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Computer Marke Eigenbau Gaming PC selber bauen: Bestandteile im Überblick

Wer seinen Gaming PC selber bauen will, braucht Prozessor, Mainboard und Lüfter.
Wer einen Gaming PC selber bauen will, muss die Komponenten aufeinander abstimmen.
© loongar / Getty Images
Sie wollen Ihren Gaming PC selber bauen? Kein Problem, mit diesen Tipps gelingt der Gaming-Rechner Marke Eigenbau.

Es ist dieser Tage schwer für PC-Enthusiasten, einen Gaming PC selber zu bauen. Scalper vermiesen die Preise für Grafikkarten und Prozessoren. Das sind Händler, die mittels Software (Bots) Hardware in Massen aufkaufen, nur um sie teuerer weiterzuverkaufen. Die Hersteller können die hohe Nachfrage nicht bedienen und normale Verbraucher haben gegen die Bot-Händler keine Chance. Trotzdem hat der Gaming-PC Marke Eigenbau viele Vorteile: 

  • Wer selber baut, versteht die Maschine (fast)
  • Vorinstallierte Software (Bloatware) ist kein Thema
  • Selberbauer entscheiden über Größe und Aussehen des PCs
  • Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis zu Fertigrechnern
  • Spaß bei der Arbeit (wenn alles klappt)

Falls Sie absoluter Neuling auf dem Gebiet des PC-Baus sind, keine Sorge. Den eigenen Gaming-Computer zu bauen, ist einfacher als gedacht. Wie in der Liebe auch, braucht es für das erste Mal nur etwas Ruhe, Geduld, Aufklärung und Fingerspitzengefühl. 

Gaming PC selber bauen: Die Komponenten

  1. Einen Prozessor (Hirn) 
  2. Ein Mainboard (Schaltzentrale)
  3. Arbeitsspeicher (Kurzzeitgedächtnis)
  4. Die Grafikkarte für ein Bild auf dem Monitor
  5. SSD oder HDD (Speicher)
  6. Ein Netzteil, das Strom in die digitalen Venen pumpt
  7. Ein Gehäuse
  8. Kühler für den Prozessor
  9. Extras
  10. Das richtige Werkzeug

Im Folgenden erklärt der Artikel, warum und wie welche Komponenten miteinander harmonieren und was sich hinter den kryptischen Kennungen der Hersteller verbirgt. Exemplarisch sehen Sie eine Zusammenstellung an Komponenten für einen Gaming-PC.

1. Der Prozessor

AMD oder Intel, Rot gegen Blau – es ist der ewig währende Streit unter Gamern und Enthusiasten. Mit der Zen3-Architektur haben die Roten Intel in Sachen Gaming-Performance abgehängt. Die Architektur findet sich im AMD Ryzen 5 5600X wieder, der in direkter Konkurrenz zum Intel i5 10600K steht. Beide Prozessoren sind Sechskerner. Allerdings taktet der i5 10600K bei 4,1 Gigahertz, der Ryzen 5 5600X bei "nur" 3,7. Macht aber nichts, denn der Ryzen-Prozessor arbeitet effizienter, seine Architektur ist besser.

Und das spiegelt sich in der Performance wieder: Selbst wenn Sie den i5 10600K stark übertakten, kommt er nicht an die Performance des AMD-Prozessors heran. Intel sah sich deshalb genötigt, die Preise seiner Prozessoren zu reduzieren – ein Novum für den Hersteller. Wegen der hohen Nachfrage kostet der Ryzen 5 5600X momentan um die 350 Euro, der Intel i5 10600K ist etwa 100 Euro günstiger.

