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Vebeg: Bundesmarine versteigert U-Boot an Höchtsbietenden

Der Bund benötigt ein altes U-Boot nicht mehr. Es liegt in Kiel und wird im Juni versteigert. Die Boote der Klasse 206 waren einst gefährliche Jäger, die selbst Flugzeugträger versenken konnten. Doch U-25 ist heute in einem traurigen Zustand.

Ein Boot der Baureihe - die U 18.

Ein Boot der Baureihe - die U 18.

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Die Vebeg versteigert nicht mehr benötigtes Gerät des Bundes. Dort kann man ganz normale Autos kaufen, aber auch Feuerwehren und Militär-Lkws. Doch nun ist ein ganz besonderes Stück im Angebot. Die Marine verhökert per Gebot ein ausgewachsenes U-Boot.

Das alte U-25 sucht einen neuen Besitzer. Das Boot gehört zu Klasse 206. 18 Boote wurden davon gebaut – alle kamen in den 1970er Jahren in den Dienst. Das Besondere: Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte Deutschland zunächst nur Mini-U-Boote bis zur Größe von 350 Tonnen Verdrängung bauen. Die Einheiten der Klasse 206 waren die ersten ernst zu nehmenden Kampf-U-Boote der Bundeswehr. Gebaut wurden sie für küstennahe Gewässer. Als Besonderheit konnten diese Boote 24 Minen transportieren und ausbringen. Damit sollten etwaige Invasionsflotten des Warschauer Paktes bekämpft werden, wenn sie versucht hätten, an einer Küste der Ostsee anzulanden.

Lautlose Jäger

Wehrlos waren die kleinen Boote nicht. Denn sie waren leise und sehr schwer zu orten. Eine gut ausgebildete Besatzung, die Meeresströmungen und Wasserschichten zur Tarnung nutzte, konnte auch großen Kampfschiffen gefährlich werden.

2001 gelang es U-24 in einer Übung, den Sicherungskordon des Flugzeugträgers "USS Enterprise" zu durchbrechen und den Träger virtuell zu versenken. Neben dem Stolz der US-Flotten Stahlkoloss färbte sich damals das Wasser grün. Alle sahen: U-24 konnte einen Übungstreffer landen. Der Legende nach soll der US-Admiral an Bord danach einen Wutanfall bekommen haben.

Ernster wurde es im Falklandkrieg. Dort konnte ein argentinisches Boot der weiterentwickelten Baureihe 209, die "San Louis", auf nur 7000 Meter an den britischen Flugzeugträger "Invincible" herankommen. Die "San Louis" feuerte acht Torpedos ab – die Besatzung der "Invincible" überlebte den Angriff nur, weil die unerfahrenen Argentinier die Leitsysteme der Torpedos falsch verkabelt hatten.

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Schlimmer Zustand

Doch das ist die Vergangenheit. Wie viele Objekte der Vebeg befindet sich U-25 heute in einem beklagenswerten Zustand. In den Papieren heißt es: "Motoren, Generatoren und technische Ausrüstungsgegenstände sind unvollständig und defekt. Der Propeller fehlt und gehört nicht zum Losbestand. Die Blei-Fahrbatterien sind tiefentladen und kurzgeschlossen."

Schwimmen oder gar Tauchen kann U-25 nicht mehr, seitdem es in der Eckernförder Bucht Schockversuchen unterzogen wurde. Mitversteigert wird ein Ponton, der das Boot in Kiel über Wasser hält. Der neue Besitzer muss das Boot zudem weiter demilitarisieren.

Gefordert werden unter anderem:

- Zerschneiden der Torpedorohre.

- Zerstörung des Druckkörpers durch Einbringen von mindestens zwei Öffnungen von je 1,5 m x 2 m in den Druckkörper.

- Zerschneiden und Entfernen der Innenwände der Trimm- und Regelzellen.

Danach kann man das über 50 Meter lange Boot nur noch verschrotten oder als Ausstellungsstück in den Vordergarten stellen. Am 11. und 12. Juni kann das Boot im Marinearsenal Kiel besichtigt werden. Gebote werden bis zum 25. Juni entgegengenommen.

Quellen: VebegSeaforces

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