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Krise bei Volkswagen: Neuer VW-Chef Müller soll Konzern umkrempeln

Jetzt ist es offiziell: Volkswagen hat die Nachfolge des zurückgetretenen VW-Chefs Martin Winterkorn bekannt gegeben. Porsche-Chef Matthias Müller wechselt zum angeschlagenen Autobauer nach Wolfsburg. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Manager Matthias Müller

Porsche-Chef Matthias Müller wird bei VW der Nachfolger des zurückgetretenen Martin Winterkorn

Eine Woche ist es jetzt her, dass die US-Umweltbehörde EPA mitteilte, VW habe in Diesel-Modellen der Jahre 2009 bis 2015 eine Software zur Umgehung von Emissionskontrollsystemen verbaut. Seither zieht der Skandal um die Firma weite Kreise. VW steckt in der tiefsten Krise der Unternehmensgeschichte. Allein in den USA kommen auf den Autobauer eine Milliardenstrafe sowie eine teure Rückrufaktion und Schadenersatzklagen zu. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.


+++20.49 Uhr: Fünf Millionen Autos der Marke VW vom Abgas-Skandal betroffen+++

Von den insgesamt elf Millionen Autos des Volkswagen-Konzerns mit der umstrittenen Abgas-Software, entfallen allein fast die Hälfte auf die Marke VW. "Die interne Auswertung ergab, dass rund fünf Millionen Fahrzeuge von der Marke Volkswagen Pkw weltweit betroffen sind", teilt Markenchef Herbert Diess mit. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer technischen Lösung, die wir so rasch wie möglich dem Handel, unseren Kunden und der Öffentlichkeit präsentieren werden."

+++19.56 Uhr: Schweiz will Neuzulassungen von VW-Autos verbieten+++

Das Schweizer Bundesamt für Straßen will den betroffenen Modellen die Typengenehmigung vorsorglich entziehen, bis Klarheit über mögliche Manipulationen besteht, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Bereits zugelassene Fahrzeuge dürften jedoch weiterhin auf Schweizer Straßen rollen.

In der Schweiz seien bis zu 180.000 Fahrzeuge von den Manipulationen betroffen. Dazu gehörten Modelle der Marken Audi, Seat, Skoda und Volkswagen der Baujahre 2009 bis 2014, die mit Dieselmotoren in den Ausführungen 1.2 TDI, 1.6 TDI und 2.0 TDI ausgerüstet sind. EURO6-Motoren der laufenden Produktion seien nicht betroffen.

+++19.21 Uhr: US-Justizministerium ermittelt gegen VW+++

Das US-Justizministerium bestätigt Ermittlungen gegen Volkswagen. Man nehme die Vorwürfe gegen den Autobauer "sehr ernst", heißt es in einem Statement der Behörde.

+++19.16 Uhr: VW-Konzern bekommt neue Struktur+++

Der vom Abgas-Skandal gebeutelte Volkswagen -Konzern wird umgebaut. Der Aufsichtsrat beschloss am Freitag, das Wolfsburger Auto-Imperium mit seinen zwölf Marken in vier Gruppen zu gliedern. Dabei sollen die einzelnen Marken stärker vom Konzernvorstand koordiniert werden und mehr Verantwortung für die Regionen erhalten.

Die Hauptmarke VW sowie ihre beiden Schwestern Seat und Skoda sollen jeweils durch einen Vorstandsmitglied in der obersten Konzernführung vertreten werden. Bei VW ist dies der frühere BMW-Manager Herbert Diess. Für die Sportwagen wird eine Gruppe mit Porsche, Bentley und Bugatti gebildet, die vom neu gekürten Konzernchef Matthias Müller geleitet wird. Die von Rupert Stadler geführte Gruppaus Audi, dem Luxussportwagen Lamborghini und dem italienischen Motorradhersteller Ducati bleibt unverändert. Der Holding für die Lkw-Töchter MAN  und Scania steht weiter der von Daimler zu Volkswagen gewechselte Andreas Renschler vor.

+++18.57 Uhr: VW-Vertriebschef Klingler nimmt seinen Hut+++

Der Vertriebschef des VW-Konzerns, Christian Klingler, verlässt das Unternehmen wegen "unterschiedlicher Auffassungen" über die Geschäftsstrategie. Das stehe nicht in Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen, erklärte das Unternehmen.

+++ 18.52 Uhr: Volkswagen hält an Amerika-Chef Horn fest+++

Michael Horn leitet trotz des Abgas-Skandals weiter das US-Geschäft von VW in den USA.

