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Autokauf: Die Umweltprämie lohnt sich - aber nicht bei jeder Automarke

Einen alten Diesel abgeben und bis zu 10.000 Euro extra kassieren. Das hört sich verlockend an – aber nur bei einigen Herstellern lohnt sich der Deal wirklich.

Mit der Umweltprämie kann man einen Schnäppchen machen.

Mit der Umweltprämie kann man einen Schnäppchen machen.

Getty Images

Die Umtauschprämie für alte Diesel wird von Umweltschützern als Konjunkturprogramm der Autoindustrie kritisiert. Ihnen wäre es vermutlich lieber, wenn VW und Co die alten Stinker gegen Fahrräder und Jahreskarten für die öffentlichen Verkehrsbetriebe umwandeln würden.

Für Autofahrer in den 15 Intensivstädten, in denen die Prämie angeboten wird, klingt der Deal dagegen verlockend: Bis zu 10.000 Euro soll es extra geben, wenn man den alten Diesel gegen ein neues schadstoffarmes Fahrzeug austauscht. 10.000 plus – eigentlich ist das ein No-Brainer. Ein Geschäft, dem man sofort zustimmen müsste.

Was ist mit den Rabatten?

Der Konjunktiv ist aber entscheidend, denn nicht immer und bei jedem Hersteller gibt es diese Prämie oben drauf, wenn der Käufer seinen Altwagen abgeben will. Die Zeiten in denen Autos zum abgedruckten Listenpreis verkauft worden sind, sind lange vorbei. Heute wird jedes Modell mit irgendeiner Form von Rabatten und Sonderaktionen verkauft. Die entscheidende Frage lautet also: Wie verhalten sich Umtauschprämie und sonstige Händlerrabatte?

Über dem Portal Carwow kann ein Kunde die realen Kaufpreise für sein Wunschfahrzeug bei Händlern in der Nähe einholen. Carwow weiß daher, was die Kunden wirklich für ein Auto bezahlen. Und daher hat das Portal anhand von echten Angeboten durchgerechnet, bei welchen Marken sich die Umweltprämie wirklich rechnet.

Manche Hersteller sind großzügig

Gut stehen die Kunden bei VW, Audi, BMW und Mercedes da. Bei BMW und Mini sieht das so aus: Die Umweltprämie beträgt pauschal 6000 Euro. Sie wird zusätzlich zum Händlerrabatt vom Kaufpreis abgezogen. Ein Umtauscher erhält den Restwert seines alten Autos, den Händlerrabatt und 6000 Euro extra. Einziger Wermutstropfen: Er muss einen alten BMW oder Mini eintauschen.

Auch bei Renault, Seat, Skoda und Volvo lohnt sich die Umtauschprämie auf jeden Fall. Einen guten Deal kann man auch bei Hyundai, Mazda oder Ford bekommen – allerdings erhält man meist nicht mehr den ganzen Händlernachlass.

Bei Fiat, Nissan, Opel, Kia und Toyota lohnt sich der Umtausch dagegen häufig nicht. Bei manchen Modellen errechnet sich noch ein kleiner Vorteil, bei anderen nicht.

Unser Tipp: Es lohnt sich also beim Umtausch flexibel zu sein. Denn einige Hersteller, die einen sehr guten Deal anbieten, sind flexibel, was die Marke des Alt-Autos angeht. Nur ein Beispiel: Bei VW kann man Händlernachlass plus Umweltprämie kassieren, auch wenn man ein Fremdfahrzeug eintauscht. Für den alten Wagen trägt der VW-Konzern zwar keine Verantwortung, dafür nutzt er die Umweltaktion aber zur Eroberung weiterer Marktanteile. Jeder Autofahrer, der einen alten Diesel von Opel oder Fiat abgeben will, sollte sich ein Angebot von einem Hersteller mit attraktiven Konditionen einholen.

BMW - Beispiel für ein "sehr attraktives" Angebot

Beispielrechnung BMW 1er mit Umweltprämie+:

51.040 Euro (UVP)

- 15.000 Euro (Annahme Inzahlunggabe BMW Alt-Fahrzeug)

- 6000 Euro (Umweltprämie+)

- 9872 Euro (Durchschnittlicher Händlernachlass)

= 20.168 Euro


OHNE Umweltprämie+:

51.040 Euro (UVP)

- 15.000 Euro (Annahme Inzahlunggabe BMW Alt-Fahrzeug)

- 9872 Euro (Durchschnittlicher Händlernachlass)

= 26.168 Euro


Der Neuwagen ist mit Umweltprämie 6000 Euro billiger.

Hyundai - Beispiel für ein "gutes" Angebot

Beispielrechnung Hyundai Kona mit Umtauschprämie:

23.000 Euro (UVP)

- 5000 Euro (Annahme Inzahlunggabe Diesel Alt-Fahrzeug)

- 2990 Euro (voller Händlernachlass)

- 1500 Euro (verringerte Umtauschprämie).

= 13.510 Euro


OHNE Umtauschprämie

23.000 Euro (UVP)

- 5000 Euro (Annahme Inzahlunggabe Diesel Alt-Fahrzeug)

- 2990 Euro (voller Händlernachlass)

= 15.010 Euro

Der Neuwagen ist mit Umweltprämie 1500 Euro billiger.

Nissan – Beispiel für ein "wenig attraktives " Angebot

Beispielrechnung Nissan Qashqai mit Umtauschprämie:

30.000 Euro (UVP)

- 5000 Euro (Annahme Inzahlunggabe Diesel Alt-Fahrzeug)

- 3000 Euro (verringerter Händlernachlass)

- 4500 Euro (Umtauschprämie)

= 17.500 Euro

OHNE Umtauschprämie:

30.000 Euro (UVP)

- 5000 Euro (Annahme Inzahlunggabe Diesel Alt-Fahrzeug)

- 7500 Euro (voller Händlernachlass)

= 17.500 Euro

Die Umweltprämie macht keinen Unterschied.


Die Übersicht über die Rabatte bei Carwow, Audi bietet sehr attraktive Konditionen. Sie finden Sie hier.

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