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News zur Corona-Pandemie Bund plant offenbar nächtliche Ausgangssperren ab einer Inzidenz von 100

Ein Mann mit grau weißen Locken und randloser Brille sitzt in dunkelblauem Anzug auf einem Podium und schaut sorgenvoll
Sehen Sie im Video: RKI-Präsident Wieler warnt vor Überlastung des Krankenhaus-Personals – und vielen Toten.




Lothar Wieler, RKI-Präsident, sagt zur Corona-Lage in Deutschland am 9. April. 2021: "Die Fallzahlen und auch die 7-Tages-Inzidenzen sind im Moment nicht so zuverlässig, wie wir es gerne hätten. Das liegt hauptsächlich daran, weil über die Feiertage und auch die Osterferien weniger Arztbesuche stattfanden und entsprechend auch weniger getestet wurde. Aber wir gehen davon aus, dass wir wieder verlässlichere Zahlen haben ab Mitte der nächsten Woche. Meine Damen und Herren, das bedeutet aber nicht, dass wir nicht wissen, wo wir uns befinden und wie die Situation aussieht. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Wir betrachten immer - und das von Anfang an - verschiedene Faktoren und viele verschiedene Faktoren, um diese Situation einzuschätzen. Und ganz entscheidend ist hier die Entwicklung in den Krankenhäusern. Denn dort werden ja jene Mitmenschen behandelt, die am schwersten an Covid-19 erkranken. Und diese Entwicklung zeigt leider, dass die Lage sehr, sehr ernst ist. Es ist leider absehbar, dass die Krankenhäuser und Intensivstationen in den kommenden Wochen massiv belastet sein werden und auch im Hinblick darauf, dass jüngere Patienten länger auf Intensivstationen bleiben als ältere. Und ich möchte hier auch nochmals ganz deutlich klarmachen: Es geht hier nicht nur darum, dass Geräte oder Betten ausgelastet sind. Nein, sondern auch die Menschen, die dort ihre Pflicht tun, Tag und Nacht, seit vielen Monaten. Die sind überlastet. Ärzte, Pflegepersonal, Krankenschwestern. Wenn wir nicht in einen Lockdown gehen, d. h. wenn wir die Mobilität nicht stärker einschränken, wir haben ja auch entsprechende Modellierungen auch publiziert, im epidemiologischen Bulletin unter anderem, dann werden eben die Zahlen steigen. Und dann werden wir eben auch viele Menschen ihr Leben verlieren in unserem Land. Also dem Infektionsschutz gegen Covid-19 ist diese Situation nicht zuträglich. Das ist offensichtlich, das wissen wir. Das ist allgemeines Wissen. Und da muss man auch nichts drüber diskutieren oder schönreden oder schlechtreden."
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EMA prüft Zusammenhang von Johnson-&-Johnson-Impfstoff mit Blutgerinnseln +++ Für Montag geplante Bund-Länder-Konferenz abgesagt +++ Infektionsschutzgesetz soll verschärft werden +++ Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie im stern-Ticker.

Bericht: Bund plant nächtliche Ausgangssperren ab Inzidenz von 100

Die Pläne für eine stärkere Vereinheitlichung der Corona-Schutzmaßnahmen nehmen Gestalt an. Wie die Sender RTL und NTV am Freitagabend berichteten, hat die Bundesregierung den Fraktionen von Union und SPD bereits konkrete Vorschläge zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes übermittelt. In der so genannten "Formulierungshilfe" sind demnach unter anderem nächtliche Ausgangssperren von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr in allen Landkreisen und kreisfreien Städten ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 vorgesehen, die nur in Ausnahmefällen (unter anderem Arbeit, medizinische Notfälle) gebrochen werden kann. 

Hochschulen, außerschulische Einrichtungen der Erwachsenenbildung oder ähnliche Einrichtungen dürften dem Bericht zufolge keinen Präsenzunterricht mehr anbieten, sofern nicht "die nach Landesrecht zuständigen Behörden nach von ihnen festgelegten Kriterien eine Notbetreuung eingerichtet haben". Ladengeschäfte und "Märkte mit Kundenverkehr für Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksangebote" wie zum Beispiel Baumärkte dürften dem Bericht zufolge auch nicht mehr öffnen. Der Lebensmittelhandel, ebenso wie Getränkemärkte, Reformhäuser, Apotheken, Drogerien und Tankstellen blieben von den Maßnahmen ausgenommen. Auch Übernachtungsangebote sollen ab einer Inzidenz von mehr als 100 untersagt werden. Die Neuregelung soll schnell umgesetzt werden. Bereits am Dienstag soll das Bundeskabinett die Vorlage verabschieden, dafür wurde die Kabinettssitzung um einen Tag vorgezogen. Bereits in der kommenden Woche soll sich der Bundestag damit befassen. Auch die Länderkammer, der Bundesrat, müsste dem Gesetz zustimmen. Dafür dürfte die bislang für den 7. Mai geplante nächste Sitzung vorgezogen werden.

Astrazeneca bestätigt kurzfristige Lieferverzögerung von Impfstoff

Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen Astrazeneca hat einen Bericht der "Financial Times" über eine kurzfristige Lieferverzögerung seines Corona-Impfstoffs an die EU teilweise bestätigt. Die jüngste Lieferzusage für das zweite Quartal sei aber nicht gefährdet, hieß es in einer Mitteilung. "Wir haben der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten vergangene Woche mitgeteilt, dass eines von zwei für die Lieferung in dieser Woche bestimmten Kontingente getestet werden muss und demnächst ausgeliefert wird." In einem weiteren Statement des Unternehmens hieß es, die Anzahl der gelieferten Dosen pro Woche könne sich aufgrund der Herausforderungen im Produktionsprozess teilweise verschieben.

EU-Kommission will weitere 1,8 Milliarden Dosen Impfstoff ordern

Die EU-Kommission will weitere 1,8 Milliarden Dosen Impfstoff für die Mitgliedstaaten kaufen. Sie sollten für Auffrischungsimpfungen auch gegen neue Varianten des Coronavirus und Impfungen von Kindern eingesetzt werden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Kommissionskreisen. Bestellt werden sollten dabei Impfstoffe der neuartigen mRNA-Technik. Erste Dosen sollten ab diesem Jahr bis zum Jahr 2023 geliefert werden. 

Über die Pläne hatte zunächst die Zeitung "Die Welt" berichtet. Sie wurden nach AFP-Informationen im Lenkungsausschuss der Mitgliedstaaten für die Impfstoffbeschaffung vorgestellt. Konkret will die Kommission dabei einen festen Vertrag über die Lieferung von 900 Millionen Dosen schließen. Zudem soll es eine Option für weitere 900 Millionen Dosen geben.

Amateurfußball in Baden-Württemberg bricht Saison ab

Die Saison der Amateure im Südwesten ist aufgrund der Coronavirus-Situation vorzeitig beendet. Diese Beschlüsse teilten der Badische (bfv), der Württembergische (wfV) und der Südbadische Fußballverband (SVFV) mit. Die seit Monaten unterbrochene Spielzeit wird annulliert, es wird in der Spielzeit 2020/21 keine Auf- und Absteiger geben. Die Regelung betrifft die Spielklassen von der Verbandsliga abwärts bei den Frauen, Herren und der Jugend. "Wir wissen, dass die Annullierung wirtschaftliche Folgen für viele Vereine hat und dass damit Träume platzen", sagte bfv-Präsident Ronny Zimmermann. Man habe bis zuletzt auf eine deutliche Besserung der Infektionslage gehofft. "Nun ist leider der Punkt erreicht, an dem dies nicht mehr zumutbar und möglich ist", sagte Zimmermann. Die Pokal-Wettbewerbe sollen - sofern möglich - noch weitergehen. Über die Oberligen ist noch nicht entschieden.

WHO: Projekt zur Impfung in armen Ländern liegt weit hinter dem Plan

Eine UN-Initiative zur gerechten Verteilung von Corona-Impfungen zwischen armen und reichen Ländern hat bislang nur einen Bruchteil der geplanten Dosen ausliefern können. Bis Ende März seien statt 100 Millionen nur 38 Millionen verteilt worden, berichtete Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), am Freitag in Genf.

Die Covax-Initiative will ärmeren Ländern Zugang zu Impfstoffen ermöglichen. Obwohl fast alle Länder der Welt Dosen erhalten hätten, seien die Mengen vielerorts viel zu klein, um medizinisches Personal und Risikogruppen zu schützen, so Tedros. In reichen Ländern sei durchschnittlich bereits jeder Vierte gegen die Coronavirus-Erkrankung Covid-19 geimpft, in armen Ländern jedoch nur jeder Fünfhundertste. Covax erhält Tedros zufolge keine ausreichende Menge Impfstoff von den Pharmafirmen.

EMA prüft Zusammenhang zwischen Impfstoff von Johnson & Johnson und Blutgerinnseln

Nach Berichten über vier Thrombosefälle nach einer Impfung mit dem Corona-Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson prüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) einen möglichen Zusammenhang. Wie die EMA mitteilte, wurden drei Thrombosefälle in den USA gemeldet und ein weiterer im Rahmen einer klinischen Studie an einem nicht näher genannten Ort. Einer der Fälle verlief demnach tödlich.

EMA untersucht Verbindung von Astrazeneca-Vakzin mit Clarkson-Syndrom

Die EU-Arzneimittelbehörde untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca und dem Kapillarlecksyndrom, wie sie mitteilte. Es gehe um fünf Fälle der auch als Clarkson-Syndrom bekannten Gefäßerkrankung. Bei dem nur sehr selten auftretenden Leiden ist die Durchlässigkeit der Kapillargefäße zu hoch, so dass Plasma austritt und es zu Ödemen und einem Abfall des Blutdrucks kommt.

Schleswig-Holstein hält an Öffnung von Außengastronomie unter Auflagen fest

Trotz der aktuellen Debatten um härtere Maßnahmen zur Corona-Eindämmung hält das Land Schleswig-Holstein an einer Öffnung der Außengastronomie in allen Kreisen und Städten mit einer Inzidenz von unter 100 fest. Das beschloss das Kabinett laut Landesregierung in Kiel. Die Regel gilt ab Montag. Gastronomen und Gäste müssen allerdings strikte Auflagen einhalten.

Zunächst sind Öffnungen laut Regierung lediglich in Landkreisen und Städten erlaubt, in denen die sogenannte Siebentagesinzidenz "stabil" unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt. Die Kontaktbeschränkungen gelten auch in den Lokalen, sodass maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten an einem Tisch Platz nehmen dürfen. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht. In allen Bereichen müssen Sicherheitsabstände eingehalten und - außer am Tisch selbst - medizinische Masken getragen werden.

Millionenstadt Köln nimmt Lockerungen bei Umsetzung der Notbremse zurück

Wegen einer deutlichen Verschärfung der Corona-Lage auf den Intensivstationen hat die Millionenstadt Köln Lockerungen bei der Umsetzung der Pandemie-Notbremse zurückgenommen. Wie die Stadt mitteilte, bleiben ab nächstem Montag alle Kölner Museen und der Zoo wieder geschlossen. Außerdem gilt bereits ab Samstag überall dort, wo Maskenpflicht im öffentlichen Raum besteht, ein Verzehr- und Alkoholkonsumverbot.