Beide Prozessoren eint, dass sie die Endstufe ihrer Sockelgeneration sind. Voraussichtlich Anfang 2023 bringt AMD seinen AM5-Sockel auf den Markt. Wer in zwei Jahren den Prozessor updaten will, muss bei Intel und AMD ein neues Mainboard kaufen. AMD ist aber darauf bedacht, seinen Kunden ein späteres Upgrade des Prozessors zu ermöglichen und ändert deshalb den Sockel seiner Chips weniger oft. Intel fährt eine andere Strategie: Alle zwei Generationen wechselt der Konkurrent die Sockel seiner Prozessoren.

Weiterer Pluspunkt bei AMD: Wenn Ihnen der Ryzen 5 5600X zu teuer ist, können Sie auch zur Vorgängergeneration mit Zen2-Architektur greifen. Der Ryzen 7 3700X ist momentan etwas günstiger als der Ryzen 5 5600X und harmoniert problemlos mit den neuesten AMD-Mainboards. In Spielen ist seine Performance schwächer, aber er bietet zwei Rechenkerne mehr. Wenn Sie in der Freizeit Videos schneiden oder Bilder bearbeiten, fahren Sie mit dem 3700X gut. 

Wenn Sie Prozessoren vergleichen, fallen Ihnen zwei Händler-Kennungen auf: Boxed und Tray. Boxed-Prozessoren kommen meist mit einem CPU-Kühler daher, Tray-Prozessoren nicht. AMD verkauft seine Ryzen-Chips meist als Boxed-Version mit Kühler. Wenn Sie den Prozessor übertakten wollen oder besonderen Wert auf eine leise Kühlung legen, müssen Sie trotzdem einen CPU-Kühler kaufen. Die Verwirrung perfekt machen Oberklasseprozessoren von Intel wie der i9 9900K: Sie sind zwar in einer Box, kommen aber ohne Kühler.

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  • Sockel: Sockel AM4
  • Kerne: 6
  • Threads: 12
  • Taktfrequenz: 3,70 Gigahertz
  • Boost: 4,60 Gigahertz
  • TDP: 65 Watt 

Übrigens: TDP ist die Abkürzung für Thermal Design Power und beschreibt die thermische Verlustleistung des Prozessors. Das ist wichtig für die Wahl des Prozessor-Kühlers. Kühler-Hersteller geben an, wie viel TDP ein Kühler verarbeiten kann.

2. Das Mainboard

Wir haben uns für den Ryzen 5 5600X entschieden, der den AM4-Sockel hat. Entsprechend brauchen wir ein Mainboard, das diesen Sockel bietet. Ganz so einfach ist die Wahl aber nicht, denn nicht jedes Mainboard mit AM4-Sockel kommt mit dem Prozessor zurecht. Warum? In den Board-Namen der verschiedenen Hersteller verstecken sich meist Formeln wie B550, X370 oder B450. Sie beschreiben nichts weiter als die Chipsätze der verschiedenen Mainboards.

Und genau die gilt es zu beachten: Zwar kann ein Mainboard mit AM4-Sockel und B450-Chipsatz Ryzen-Prozessoren der Zen3-Architektur verarbeiten – aber nur, wenn Sie das Bios vorher aktualisiert haben. Blöd: Dafür braucht es einen Prozessor der Vorgängergeneration. Wer neu kauft, will deshalb ein Mainboard, das den neuen Prozessor aus dem Stand verarbeitet. Die meisten Händler weisen Kunden daraufhin, ob das Mainboard im Warenkorb ein Update braucht – verlassen Sie sich darauf aber nicht, wenn Sie Ihren Gaming PC selber bauen! Einige Händler bieten an, das Bios älterer Bords gegen Aufpreis zu aktualisieren.

Bei der Wahl des Mainboards stellt sich außerdem die Frage nach dem Formfaktor: Die gängigsten Formfaktoren sind ATX, Micro-ATX (mATX) und Mini-ITX. Schön: Sie gelten für Mainboard, Netzteil und Gehäuse und unterscheiden sich in der Größe. Logisch: ATX ist die größte Form, Mini-ITX die kleinste und Micro-ATX siedelt sich in der Mitte an.