+++ 18.46 Uhr: Müller: "So etwas darf nie wieder passieren"

Matthias Müller bedankt sich nach seiner Vorstellung als neuer VW-Chef bei den Verantwortlichen "für den Vertrauensbeweis", ihn als Vorstandsvorsitzenden zu benennen. Er übernehme den Konzern zu einer Zeit, in der das Unternehmen "vor nie dagewesenen Herausforderungen" stehe. Entscheidend sei, "dass so etwas nie wieder passiert". Er persönlich werde alles dafür tun, das Vertrauen in die Marke wieder herzustellen

Angesichts des Abgas-Skandals sagt er weiter, dass "Sorgfalt wichtiger ist als Geschwindigkeit". Müller betont jedoch auch, dass Kunden und Fahrzeuge zu keiner Zeit gefährdet gewesen seien. Sein oberstes Ziel sei es nun, "dass unsere Kunden unsere fahrzeuge wieder voller Vertrauen fahren".

+++ 18.36 Uhr: Porsche-Chef Müller wird neuer VW-Konzernchef +++

Matthias Müller wird neuer Volkswagen-Chef. Der bisherige Vorstandsvorsitzende der VW-Tochter Porsche soll Europas größten Autokonzern aus der Vertrauenskrise führen, wie das Unternehmen auf einer Pressekonferenz bekannt gibt.

Der neue Chef werde seine Aufgabe "mit ganzer Kraft angehen", sagt der Interimsvorsitzende des Kontrollgremiums, Berthold Huber. Müller war bereits vor dem Treffen der Aufseher als Favorit für den Spitzenposten gehandelt worden.

+++ 18.31 Uhr: VW-Finanzchef Pötsch soll in Aufsichtsrat wechseln +++

Der bisherige VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch soll trotz des Abgas-Skandals wie geplant in den Volkswagen-Aufsichtsrat gewählt werden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der Sitzung des Aufseher-Gremiums in Wolfsburg erfährt.

Damit hätte der Anfang September veröffentlichte Vorschlag des Präsidiums und des Nominierungsausschusses des Aufsichtsrates Bestand. Die Gremien hatten Pötsch als Nachfolger des geschassten VW-Patriarchen Ferdinand Piëch an der Spitze des Aufsichtsrates vorgeschlagen. Seit Piëchs Rücktritt im Frühjahr hat den Posten übergangsweise der frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber inne.

+++ 18.22 Uhr: Aufsichtsratssitzung offenbar beendet +++

Die Aufsichtsratssitzung von VW ist offenbar beendet, wie der Nachrichtensender "n-tv" unter Berufung auf seine Reporter vor Ort vermeldet. Wer neuer Konzern-Chef und Nachfolger Martin Winterkorns wird, dürfte damit in Kürze bekannt gegeben werden.

+++ 18.01 Uhr: Manipulierte VW-Autos wohl auch in der Schweiz +++

Manipulierte VW-Autos sind offenbar auch in der Schweiz verkauft worden. Davon sei mit hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen, teilt das Schweizer Bundesamt für Straßen mit.

+++ 17.46 Uhr: Kreise: VW-Aufsichtsratssitzung zieht sich hin +++

Mehr als sechs Stunden nach dem Beginn der Aufsichtsratssitzung beim Autobauer Volkswagen ist noch kein Ende der Beratungen in Wolfsburg absehbar, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. erfährt. Grund für die Verzögerung sei ein "umfangreicher Beratungsbedarf zu den zur Diskussion stehenden Personalien."

+++ 16.16 Uhr: US-Umweltbehörde kündigt strengere Kontrollen an +++

Die US-Umweltbehörde EPA will Autos künftig genauer unter die Lupe nehmen. Die Hersteller seien informiert worden, dass das Abgastestverfahren überarbeitet werde, teile die EPA mit.

+++ 15.40 Uhr: Wolfsburger Manager an Schummelei beteiligt +++

Die Fälschung von Abgaswerten ist einem Medienbericht zufolge in großen Teilen von VW-Managern in der Wolfsburger Konzernzentrale überwacht worden. In den USA habe der Hersteller gar nicht die Ingenieure, um die Autos entsprechend zu manipulieren, berichtete "Bloomberg" unter Berufung auf drei mit den US-Geschäft von VW vertraute Personen.