Zudem sprach Deutschlands viertgrößte Stadt ein Verweilverbot im Bereich um das Historische Rathaus in der Altstadt aus. Davon betroffen ist auch der zentrale Platz Alter Markt. Das dortige Verweilverbot gilt von montags bis samstags jeweils von 8.30 Uhr bis 18.00 Uhr.

WHO: Keine Empfehlung für Impfung mit zwei verschiedenen Vakzinen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht keine Empfehlung für sogenannte Kreuzimpfungen gegen das Coronavirus aus. Es lägen noch keine ausreichenden Daten für mögliche Risiken einer ersten Impfdosis mit Astrazeneca und einem anderen Mittel als Zweitimpfung vor, sagte WHO-Sprecherin Margaret Harris der Deutschen Presse-Agentur. Harris bezog sich bei ihren Aussagen auf eine vorläufige Empfehlungen eines WHO-Expertengremiums von Februar. Demnach solle vorläufig das gleiche Produkt für beide Teilimpfungen gespritzt werden. Die Experten forderten weitergehende Forschungen, um die Mischung von Vakzinen zu überprüfen.

Bund und Länder planen Regelungen zu Ausgangssperren und Schulschließungen

Bund und Länder streben bundesweit einheitliche Regelungen zu Corona-Ausgangssperren und Schulschließungen an. Entsprechende Vorgaben sollen im neuen Infektionsschutzgesetz verankert werden, das kommende Woche auf den Weg gebracht wird, sagte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin. Die anvisierte bundeseinheitliche Regelung zur Corona-Notbremse solle für die Bürgerinnen und Bürger mehr "Klarheit und Transparenz" bringen, sagte der SPD-Politiker.

Altmaier will Coronahilfen für Firmen bis Jahresende verlängern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Überbrückungshilfe III für Firmen bis zum Jahresende zu verlängern. Es gebe dazu Gespräche in der Regierung, sagte Altmaier in Berlin. Die Überbrückungshilfe III ist bisher bis Mitte des Jahres befristet.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) signalisierte Bereitschaft, die Überbrückungshilfe III zu verlängern. Die Corona-Pandemie sei unverändert eine große Herausforderung: "Alle wissen, dass wir die Überbrückungshilfen auch noch so lange gewähren müssen, wie sie notwendig sind."

Für Montag geplante Ministerpräsidentenkonferenz abgesagt – Infektionsschutzgesetz soll verschärft werden

Die für den kommenden Montag geplante nächste Bund-Länder-Runde zum Vorgehen in der Corona-Pandemie fällt aus. Es werde in der kommenden Woche gar keine Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geben, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin mit.

Zudem wollen Bund und Länder das Infektionsschutzgesetz ändern, um bundeseinheitliche Regelungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu schaffen. Sie wollten eine Regelung für das Vorgehen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner schaffen, teilte Demmer mit.

Türkei wird Corona-Hochinzidenzgebiet – Israel "risikofrei"

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung die Türkei, Kroatien, die Ukraine und Armenien ab Sonntag als Hochinzidenzgebiete mit leicht verschärften Einreiseregeln ein. Das gab das Robert Koch-Institut im Internet bekannt. Praktische Auswirkungen hat das nur für Reisende, die aus diesen Ländern auf dem Landweg nach Deutschland kommen. Sie müssen einen negativen Corona-Test mit sich führen. Flugreisende müssen sich ohnehin generell vor Abflug testen lassen.

Mit Malta, Lettland und der Slowakei werden drei EU-Länder am Sonntag wieder von der Liste der Hochinzidenzgebiete gestrichen und als "normale" Risikogebiete eingestuft. Israel hingegen wird zurückgestuft und ist ab Sonntag kein Risikogebiet mehr, womit auch die Quarantänepflicht wegfällt.

RKI: Ab Mitte nächster Woche wieder zuverlässigere Corona-Zahlen

Nach dem Verzug bei Tests und Meldungen auf das Coronavirus rund um Ostern rechnet das Robert Koch-Institut (RKI) ab Mitte nächster Woche wieder mit verlässlicheren Daten zur Pandemie. Das sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. "Die Fallzahlen und auch die Sieben-Tage-Inzidenzen sind im Moment nicht so zuverlässig, wie wir es gerne hätten." Das liege hauptsächlich daran, dass es über die Feiertage weniger Arztbesuche gegeben habe.

Wieler betonte, es gebe aber ausreichend weitere Daten, die Aufschluss über die tatsächliche Situation gäben. "Diese Entwicklung zeigt leider, dass die Lage sehr, sehr ernst ist." Nach Daten aus rund 70 Kliniken bundesweit müssten immer mehr und auch immer jüngere Menschen wegen schweren Atemwegsinfektionen in Krankenhäusern behandelt werden. Die Intensivstationen füllten sich rasant.

Spahn fordert harten Lockdown und einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich erneut für einen harten Lockdown ausgesprochen und dabei ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern gefordert. Die aktuelle dritte Welle müsse unbedingt gebrochen werden, der Inzidenzwert der Neuinfektionen müsse auf unter 100 gedrückt werden, sagte Spahn am Freitag in Berlin. "Das kann eine Brücke bauen in eine Phase, um dann abgestützt mehr zu öffnen."

Der Bundesgesundheitsminister schloss sich damit einer Forderung von CDU-Chef Armin Laschet an. Spahn sprach sich zugleich für rasche Bund-Länder-Beratungen aus. Eine kurze Rücksprache reicht auf jeden Fall nicht aus", sagte Spahn mit Blick auf eine entsprechende Äußerung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD). Er könne sich über manche Meinungsäußerung "nur wundern", fügte der CDU-Politiker hinzu.

Günther Jauch hat sich mit Corona infiziert

Günther Jauch muss zum ersten Mal seit 31 Jahren krankheitsbedingt bei einem Moderationsjob ausfallen. Der Moderator muss bei der neuen Ausgabe von "Denn sie wissen nicht, was passiert" vertreten werden. Und nun ist auch klar, was der Grund für seinen Ausfall ist: Der "Wer wird Millionär"-Star hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. 

Das gab der TV-Sender RTL am Freitag bekannt. Damit fällt Jauch nach Sender-Angaben zum ersten Mal seit 31 Jahren für einen Moderations-Job aus: Er sollte am Samstag die Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ moderieren.

RKI: Mehr als 25.000 Neuinfektionen und 296 Todesfälle

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 25.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 25.464 Neuansteckungen sowie 296 weitere Todesfälle registriert. 

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg an und lag am Freitag bei 110,4. Am Vortag hatte sie 105,7 betragen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieser Zeitspanne an. 

Brasilianischer Senat untersucht Bolsonaros Corona-Politik

Der brasilianische Senat wird eine Untersuchung zum Kurs von Präsident Jair Bolsonaro in der Corona-Pandemie führen. Ein Richter am Obersten Gericht des Landes ordnete die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Oberhaus des Parlaments zu "möglichen Versäumnissen" des Staatschefs im Corona-Krisenmanagement an. Senatspräsident Rodrigo Pacheco willigte daraufhin in die Untersuchung ein. Vor dem Richterbeschluss hatte Pacheco eine solche Prüfung noch verweigert.

Ex-Ministerpräsident Koch kritisiert Corona-Krisenmanagement

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat das Corona-Krisenmanagement von Bund und Ländern scharf kritisiert. In einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sprach sich der ehemalige CDU-Bundesvize deutlich gegen weitere Lockdown-Maßnahmen aus.

"Individuelle Freiheit, das Recht auf wirtschaftliche Betätigung, das Recht auf Bildung und soziale Inklusion und auch das Recht zu reisen" hätten in der Verfassungsordnung einen Rang, der es verbiete, sie dauerhaft "einem Krisenregime des Stillstandes und der allumfassenden Zwangsbewirtschaftung zu unterwerfen", mahnte Koch. Das gelte ausdrücklich sogar dann, wenn dafür vom Staat materielle Entschädigung geleistet werde.

Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie von Donnerstag, dem 8. April 2021

KMK beschließt: Abiturprüfungen finden in diesem Jahr statt

Die Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie ablegen. Die Kultusministerinnen und Kultusminister lassen die Abschlussprüfungen im Schuljahr 2020/2021 durchführen, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) nach einer Mitteilung vom Donnerstag beschlossen hat.

Verschiebung der nächsten Bund-Länder-Corona-Runde steht im Raum

Vier Tage vor der nächsten Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Coronakrise steht eine Verschiebung des Treffens im Raum. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Länderkreisen deutet sich an, dass das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten nicht wie vor Ostern vereinbart am kommenden Montag stattfinden könnte. Entschieden sei dies aber noch nicht, hieß es übereinstimmend.

Über eine mögliche Verschiebung berichteten auch die "Süddeutsche Zeitung", das Redaktionsnetzwerk Deutschland und "Business Insider". Kanzlerin und Ministerpräsidenten kämen in der Diskussion über die weitere Corona-Politik nicht voran, deshalb werde es immer wahrscheinlicher, dass die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit Merkel um einige Tage verschoben werde, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

Den MPK-Vorsitz hat derzeit das Land Berlin. Die dortige Landesregierung wollte die Berichte über eine mögliche Verschiebung am Donnerstag nicht kommentieren. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte schon am Mittwoch erklärt, dass der Termin am kommenden Montag möglicherweise zu früh komme. Entscheidend sei, dass sich vorher klare Mehrheiten abzeichneten, sagte er. "Wir müssen definieren, was auf der nächsten MPK beschlossen wird." 

Malu Dreyer steht in zartrosa Mantel vor einer Schule und spricht in Mikrofone von TV-Sendern, die ihr hingehalten werden

NRW schickt Schüler ab Montag in den Distanzunterricht

Für die meisten der 2,5 Millionen Schüler in Nordrhein-Westfalen findet nach den Osterferien kein Unterricht mehr in den Klassenräumen statt. Ab Montag werde es wieder Distanzunterricht geben, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag. Für die Schüler der Abschlussklassen soll es aber auch nach den Osterferien Präsenzunterricht in den Klassenräumen geben. Sie seien vom Distanzunterricht ausgenommen, sagte Gebauer. Für die übrigen Jahrgänge gelte der Distanzunterricht vorerst nur eine Woche lang bis zum 16. April.

Bereits vor den Osterferien hatte das NRW-Schulministerium angekündigt, dass es im bevölkerungsreichsten Bundesland nach dem Ferienende zunächst keinen Regelbetrieb mit vollständigem Präsenzunterricht geben werde.

Stiko hält "Kreuzimpfung" mit verschiedenen Präparaten für unbedenklich

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hält Kreuzimpfungen mit Astrazeneca und einem anderen Vakzin für unbedenklich. "Wir sind alle in der Stiko absolut überzeugt, dass es kein Sicherheitsrisiko darstellt", sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens am Donnerstag den Fernsehsendern RTL und ntv. Bei einer Kreuzimpfung komme es nicht zur Konkurrenz zwischen zwei Impfstoffen im menschlichen Körper. Die Impfstoffe seien nach etwa zehn Tagen abgebaut.