Wichtig: Entscheiden Sie sich für einen Formfaktor und kaufen Netzteil, Gehäuse und Mainboard in den gleichen Formfaktoren. Ausnahmen bestätige die Regel: Ein Gehäuse, in das ein ATX-Mainboard passt, nimmt in der Regel auch eine Micro-ATX-Hauptplatine auf. Umgekehrt funktioniert das natürlich nicht.

Wer etwa einen kleinen Gaming PC selber bauen will, greift zu Mini-ITX-Mainboards, Gehäusen und Netzteilen. Ein High-End Gaming-PC aber braucht Platz, wir entscheiden uns also für ein ATX-Board. Entsprechend achten wir später bei der Wahl des Gehäuses darauf, dass es ATX-Boards aufnimmt.

Eine geeignete Wahl für den Ryzen 5 5600X ist das MSI MPG B550 Gaming Plus. Es kommt im Formfaktor ATX daher, verarbeitet maximal 128 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Taktung von 4.133 Megatransfers in der Sekunde auf vier Steckplätzen. Außerdem hat es einen PCIe-4.0-Steckplatz für die Grafikkarte. 

PCIe ist die Datenautobahn auf der Hauptplatine. Über sie kommuniziert der Prozessor mit Grafikkarte, Speicher & Co. Noch ist PCIe 4.0 uninteressant, weil keine Grafikkarte das Mehr an Datendurchsatz im Vergleich zu PCIe 3.0 nutzt und entsprechend kein Leistungsgewinn bei Spielen zu verzeichnen ist. Das kann sich aber in Zukunft ändern. Schön: Zwei superschnelle M.2-SSDs finden auf dem Bord Platz. Die profitieren schon jetzt von PCIe 4.0. Über insgesamt sechs SATA-Ports verbinden Sie HDD-Festplatten, "normale" SSDs, DVD-Laufwerk oder integrierten Kartenleser.

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  • Formfaktor: ATX
  • Anschlüsse extern: 1x DisplayPort,  4x USB 2.0, 1x Gigabit-LAN, 5x Audio, 1x HDMI, 3x USB 3.2 Gen 1 Typ-A, USB 3.2 Typ-C, 1x S/PDIF Out Optisch
  • Anschlüsse intern: 1x USB 3.2 Typ-C, 1x USB 3.2 Typ-A, 2x USB 2.0, 6x SATA 6Gb/s, 1x TPM-Header, 2x M.2 Slots
  • Slots für Erweiterungen: 2x PCIe 4.0 x16, 2x PCIe 3.0 x1

3. Der Arbeitsspeicher 

Nie war Arbeitsspeicher (RAM) wichtiger im Gaming PC als dieser Tage, weil sich eine schnelle Taktung tatsächlich in mehr Bildern in der Sekunde auf dem Monitor wiederspiegelt. Wenn Sie RAM-Module miteinander vergleichen, fallen Ihnen vor allem zwei Dinge auf: Zahlenketten wie 16-18-18-38 und die Taktrate des RAM angegeben in Megatransfers in der Sekunde. Was hat es damit auf sich?

Hinter der Zahlenfolge verbirgt sich die Column-Address-Strobe-Latenz (CAS-Latency). Das ist die Verzögerungszeit zwischen zwei Momenten innerhalb eines Arbeitsprozesses des Computers. Erstens die Anweisung der Speichersteuerung an den Speicher auf eine bestimmte Speicherspalte in einem Modul zuzugreifen. Und zweitens die Freigabe des Arbeitsspeichers der angeforderten Daten. Generell gilt: Je niedriger die Latenz, desto besser ist die Performance und desto teurer ist der Speicher. 

