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Moto X von Motorola: Google greift mit neuem Handy Apple und Samsung an

Es ist das erste gemeinsam mit Motorola entwickelte Telefon: Google bläst mit dem Smartphone Moto X zur Attacke auf iPhone und Galaxy. Der Clou: Jeder Kunde soll sein Gerät selbst gestalten können.

Mit einem neuen Smartphone will Google bei seiner kriselnden Tochter Motorola das Ruder herumreißen und Apple und Samsung Konkurrenz machen. Moto X heißt das mit Spannung erwartete Oberklasse-Handy, das Motorola am Donnerstag vorstellte. Das Mobiltelefon mit dem hauseigenen Betriebssystem Android soll schon in wenigen Wochen zunächst in den USA, Kanada und Lateinamerika auf den Markt kommen, wie das Unternehmen mitteilte. Google hatte Motorola im vergangenen Jahr für über 12,5 Milliarden Dollarübernommen.

Bei dem ersten Motorola-Smartphone unter seiner Regie setzt Google auf neuartige Steuerung und Vielfalt beim Aussehen. So kann der Nutzer das Telefon mit dem gesprochenen Befehl "Ok, Google Now" angehen lassen. Dafür hört ein Mikrofon immer zu und kann die Stimme des Besitzers erkennen, wie Motorola bei der Vorstellung erläuterte. Dreht man mehrfach das Handgelenk, springt die Kamera an.

Zudem stehen Nutzern beim Aussehen dank unterschiedlicher Vorder- und Rückseiten gut 500 Kombinationen zur Auswahl, wie das Blog "The Verge" ausrechnete. Darunter ist zum Beispiel auch eine Schale in Holzoptik. Käufer sollen sich ihr Gerät Online mit dem "Moto Maker" zusammenstellen können. Es soll dann in den USA montiert und binnen vier Tagen zugestellt werden.

Motorola verpasste dem Smartphone einen Bildschirm mit 4,7 Zoll Diagonale und Speicherkapazitäten von 16 und 32 Gigabyte. Die Batterie soll einen ganzen Tag halten. Dafür wird unter anderem das ständig wache Mikrofon von gesonderten Chips betreut. Auf dem US-Markt soll das Moto X 199 Dollar mit Vertrag kosten.

Direkterer Zugriff auf Google-Dienste

Das Moto X wurde nach der Übernahme von Motorola durch Google von Grund auf neu entwickelt, wie der neue Motorola-Chef Dennis Woodside betonte. Es gewährt unter anderem durch die Sprachfunktion noch direkteren Zugriff auf Google-Dienste. Es läuft überraschenderweise jedoch nicht mit der neuesten Android-Version. Google hatte immer wieder versichert, dass Motorola in der Android-Welt keine Vorteile bekommen werde. Die Entwicklung wurde von anderen Herstellern von Android-Geräten wie Samsung oder LG sehr aufmerksam beobachtet.

Der von Google eingesetzte Motorola-Chef Dennis Woodside hatte den Fokus auf Sensoren in neuen Smartphones des Unternehmens bereits angekündigt. So sollen sie zum Beispiel erkennen, ob sie gerade in der Tasche stecken oder im fahrenden Auto unterwegs sind und sich entsprechend verhalten. Motorola, der Erfinder des modernen Handys, war in den vergangenen Jahren im Smartphone-Markt hinter erfolgreichere Rivalen wie Samsung oder Apple mit seinem iPhone zurückgefallen. Der Marktanteil liegt jetzt nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

mad/Reuters/AFP/DPA / DPA / Reuters