"Das einzige, was wir derzeit nicht sicher beantworten können, ist, ob die Immunantwort bei diesem Vorgehen genauso ausfällt, wie wenn man zweimal mit dem gleichen Impfstoff impft", räumte Mertens ein. Dazu erwarte die Stiko erste Studienergebnisse Mitte Mai. Für den Fall, dass die Wirkung geringer ausfalle, gebe es Lösungen. "Man würde dann unter Umständen die nächste Impfung mit dem mRNA-Impfstoff vorziehen und hätte dann wieder die Möglichkeit, die erwünschte Immunreaktion zu erreichen."

Charité schränkt Normalbetrieb wieder ein

Wegen der steigenden Corona-Fallzahlen fährt die Berliner Charité ab kommender Woche erneut die Zahl von planbaren und nicht-dringlichen Operationen herunter. Das medizinische Personal müsse wieder stärker auf Abteilungen zur Versorgung von Corona-Infizierten konzentriert werden, teilte die größte deutsche Universitätsklinik auf Twitter mit. "Die steigende Zahl von zu behandelnden Patientinnen und Patienten macht diesen Schritt nötig." Bereits früher in der Pandemie war so verfahren worden.

Das Krankenhaus in der Hauptstadt rechnete nach eigenen Angaben mit einer "erneut starken Arbeitsbelastung" seiner Ärzte und Pflegekräfte. Daher werde die Zahl der sogenannten elektiven Eingriffe von nächster Woche an wieder gesenkt. Die Behandlung von Notfällen laufe aber uneingeschränkt weiter. Gleiches gelte für dringliche Eingriffe, die nicht verschoben werden können. 

Israel: Zahl der Schwerkranken geht deutlich zurück

Die Zahl der schwerkranken Corona-Patienten in Israel ist trotz weitreichender Lockerungen der Maßnahmen erstmals seit mehr als vier Monaten wieder auf unter 300 gefallen. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, es gebe noch 290 Schwerkranke. Zuletzt war die Zahl am 1. Dezember mit 277 Schwerkranken niedriger gewesen, allerdings damals als Ergebnis des zweiten Lockdowns im Land. Nach dessen Lockerung war die Zahl zunächst wieder gestiegen. Ende Januar gab es noch rund 1200 schwerkranke Corona-Patienten in Israel.

Fast vier Monate nach Beginn der rasanten Corona-Impfkampagne werden in dem kleinen Mittelmeer auch immer weniger Neuinfektionen registriert. Am Donnerstag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien 274 neue Fälle gemeldet worden. Nur 0,5 Prozent von 53 755 Tests fielen demnach positiv aus. Viele Krankenhäuser haben ihre Corona-Intensivstationen bereits geschlossen.

Bisher haben knapp 5,3 Millionen der insgesamt 9 Millionen Israelis eine Erstimpfung mit dem Präparat von Biontech/Pfizer erhalten. Fast 4,9 Millionen Einwohner sind vollständig geimpft. Vor allem Geimpfte und Genesene genießen wieder viele Freiheiten.

Rechnungshof: Bundeshaushalt steht auf "tönernen Füßen"

Der Bundesrechnungshof sieht den Bundeshaushalt angesichts gewaltiger neuer Schulden in einer besorgniserregenden Lage. In einem Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestags heißt es: "Der Bund wird derzeit von einer Schulden-Lawine mitgerissen. Es gelingt ihm immer weniger, sich aus eigener Kraft zu finanzieren." In den kommenden Jahren werde es ohne strukturelle Reformen nicht gelingen, die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie zumindest halbwegs zu beheben.

Der Präsident des Bundesrechnungshofes, Kay Scheller, sagte laut Mitteilung, der Eckwertebeschluss der Bundesregierung lege schonungslos offen, auf welch "tönernen Füßen" der Bundeshaushalt stehe - ausgelöst durch die Corona-Pandemie. "Jetzt rächt sich das Ausbleiben notwendiger Reformen in den Jahren nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Die vorhandenen Spielräume wurden nicht ausreichend für zukunftsrelevante Schwerpunkte genutzt. Heute stehen sie nicht mehr zur Verfügung." Staatliche Mittel stünden nicht unbegrenzt zur Verfügung und auch nicht für jeden Zweck.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen würde sich mit Sputnik impfen lassen

Die Mehrheit der Deutschen würde sich einer Umfrage zufolge mit dem russischen Corona-Impfstoff Sputnik V impfen lassen, sofern dieser von der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen wird. 55 Prozent der Befragten sind offen für eine Impfung mit dem Vakzin, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Yougov-Umfrage für das "Handelsblatt" hervorgeht. 19 Prozent der Befragten lehnen demnach eine Impfung mit Sputnik V ab.

14 Prozent der Befragten seien noch unschlüssig, ob sie sich im Falle einer europäischen Zulassung des russischen Impfstoffs auch damit impfen lassen würden.  Zwölf Prozent der Teilnehmer gaben an, generell nicht geimpft werden zu wollen. Für die den Angaben zufolge repräsentative Erhebung befragte das Meinungsforschungsunternehmen Yougov am Donnerstag rund 600 Menschen online. 

Holländische Ermittler verhindern Anschlag auf Impfzentrum

Niederländische Ermittler haben nach eigenen Angaben einen Anschlag auf ein Corona-Impfzentrum verhindert. Ein 37 Jahre alter Mann sei unter dem Verdacht eines Terroranschlags in Den Helder festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der Mann wollte den Angaben zufolge einen Sprengkörper in dem Impfzentrum explodieren lassen und dadurch die Impfungen sabotieren.

Die Festnahme des mutmaßlichen Täters erfolgte nach Angaben der Justiz bereits am 18. März. Bei Krawallen gegen den Lockdown hatte es im Januar auch Angriffe auf Testzentren gegeben. Die Staatsanwaltschaft stuft die Tat als Terrorakt ein: "Der Verdächtige wollte mit seinem Handeln der Bevölkerung große Angst einflößen und wirtschaftliche und soziale Strukturen des Landes destabilisieren." Die Ermittlungen nach möglichen Komplizen dauern an.

Neuer Tagesrekord beim Impfen in Deutschland: Mehr als 656.000 Dosen verabreicht

Deutschland hat einen neuen Rekord bei den verabreichten Corona-Impfdosen pro Tag erreicht: Am Mittwoch wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstag 656.357 Dosen insgesamt verabreicht. 564.971 waren Erstdosen, 91.386 Zweitdosen. Damit haben rund 13,8 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine erste Dosis erhalten. Rund 5,7 Prozent sind vollständig geimpft. Seit Beginn der Impfkampagne in Deutschland sind nach RKI-Angaben mehr als 16,2 Millionen Corona-Impfdosen verimpft worden.  

Mecklenburg-Vorpommern will eine Million Impfstoff-Dosen Sputnik V

Wie Bayern sichert sich auch Mecklenburg-Vorpommern noch vor der möglichen EU-Zulassung den Zugang zu dem russischen Corona-Impfstoff Sputnik V. Wie Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag in Schwerin mitteilte, hat sich das Land gegenüber Russland eine Option auf eine Million dieser Impfdosen gesichert. "Wir sind aktuell noch in einer Phase, wo es große Abhängigkeiten von noch zu wenigen Herstellern gibt", begründete Glawe den Vorstoß.

Mecklenburg-Vorpommern versuche auch eigene Wege zu gehen, um das Tempo und die Planbarkeit der Impfungen zu verbessern. "Wir sind interessiert an langfristigen Kooperationen mit Russland. Darüber hinaus prüft das Land, ob im Land ansässige Firmen eine Abfüllung oder Produktion ermöglichen könnten", sagte Glawe. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit den Antrag auf Zulassung von Sputnik V in der EU. 

Wirtschaftsminister Altmaier berät mit Verbänden über Coronakrise

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat Beratungen mit Wirtschaftsverbänden zur Corona-Krise aufgenommen. Mehr als 40 Verbände wollten ihm aktuelle Probleme schildern. Die Gespräche sollen sich bis in den Nachmittag hinziehen. Schwerpunkte der Videokonferenz dürften die Debatte über einen harten Lockdown, die Ausweitung von Tests in Firmen sowie der Stand von Hilfsprogrammen für Unternehmen sein.

Vor dem Wirtschaftsgipfel hatten sich Verbände mit dem Kurs der Politik in der Corona-Krise unzufrieden gezeigt. Sie forderten eine klare Perspektive und eine verlässliche Strategie.

BGH: Corona-Hilfen dürfen nicht wegen alter Schulden gepfändet werden

Selbstständige und Kleinstunternehmer müssen mit dem Geld aus der Corona-Soforthilfe keine alten Schulden begleichen. Die Mittel seien zweckgebunden und daher nicht pfändbar, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Sie dienten der Abmilderung einer finanziellen Notlage. Gläubiger haben also keinen Zugriff. Das geht aus einer Entscheidung der obersten Zivilrichter aus dem März hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. (Az. VII ZB 24/20)

Im konkreten Fall ging es um 9000 Euro aus dem Bundesprogramm und der "NRW-Soforthilfe 2020", die Ende März 2020 bewilligt wurden und auf ein Pfändungsschutzkonto flossen. Auf einem solchen "P-Konto" sind eine feste monatliche Grundsumme plus bestimmte Freibeträge vor Pfändungen sicher, damit Geld zum Leben übrig bleibt. Das Amtsgericht Euskirchen hatte auf Antrag der Schuldnerin den pfändungsfreien Betrag für April 2020 um die 9000 Euro erhöht. Dagegen legte der Gläubiger Beschwerde ein - nun auch in letzter Instanz ohne Erfolg.

Laut BGH sind die Hilfen ausschließlich zur Finanzierung von Verbindlichkeiten gedacht, die seit dem 1. März 2020 entstanden sind. Der Empfänger könne frei entscheiden, welche Ausgaben er damit tätige, er allein sei dafür verantwortlich.

RKI registriert 20.407 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 105,7

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut binnen eines Tages 20.407 Corona-Neuinfektionen und 306 Todesfälle gemeldet. Das RKI geht jedoch davon aus, dass sich rund um die Osterfeiertage weniger Menschen testen ließen, was zu einer geringeren Meldezahl an die Gesundheitsämter führe. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter an allen Tagen Daten an das RKI übermittelten. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 24.300 Neuinfektionen und 201 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Morgen bundesweit bei 105,7. Gestern  gab betrug der Wert 110,1.

Ein Mann mit grauem Seitenscheitel und randloser Brille egt beim Sprechen den Kopf leicht schräg. Er trägt einen blauen Anzug
© Moritz Frankenberg / DPA

Weil gegen harten Lockdown – derzeit kein "exponentieller Anstieg"

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich gegen einen harten bundesweiten Lockdown in dieser Phase der Corona-Pandemie ausgesprochen. Dafür seien die Umstände nicht gegeben, sagte Weil im ZDF-Morgenmagazin. "Diesen exponentiellen Anstieg, den wir ja befürchten mussten, den sehe ich nicht."

