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Wettbewerb oder Abzocke?: Neue Benzinpreisrally heizt Debatte an

Angeheizt durch die hohen Benzinpreise ist ein neuer Streit um den Wettbewerb an Tankstellen ausgebrochen. Werden die Autofahrer abgezockt? Das Kartellamt soll noch in diesem Monat Klarheit schaffen.

Der Preis für ein Barrel Rohöl nähert sich der 100-Dollar-Marke und der Liter Benzin kostet 1,50 Euro, so viel wie seit dem Rekordsommer 2008 nicht mehr. Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten: "Warm anziehen" sollten sich die Konzerne, sagte vor wenigen Tagen Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bei einer ADAC-Veranstaltung. Sein liberaler Kabinettskollege Rainer Brüderle aus dem Wirtschaftsressort klagt über die "Achterbahnfahrt" der Benzinpreise. Schön wäre es, sagt Brüderle, wenn mehr Unternehmen ins Tankstellengeschäft einsteigen und damit den Wettbewerb befördern würden. Dann könnten die Preise sinken.

Doch das ist eher unwahrscheinlich. Auch wenn der gebeutelte Autofahrer es angesichts des hohen Preisniveaus und der Milliardengewinne der Ölkonzerne kaum glauben mag: Mit dem Verkauf von Benzin lassen sich in Deutschland keine großen Gewinne erzielen; Tankstellen sind für Investoren keine attraktive Branche. "Die Margen sind relativ niedrig; das sagen nicht nur die Großkonzerne, sondern auch die kleinen und mittleren Anbieter", sagt Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst EID. Tankstellen verdienen ihr Geld überwiegend mit Getränken, Süßigkeiten, Zeitungen und Zigaretten sowie den Waschanlagen.

Big Five beherrschen den Markt

Mit mehr als 14.400 Stationen verfügt Deutschland nach Wieks Einschätzung nach wie vor über ein gut ausgebautes Tankstellennetz, während die verkauften Benzinmengen von Jahr zu Jahr schrumpfen. Nach einem Bericht des Kartellamtes von 2009 wird der Markt beherrscht von fünf Ölfirmen: BP (Aral), Shell, ExxonMobil (Esso), Total und ConocoPhilips (Jet). Als Tochterfirmen internationaler Ölmultis sind sie Konkurrenten, kooperieren aber auch in bestimmten Segmenten, zum Beispiel bei Tanklagerung, Raffinerien, Pipelines und Logistik.

Das Kartellamt betrachtet diese Zusammenarbeit mit Argwohn; aus wirtschaftlichem Blickwinkel ist sie eher vernünftig. Indem die Konzerne einen Teil der teuren Infrastruktur gemeinsam nutzen, sparen sie Kosten. Würden diese Strukturen zerschlagen, wie es die Kritiker immer wieder fordern, könnte es für den Verbraucher eher noch teurer werden.

Preise fahren Achterbahn

Ebenso zweischneidig fällt die Beurteilung der von Brüderle so heftig kritisierten "Achterbahnfahrt" aus. Es ist richtig, dass die Preise in Deutschland sich täglich ändern, teils mehrfach. Das ergab eine Zählung des Branchenführers BP/Aral für 2010. Die Branche allerdings interpretiert die häufigen Preisänderungen gerade als Ausdruck eines besonders intensiven Wettbewerbs; wegen der großen Transparenz des Marktes müssten sich die Wettbewerber ständig anpassen.

Auch innerhalb eines Oligopols kann es heftige Konkurrenz geben, zumal die großen Fünf nicht allein am Markt sind. Regionale Konkurrenten wie die polnische Orlén (Star) oder die österreichische OMV mischen ebenso kräftig mit auf dem Markt wie Mittelständler und manche Verbrauchermärkte.

Konsequenzen nach Kartellamtsbericht?

Stabilere Preise müssen nicht zwingend niedriger sein. In Italien beispielsweise verändern sich die Preise seltener, sind aber vor Steuern deutlich höher als in Deutschland, ebenso in Luxemburg. Die Gewinne der Ölkonzerne sind dort höher. Die Preisdifferenzen zwischen Deutschland und anderen europäischen Ländern sind im wesentlichen durch unterschiedliche Steuersätze zu erklären. Ohne Steuern liegen die Preise in Deutschland seit vielen Jahren im unteren Drittel der EU, gegenwärtig auf Platz 19 von 27.

Nach jahrzehntelanger und weitgehend ergebnisloser Diskussion um den Wettbewerb auf dem Markt für Mineralölprodukte will das Kartellamt noch in diesem Monat mehr Klarheit schaffen. Nach fast drei Jahren Arbeit legt das Amt die tiefstgehende Sektoruntersuchung vor, die es je vorgenommen hat. Die Branche wartet gespannt darauf. Brüderle will das Werk erst lesen und dann über "Konsequenzen" nachdenken.

Eckart Gienke, DPA / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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