Schulen
Schülerstreit um Fasten – Schulaufsicht prüft

NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) Foto: Christoph Reichwein/dpa
NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) Foto
© Christoph Reichwein/dpa
In einer Schule in Kleve soll es während des Ramadans zu Konflikten zwischen fastenden und nicht fastenden Schülern gekommen sein. Die Schulaufsicht prüft Vorwürfe.

Der Umgang zwischen fastenden und nicht fastenden Schülern beschäftigt die Schulaufsicht in Nordrhein-Westfalen. Man sei mit einer Schulleitung in Kleve in Kontakt und werde den Sachverhalt mit der gebotenen Sorgfalt klären, teilte eine Sprecherin der zuständigen Schulaufsichtsbehörde, der Bezirksregierung Düsseldorf, auf dpa-Anfrage mit. 

An einer Gesamtschule in Kleve soll es während des noch laufenden Fastenmonats Ramadan zu Konflikten gekommen sein. Nicht fastende Schüler sollen mit ihrem Pausenbrot fastende muslimische Schüler provoziert haben. Umgekehrt sollen fastende Schüler die anderen aufgefordert haben, ihr Pausenbrot wegzuwerfen und auch zu fasten, berichtete die "Bild"-Zeitung. 

Eine Lehrerin soll beide Gruppen aufgefordert haben, sich wegzudrehen. Weder die fastenden noch die essenden Schüler sollten jeweils durch die andere Gruppe gestört werden. 

Behörden reagieren

"Klar ist beispielsweise, dass niemand in der Schule gezwungen werden darf, seine Religion in einer bestimmten Art und Weise auszuüben. Fällen, in denen Schülerinnen und Schüler versuchen, ihren Mitschülerinnen und -schülern religiöse Vorschriften zu machen, wird an Schulen konsequent nachgegangen", teilte die Bezirksregierung weiter mit. 

"Grundlage des Schullebens an allen Schulen in Nordrhein-Westfalen ist ein respektvolles Miteinander. Daher nimmt das Schulministerium die geschilderten Vorwürfe ernst", hieß es aus dem Schulministerium in Düsseldorf. Der Sachverhalt müsse aufgeklärt werden.

Fastenmonat Ramadan

Während des Ramadans verzichten gläubige Muslime jeden Tag von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang unter anderem auf Essen und Trinken. Abends kommen die Menschen traditionell zusammen, um das Fasten zu brechen. Das Fasten im Ramadan gehört zu den fünf Säulen des Islams - den Grundpflichten der Religion. Nach dem Fastenmonat, der in diesem Jahr am 19. März endet, schließt sich das mehrtägige Fest des Fastenbrechens an.

dpa