Obwohl es über Ostern weniger Tests gegeben habe und die derzeit gesunkenen Fallzahlen nicht unbedingt aussagekräftig sind, sieht der Ministerpräsident eine positive Entwicklung. "Die Lage in den Krankenhäusern in Niedersachsen ist entspannt. Immer mehr Teile unseres Landes wachsen gerade aus der Notbremse heraus. Und ich habe den Eindruck, dass viele Menschen ihr Verhalten geändert haben." Diese positive Entwicklung wolle Weil unterstützen und nicht Familien belasten mit zu strengen Maßnahmen.

Spahn: Werden über Sputnik-Impfstoff mit Russland bilateral reden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bilaterale Gespräche mit Russland angekündigt über eventuelle Lieferungen des Corona-Impfstoffs Sputnik V im Falle einer EU-Zulassung. Man müsse aber sehr aufpassen, dass dies nicht zu einer "Fata-Morgana-Debatte" werde, sagte er am Donnerstag im WDR5-"Morgenecho". Zunächst gehe es um die Zulassung durch die EU. "Dafür muss Russland Daten liefern." Solange dies nicht geschehe, könne es keine Zulassung geben.

Die zweite Frage sei dann die der Bestellung, sagte Spahn. Die EU-Kommission habe am Mittwochabend erklärt, dass sie über Sputnik V nicht Verträge schließen werde wie mit den anderen Herstellern wie etwa Biontech. "Daraufhin habe ich auch im EU-Gesundheitsministerrat für Deutschland erklärt, dass wir dann bilateral auch mit Russland reden werden, und zwar erst mal darüber, wann überhaupt welche Mengen kommen könnten", sagte Spahn.

Lehrer- und Schülervertreter fordern einheitliche Corona-Regeln für Schulen

Vor einer Sitzung der Kultusminister heute plädieren Vertreter von Lehrern und Schülern für bundesweit einheitliche Regeln bei Schulöffnungen und Corona-Tests. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, forderte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland eine Testpflicht für alle Schüler mindestens zwei Mal in der Woche. Auch bei Schulöffnungen sei eine einheitliche Linie nötig. Die generelle Grenze müsse sein, dass oberhalb einer Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche die Schulen geschlossen bleiben.

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Türkei auf Höchststand

In der Türkei ist die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie angestiegen. Am Mittwoch wurden 54.740 neue Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden verzeichnet, wie aus von der Regierung veröffentlichten Daten hervorging. Ferner wurden 276 weitere Todesfälle gezählt. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Land seit Pandemie-Beginn wuchs damit auf 32.943.

Zuletzt hatte die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan die Anfang März gelockerten Corona-Restriktionen wegen der steigenden Infektionszahlen erneut verschärft. In den am stärksten betroffenen Städten, darunter in der Hauptstadt Ankara und der Millionenmetropole Istanbul, wurden Ausgangssperren an den Wochenenden verhängt.

Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie von Mittwoch, dem 7. April 2021

Lauterbach hat sich mit Astrazeneca-Präparat impfen lassen

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat sich mit dem Präparat von Astrazeneca gegen Corona impfen lassen. Das gab der 58-Jährige am Abend via Twitter bekannt. "Astrazeneca Impfstoff ist heute leider erneut in Schlagzeilen. Wahr ist: es ist ein hochwirksamer Impfstoff, schwere Nebenwirkungen sind sehr rar", schrieb Lauterbach. Der Leiter des Impfzentrums in Leverkusen und er hätten gestern zahlreiche Dosen des Mittels verabreicht. "Selbstverständlich habe ich ihn auch genommen." Dazu postete Lauterbach zwei Fotos, auf einem davon ist er bei seiner eigenen Impfung zu sehen. Bereits gestern schrieb Lauterbach bei Twitter, dass er den ganzen Tag im Impfzentrum Leverkusen gearbeitet habe.

Merkel strebt offenbar Änderung des Infektionsschutzgesetzes an

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) strebt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einem Bericht zufolge eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes an. Ziel sei es, die Corona-Maßnahmen bundesweit zu vereinheitlichen, berichtete die "Bild"-Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sollen Landkreise bei erhöhten Inzidenz- und R-Werten sowie unter Berücksichtigung anderer Faktoren dazu verpflichtet werden, ihre Maßnahmen zu verschärfen. Laut "Bild" planen Unions-Abgeordnete mit Unterstützung der Fraktionsspitze bereits eine Initiative, um es auch der Bundesregierung zu ermöglichen, Corona-Maßnahmen per Rechtsverordnung zu erlassen. Somit wäre neben den Landesregierungen auch die Bundesregierung ermächtigt, Corona-Beschränkungen zu verhängen.

News zur Corona-Pandemie: Bund plant offenbar nächtliche Ausgangssperren ab einer Inzidenz von 100

Sehen Sie im Video: Weg aus der Coronakrise – Merkel ist für einen kurzen und einheitlichen Lockdown.

Einer der Initiatoren des Vorstoßes, CDU-Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen, sagte zu "Bild": "Es geht nicht darum, die Länder zu schwächen. Es geht darum, dass der Bund überhaupt handeln kann." Bislang hätten sich rund zwei Dutzend Abgeordnete hinter die Initiative gestellt. Es seien aber nicht alle Unions-Abgeordneten angeschrieben worden.

Auch WHO für weitere Verwendung von Astrazeneca-Impfstoff

Nach der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorerst für die weitere Verwendung des Impfstoffs von Astrazeneca ausgesprochen. Nach aktueller Datengrundlage scheine ein Zusammenhang mit Thrombosen zwar plausibel, aber nicht bestätigt, teilten die Experten des Impfkomitees der WHO mit. Es bedürfe noch weiterer Studien, um eine mögliche Verbindung zwischen Impfung und etwaigem Risiko zu untersuchen. Darüber hinaus wies die WHO darauf hin, dass die Vorfälle angesichts von inzwischen weltweit 200 Millionen mit Astrazeneca geimpften Menschen sehr selten seien. Demgegenüber seien inzwischen 2,6 Millionen Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. "Die Verabreichung von Impfstoffen basiert auf einer Kosten-Nutzen-Analyse", so die WHO-Experten. Das Komitee werde nächste Woche erneut beraten.

Britische Corona-Variante in USA nun häufiger als Ursprungsvirus

Die zuerst in Großbritannien entdeckte, sehr ansteckende Corona-Variante B.1.1.7 kommt in den USA nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC inzwischen häufiger vor als das ursprüngliche Virus. CDC-Chefin Rochelle Walensky sagte, auf Basis der jüngsten Schätzungen sei die britische Corona-Variante in den Vereinigten Staaten die aktuell vorherrschende Variante. Die Behörde hatte bereits im Januar gewarnt, dass es dazu kommen könnte.

Kultusministerkonferenz befasst sich mit Corona-Tests in Schulen

Die Kultusministerkonferenz (KMK) befasst sich am Donnerstag um 16 Uhr mit der Durchführung von Corona-Tests in Schulen. Anfang März hatte sich die KMK für "flächendeckende Testmöglichkeiten für das an Schulen tätige Personal sowie perspektivisch auch für Schülerinnen und Schüler" ausgesprochen. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war am 22. März war beschlossen worden, für die Kinder und Jugendlichen "baldmöglichst zwei Testungen pro Woche" anzubieten.

Stadtrat stimmt für Suspendierung von Halles OB wegen Impfaffäre

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) soll wegen der Impfaffäre vom Dienst suspendiert werden. Das hat der Stadtrat auf einer Sondersitzung beschlossen, wie Stadtratsvorsitzende Katja Müller (Linke) im Anschluss mitteilte. Grund für das zeitweise Verbot seiner Dienstgeschäfte ist die vorzeitige Impfung Wiegands gegen das Corona-Virus und damit im Zusammenhang ein gestörtes Vertrauensverhältnis. Wie Müller weiter mitteilte, stimmte eine deutliche Mehrheit von 34 der anwesenden 48 Stadträte für die Suspendierung. Es gab 13 Gegenstimmen und eine Enthaltung. Die Impfaffäre von Halle hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Sinkende Corona-Zahlen in Malta: Lockdown wird entschärft

Malta will wegen sinkender Corona-Zahlen seine Beschränkungen ab nächster Woche schrittweise lockern. Losgehen soll es mit den Schulen, wie Premierminister Robert Abela in der Hauptstadt Valletta ankündigte. Der Plan sieht vor, dass ab Montag Kindergärten und Grundschulen aufmachen. Die älteren Mädchen und Jungen dürfen einige Tage später wieder in ihre Klassen. Zwei Wochen nach dem ersten Schritt, am 26. April, dürfen bisher geschlossene Geschäfte wieder öffnen. Bars und Restaurants bleiben vorerst für Gäste zu. In Malta sind die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen stark gesunken, nachdem das kleine EU-Land Anfang März strenge Restriktionen eingeführt hatte. Sollte die Infektionskurve wieder steigen, würden die Lockerungen wieder zurückgenommen.

Nachtimpftermine im Saarland bis Mitte Mai ausgebucht

Im bundesweit ersten rund um die Uhr arbeitenden Corona-Impfzentrum der Bundeswehr im Saarland sind bis Mitte Mai alle verfügbaren Termine für Nachtimpfungen ausgebucht. Wie das saarländische Gesundheitsministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA mitteilte, gingen zwischen Karfreitag und Ostersonntag 15.000 Anmeldungen für Nachtimpfungen ein. Innerhalb von wenigen Tagen waren damit alle buchbaren Termine für eine Impfung zwischen 22 und 7 Uhr vergeben. Wann genau wieder Buchungen für Nachtimpfungen möglich sein werden, stehe noch nicht fest, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums. Die Verfügbarkeit hänge auch von den Lieferungen der Impfstoffe ab.

Ab Montag neue Corona-Regeln für den Handel in Bayern

Für den Handel in Bayern gelten ab dem 12. April teilweise neue Corona-Regeln. Auch in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 100 und 200 dürfen Geschäfte für Terminshopping-Angebote öffnen - aber nur bei Vorlage eines aktuellen negativen Corona-Tests. Und: Für Bau- und Gartenmärkte, Gärtnereien, Blumenläden und Buchhandlungen gelten künftig die gleichen Regeln wie für alle anderen Einzelhandelsgeschäfte abseits des täglichen Bedarfs, unter anderem die Inzidenz-Grenzen für Öffnungen. Das hat das bayerische Kabinett beschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mitteilte. Bayern weicht damit von Bund-Länder-Beschlüssen der vergangenen Wochen ab - und zwar in verschiedene Richtungen.

Britische Impfkommission: Astrazeneca nur noch für über 30-Jährige

Die britische Impfkommission hat ihre Empfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff geändert. Das Präparat soll künftig möglichst nur noch Erwachsenen über 30 Jahren verabreicht werden, wie die Kommission mitteilte. Grund sind Berichte über seltene Fälle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Vakzin.

