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Zukunft von Opel: GM schickt die Kavallerie

Die Aufpasser kommen: Drei GM-Top-Manager nehmen Opel an die Leine. Zudem geht der mächtige Betriebsratschef Klaus Franz in Frührente. Dabei ist Opel gut gerüstet für das kommende Krisenjahr.

Von Gernot Kramper

Déjà-vu in Detroit: Satte 213,8 Millionen Euro Verlust bescherte das Europageschäft von Opel und Vauxhall der Mutter General Motors im vergangenen Quartal. Vor allem Opel wird aus Sicht der Amerikaner immer mehr zum Klotz am Bein. "Wir müssen in Europa einen besseren Job machen", so kommentierte GM-Chef Dan Akerson die schlechten Zahlen. Nun macht er ernst und schickt Manager aus den USA nach Europa – Opel wird noch stärker an die Leine genommen.

GM-Strategiechef Stephen Girsky soll den Aufsichtsrat führen, Finanzchef Dan Ammann und Asienchef Tim Lee verstärken die US-Fraktion im Kontrollgremium der Deutschland-Tochter. Das Bild von Girsky ist zwiespältig. Einerseits hat er vor zwei Jahren den Verkauf an Magna verhindert. Und er wird auch jetzt für die Zukunft von Opel kämpfen. Anderseits gilt er als knallharter Zahlenmensch. Lange Jahre war er Autoanalyst bei der Investmentbank Morgan Stanley, später Berater – den Stallgeruch des Ingenieurs, der typisch für die deutschen Autoindustrie ist, bringt Girsky nicht mit. Seine Botschaft ist klar: Notwendig sei es, "die Kostenstruktur zu optimieren, Margen zu verbessern und Skaleneffekte innerhalb des Konzerns zu nutzen".

Kein europäisches Sonderreich

Diese Vision mag manchen altgedienten Opelaner schmerzen, doch sie ist ohne Alternative. Für ein europäisches Sonderreich sind Opel/Vauxhall zu klein - selbst ohne die derzeitige Ertragsschwäche. So paradox es klingt: Die Eigenständigkeit der Marke kann nur erhalten bleiben, wenn sich die Europäer stärker in den internationalen Konzern General Motors integrieren. Auch das Rüsselsheimer Entwicklungszentrum – auf dass man bei Opel zu Recht stolz ist – kann nur als Technikschmiede für ganz General Motors funktionieren. Opel allein könnte die Kosten nicht erwirtschaften. Nur die Bedrohung aus den USA zu sehen, ist kurzsichtig. Die Überlebenschance für Opel liegt nicht im stagnierenden westeuropäischen Markt, sondern im Gesamtkonzern.

Die Gemüter beunruhigt es weiter, dass gleichzeitig der mächtige Opel-Betriebsratschef Klaus Franz, 59, von Bord geht. Als die Existenz des Unternehmens auf der Kippe stand, tauchte das Management ab. Franz war das Gesicht von Opel und gilt vielen seitdem als Retter. Der Arbeitnehmerboss selbst hat dieses Image nicht genährt. In der Krise trat er zwar entschlossen vor die Kameras, als die Lage sich beruhigte, hielt er sich jedoch zurück. Die ausgehandelten Verträge zwischen Belegschaft und Management gelten bis 2014. Jetzt ist daher der ideale Zeitpunkt für einem Wachwechsel in der Arbeitnehmervertretung.

Opel krisenfest gemacht

Tatsächlich steht es um Opel nicht so schlecht, wie befürchtet. Opel ist auf die kommende Krise besser vorbereitet als die Konkurrenz – weil die Marke in den vergangenen Jahren sparen musste und nicht hemmungslos auf Wachstum setzen konnte. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer prognostiziert für das nächste Jahr eine Auto-Rezession in Westeuropa. Die Pkw-Verkäufe werden - so seine Analyse - um 671.000 Fahrzeuge zurückgehen. Die Überkapazitäten in den westeuropäischen Werken sollen dann bis zu 800.000 Fahrzeuge betragen. Viele Hersteller haben bislang ihre Produktionsstätten – getragen vom Prinzip Hoffnung – ausgebaut. Bei stagnierendem oder rückläufigem Absatz werden diese Kosten die Autobauer strangulieren.

Opel hat den schmerzhaften und extrem teuren Prozess, die Produktion runterzufahren, zum größten Teil bereits hinter sich gebracht. Europaweit wurden 8000 von insgesamt 48.000 Arbeitsplätzen gestrichen. Die letzten Kosten des Personalabbaus zeigen sich in dem Quartalsverlust. Dudenhöffer traut Opel deshalb zu, besser als die Konkurrenten durch die Krise zu kommen. "Opel wird im nächsten Jahr keine großen Gewinne machen, aber besitzt die reale Chance, schwarze Zahlen zu schreiben."

Modelle überzeugen

Auch von den Modellen her ist Opel wesentlich besser aufgestellt als noch vor zwei Jahren. Neben dem Mittelklassewagen Insignia konnten sich der Minivan Meriva und der Astra in der Kompaktklasse als konkurrenzfähige Fahrzeuge durchsetzen. Der Astrakombi Sports Tourer konnte sogar dem Golf-Kombi Paroli bieten. Die Familienkutsche Zafira Tourer und das eben vorgestellte Sportcoupé Astra GTC können sich zwar noch nicht beim Kunden beweisen, da sie Ende des Jahres auf den Markt kommen, die Fachpresse stellt beiden aber gute Zeugnisse aus.

Während der Astra GTC in erster Linie den dringend benötigen Glanz in die Opelhäuser zurückbringen soll, zielt der neue Zafira auf immer stärker wachsenden Van-Markt. Er ist wesentlich größer und luxuriöser als sein Vorgänger. Das Kalkül dahinter: Der Zafira soll eine preiswerte Alternative zu den großen Vans wie dem VW Sharan oder Ford Galaxy darstellen. Ob das gelingt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Ein wichtiger Pluspunkt: In den letzten Jahren hat Opel sich keinen echten Schnitzer geleistet und konnte auch die alte Qualitätsdiskussion endgültig hinter sich lassen.

Die Zukunft wird elektrisch

Auch für die Zukunft ist Opel gerüstet. Mit dem Ampera bietet Opel zurzeit ein Elektroauto an, dass man als vollwertiges Automobil bezeichnen kann. Das Projekt eines kleinen Strom Corsas wurde auf Eis gelegt. Diese Entscheidung wird den Kostenkiller Stephen Girsky gefallen: Opel muss genauer als andere Hersteller darauf achten, welche Entwicklungen am Ende erfolgreich sein werden. Mehr oder minder konventionelle Modelle auf Batteriebetrieb umzurüsten, wird wenig Sinn machen. Cleverer sind Modelle wie der auf der IAA vorgestellte "RAK e": Der futuristische Kabinenroller wäre ein elektrisches Citymobil, das zu bezahlbaren Preisen endlich mehr Spaß signalisiert, als ein normaler Pkw. Opel denkt über eine Serienfertigung nach. Bedingung: Der Serien-"Rak e" darf höchstens 12.000 Euro kosten.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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