+++ 15.09 Uhr: Dobrindt - 2,8 Millionen Autos in Deutschland manipuliert +++

In Deutschland sind von den Abgas-Manipulationen von Volkswagen nach Angaben von Verkehrsminister Alexander Dobrindt 2,8 Millionen Fahrzeuge betroffen. Das Kraftfahrtbundesamt habe VW aufgefordert zu erklären, ob die eingestandenen Manipulationen zu beheben seien, sagte Dobrindt am Freitag im Bundestag. Die Behebungen dürften nicht zulasten der Kunden gehen.

+++ 14.38 Uhr: Autos verbrauchen knapp 40 Prozent mehr Sprit als angegeben +++

Neuwagen in Europa verbrauchen einer neuen Studie des US-Forschungsinstituts ICCT zufolge knapp 40 Prozent mehr Treibstoff als von den Herstellern angegeben. Diese durchschnittliche Abweichung zwischen dem im Labor gemessenen und dem tatsächlichen Verbrauch ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, wie aus der in der Nacht zum Freitag veröffentlichten Studie hervorgeht. Demnach betrug diese Abweichung 2001 nur acht Prozent. Die Abweichung habe sich vervierfacht, nachdem die Europäische Union im Jahr 2009 strengere Abgaswerte eingeführt hatte. Das ICCT wertete für die Studie nach eigenen Angaben elf Datensätze aus sechs Ländern über 14 Jahren aus; fast 600.000 Autos wurden demnach erfasst. Für den Verbraucher bedeute die Abweichung von Laborverbrauch und tatsächlichem Verbrauch höhere Spritkosten, erklärt das ICCT. Sie beliefen sich auf durchschnittlich 450 Euro pro Jahr. Da auch die Kfz-Steuer vielerorts in der EU nach Verbrauch berechnet wird, gehören laut ICCT auch Staaten zu den Geschädigten. 

+++ 14.26 Uhr: Ifo-Chef Sinn kritisiert US-Automobilwirtschaft +++

In der Diskussion um manipulierte Abgastests bei Volkswagen kritisiert der Chef des Münchner Ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, die US-Automobilindustrie scharf. Über Jahrzehnte hätten die Amerikaner versucht, "die kleinen und effizienten Dieselmotoren für Pkw durch immer weiter verschärfte Stickoxid-Grenzen vom Markt fernzuhalten, weil man selbst die Technologie nicht beherrschte", sagt Sinn dem "Handelsblatt". Gegen die "Stickoxid-Schleuderei der eigenen Trucks" wiederum habe man in den USA nichts, so der Ifo-Präsident. "Nun hat sie endlich den gewünschten Erfolg. Der Diesel-Motor ist wieder weg. Meinen herzlichen Glückwunsch."

+++ 14.12 Uhr: Auch Nutzfahrzeuge von VW-Abgas-Affäre betroffen +++

Der Skandal um von Volkswagen manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen greift immer weiter um sich. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärt, nach Kenntnis seines Ministeriums seien neben Pkw auch leichte Nutzfahrzeuge davon betroffen. 

+++ 13.52 Uhr: Rückschlag für US-Dieselmarkt +++

Die VW-Abgas-Affäre ist nach der Einschätzung von Autoverbandspräsident Matthias Wissmann ein Rückschlag für die Strategie, den Diesel in den USA populärer zu machen. "Es gibt Kräfte, die versuchen werden, den Diesel als solches in Misskredit zu bringen. Das wird vor allem in den USA leichter sein als in Europa."

+++ 13.48 Uhr: Bundesregierung schließt Schadensersatzansprüche nicht aus +++

Die Bundesregierung schließt nicht aus, dass deutschen Verbrauchern aus dem VW-Abgas-Skandal Schadenersatzansprüche entstehen. Wenn eine Kaufsache nicht die vereinbarte Beschaffenheit habe, verletze der Verkäufer seine Pflicht, sagte ein Sprecher des Justizministeriums in Berlin. Das gelte auch, wenn sich der Käufer auf öffentliche Äußerungen des Verkäufers verlassen habe, erläuterte er und fügte hinzu: "Darunter können unter Umständen auch Abgaswerte fallen." Anspruch auf Schadenersatz könne sich immer dann ergeben, wenn das Verhalten des Verkäufers schuldhaft sei. Ob das im Fall der manipulierten Abgaswerte bei VW-Dieselautos der Fall sei, könne man aber noch nicht sagen, die Aufklärung laufe noch.