Italien holt beim Impfen auch die Unternehmen ins Boot

Italiens Regierung will für ihre Corona-Impfkampagne verstärkt die Unternehmen ins Boot holen. Sie unterschrieb ein Protokoll mit Vertretern von Unternehmen und Gewerkschaften, das den Weg fürs Impfen im Betrieb ebnen soll. Gesundheitsminister Roberto Speranza sprach auf Facebook von einem Erfolg, der "helfen wird, die Gesundheit am Arbeitsplatz zu schützen". In Italien war ein neues Corona-Dekret der Regierung des Ministerpräsidenten Mario Draghi in Kraft getreten. Damit wurden viele Corona-Sperren bis Ende April verlängert. So soll es zunächst keine Gelben Zonen mehr mit besonders wenigen Einschränkungen geben.

Berliner Verwaltungsgericht kippt 40-Quadratmeter-Regel im Handel

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Testpflicht für den Einkauf im Berliner Einzelhandel bestätigt, die Kundenbegrenzung pro Quadratmeter aber gekippt. Diese erweise sich "als unangemessen und damit als unverhältnismäßig im engeren Sinne", urteilte das Gericht, wie ein Sprecher mitteilte. Der Berliner Senat hatte angeordnet, dass in Nicht-Lebensmittel-Geschäften nur ein Kunde pro 40 Quadratmeter eingelassen werden dürfe. Angesichts der darüber hinaus verordneten Sicherheitsmaßnahmen bringe "der Richtwert kein signifikantes Mehr an Infektionsschutz, das noch in einem angemessenen Verhältnis zu den dadurch erwartbar verursachten weiteren Umsatzeinbußen" stehe, hieß es vom Gericht. Auch die elektronische Kontaktnachverfolgung bestätigten die Richter. Gegen die Entscheidung können die Beteiligten Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen. Ausgenommen von der Testpflicht sind unter anderem Lebensmittelgeschäfte und Drogerien.

Bayern will 2,5 Millionen Dosen von russischem Impfstoff Sputnik V bestellen

Bayern will 2,5 Millionen Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V bestellen. "Sollte Sputnik zugelassen werden in Europa, dann wird der Freistaat Bayern zusätzliche Impfdosen, ich glaube, es sind 2,5 Millionen, im Juli erhalten", kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an. Mit der Lieferung von Sputnik solletn die Zusatzkapazitäten an Impfstoff in Bayern erhöht werden. Der Impfstoff solle in Illertissen produziert werden. "Das wird erst im Verlauf des Jahres der Fall sein.

EMA: Keine Einschränkung von Astrazeneca-Impfstoff - Risiken gering

Trotz sehr seltener Fälle von Hirnthrombosen empfiehlt die EU-Arzneimittelbehörde EMA uneingeschränkt die Anwendung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die EMA in Amsterdam. Nach Einschätzung der Behörde sollte bei Astrazeneca auf mögliche Blutgerinnsel-Bildung hingewiesen werden. Diese sollten als "sehr seltene Nebenwirkung" des Impfstoffs aufgeführt werden, teilte die Behörde mit.

10.000 Dosen Corona-Impfstoff nicht geliefert

Eine ausgefallene Lieferung bremst in Rheinland-Pfalz erneut das Impftempo. Am Dienstag seien rund 10.000 fest zugesagte Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer nicht geliefert worden, sagte Landesimpfkoordinator und Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm (SPD). Die Gründe dafür seien unklar. Zudem gebe es Hinweise, dass Ende April eine Lieferung von Moderna ausfallen könne. Der Bund habe zugesagt, dass künftig jede Woche mit 110.000 Impfstoff-Dosen zu rechnen sei, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD).

Corona-Varianten: EU-Kommission gibt 123 Millionen Euro für Forschung

Im Kampf gegen gefährliche Coronavirus-Varianten stellt die EU-Kommission der Forschung 123 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld aus dem Forschungsprogramm "Horizont Europa" solle dafür sorgen, dass den kurz- bis mittelfristigen Bedrohungen durch Mutanten begegnet werden könne, teilte die Brüsseler Behörde mit. "Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um für die Zukunft gerüstet zu sein, von der Früherkennung der Varianten bis zur Durchführung und Koordinierung klinischer Studien für neue Impfstoffe und Behandlungsmethoden", sagte die zuständige EU-Kommissarin Marija Gabriel. Konkret soll das Geld beispielsweise für die Weiterentwicklung vielversprechender Behandlungs- oder Impfstoffkandidaten genutzt werden. Auch solle die Infrastruktur etwa für einen schnelleren Datenaustausch von Forschern gefördert werden. Anträge dafür können vom 13. April bis zum 6. Mai 2021 eingereicht werden.

Bayern verschiebt Start der Corona-Modellprojekte um zwei Wochen

Bayern hat den Beginn seines Corona-Modellversuchs wegen einer "unklaren Inzidenzlage" um zwei Wochen verschoben. "Es ist nicht die Zeit für unsichere Öffnungen oder Experimente", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung. Es sei besser, "auf Nummer sicher zu gehen" und die Entwicklung der Zahlen abzuwarten. Zwar sei die Sieben-Tage-Inzidenz über das Osterwochenende zurück gegangen, dies sei aber kein realistisches Bild der tatsächlichen Lage, da Schulen derzeit geschlossen seien und über die Feiertage weniger getestet worden sei. Auch alle anderen geplanten Öffnungen wurden um zwei Wochen verschoben. Dazu zählen Modellprojekte für die Kultur sowie Öffnungen für Kommunen, deren Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt. 

Mehr als 15.000 Corona-Tote in Pakistan seit Beginn der Pandemie

In Pakistan sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 15.000 Menschen nach einer Infektion gestorben. Die Zahl der registrierten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg auf 15.026, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden demnach 102 neue Tote verzeichnet. Bislang wurden in Pakistan mehr als 700.180 Infektionen nachgewiesen. Vermutet wird, dass die tatsächlichen Zahlen deutlich höher sind. In dem südasiatischen Land mit mehr als 220 Millionen Einwohnern läuft seit Februar eine Impfkampagne. Pakistan bekam dazu vom Nachbarn China Impfstoff des Herstellers Sinopharm geschenkt. Die Skepsis gegenüber diesem Impfstoff ist allerdings groß. Seit vergangener Woche wird auch das russische Mittel Sputnik V verimpft. Regierungsangaben zufolge sind bisher insgesamt rund 936.380 Impfungen in dem Land verabreicht worden.

Söder glaubt nicht an vorgezogene Bund-Länder-Konferenz

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder rechnet in dieser Woche nicht mehr mit einer Konferenz von Bund und Ländern um den weiteren Corona-Kurs. Es werde wohl keine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz geben, sagte der CSU-Chef nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Er begründete dies mit den unterschiedlichen Meinungen unter den Ländern für ein einheitliches Vorgehen etwa für einen erneuten harten Lockdown. Derzeit sehe es leider nicht nach der Einheitlichkeit aus, die für den härteren Kurs notwendig sei.

Drastischer Anstieg der Corona-Fälle im Iran

Im Iran ist die Anzahl der neuen Corona-Fälle und der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 erneut drastisch gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden binnen eines Tages 193 Todesfälle und 21 954 Neuinfektionen im Zusammenhang mit dem Virus erfasst. Die vierte Corona-Welle sei eingetreten. Die Gesamtzahl der Infizierten seit Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 liege bei fast 2 Millionen, die der Toten über 63.000, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen.

Studie: Erste Covid-Impfdosis allein schützt nicht

Die erste Impfdosis allein schützt nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus: Bei der ersten Dosis liegt die Wirksamkeit in den 28 Tagen bis zur zweiten Dosis bei nur drei Prozent und damit im Bereich der statistischen Fehlermarge, wie eine Studie der Universität von Chile ergab. Zwei Wochen nach der zweiten Impfung lag die Wirksamkeit dagegen bei 56,5 Prozent. Für ihre Untersuchung kombinierten die Forscher die Wirksamkeit des chinesischen Impfstoffes Coronavac und des Impfstoffes von Pfizer-Biontech. Den Forschern zufolge lag die Wirksamkeit der ersten Coronavac-Dosis nach zwei Wochen bei 27,7 Prozent und nahm in den Tagen bis zu zweiten Dosis rapide weiter ab. Nur wer sich zweimal impfen lasse, könne das Ansteckungsrisiko deutlich senken, sagte Vivaldi weiter. Die Studie schätzt, dass es bei Menschen zwischen 75 und 79 Jahren ohne die Impfungen 80 Prozent und bei den 70- bis 74-Jährigen 60 Prozent mehr Infektionsfälle gegeben hätte.

Regierungschefin will Norwegen schrittweise aus Beschränkungen führen

Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg will ihr Land schrittweise aus den Corona-Maßnahmen führen. Dazu plant ihre Regierung eine vierstufige Wiederöffnungsstrategie, bei der zunächst ein Fokus auf Kinder und Jugendliche, dann auf Arbeitsplätze und Wirtschaft gelegt wird, wie Solberg im Parlament in Oslo sagte. Zwischen den Stufen sollen jeweils drei Wochen vergehen, sofern die Zahl der Infektionen nicht zunimmt. Ziel des Plans sei es, Vorhersehbarkeit zu schaffen. Auf konkrete Daten - wie das etwa zuletzt Dänemark getan hat - wollte sie sich aber nicht festlegen.

Polen verlängert Corona-Beschränkungen – Krankenhäuser unter Druck

Polen verlängert seine Corona-Beschränkungen bis zum 18. April. Die Situation in den Krankenhäusern sei weiterhin sehr schwierig, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski am Mittwoch in Warschau. Dies gelte vor allem für die Region Schlesien. Nach Angaben des Ministeriums werden derzeit landesweit rund 34 700 Covid-Patienten in den Kliniken behandelt - so viele wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Mehr als 3300 von ihnen müssen künstlich beatmet werden. Schulen und Kindergärten bleiben weiter geschlossen, auch Friseure und Kosmetikstudios dürfen nicht öffnen.

Bundesregierung für "kurzen einheitlichen Lockdown"

Die Bundesregierung ist für ein erneutes deutliches Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland und unterstützt indirekt die Idee eines "Brücken-Lockdowns" von CDU-Chef Armin Laschet. Auf die Frage, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Laschets Vorschlag bewerte, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer, es gebe im Moment bei den Corona-Neuinfektionen keine gute Datenbasis, die Zahl der belegten Intensivbetten spreche aber eine sehr deutliche Sprache. "Deswegen ist auch jede Forderung nach einem kurzen einheitlichen Lockdown richtig. Auch ein gemeinsames bundeseinheitliches Vorgehen wäre hier wichtig."

Demmer fügte hinzu: "Die Vielfalt der beschlossenen Regeln trägt im Moment nicht zur Sicherheit und zur Akzeptanz bei." Für vorgezogene Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin, wie von Laschet ebenfalls vorgeschlagen, gibt es nach ihren Worten im Moment aber "erkennbar keine Mehrheit". Die nächsten Beratungen der Kanzlerin mit den Länderchefs sind für Montag geplant.

