bayerns Gruppe mit ManCity und den beiden heimstarken Teams SSC Neapel und Villareal zählt zu den ausgeglichensten im ganzen Wettbewerb. München startet mit einem Auswärtsspiel bei den wegen ihrer gelben Trikots "U-Boote" (von "Yellow Submarine") genannten Spanier. In Villareal wird es auch auf die Defensive der Bayern ankommen. Aufpassen müssen Badstuber, Boateng und Co. auf das gefährliche Sturmduo Nilmar und Giuseppe Rossi. Ein Remis wäre schon ein Erfolg. Mit Mario Gomez in Bundesligaform ist aber natürlich auch mehr drin.

Bayerns Traum ist die Teilnahme am Finale im eigenen Stadion. Und mit der Angriffswucht von Ribéry, Robben und Gomez ist auch in der Champions League einiges möglich. Allerdings bleiben Zweifel an der Defensive. Unsere Prognose: Spätestens im Halbfinale ist Schluss.

In der Gruppe von Borussia Dortmund kann ebenfalls jeder jeden schlagen. Auch wenn Arsenal in der Premier League nur mäßig in die Saison gestartet ist und der Weggang von Fabregas und Nasri schmerzt, die "Gunners" sind gerade in der vordersten Reihe mit Arshavin, Walcott und van Persie exzellent besetzt. Und: Das Team verfügt im Vergleich zum Auftaktgegner aus Dortmund über viel mehr internationale Erfahrung. Diesbezüglich haben auch die beiden restlichen Teams Olympiakos Piräus und Olympique Marseille mehr zu bieten als der BVB, der in der Bundesliga zuletzt hinter den Erwartungen zurückblieb. Platz zwei ist für den Deutschen Meister trotzdem machbar. Mehr als das Achtelfinale erscheint aber utopisch.

Leverkusen startet in Gruppe E wie die Bayern mit einem Auswärtsspiel. Beim FC Chelsea ist Bayer klarer Außenseiter. Der Abramovich-Club zählt wie jedes Jahr zum erweiterten Favoritenkreis. Neu-Trainer Andrè Villas-Boas, der mit dem FC Porto in der vergangenen Saison die Europa League gewann, lässt spektakulären Offensivfußball spielen und hat das Team nochmal weiterentwickelt - und unter anderem mit dem portugiesischen Mittelfeldspieler Raul Meireles verstärkt. Für Leverkusen werden vermutlich die Duelle mit dem FC Valencia über das Weiterkommen entscheiden. Die Belgier vom KFC Genk dürften keine Gefahr darstellen. Bayer kann genauso wie der BVB das Achtelfinale packen. Zum weiteren Überleben in der K.o-Phase müsste das Team, in dem Michael Ballack mit seinen 95 Europacupspielen der international mit Abstand erfahrenste Akteur ist, aber über sich hinauswachsen.

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