Der Bundestag hat den Import von embryonalen Stammzellen unter strengen Auflagen erlaubt. Nach zwei Abstimmungen setzte sich der Kompromissantrag durch, für den auch Bundeskanzler Gerhard Schröder geworben hatte.

Schwere Entscheidung im Bundestag© dpa
Der Bundestag hat den Import von embryonalen Stammzellen unter strengen Auflagen erlaubt. Nach zwei Abstimmungen setzte sich diese Kompromissformel durch, für die auch Bundeskanzler Gerhard Schröder geworben hatte. Der Antrag erhielt 340 von 617 gültigen Stimmen. 265 Abgeordnete votierten für ein völliges Verbot des Stammzellimports. Ein Antrag zur völligen Freigabe war bereits im ersten Abstimmungsgang gescheitert. Zuvor hatten die Abgeordneten mehr als vier Stunden lang über das Thema debattiert.
Wissenschaftler dürfen künftig embryonale Stammzellen unter strengen Auflagen nach Deutschland importieren und auf der Suche nach Heilung für schwere Krankheiten erforschen. Der Bundestag stimmte nach vierstündiger Debatte am Mittwoch für diesen Kompromiss, für den auch Bundeskanzler Gerhard Schröder geworben hatte. Ein striktes Verbot des Imports wurde ebenso abgelehnt wie seine völlige Freigabe.
Nach zwei Abstimmungen fand der von den Abgeordneten Margot von Renesse (SPD), Maria Böhmer (CDU) und Andrea Fischer (Grüne) eingebrachte Antrag die nötige Mehrheit. Er erlaubt die Einfuhr bereits existierender Stammzelllinien für Forschungsprojekte von überragender Bedeutung, für die es keine alternativen Forschungsmethoden gibt. Die Produktion neuer Stammzellen zu Forschungszwecken wird ausdrücklich abgelehnt.