Amnesty: Corona-Pandemie verschlechtert Menschenrechtslage weltweit

Die Menschenrechtslage hat sich weltweit während der Corona-Pandemie für Millionen von Menschen verschlechtert. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International prangerte in ihrem Jahresbericht an, dass Regierungen weltweit ihrer menschenrechtlichen Schutzpflicht nicht ausreichend nachgekommen seien. Zahlreiche Staaten, darunter China, hätten die Gesundheitskrise sogar missbraucht, "um weiter rechtsstaatliche Prinzipien aufzulösen", so Amnesty-Generalsekretär in Deutschland, Markus N. Beeko.

Besonders verletzliche Gruppen wie vorerkrankte Menschen, Geflüchtete und Beschäftigte im Gesundheitswesen, Minderheiten sowie Frauen und Mädchen litten laut Amnesty am stärksten unter der Pandemie. So habe es insbesondere in Südamerika, aber auch in anderen Regionen einen Anstieg von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt gegeben. Amnesty kritisierte auch die ungleiche Verteilung von Corona-Impfstoffen. Stand 5. April seien 85 Prozent der weltweit verimpften Dosen in Ländern mit hohem und gehobenem mittlerem Einkommen verabreicht worden. In einkommensschwachen Ländern waren es demnach nur 0,1 Prozent.

Systemrelevant und vulnerabel: Seemannsmission fordert Corona-Impfungen für Seeleute

Die Deutsche Seemannsmission hat zügige Corona-Schutzimpfungen für Seeleute in Deutschland und weltweit gefordert. Die Crewmitglieder auf den Schiffen hätten große Schwierigkeiten, in Häfen oder in ihren Heimatländern eine Impfung zu erhalten, erklärten deren Präsidentin Clara Schlaich in Hamburg. Das sei "inakzeptabel", da Seeleute durch ihre Reisetätigkeit einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt seien und bei schweren Verläufen an Bord von Frachtschiffen kaum adäquat behandelt werden könnten. Die Seemannsmission erinnerte auch daran, dass Seeleute von der UN erst jüngst per Resolution als systemrelevante Berufsgruppe eingestuft worden seien. Zugleich müsse sie sich dafür einsetzen, dass Seeleute "aller Nationen" weltweit geimpft würden. Mehr als eine Million Seeleute könnten derzeit wegen der Pandemie auch in den Häfen ihren Schiffe kaum verlassen.

Corona-Patienten haben höheres Risiko einer neurologischen oder psychischen Erkrankung

Covid-19-Patienten leiden nach ihrer Genesung häufiger an psychischen oder neurologischen Problemen als Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen. Dies geht aus einer am Mittwoch in der Fachzeitschrift "The Lancet Psychiatry" veröffentlichten britischen Studie hervor. Corona-Patienten haben demnach ein 44 Prozent höheres Risiko einer neurologischen und psychischen Erkrankung als nach einer Grippe. Im Vergleich zu anderen Atemwegsinfektionen lag das Risiko um 16 Prozent höher. 

Die Wissenschaftler werteten die Daten von mehr als 230.000 genesenen Covid-19-Patienten aus. Bei rund einem Drittel von ihnen wurde innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Erkrankung eine neurologische oder psychische Krankheit diagnostiziert. Die häufigsten Diagnosen waren Angststörungen (17 Prozent) und Stimmungsstörungen (14 Prozent). Auch Hirnblutungen (0,6 Prozent), Schlaganfälle (2,1 Prozent) und Demenz (0,7 Prozent) traten auf.

Corona-Soforthilfe für Selbstständige ist nicht pfändbar

Die Corona-Soforthilfe für Selbstständige und Kleinstunternehmen ist nicht pfändbar. Sie diene nicht der Befriedigung von Gläubigeransprüchen, die vor dem 1. März 2020 entstanden sind, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe laut Mitteilung. Der Pfändungsfreibetrag der Schuldnerin muss nun um die von ihr bezogene Coronahilfe erhöht werden. (Az. VII ZB 24/20)

Dabei handelte es sich um 9000 Euro, die ihr Ende März 2020 aus Bundesmitteln und Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen auf das Pfändungsschutzkonto überwiesen worden waren. Die Bank weigerte sich jedoch, die Summe auszuzahlen, da noch Pfändungen bestanden: Seit 2016 hatte der Gläubiger Ansprüche von 12.000 Euro gegen die Schuldnerin.  

Corona-Rekord in Indien: Knapp 116.000 Fälle an einem Tag

Indien hat einen neuen Höchstwert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht. Innerhalb eines Tages seien 115.736 neue Infektionen erfasst worden, wie das indische Gesundheitsministeriums am Mittwoch mitteilte. Demnach wurden auch 630 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. Es wird befürchtet, dass diese Zahlen in dem Riesenland weiter deutlich steigen. In absoluten Zahlen ist Indien das am drittmeisten von Corona betroffene Land - nach Brasilien und den USA.

Nach 2,5 Millionen Impfungen: Ungarn lockert den Lockdown

Nach Fortschritten bei den Impfungen hat Ungarn die geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert. Demnach dürfen körpernahe Dienstleister wie Friseure und Kosmetiker sowie nicht essenziell notwendige Geschäfte unter Auflagen zur Vermeidung von Gedränge wieder öffnen. Die nächtliche Ausgangssperre beginnt statt um 20.00 Uhr erst um 22.00 Uhr. Sie dauert weiterhin bis morgens 5.00 Uhr. Die Gaststätten bleiben aber vorerst geschlossen. Hotels stehen weiterhin nur Geschäftsreisenden offen.

Lambrecht befürwortet Vorstoß für mehr Freiheiten für vollständig Geimpfte

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich hinter den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gestellt, vollständig gegen das Coronavirus geimpften Menschen mehr Freiheiten einzuräumen. "Wenn jetzt wissenschaftlich belegt wird, dass von Geimpften keine höhere Gefahr für andere ausgeht als von negativ getesteten Personen, entfällt eine wichtige Begründung für die Einschränkung ihrer Grundrechte", sagte Lambrecht der "Bild"-Zeitung. 

Amtsärzte für Verschärfung der Corona-Maßnahmen

Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte hat den Vorstoß von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für einen "Brücken-Lockdown" als "unpräzise" kritisiert - und zugleich eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen gefordert. "Wir brauchen einen kurzen, harten Lockdown", sagte die Medizinerin Ute Teichert den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das "ewige Hin und Her zwischen Öffnen und Schließen" müsse beendet werden.

"Was Herr Laschet mit seinem Brücken-Lockdown vorschlägt, ist bislang sehr unpräzise", kritisierte Teichert. "Mir ist nicht klar, was er genau meint." Nötig sei in Deutschland aber "mehr Einheitlichkeit bei den Maßnahmen", betonte die Medizinerin. Derzeit gälten in den Regionen so viele unterschiedliche Regeln, "dass die Menschen davon verwirrt und müde werden". Viele nähmen die Corona-Regeln nicht mehr ernst, weil sie nicht mehr überblickten, "was wo gilt". 

Knapp 10.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9677 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 298 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 17.051 Neuinfektionen und 249 neue Todesfälle verzeichnet. Nach RKI-Annahmen werden derzeit aufgrund von Urlaub und geschlossenen Praxen gegebenenfalls noch etwas weniger Tests als vor den Ferien durchgeführt. Das RKI geht davon aus, dass die Testhäufigkeit erst nach den Osterferien, also in den meisten Bundesländern nach dem kommenden Wochenende, wieder auf einem mit den Vorwochen vergleichbaren Niveau liegt.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI bundesweit bei 110,1.

Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie von Dienstag, dem 6. April 2021

Alle Erwachsenen New Yorker sind impfberechtigt

Angesichts der rasanten Corona-Impfkampagne in den USA können künftig alle erwachsenen Bewohner des ehemaligen Covid-Epizentrums New York ein Vakzin erhalten. "Heute hat jede Person im Bundesstaat New York, die älter als 16 Jahre ist, Anspruch auf den Impfstoff. Es gibt keine Entschuldigung, nicht online zu gehen und heute einen Anruf (für einen Termin) zu tätigen", sagte der Gouverneur des Bundesstaates, Andrew Cuomo, am Dienstag. 16 Jahre ist das momentane Mindestalter, um in den USA geimpft zu werden. Bislang sind drei Impfstoffe zugelassen.

Virologin Ciesek sieht Öffnungsstrategien kritisch

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sieht Öffnungsstrategien wie etwa im Saarland oder in Modellregionen kritisch. "Die Verantwortung wird auf den Bürger abgewälzt", sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update". "Wenn geöffnet wird, muss dem Bürger klar sein, dass das nichts mit Sicherheit zu tun hat." Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, "dass das sicher ist", sondern jeder müsse individuell entscheiden, sich auf diese Freiheiten einzulassen oder auf Vorsicht zu setzen. Sorge bereite der Anstieg der Patienten in den Krankenhäusern und der Zuwachs bei der Belegung der Intensivbetten durch jüngere Patienten, die zwar bessere Überlebenschancen als 80- oder 90-Jährige hätten, aber auch längere Zeit auf den Intensivstationen verbrächten.

Italiens Fußballverband: EM soll in Rom mit Fans im Stadion starten

Nach Angaben des italienischen Fußballverbands Figc prüft die Regierung, bei der Fußball-Europameisterschaft Zuschauer im Olympiastadion in Rom zuzulassen. Verbandspräsident Gabriele Gravina habe von Gesundheitsminister Roberto Speranza eine Mittelung erhalten, dass trotz der Pandemie die Bedingungen für die Anwesenheit von Fans erarbeitet werden sollten, hieß es in einer Figc-Mitteilung. Gravina sprach von einem "hervorragenden Ergebnis", das gut sei für das Land, nicht nur für den Fußball. Zuvor hatte die Europäische Fußball-Union Uefa mitgeteilt, dass die zwölf EM-Gastgeberstädte ihre Konzepte für die Ausrichtung der Partien eingereicht hätten. Ein Expertengremium der Regierung in Rom sei beauftragt, die "besten Lösungen" für die Anwesenheit des Publikums im Olympiastadion im Juni zu finden. Die EM war wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben worden.

Heftige Anti-Corona-Proteste im Parlamentsviertel in Rom

Bei Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in der Nähe des Parlaments in Rom ist es zu Auseinandersetzungen der Demonstranten mit der Polizei gekommen. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurde mindestens ein Polizist verletzt. Mehrere Protestler seien festgesetzt worden. Die Zeitung "La Repubblica" schrieb, Beteiligte hätten von verletzten Demo-Teilnehmern berichtet. Der Agentur Ansa zufolge hatten Verbände in mehreren Städten Italiens Proteste gegen die Corona-Sperren organisiert. Die Regierung hatte über Ostern zur Roten Zone mit strikten Sperren erklärt. Diese Regelung war am Montag ausgelaufen. Dennoch gelten bis Ende April viele Verbote, so dürfen Restaurants ihr Essen nur außer Haus verkaufen. Sportstudios bleiben zunächst dicht.