Die Megatransfers in der Sekunde verraten, wie schnell der Arbeitsspeicher taktet. Hier gilt: Höher ist besser. Allerdings müssen Mainboard und Prozessor mitspielen. Wenn Sie RAM-Module mit einer Taktung von 4.000 Megatransfers in der Sekunde in ein Mainboard stecken, das nur 2.133 Megatransfers in der Sekunde verarbeiten kann, taktet das Mainboard den Arbeitsspeicher runter – Sie verpulvern also Geld für eine Taktung, mit der Sie nichts anfangen können. Gleiches gilt, wenn der Prozessor hohe Taktraten des Arbeitsspeichers nicht verarbeiten kann.

Wir haben uns für das MSI MPG B550 Gaming Plus in Verbindung mit dem Ryzen 5 5600X entschieden. Zur Erinnerung: Das Mainboard fasst maximal 128 Gigabyte Arbeitsspeicher, die mit bis zu 4.133 Megatransfers in der Sekunde takten dürfen. Der Ryzen 5600X kommt mit maximal 4.000 Megatransfers in der Sekunde zurecht. Höhere Taktraten des Arbeitsspeichers wären eine Geldverschwendung. Momentan liegt der Sweetspot zwischen Preis und Leistung für Arbeitsspeicher bei 3.600 Megatransfers in der Sekunde. Ein Mehr an Leistung in Spielen ist bei 4.000 Megatransfers in der Sekunde kaum zu erkennen. 

Wir entscheiden uns damit für ein RAM-Modul, bestehend aus zwei Riegeln mit einer Taktung von 3.600 Megatransfers in der Sekunde und möglichst niedriger CAS-Latenz. All das vereint das Crucial Ballistix Schwarz 32 GB Kit. 32 Gigabyte Arbeitsspeicher sind für Gamer mehr als genug, die Riegel takten bei 3.600 Megatransfers in der Sekunde und das bei einer CAS-Latenz von 16-18-18-38.

Wer sparen will, greift zu zwei 8-Gigabyte-Riegeln, denn 16 Gigabyte RAM reichen für die meisten Games noch aus. Nur einen RAM-Riegel wollen Spieler aber nicht verbauen, da zwei Riegel im Dual-Channel-Modus laufen. Stellen Sie sich die Module wie eine Autobahn vor: Zwei Spuren sind besser als eine. 

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  • CAS-Latenz: 16-18-18-38
  • Taktung: 3.600 Megatransfers in der Sekunde
  • Zwei 16 Gigabyte Riegel

4. Die Grafikkarte

Was bei Prozessoren Blau gegen Rot ist, ist bei Grafikkarten der Kampf zwischen Rot und Grün. AMD und Chiphersteller Nvidia duellieren sich um die Gunst der Spieler, die einen Gaming PC selber bauen. Leider treiben auch hier Scalper ihr Unwesen. Es ist momentan schwer, an die neuesten Karten beider Hersteller zu kommen.

Im Gaming PC markiert die Grafikkarte das Herzstück. Sie ist maßgeblich für eine hohe Framerate verantwortlich. Und genau deshalb ist es umso ärgerlicher, dass die Karten momentan zu absurden Mondpreisen gehandelt werden. Teilweise verkaufen Händler sie bis zu 500 Euro teurer als die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) der Hersteller. 

Abgesehen davon hat Nvidia leistungstechnisch die Nase vor AMD – fast jedenfalls. Leistungsprimus ist die RTX 3090. Ihre UVP liegt bei 1.598 Euro, aktuell ist sie ab 2.000 Euro zu haben. Normalos finden in der RTX 3070 den interessantesten Mix aus Preis-Leistung. Die UVP beträgt etwa 500 Euro, aktuell verkauft sich die Karte um die 800 Euro. Ihr roter Konkurrent ist die Radeon RX 6800, deren UVP sich auf 579 Euro beläuft und die derzeit um die 900 Euro kostet.

