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Hintergrund: Abwrackprämie: Wellenreiten

Anfangs wurde die Abwrackprämie zumeist noch belächelt. Doch mittlerweile gibt es von fast allen Seiten schon beinahe euphorischen Beifall. Gerade die Hersteller von Kleinwagen profitieren – aber nicht nur die.

Jürgen Stackmann, als Geschäftsführer bei Ford verantwortlich für Marketing und Verkauf, kann sein Glück kaum fassen: "So etwas wie jetzt habe ich bisher allenfalls zur Wende in den Jahren 90/91 erlebt. Unser Händler haben zu tun wie lange nicht." In den Ford-Autohäusern sei die Hölle los: "Morgens um zehn genauso wie nachmittags um fünf", freut sich Stackmann.

Die Umweltprämie lockt die Käufer in Scharen. Mittlerweile schätzt man, dass mit ihrer Hilfe allein in Deutschland bis zu einer Million Neu- und Jahreswagen verkauft werden könnten. Nach Aussagen von ZDK-Vizepräsident Ulrich Fromme sind bisher 200.000. Und die Bestelllisten sind voll.

Die Abwrackprämie von 2.500 Euro macht es möglich. Ford verkaufte von seinen Einsteigern Fiesta und Ka im Januar 2009 viermal so viele Fahrzeuge wie im Vorjahresmonat. Nicht anders sieht es bei Opel aus. Auch die Rüsselsheimer freuen sich über einen unerwartet starken ersten Jahresmonat und rufen ebenso wie die meisten anderen Hersteller und Verbände nun laut nach einer Verlängerung der Stützungsaktion.

Selbst Seat, wegen des wegbrechenden Heimatmarktes zuletzt arg ins Schlingern geraten, schöpft wieder Kraft. Die Verschrottungsprämie in Seats größtem Exportmarkt kommt insbesondere dem noch jungen Volumenmodell Ibiza zugute. Ein Erfolg: Die Kurzarbeit bei den Spaniern wurde wieder zurückgefahren.

Auch Peugeot freut sich über einen Run auf die Preiswertmodelle. Rund 20.000 Fahrzeuge seinen mittlerweile verkauft worden. Und Volkswagen will den eigentlich auslaufenden Polo im spanischen Werk Pamplona nun doch länger als geplant bauen, da die Kunden auch die Autohäuser der Wolfsburger stürmen. Geplant sind 30.000 zusätzliche Polo.

Die Traditionsmarke Ford hat gerade in Deutschland schwere Jahre hinter sich. Der Fiesta, über viele Jahre ein europaweites Erfolgsmodell, war gemessen an den ersten Generationen und den Konkurrenzmodellen zuletzt nur mehr ein Nebendarsteller. Der Marktanteil fiel zuletzt auf knapp sechs Prozent. Seit im Oktober vergangenen Jahres das neue Fiesta-Modell auf den Markt kam, sieht es schon ganz anders aus. Mehr als 61.000 Fiesta wurden seither europaweit verkauft. Jeder dritte davon im Produktionsland Deutschland.

Das Ford-Mietmodell

"Das Thema Rezession gibt es bei Ford nicht", sagt Stackmann selbstbewusst. "Wir planen einen Ausbau der Marktanteile. Unsere neuen, kleinen Fahrzeuge Ka und Fiesta kommen zu einem perfekten Zeitpunkt.“ Ende 2008 hatte man wieder einen Marktanteil von sieben Prozent in Deutschland und 8,6 Prozent in Europa.

Zur Prämie kommen neue Vertriebskonzepte. Nahezu 80 Prozent aller heimischen Kunden entscheiden sich im Verkaufsraum für die "Ford Flatrate". Heißt: Der eigentliche Kaufpreis wird vom Händler unter den Tisch gekehrt. Stattdessen bietet der Handelsbetrieb dem Kunden für die Dauer von vier Jahren einen monatlichen Komplettpreis an. Am Ende der Miet-Zeit hat man dann die Wahl, ob man den Wagen beim Händler wieder abgibt oder gegen eine Restkaufrate für sich erwirbt. Nachteil: Die jährliche Laufleistung ist auf 10.000 Kilometer begrenzt.

Damit setzt Ford wie kaum ein anderer Volumenhersteller auf ein Mittel, das bis dato in erster Linie Premiumanbieter bei der Kundenbindung nutzten. Von den Firmen- und Dienstwagenfahrern interessiert sich schon seit Jahren niemand mehr für die oftmals extrem teuren Kaufpreise. Gerechnet wird allein mit der monatlichen Rate. Kaum jemand will seinen Wagen nach den meist üblichen drei Jahren behalten. Er gibt ihn nach der Mindestlaufzeit einfach beim Händler ab und steigt in ein neues Fahrzeug um.

Extra muss sein

Das Beispiel Ford zeigt, dass dieses Flatrate- oder Mietmodell auch in kleineren Fahrzeugklassen und mit Privatkunden prächtig funktionieren kann. Mit der aktuellen Abwrackprämie lassen sich manche Kleinwagen so schön rechnen, dass die monatlichen Kosten für ein neues Auto unter 100 Euro liegen.

Da sind ein paar Sonderausstattungen mit zusätzlichen monatlichen Kleinbeträgen psychologisch locker noch mit drin. Ergebnis: Bei einem Modell wie dem Fiesta entscheiden sich immerhin 37 Prozent der Kunden für die Topausstattungsvarianten Ghia und Titanium. Und 60 Prozent landen noch beim mittelprächtig ausgestatteten Trend. "Das wäre früher kaum denkbar gewesen", sagt ein Ford-Verantwortlicher: "Uns liegt natürlich etwas daran, dass man von Ford nicht immer nur die Einstiegsvarianten auf dem Straße sieht."

In dieser Woche ist beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) der 40.000. Antrag auf die Umweltprämie eingegangen. Pro Tag kommen 6.000 Meldungen hinzu. Ford-Geschäftsführer Jürgen Stackmann betont jedoch, dass sich der Erfolg nicht nur bei den kleinen Modellen widerspiegelt: "Auch die größeren Modelle performen bei uns ausgezeichnet."

Das unterstreichen auch Aussagen von vergleichsweise hochpreisigen Herstellern wie Audi oder BMW. Auch von dort kommt Zustimmung zur Abwrackprämie, die neue Kundenpotenziale erschließt. Doch die Zeit drängt: Die zur Verfügung stehenden 1,5 Milliarden Euro reichen nur für knapp 600.000 Autos.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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