+++ 13.45 Uhr: Sitzung des VW-Aufsichtsrats zieht sich hin +++

Die VW-Aufsichtsratsitzung dauert Insidern zufolge länger als gedacht. Das Gremium berate nicht nur über die neue Führung, sondern auch über die künftige Struktur des Wolfsburger Konzerns, sagten zwei mit den Beratungen vertraute Personen zu Reuters. Die Sitzung werde sich voraussichtlich bis zum späten Nachmittag hinziehen.

+++ 13.41 Uhr: Daimler bekräftigt Motoreneinstellungen nicht manipuliert zu haben +++ 

VW-Konkurrent Daimler bekräftigt, dass seine technischen Motoreneinstellungen korrekt und gesetzeskonform waren und sind. Eine Software, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränke, gebe es bei Daimler-Motoren nicht.

+++ 13.09 Uhr: Rechtliche Möglichkeit für Gruppenklagen fehlt +++

Der Abgas-Skandal zeigt nach Ansicht von Verbraucherschützern die Notwendigkeit von Gruppenklagen in Deutschland. VW habe Verbraucher mit der Manipulation von Abgaswerten massiv getäuscht, erklärt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin. Sofern sich daraus für Kunden finanzielle Ersatzansprüche ergäben, fehlten hierzulande bislang jedoch die rechtlichen Möglichkeiten, um die Ansprüche vieler geschädigter Verbraucher durchzusetzen. Bisher gebe es in Deutschland keine Gruppenklagen. Wer nicht auf seinem Schaden sitzen bleiben wolle, müsse daher selber klagen. Deshalb fordere der vzbv die Einführung von Gruppenverfahren.

+++ 12.47 Uhr: Bislang kein Nachfragerückgang bei Dieselautos +++

Die Internet-Anzeigenbörse AutoScout24 sieht bisher keine Auswirkungen des VW-Abgas-Skandals. "Aktuell erkennen wir in Deutschland weder bei den Neu- noch bei den Gebrauchtwagen der VW-Diesel-Fahrzeuge einen Nachfragerückgang. Ebenso wenig sehen wir eine spezielle Veränderung bei den Preisen", sagt Sebastian Lorenz, Vice President Marketing und Analytics bei AutoScout24.

+++ 12.25 Uhr: Automesse IAA zieht mehr Besucher an +++

Trotz des VW-Skandals strömen derzeit mehr Menschen in die Messehallen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt als vor zwei Jahren. Der veranstaltende Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet bis Sonntag mit rund 920.000 Besuchern, sagt VDA-Präsident Matthias Wissmann. Das sei ein Anstieg um rund 40.000 Gäste oder 5 Prozent gegenüber der 65. IAA im Jahr 2013. Unter dem Motto "Mobilität verbindet" stehen vernetzte und selbstfahrende Autos sowie die Elektromobilität im Mittelpunkt der 66. IAA.

+++ 12.01 Uhr: Chinesische VW-Joint-Ventures nicht betroffen +++

FAW-Volkswagen und Shanghai Volkswagen, zwei chinesische Volkswagen-Joint-Ventures, erklären, vom Abgas-Skandal nicht betroffen zu sein.

+++ 11.54 Uhr: Norwegen untersucht VW-Abgas-Skandal +++

Auch Norwegen untersucht nun mögliche Konsequenzen der Emissions-Manipulationen von Volkswagen. Die norwegische Polizei ermittelt.

+++ 11.53 Uhr: Winterkorn verliert wohl auch Amt bei Porsche SE +++

 Nach seinem Rücktritt als VW-Konzernchef neigt sich für Martin Winterkorn wohl auch seine Zeit als Vorsitzender der Dachgesellschaft Porsche SE dem Ende entgegen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Konzernkreisen erfuhr, soll der 68-Jährige unter keinen Umständen an der Spitze der einflussreichen Unternehmens bleiben. Der Porsche SE gehört die Mehrheit von Volkswagen. Zuvor hatte "Spiegel Online" berichtet, dass Winterkorn im Amt bleiben wolle. Ein Unternehmenssprecher wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern, verwies am Freitagmorgen aber darauf, dass Winterkorn bei der Porsche SE weiterhin im Amt sei. 

+++ 11.33 Uhr: Stadler bleibt als Chef bei VW-Tochter Audi +++

Rupert Stadler bleibt einem Magazinbericht zufolge vorerst Chef der Volkswagen-Tochter Audi und wechselt nicht in den Konzern-Vorstand. Seat-Chef Jürgen Stackmann solle dagegen Vertriebschef von VW werden, meldet das Magazin "Auto Motor und Sport".