Wer einen Ryzen-Prozessor der 5000er-Serie in Verbindung mit einem 500er-Chipsatz-Mainboard kauft, der will auch eine Radeon 6000er-Grafikkarte in seinem System haben. Warum? AMD hat "Smart Access Memory" vorgestellt. Das ist eine Funktion, die dem Prozessor erlaubt, auf den Arbeitsspeicher der Grafikkarte zuzugreifen. Die RTX 3070 mag einzeln betrachtet schneller sein als die Radeon RX 6800. In Verbindung mit einem Ryzen 9 5900X aber zieht die Radeon RX 6800 an der Nvidia-Karte vorbei. Nvidia erklärte bereits, das Feature softwareseitig nachzuliefern.

Übrigens: Wann Nvidia und AMD neue Grafikkarten liefern werden, steht noch in den Sternen. AMD erklärte, im ersten Quartal 2021 weitere Chips unter die Gamer zu bringen, bei Nvidia dauert es wohl noch bis Ende des ersten Quartals – Angaben ohne Gewähr. Wer eine ältere Grafikkarte hat, sollte sich in Geduld üben. Ansonsten entscheidet der Preis bei der Wahl der Grafikkarte.

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  • Grafikspeicher: 8 Gigabyte 
  • Speichertakt: 1.750 Megahertz
  • Chiptakt: 1.500 Megahertz
  • TDP: 220 Watt

5. SSD oder HDD

Bei der Wahl des Speichers wollen Gamer eine möglichst hohe Lese- und Schreibgeschwindigkeit haben. Das reduziert nervige Ladezeiten. Weil die Spiele immer größer werden, ist viel Speicher ebenfalls willkommen. In Sachen Geschwindigkeit liegt SSD-Speicher klar vor HDD-Festplatten. Innerhalb der SSD-Familien schlagen M.2-Riegel mit PCIe 4.0 jene Speicher, die Sie per SATA-Schnittstelle mit dem Mainboard verbinden. Das Mainboard MSI MPG B550 Gaming Plus fasst zwei M.2-SSDs und hat sechs SATA-Ports. 

Wir entscheiden uns für eine M.2-SSD und achten darauf, dass der Speicherriegel mit PCIe 4.0 daherkommt. Im Vergleich zu PCIe 3.0 bietet der neuere Standard einen höheren Datendurchsatz, was der Schnelligkeit des Speichers zu Gute kommt.

Die Corsair Force Series MP600 SSD 1TB M.2 2280 PCIe 4.0 bietet Platz für 1 Terabyte an Games, Fotos oder Videos. Das reicht fürs Erste. Falls Sie mehr Platz benötigen, können Sie einen zweiten Riegel nachrüsten. Die Installation gelingt über eine der zwei Schnittstellen am Mainboard. Über lästige Kabel brauchen Sie sich nicht sorgen. Auf der SSD installieren Sie auch Ihr Betriebssystem.

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  • Kapazität: 1 Terabyte
  • Formfaktor: M.2
  • Schnittstelle: PCIe 4.0
  • Lesegeschwindigkeit: 4.950 Megabytes in der Sekunde
  • Schreibgeschwindigkeit: 4.250 Megabytes in der Sekunde

6. Gaming PC selber bauen: Das Netzteil

Wenn es eine Komponente gibt, an der Sie nicht sparen wollen, dann ist es das Netzteil. Ein klassischer Anfängerfehler ist es, nur auf die Wattzahl der Hersteller zu achten. So ködern Billighersteller unwissende Kunden mit Netzteilen, die angeblich eine Leistung von 1.000 Watt bieten – ohne Überspannungsschutz versteht sich. Brennt das Netzteil durch, ist meist der ganze Rechner futsch. Wir lassen unsere Finger von den als "Chinaböllern" verschrienen Billigteilen, wenn wir einen Gaming PC selber bauen.

Super Flower, Thermaltake, BeQuiet und Seasonic sind allesamt Premium-Hersteller, mit denen Spieler normalerweise gut fahren. Sie bieten auf ihren Webseiten Netzteil-Rechner an. Dort tragen Sie die Komponenten ein, die Sie gedenken zu verbauen. Behalten Sie dabei zukünftige Aufrüstungen im Hinterkopf. 