Keiner der 27 EU-Staaten erfüllte Ende März selbstgestecktes Impfziel

Keiner der 27 EU-Staaten hat das selbstgesteckte Ziel erreicht, bis Ende März mindestens 80 Prozent der über 80-Jährigen gegen die Corona-Infektion zu impfen. Das sei auf "verschiedene Gründe" zurückzuführen, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Nach einer Statistik der EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC, die sich auf 23 Länder bezieht, erhielten rund 60 Prozent der über 80-Jährigen bis zum 5. April mindestens eine Impfdosis, knapp 30 Prozent erhielten die beiden Dosen des Vakzins, die für eine vollständige Impfung erforderlich sind. Im ersten Quartal wurden an die Staaten der EU 107 Millionen Impfdosen ausgeliefert - weit weniger als ursprünglich angenommen. Nach einer Aufstellung der EU-Kommission aus der vergangenen Woche, von der die Nachrichtenagentur AFP eine Kopie erhielt, werden die EU-Staaten mit Hilfe der im zweiten Quartal erwarteten Impfstoffe zwischen 44 Prozent (Tschechien) und 93 Prozent (Malta) der Bevölkerung bis Ende Juni impfen können. Für Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien und die Niederlande werden Werte zwischen 55 und 65 Prozent der Bevölkerung angegeben.

Österreich bereitet Öffnungen im Mai vor

Österreich bereitet sich auf die allmähliche Überwindung der Corona-Krise und die Öffnung vieler Branchen im Mai vor. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kündigte die Einrichtung einer entsprechenden Öffnungskommission aus Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen an. Es gehe darum, die Öffnungsschritte auch sorgfältig und rechtzeitig vorzubereiten. Mit dem für April erwarteten Impffortschritt bei den über 65-Jährigen werde voraussichtlich eine massive Entlastung der Kliniken einhergehen, so Kurz. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sprach von den "letzten harten Wochen", die nun noch zu überstehen seien. Zugleich wurde in den drei östlichen Bundesländern - Wien, Burgenland und Niederösterreich - der Lockdown um eine Woche bis zum 18. April verlängert.

Montgomery warnt vor bis zu 200.000 Corona-Toten ohne Lockdown

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich mit deutlichen Worten für harte Eingriffe zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Wenn wir keinen Lockdown machen würden, dann würde diese Infektion jetzt völlig ungebremst über das ganze Land hinweg rollen", sagte er RTL und ntv. "Dabei würde eine ganze Reihe von Menschen zusätzlich sterben, zu allen anderen, bis zu 200.000 sind die Prognosen." Montgomery forderte zugleich eine Vorbereitung der Zeit nach einem harten Lockdown. "Wer in den Lockdown geht, muss auch ein Konzept haben, wie er aus dem Lockdown wieder rauskommt", sagte er. Auch ein Jahr nach der Pandemie werde alles viel zu sehr auf Sicht gefahren.

20 Millionen Dosen in Deutschland verimpft – diese Bundesländer sind Spitzenreiter

Tansanias neue Präsidentin kündigt Kehrtwende in Corona-Politik an

In Tansania deutet sich nach dem umstrittenen Krisenmanagement des gestorbenen Ex-Präsidenten John Magufuli eine Kehrtwende in der Corona-Politik an. Die neue Präsidentin Samia Suluhu Hassan sagte, sie sich wolle sich zur weiteren Vorgehensweise in der Pandemie wissenschaftlich beraten lassen. Ihr Vorgänger Magufuli hatte lange die Existenz von Covid-19 in seinem Land dementiert und Gebete, Kräuter und Dampfbäder empfohlen. Suluhu Hassan signalisierte, zur Pandemiebekämpfung international kooperieren zu wollen. Anders als in vielen anderen afrikanischen Ländern, wo sich im Vorjahr per Flugzeug einreisende ausländische Urlauber erst in eine mehrtägige Quarantäne begeben mussten, gab es in Tansania kaum Einschränkungen für Touristen.

Hausärzteverband bemängelt zum Impfstart in Praxen geringe Menge Impfdosen

Wenig Impfstoff und hohe Erwartungen: Der Start der Corona-Impfungen in rund 35.000 Hausarztpraxen hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Der Hausärzteverband bemängelte die geringe Menge der bestellten Impfdosen pro Praxis. "Das ist etwas, worüber wir nicht ganz glücklich sind", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt im RBB-"Inforadio". Zunächst bekämen Praxen im Schnitt 20 Dosen pro Woche, obwohl "in der Routine 60,70 - auch um 100" Patienten wöchentlich geimpft werden könnten. Weigeldt rechnet allerdings damit, dass die Hausarztpraxen zeitnah deutlich mehr Impfdosen bekommen. Wenn die Impfkampagne bei den Hausärzten erst einmal voll angelaufen sei, könnten Impfzentren bald überflüssig sein. Es sei davon auszugehen, dass noch "länger" geimpft werde und Auffrischungen anfielen. Angesichts der Virusmutationen könne außerdem ein angepasster Impfstoff notwendig werden. "Ich könnte mir vorstellen, dass es so ähnlich läuft wie mit der Grippeschutzimpfung", sagte Weigeldt.

EMA: Noch keine Entscheidung zu Astrazeneca-Impfstoff getroffen

Nach Äußerungen eines EMA-Verantwortlichen über einen Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und dem Auftreten von seltenen Blutgerinnseln hat die EU-Arzneimittelbehörde klargestellt, dass sie in der Sache noch keine Entscheidung getroffen hat. Der EMA-Ausschuss für Medikamentensicherheit habe "noch keine Schlussfolgerung gezogen und die Prüfung läuft derzeit weiter", teilte die EU-Behörde der Nachrichtenagentur AFP mit. Eine Entscheidung werde voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag bekanntgegeben.

Modellversuche in Niedersachsen beginnen nicht vor dem 12. April

Niedersachsens Modellversuche zur Öffnung von Innenstädten in der Corona-Pandemie werden nach Angaben beteiligter Kommunen nicht vor dem 12. April beginnen können. Bis dahin laufen Vorbereitungen. Es seien noch viele Fragen zu klären, ergaben Anfragen der Nachrichtenagentur DPA bei den Städten. Die Regierung hatte am Samstag 14 Gemeinden, darunter Braunschweig, Hildesheim, Lüneburg und Oldenburg ausgewählt. In den Städten dürfen unter Auflagen Läden, Theater und Kinos, Galerien, Fitnessstudios oder die Außenbereiche von Restaurants geöffnet werden. Voraussetzung für den Besuch der Einrichtungen dort ist ein aktueller negativer Corona-Test. Strenge Schutzmaßnahmen und Testkonzepte in den Projektgebieten sind ebenso Bedingung wie die Nutzung einer digitalen Kontaktnachverfolgung. Der Verordnung des Landes nach sollen die Versuche abgebrochen werden, wenn die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus drei Tage lang höher als 200 Fälle auf 100.000 Menschen binnen einer Woche liegt. Einige Kommunen kündigten an, schon früher einzuschreiten.

Berlin schließt zwei Impfzentren wegen Impfstoffmangels

Wegen Mangels an Corona-Impfstoff werden zwei von sechs Impfzentren in Berlin kurzfristig geschlossen. In der Arena in Treptow sowie dem Impfzentrum Messe werde der Betrieb noch heute eingestellt, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Senatskreise. In beiden Zentren wurde zuletzt der Impfstoff des Herstellers Biontech verabreicht.

Gäste aus halb Deutschland: Polizei löst illegale Corona-Party in Ferienhaus auf

Die Polizei im Sauerland hat über Ostern eine Corona-Party in einem Ferienhaus aufgelöst. Angereist waren 19 Personen aus mehreren Teilen Deutschlands. Wie die Polizei heute mitteilte, kamen die Feiernden zum Beispiel aus Baden-Baden, dem Oberharz und Duisburg. Die Gruppe soll sich über Instagram verabredet haben. Die Beamten wurden demnach zu einem Ferienhaus gerufen, aus dem laut Musik zu hören war. Als die Streife an Karfreitagabend eintraf, flüchteten mehrere Feiernde über die Fenster.

Angemietet wurde das Haus für fünf Personen für ein vermeintlich dienstliches Treffen. Mitgebracht hatte die angereiste Gruppe eine Zapf-, eine Musikanlage sowie Sekt- und Champagnerflaschen. Auf die Teilnehmer warten jetzt Verfahren nach Verstößen gegen die Corona-Regeln.

Lauterbach fordert "harten Lockdown", um dritte Welle zu brechen

Öffnungen von Gastronomie, Kinos und Sportstätten wie jetzt im Saarland sind aus Sicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ein falsches Signal angesichts der weiter stark grassierenden Coronavirus-Pandemie. Nötig sei vielmehr ein "harter Lockdown" mit verschärften staatlichen Beschränkungen, sagte er im RTL/NTV-"Frühstart". "Ein Lockdown, der jetzt beginnt, ist nicht vermittelbar, wenn gleichzeitig in Modellprojekten gelockert wird." Zu einem harten Lockdown gehören aus seiner Sicht Ausgangsbeschränkungen, aber auch eine Homeoffice- und Testpflicht in den Betrieben. Lockerungen sollte es erst bei nachweislich sinkenden Zahlen geben. "Wenn man eine Woche lang sinkende Zahlen hat, kann man aus dem Lockdown rausgehen."

Zum Start der Impfkampagne in den Hausarztpraxen sagte Lauterbach: "Das wird den Weg aus der dritten Welle nicht wirklich beschleunigen, denn dafür haben wir nicht genügend Impfstoff."

Karl Lauterbach: Hausärzte können "Weg aus dritter Welle nicht beschleunigen"

Dänemark lockert Corona-Beschränkungen

In Dänemark dürfen seit heute Dienstleister wie Friseure, Tätowierer, Masseure und Kosmetiker fast im gesamten Land wieder Kunden bedienen, auch Sonnenstudios und Fahrschulen dürfen wieder öffnen. Kunden sollen aber auf ihrem Smartphone einen maximal 72 Stunden alten negativen Coronatest, eine Impfung gegen Covid-19 oder eine überstandene Infektion vorzeigen können. In den Schulen können – nachdem zuvor schon die Kinder bis zur vierten Jahrgangsstufe in ihre Klassenzimmer zurück durften – nun auch die älteren Schüler zumindest jede zweite Woche zum Präsenzunterricht zurückkehren. 

Die Lockerungen sind Teil eines langfristigen Plans, mit dem Dänemark nach und nach die Beschränkungen des öffentlichen Lebens zurückfahren möchte, solage die Corona-Zahlen nicht plötzlich wieder in die Höhe schießen. Derzeit halten sie sich in Dänemark auf einem stabilen Niveau, das auf die Bevölkerung gerechnet unter dem von Deutschland liegt und zu den niedrigsten in Europa zählt.

Neuseeland und Australien starten quarantänefreien Reiseverkehr

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie können Menschen in Neuseeland und Australien ab dem 19. April wieder zwischen beiden Ländern reisen. Eine Quarantäne ist nicht erforderlich. Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern bezeichnete den Schritt als "den Beginn eines neuen Kapitels". Es sei sehr schwer für viele Menschen gewesen, ihre Freunde und Familien in Australien ein Jahr lang nicht sehen zu können. Beide Staaten hatten ihre Grenzen für Reisende im März 2020 geschlossen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen durften nur noch eigene Bürger und Menschen mit Wohnsitz ins Land.