+++ 11.18 Uhr: Aufsichtsrat setzt sich zusammen +++

Der Volkswagen-Aufsichtsrat ist in Wolfsburg zu seiner Sitzung zusammengekommen. Das 20-köpfige Gremium entscheidet über den Nachfolger des zurückgetretenen VW-Chefs Martin Winterkorn und weitere Konsequenzen des Abgas-Skandals. Favorit für den Chefposten ist der bisherige Porsche-Chef Matthias Müller.

+++ 10.44 Uhr: Seit 2010 ist CO2-Ausstoß nicht gesunken +++

Eine aktualisierte Studie des Forschungsinstituts ICCT zeigt, dass auch der CO2-Ausstoß in echten Fahrsituationen um rund 40 Prozent über den Hersteller-Angaben aus Labortests liegt. Diese Differenz habe sich damit seit 2001 vervierfacht. Seit 2010 gebe es damit in der Realitiät praktisch keine Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes bei Autos.

+++ 08.56 Uhr: Wenig Vertrauen in Autohersteller +++

Das ZDF-Politbarometer veröffentlicht eine Umfrage zum Thema VW. Danach gehen 54 Prozent der Befragten davon aus, dass die Manipulationen VW dauerhaft schaden werden, 44 Prozent glauben das nicht. Das Vertrauen in die Angaben von Autoherstellern ist demnach generell nicht sehr groß: 76 Prozent sind der Meinung, dass bei Abgaswerten sehr häufig (29 Prozent) oder häufig (48 Prozent) Falschangaben gemacht werden.

+++ 08.07 Uhr: Indien prüft Volkswagen-Abgaswerte +++

Die indische Regierung ordnet eine Untersuchung der Volkswagen-Abgaswerte an. "Wir wollen wissen, ob das, was in den USA passiert ist, auch bei uns passieren könnte oder nicht", sagt ein Regierungsvertreter der Zeitung "Mint".

+++ 05.07 Uhr: Ruf nach Entschädigung für deutsche VW-Kunden +++

Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) fordert Entschädigungen für vom VW-Skandal betroffene Autofahrer in Deutschland. "Verkehrsminister Alexander Dobrindt muss einen verbindlichen Rahmen mit VW vereinbaren, wie die Betroffenen entschädigt werden müssen", sagt Kutschaty der "Rheinischen Post". Offensichtlich habe VW die Kunden weltweit belogen. "Jetzt sollen aber nur die Kunden aus den USA Schadensersatz bekommen. Die deutschen Kunden sollen in die Röhre gucken. Und warum? Weil Deutschland den Kampf gegen die Wirtschaftskriminalität komplett verschlafen hat." Deshalb brauche Deutschland ein "richtiges Unternehmensstrafrecht", um gegen schwere Wirtschaftskriminalität vorgehen zu können.

+++ 04.04 Uhr: VW-Aufsichtsrat berät über neuen Konzern-Chef +++

 Im Zuge der Manipulationsaffäre berät der Aufsichtsrat heute über einen Nachfolger von Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Das Kontrollgremium soll am Vormittag zusammenkommen; mit einer Entscheidung wird am Nachmittag gerechnet. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Porsche-Chef Matthias Müller die Leitung des Gesamtkonzerns übernehmen. Im Bundestag in Berlin findet auf Verlangen der Grünen eine Aktuelle Stunde zum Abgas-Skandal statt.

+++ 03.47 Uhr: Australien prüft mögliche Irreführung von Verbrauchern +++

In dem Skandal um manipulierte Abgaswerte treten nun auch die australischen Wettbewerbshüter auf den Plan. Die zuständige Behörde ACCC kündigt eine Untersuchung an. Dabei soll ermittelt werden, ob der Autobauer mit seinen Angaben zu Schadstoffemissionen Verbraucher irregeführt hat.

 +++ 00.19 Uhr: Winterkorn weiterhin Vorsitzender bei Porsche +++

Trotz seines Rücktritts vom Posten des Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG bleibt Martin Winterkorn laut einem Zeitungsbericht weiterhin in zentralen Führungspositionen des VW-Konzerns. Die "Bild"-Zeitung berichtet, Winterkorn sei weiterhin Vorsitzender der Porsche Automobil Holding SE, der Muttergesellschaft der Volkswagen AG, die rund 51 Prozent der VW-Stammaktien hält. Außerdem sei er weiterhin Aufsichtsratsvorsitzender der Audi AG. "Das ist im Präsidium bisher offenbar niemandem aufgefallen", zitiert die "Bild" einen VW-Insider.

eol / DPA / AFP / Reuters

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