Uns empfiehlt der Netzteil-Rechner ein BeQuiet Straight Power 11 Platinum mit 850 Watt. Das mag etwas überdimensioniert sein, lässt aber genügen Spielraum für Aufrüstungen zu. Schön: Es ist ein modulares Netzteil. Bedeutet, dass Sie nur die Kabel an das Netzteil anschließen, die Sie wirklich brauchen. Das vermeidet nervigen Kabelsalat.

Übrigens: Die Platin-Zertifizierung gibt an, wie effizient das Netzteil unter verschiedenen Lasten arbeitet. Logisch: Platin ist besser als Gold, Gold ist effizienter als Silber und Silber als Bronze.

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7. Das Gehäuse 

Bei der Wahl des Gehäuses entscheidet der Geschmack – fast jedenfalls: Achten Sie darauf, dass Sie ein Gehäuse kaufen, bei dem das Netzteil unten eingebaut wird. So bildet es einen eigenen Kühlkreislauf, denn Sie bauen das Netzteil mit dem Lüfter nach unten zeigend in das Gehäuse ein. Der Lüfter zieht frische Luft vom Boden, die die Kondensatoren kühlt, bevor die warme Luft das Netzteil hinten raus verlässt.

Außerdem sollten Sie auf den richtigen Luftzug (Air-Flow) im Gehäuse achten, denn Grafikkarte und Prozessor erzeugen Wärme, die aus dem Gehäuse gepustet werden will. Generell gilt: vorne kalt rein, hinten warm raus. Weil warme Luft nach oben steigt, befindet sich in der hinteren oberen Ecke meist ein Lüfter. Für kalte Frischluft sorgen Lüfter vorne am Gehäuse.

Damit die Luft Platz zum Strömen hat, ist es von Vorteil, wenn das Gehäuse Schächte für das Kabelmanagement bietet. Wer seinen Prozessor mit einer All-in-One-Wasserkühlung erfrischen will, muss außerdem darauf achten, dass diese ins Gehäuse passt. Meist macht Sie es sich unter der Decke gemütlich.

Größentechnisch gibt es Big-, Midi- und Mini-Tower sowie ITX-Gehäuse. In Mini-Towern finden meist nur Micro-ATX-Boards Platz. Sie fallen für uns ebenso raus wie ITX-Gehäuse. Midi-Tower entsprechen der Größe eines Büro-Computers, Big-Tower sind entsprechend größer. Wir entscheiden uns für einen schlichten Big-Tower. Ob Sie Ihr Werk durch eine Plexiglas-Scheibe bewundern wollen oder nicht, obliegt Ihnen.

All unsere Bedürfnisse erfüllt das Fractal Design Define 7 XL Black. Es hat zwei 140-Millimeter-Lüfter vorne und einen hinten vorinstalliert. Je nach Geschmack installieren Sie sechs weitere 140-Millimeter-Lüfter nach. Schön: Staubfilter befindet sich vorne und unten am Gehäuse. Luftkühler mit einer Höhe von 185 Millimetern finden ebenso Platz wie Grafikkarten einer Länge bis zu 359 Millimeter. Wenn Sie die HDD-Festplattenhalterung aus dem Gehäuse ausbauen, dürfen die Karten bis zu 524 Millimeter lang sein. Das Gehäuse ist außerdem schallgedämmt, bietet eine Lüftersteuerung und Kabelmanagement. Vorne befinden sich USB-Ports. Selbst eine USB-C-Schnittstelle bietet das Gehäuse.

