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Auswertung positiver PCR-Tests Deutsches Labor kommt Corona-Mutationen auf die Spur

Sehen Sie im Video: Deutsches Labor sucht nach Corona-Mutationen in Proben.




Hier, im Bioscientia-Labor in Ingelheim, geht es dem Coronavirus derzeit an den Kragen. Im großen Stil wird Material von bundesweiten, positiven PCR-Tests auf das Auftreten von Mutationen untersucht, rund 1.500 Proben werden pro Woche komplett sequenziert. Erfasst werden dabei alle Veränderungen der Erbinformationen von SARS-CoV-2. Die Bundesregierung hatte jüngst Labore verpflichtet, gezielt nach hochansteckenden Virus-Mutationen zu suchen. Bioscientia-Geschäftsführer Oliver Harzer erklärt den Vorgang in seinem Labor. "Ja, beim Sequenzieren versuchen wir sozusagen, die Erbinformation des Virus auszulesen. Das können Sie sich so vorstellen wie ein Text in einem Buch, und wir lesen dann sozusagen Zeile für Zeile, Wort für Wort diesen Text aus und schauen, ist es der Originaltext oder hat sich möglicherweise etwas verändert, hat sich ein Fehlerteufel eingeschlichen und so weiter. Das wären dann die Mutationen." Werden solche Mutationen nachgewiesen, geht eine Meldung ans Robert-Koch-Institut. Bis zu diesem Schritt steckt aber reichlich Arbeit in dem Prozess. In vielen Pipettierschritten muss das Probenmaterial aufgearbeitet werden, auch das Hochleistungssequenziergerät und die anschließende Auswertung beanspruchen Zeit. Nach vier bis fünf Tagen liegt laut Harzer das Ergebnis vor, das dann zum Stein des großen Wissensmosaiks werden kann. "Und die Diskussion, die wir jetzt überall erleben, da geht es eben darum, ist eine Mutation möglicherweise ansteckender, führt die zu schwereren Verläufen oder vielleicht auch zu leichteren Verläufen oder ist es vielleicht auch weniger ansteckend? Also das sind tatsächlich so wissenschaftliche Fragestellungen, die allerdings dann nicht ganz uninteressant sind, wenn man das epidemiologisch wieder oder vielleicht auch in Bezug auf Vorsichtsmaßnahmen noch mal untersuchen möchte." Das wichtigste Schutzinstrument bleibe aber zunächst die Unterscheidungsmöglichkeit zwischen negativen und positiven Testergebnissen, befindet der Bioscientia-Geschäftsführer. Denn auf dieser Basis könnten dann Quarantäneschritte für Infizierte eingeleitet werden.
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Über die Analyse von Coronavirus-Proben wird beim Ingelheimer Labor-Dienstleister Bioscentia nach Mutationen gesucht. Aktuell besonders im Fokus: als besonders ansteckend geltende Corona-Varianten.

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