Der Inselstaat Neuseeland gilt wegen extrem strenger Maßnahmen und genauer Kontaktverfolgungen als Musterland in der Krise. In dem Land mit 4,8 Millionen Einwohnern wurden bisher rund 2500 Fälle verzeichnet, 26 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Schon lange herrscht wieder eine weitgehende Normalität.

Bayern setzt auf Verlängerung von Intervallen zwischen Corona-Impfungen

Um mehr Menschen in kürzerer Zeit gegen das Coronavirus impfen zu können, setzt Bayern auf eine Verlängerung der Intervalle zwischen Erst- und Zweitimpfung. Bereits seit dem 12. März setze der Freistaat die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zum Abstand zwischen den Impfungen um, sagte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek der "Augsburger Allgemeinen". Bei Impfungen mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna betrage der Abstand nunmehr sechs Wochen, bei Astrazeneca zwölf Wochen.

RKI registriert 6885 Corona-Neuinfektionen und 90 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut binnen eines Tages 6885 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 90 neue Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI von heute früh hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9549 Neuinfektionen und 180 neue Tote verzeichnet. Das RKI weist darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage vielerorts meist weniger Tests gemacht und gemeldet werden. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln. Die berichteten Fallzahlen dürften dadurch niedriger ausfallen und nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Morgen bundesweit bei 123,0. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 128,0 an, vor drei Wochen mit 83,7.

Niederlande gelten als Hochinzidenzgebiet mit Corona-Testpflicht

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen gelten die Niederlande seit Mitternacht aus deutscher Sicht als Hochinzidenzgebiet. Das bedeutet, dass man bei der Einreise nach Deutschland ein negatives Testergebnis dabei haben muss. Die Quarantänepflicht von zehn Tagen mit der Möglichkeit, sich nach fünf Tagen mit einem zweiten Test davon zu befreien, bleibt unverändert. Für Pendler gibt es Ausnahmeregelungen.

Nach Tschechien, Polen und Frankreich sind die an Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen grenzenden Niederlande das vierte Nachbarland, das als Hochinzidenzgebiet mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen eingestuft wird.

Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie von Montag, dem 5. April 2021

Müller äußert sich kritisch zum von Laschet vorgeschlagenen "Brücken-Lockdown"

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich kritisch zum Vorstoß von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für einen "Brücken-Lockdown" und ein vorgezogenes Spitzengespräch von Bund und Ländern zur Corona-Krise geäußert. "Es ist, glaube ich, noch sehr viel unklar, was Herr Laschet damit meint", sagte Müller am Montag dem  ARD-Hauptstadtstudio zum Vorschlag des CDU-Vorsitzenden.

Laschet hatte beim Besuch eines Impfzentrums in Aachen vorgeschlagen, die für den 12. April geplante Ministerpräsidentenkonferenz vorzuziehen und einen kurzen, aber harten Lockdown zu beschließen. Mit einem "Brücken-Lockdown" könnten die Corona-Infektionen auf ein niedrigeres Niveau gedrückt werden, das dann durch Testungen gehalten werden könne, bis mehr Menschen geimpft seien. "Für die letzten Meter brauchen wir noch einmal eine Kraftanstrengung", forderte Laschet.

Saarland öffnet – mit Schnelltestpflicht

Erstmals geht ein ganzes Bundesland als Corona-Modellprojekt an den Start: Im Saarland dürfen von Dienstag an Außengastronomie, Kinos, Theater, Fitnessstudios und Tennishallen wieder öffnen. Voraussetzung für Gäste und Nutzer ist meist ein negativer Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Zudem können sich im Freien bis zu zehn Personen treffen, wenn sie negativ getestet worden sind. Mit dem "Saarland-Modell" will die Landesregierung den Bürgern wieder mehr Freiheiten ermöglichen. "Es muss uns nach einem Jahr Pandemie mehr einfallen als nur zu schließen und zu beschränken", hatte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gesagt. Und: "Mit dem Saarland-Modell soll keine Corona-Infektion unentdeckt bleiben."

Erstes Bundeswehr-Impfzentrum arbeitet rund um die Uhr

Das bundesweit erste Impfzentrum der Bundeswehr im saarländischen Lebach arbeitet seit Sonntag rund um die Uhr. Im Drei-Schicht-Betrieb seien bis zu 1000 Impfungen pro Tag möglich, teilte das Verteidigungsministerium bei Twitter mit. Rund 110 Soldaten würden dazu eingesetzt. Mehr als 14.000 Nachttermine bis Mai seien vergeben, erklärte das Ministerium am Sonntag. Das Impfzentrum auf dem Gelände einer Kaserne ist eines von vier im Saarland, in dem Saarländer gegen Corona geimpft werden. Es ist seit Anfang März in Betrieb. Bislang gibt es noch ein weiteres Impfzentrum der Bundeswehr in Berlin, ein drittes sei in Bonn im Aufbau.

Laschet will "Brückenlockdown" im April - Für Vorziehen der MPK

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat sich angesichts der dritten Corona-Welle für einen harten und kurzen Lockdown im April ausgesprochen. Mit einem solchen "Brückenlockdown" müsse die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien, sagte der CDU-Bundesvorsitzende am Montag nach einem Besuch des Impfzentrums der Städteregion Aachen gemeinsam mit dem Präsidenten der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx. Vor diesem Hintergrund sprach sich Laschet für ein Vorziehen der für den 12. April geplanten Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder auf die kommenden Tage aus.

RKI registriert 8497 Corona-Neuinfektionen und 50 Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8497 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 50 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Montagmorgen hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9872 Neuinfektionen und 43 neue Todesfälle verzeichnet. Das RKI weist darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage vielerorts meist weniger Tests gemacht und gemeldet werden. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln. Die berichteten Fallzahlen dürften dadurch niedriger ausfallen und nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 128,0. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 127,0 an, vor drei Wochen mit 82,9. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Sonntagnachmittag bei 0,97 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 97 weitere Menschen anstecken.

Umfrage: Fast zwei Drittel der Deutschen sind für ein Verbot von Auslandsreisen

Fast zwei Drittel der Deutschen sind für ein Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 64 Prozent für einen solchen Schritt aus, nur 26 Prozent sind dagegen. 10 Prozent machten keine Angaben. Angesichts der hitzigen Diskussion über Urlaub auf Mallorca hatte die Bundesregierung erwogen, Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland vorübergehend zu unterbinden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die zuständigen Fachressorts beauftragt, die rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen. Am vergangen Montag hieß es dann, dass ein solcher Schritt "zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant" sei. Der Wunsch nach einem Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland ist zwar bei den über 55-Jährigen mit 71 Prozent besonders groß. Aber auch in allen anderen Altersklassen ist eine Mehrheit dafür. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es immer noch 54 Prozent.

Erstmals mehr als 100.000 Corona-Fälle an einem Tag in Indien

In Indien sind erstmals an einem Tag mehr als 100.000 Corona-Neuinfektionen erfasst worden. Das geht aus Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums vom Montag hervor. Besonders betroffen ist der reichste Bundesstaat Maharastra mit der Finanzmetropole Mumbai. Premierminister Narendra Modi hatte am Wochenende vor einem alarmierenden Anstieg der Fälle gewarnt. Trotzdem leben viele Menschen wieder so, als gebe es keine Pandemie mehr. Es gibt auch vor den Parlamentswahlen in mehreren Bundesstaaten große Wahlveranstaltungen. Zum großen Pilgerfest Kumbh Mela strömen Hunderttausende Inder zum heiligen Flus Ganges - oft ohne Masken, wie Aufnahmen vor Ort zeigen. Zudem könnten Virusmutationen zum Anstieg beitragen. Noch Anfang des Jahres gab es teilweise weniger als 10 000 erfasste Fälle an einem Tag, beim bisherigen Höchststand im vergangenen Sommer waren es teils knapp 100.000 pro Tag.

Bisher wenig Erfolge bei Suche nach Corona-Medikamenten

Wissenschaftler dämpfen die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch bei der Suche nach Medikamenten gegen das Coronavirus. Man dürfe nicht sehr optimistisch sein, dass Arzneimittel in Kürze die Sterblichkeit bei intensivmedizinisch behandelten Patienten drastisch senken könnten, sagt Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Im Laufe der Pandemie habe es immer wieder Glauben und Hoffen gegeben - doch 95 oder eher sogar 99 Prozent der Medikamente seien in Studien durchgefallen, sagte Kluge, der Koordinator der Behandlungsleitlinien der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist. Bisher werden vor allem Mittel eingesetzt, um Symptome zu lindern. So kommt bei Klinik-Patienten vor allem das entzündungshemmende und lange bekannte Dexamethason zum Einsatz. Es soll eine überschießende Immunreaktion bremsen, die bei Covid häufig auftritt. Dexamethason gehört zu den laut nationaler Leitlinie empfohlenen Medikamenten.

Gemeindebund: Einheitliche Regelungen auch ohne Corona-Bundesgesetz

Der Chef des Städte- und Gemeindebunds wünscht sich bei der Pandemiebekämpfung mehr Einheitlichkeit zwischen den Bundesländern trotz regional angepasster Maßnahmen. Die Menschen könnten die unterschiedlichen Regelungen sonst kaum nachvollziehen, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der "Funke Mediengruppe“ (Montag). Ein Bundesgesetz für einheitliche Maßnahmen, wie es Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorgeschlagen hat, käme aus Landsbergs Sicht wegen des "erfahrungsgemäß“ mehrwöchigen Gesetzgebungsverfahrens aber für die dritte Welle wohl zu spät. "Zudem hat sich der Föderalismus in der Pandemie bewährt. Unterschiedliche Regelungen in unterschiedlichen Regionen sind dann gerechtfertigt, wenn die Inzidenzzahlen dieses Vorgehen zulassen.“

England plant zwei kostenlose Corona-Test pro Woche und Bürger

Die Bürger in England sollen sich bald zweimal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Die Schnelltests sollen künftig neben Schulen und Arbeitsplätzen auch großflächig für alle an lokalen Teststationen angeboten werden, wie die britische Regierung am Ostermontag mitteilte. Bislang waren frei verfügbare Schnelltests auf besonders gefährdete Gruppen beschränkt. Das Testen sei unbedingt notwendig, um während der geplanten Lockerungen die Erfolge der britischen Impfkampagne nicht zu gefährden, sagte Premierminister Boris Johnson.

Gewerkschaft: Notfalls Abiturprüfungen ausfallen lassen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. "Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen", sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). "Dann könnten zum Beispiel die Leistungen aus dem Unterricht zur Grundlage der Notengebung gemacht werden." Tepe sagte, sollten Prüfungen pandemiebedingt ausfallen, müssten die Abiture trotzdem von den Bundesländern gegenseitig anerkannt werden. Das Abitur 2021 brauche die volle Anerkennung und Wertschätzung.

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