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Atom-Aufrüstung Arcturus – Moskau zeigt futuristisches Atom-U-Boot der nächsten Generation

Die "Arcturus" setzt eine Drohne aus.
Die "Arcturus" setzt eine Drohne aus.
© Rubin Design Bureau / PR
Russland hat das revolutionäre Design eines Stealth-U-Bootes vorgestellt. Die "Arcturus" kann den Gegner mit Drohnen jagen und soll so ihre Fracht von Interkontinentalraketen schützen.

Auf der jährlichen Militärmesse bei Moskau hat das Konstruktionsbüro Rubin ein revolutionäres neues U-Boot-Design vorgestellt. Die "Arcturus" ist ein strategisches Boot der nächsten Generation, hauptsächlich dafür gedacht, Atomraketen zu tragen. Besonders auffällig sind die weichen fließenden Formen und das Vermeiden aller Kanten. Eine Optik, wie man sie von modernen Stealth-Flugzeugen kennt. Mit einer passenden Beschichtung soll ein eingehendes Sonar so diffus reflektiert werden, dass der Gegner kein brauchbares Signal mehr empfängt.

Stealth-Formen

Ganz neu ist die Formgebung nicht, auch die Dreadnought-Klasse und der Typ 212 CD, der für Deutschland und Norwegen gebaut wird, setzen sie um. Die "Arcturus" wird über ein neuartiges Antriebssystem verfügen. Die Schraube wird keine Welle mehr haben, sie wird rein elektrisch direkt angetrieben. Primär dient dieser Antrieb dazu, die verräterischen Geräusche zu verringern. Da es aber weniger bewegliche und damit belastete Bauteile gibt, ist dieser Antrieb auch zuverlässiger als eine konventionelle Schraube – bei höherer Manövrierfähigkeit.

Kleiner als die Vorgänger 

Die "Arcturus" wie auch andere Entwürfe kämpfen darum, die Tarnfähigkeit von U-Booten in der Tiefe zu erhalten, obwohl die Technik, um sie aufzuspüren, immer weiter fortschreitet. U-Boot Experte H. Sutton weist darauf hin, dass das Boot wegen Fortschritten in der Raketentechnik etwa 20 Prozent kleiner ausfällt als seine Vorgänger. Die Arcturus-Klasse wird nur über zwölf Raketenstarter verfügen, während die Borei-Klasse noch 16 Rohre hat. Vermutlich wird das Boot, sollte es gebaut werden, mit Hyperschallraketen ausgerüstet. Um selbst Gegner zu jagen, wird die Arcturus zwei oder drei autonome Unterwasserdrohen vom Typ Surrogate-V mitführen. Ein Raketenstarter wird so ausgelegt, dass er eine kleinere Drohne aussetzen kann. Im Heck finden sich drei Hangars für die Surrogate-V. Unter anderem kann die Drohne chemische Verunreinigungen des Wassers erschnüffeln und so gegnerische U-Boote aufspüren. Gleichzeitig kann die Drohne die Signaturen großer U-Boote nachahmen, um den Gegner so in die Irre zu führen. Der Pumpjet-Antrieb soll der Drohne Beweglichkeit und eine hohe Geschwindigkeit unter Wasser verleihen. 

Noch nur ein Entwurf 

Einsatzgebiet der "Arcturus" könnte die Arktis sein, auf deren Gebiet und Rohstoffe Moskau einen Anspruch erhebt. Darauf deutet der Name Arcturus hin, der hellste Stern der nördlichen Himmelshalbkugel. Sollten die wirtschaftlichen Sanktionen Russlands Wirtschaft zum Zusammenbruch treiben, dürfte Putin das Projekt zunächst nicht verwirklichen können. Sollte das nicht der Fall sein, sieht das anders aus. Die überzeugende Drohung mit einem atomaren Schlag ist nach dem Überfall auf die Ukraine die "Lebensversicherung" für Putins Herrschaft. Die Präsentation jetzt ist auch eine Erinnerung an den Status Russlands als Atommacht.


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