Passagierflugzeug Russischer "Superjet" absolviert Erstflug


In Russland hat die große Hoffnung der zivilen Luftfahrtindustrie, das Regionalverkehrsflugzeug Superjet 100, den ersten Testflug erfolgreich absolviert. Der russische Passagierflieger wird vom Kampfflugzeug-Fabrikanten Sukhoi gebaut - und setzt auch auf westliche Technik.

Das erste seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion gebaute russische Passagierflugzeug hat seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert. "Das Flugzeug ist um zehn Uhr Moskauer Zeit gestartet, für eine Stunde geflogen und wieder gelandet", hieß es aus Kreisen des russischen Flugzeugbauers Sukhoi. Mit dem "Superjet 100" wollte der bis vor kurzem amtierende russische Präsident Wladimir Putin an alte Zeiten anknüpfen und die Luftfahrtbranche seines Landes wiederbeleben. Der Produktionsstandort befindet sich in Komsomolsk am Amur, 7000 Kilometer östlich von Moskau.

Der Erstflug war ursprünglich für Ende 2007 geplant, wurde jedoch mehrfach verschoben. Das warf Fragen auf, ob Sukhoi in der Lage sei, die straffen Produktionsziele des Hauptkunden Aeroflot zu erreichen. Allerdings steht Sukhoi damit nicht alleine in der Branche da - auch Weltmarktführer Airbus und Boeing mussten die Erstflüge für ihre jüngsten Projekte mehrfach verschieben.

Mit Airbus und Boeing, die den Markt für Flugzeuge ab 100 Sitzplätzen beherrschen, will der russische Flugzeugbauer, der bislang vornehmlich mit seinen Kampfjets für Furore sorgte, nicht konkurrieren. Der "Superjet" bietet Platz für 75 bis 95 Passagiere und soll sich erst mal im Markt für Regionaljets etablieren. Mit einem jährlichen Volumen von acht Milliarden Dollar ist dieser Markt im Vergleich zu den 60 Milliarden Dollar für große Jets relativ klein. Hauptkonkurrenten für Sukhoi sind die brasilianische Embraer und die kanadische Bombardier.

Hilfe von Boeing

Um das neue russische Prestigeobjekt bauen zu können, wandte sich Sukhoi jedoch mit der Bitte um Hilfe an Boeing. Zudem hält die Finmeccanica-Tochter Alenia 25 Prozent an der Verkehrsflugzeugsparte von Sukhoi. Die Italiener übernehmen die Instandhaltung der Flugzeuge - ein nicht unwesentlicher Faktor für die Verkaufschancen des "Superjet".

73 Bestellungen liegen für den 29 Millionen Dollar teuren Jet bislang vor, Sukhoi hofft auf 800 - allein 500 davon im Ausland. Bis 2010 sollen jährlich 60 bis 70 Maschinen die Montagehallen verlassen. Sie sollen unter anderem die veralteten Flugzeuge aus Sowjetzeiten, die Tupolev Tu-134 und die Yakolev Yak-42, ersetzen. Gut 100 Flüge muss der Superjet nun absolvieren, um die Sicherheitstests zu bestehen.


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