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  • Schallgedämmt
  • Kabelmanagement
  • Staubfilter
  • Lüftersteuerung

8. Die Kühlung

Wenn Sie einen Gaming PC selber bauen, scheiden sich bei der Kühlung wieder die Geister: Die eine Seite setzt auf Wasser-, die andere auf Luftkühlung. Planen Sie, den Prozessor zu übertakten, sei gesagt, dass das bei Ryzen-Prozessoren wenig Leistungszuwachs bringt. Nur wenn Ihnen der Boxed-Kühler zu laut ist, macht es Sinn, eine Alternative zu kaufen. 

Es gibt zwei Arten der Luftkühlung: Top-Blow, also von oben herab und Tower-Kühler, deren Lüfter zur Gehäusefront zeigen und die die Luft nach hinten weiterleiten. Der Boxed-Kühler des Ryzen 5 5600X ist ein Top-Blow-Kühler. Vorteil dieser Bauart ist, dass sie die umliegende Elektronik des Mainboards etwas mitkühlt.

Tower-Kühler bieten meist eine bessere Kühlleistung des Prozessors. Allerdings müssen Sie die Höhe des Arbeitsspeichers beachten. Einige Tower-Kühler ragen über die RAM-Steckplätze. Wenn Sie Arbeitsspeicher nachrüsten wollen, kann es passieren, dass Sie erst den Kühler ausbauen müssen, um an die Steckplätze zu gelangen. 

Weil wir keine Lust auf die Querelen haben und das Gehäuse genug Platz bietet, entscheiden wir uns für eine All-in-One-Wasserkühlung. Wieder gilt es zu beachten, dass der Kühler auf den Sockel passt. Zur Erinnerung: Bei uns war das AM4. 

Für uns eignet sich die Wasserkühlung Be Quiet Pure Loop 280 Millimeter. Sie kühlt den Prozessor dank 280-Millimeter-Radiator und zwei 140-Millimeter-Lüftern. Der Radiator findet in der Gehäusedecke Platz und stört die RAM-Steckplätze nicht. 

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9. Die Extras

Wir haben nun alle essentiellen Teile zusammen. Natürlich sind in der Konfiguration noch nicht alle Steckplätze des Mainboards belegt. Zwar bietet das MSI MPG B550 Gaming Plus 7.1-Sound. Aber den Bedürfnissen von Musikern könnte das nicht reichen. Sie wollen eine professionelle Soundkarte an Bord haben. Hobby-Fotografen könnten einen integrierten Kartenleser verbauen.

Wer Bluetooth oder WLAN am Gaming-PC haben möchte, kann das ebenfalls mit entsprechen PCIe-Karten nachrüsten. Und wer einen DVD-, oder BluRay-Brenner im Computer haben will, kann auch den einbauen. Windows oder Linux lassen sich aber auch über USB-Schnittstelle installieren. Dafür brauchen Sie nur einen bootfähigen USB-Stick.

10. Das richtige Werkzeug

Ohne das richtige Werkzeug macht der Eigenbau keinen Spaß. Generell gilt, dass Sie selbst Hand anlegen wollen. Akkuschrauber sind tabu! Bei der Installation der M.2-SSDs brauchen Sie außerdem einen Feinmechanik-Schraubenzieher. Mit diesem Set sind Sie gut gewappnet.

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Kein Muss, aber sicher ist sicher: Eine Antistatik-Matte hilft dabei, das die frischen Komponenten beim Einbau heil bleiben. Bevor Sie ans Werk gehen, sollten Sie sich entladen. Ein Griff an die Heizung genügt dafür. 

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Wer keine Kabelbinder im Haus hat, will auch die bestellen. Sie helfen dabei, das Innere des Computers ordentlich zu halten.

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Wenn Sie sich entscheiden, einen anderen Kühler zu verbauen, ist es nützlich, etwas Wärmeleitpaste im Haus zu haben – falls der erste Versuch schief gehen sollte. 

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Den Prozessor befreien Sie Übrigens mit Isopropanol von der schmierigen Paste.

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Und mit Druckluftspray entfernen Sie den Staub aus entlegensten Winkeln. 

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