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Mehrere Tote: Stürme wüten über Westeuropa

Unwetter an Weihnachten: Vor allem Großbritannien und Frankreich werden über die Feiertage von Stürmen heimgesucht. Mehrere Menschen starben. In Deutschland ist es mild, teils herrscht Dauerregen.

Sturm in Nordspanien: In San Sebastian im Baskenland trifft ein Brecher auf die Küste.

Sturm in Nordspanien: In San Sebastian im Baskenland trifft ein Brecher auf die Küste.

Durch die über Westeuropa wütenden Stürme sind in Großbritannien und Frankreich mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Drei Menschen ertranken nach Polizeiangaben am Montag und Dienstag in reißenden Flüssen, zwei weitere starben bei Autounfällen. Das Sturmtief "Dirk" löste auf beiden Seiten des Ärmelkanals an Heiligabend Stromausfälle in zehntausenden Haushalten aus und führte zu Behinderungen im weihnachtlichen Reiseverkehr.

In Devon im Südwesten Englands ertrank ein Mann in einem Fluss, als er seinen Hund retten wollte, wie die Polizei mitteilte. Ein Mann und eine Frau waren bereits am Montag von Hochwasser führenden Flüssen mitgerissen worden. Zwei Menschen starben bei durch das Unwetter verursachten Autounfällen.

Zudem wurde ein russischer Seemann vermisst, der nach Angaben der französischen Schifffahrtsbehörden vor der Nordwestküste Frankreichs bei Windgeschwindigkeiten von knapp 120 Stundenkilometern von einem beschädigten Containerschiff stürzte. Die Suche nach ihm sei am Montagabend eingestellt worden. Aus dem nordfranzösischen Département Calvados wurde der Tod eines zwölfjährigen Kindes durch den Einsturz einer Mauer gemeldet. Es sei aber unklar, ob das Unglück mit dem Unwetter zusammenhänge, teilten die Behörden mit.

Evakuiert am 1. Weihnachtstag

Am ersten Weihnachtstag mussten an der Südküste Großbritanniens 90 Menschen ihre Wohnungen verlassen, nachdem vor Sturmfluten gewarnt worden war. Für die Betroffenen habe Lebensgefahr bestanden, teilte die Umweltschutzbehörde mit. 75.000 Menschen waren nach Angaben der Stromversorger noch ohne Elektrizität. Am Dienstag waren es den Angaben zufolge bis zu 300 000. Der erste Weihnachtsfeiertag ist für die Briten der Tag der Bescherung, die Kerzen auf dem Weihnachtsbaum werden angezündet.

Überschwemmungen in Großbritannien

Von einer Fähre der Firma Brittany Ferries musste ein Passagier mit einem Rettungshubschrauber abgeholt werden, weil er nach einem Sturz infolge des Sturms über starke Rückenschmerzen klagte. Der Schweizer Segler Bernhard Stamm wurde vor der englischen Küste von einem norwegischen Frachter von seiner durch den Sturm beschädigten Yacht "Cheminées Poujoulat" gerettet.

In Großbritannien waren wegen "Dirk" zahlreiche Straßen und Brücken überschwemmt. Der Fährhafen im südenglischen Dover wurde geschlossen. Auf dem Londoner Flughafen Gatwick gab es wegen eines teilweisen Stromausfalls Verspätungen. Am Flughafen Heathrow wurden 16 Flüge gestrichen.

Die Flüge von und nach Lille im Norden Frankreichs wurden gestrichen, auch im bretonischen Brest war der Flugverkehr beeinträchtigt. Mehrere Zugverbindungen in der Bretagne wurden wegen Überschwemmungen unterbrochen. Mehrere Reedereien stellten die Fährverbindungen über den Ärmelkanal ein, auch zwischen Nordirland und Schottland gab es Ausfälle. Wegen der Stürme wurden auch die meisten Pisten in den Skigebieten der französischen Départements Haute-Pyrénées und Pyrénées-Atlantiques vorsichtshalber geschlossen.

Fähren bleiben im Hafen

Auch im Norden der Niederlande wurden Fährverbindungen gestrichen. Einige Gebäude wurden durch den Sturm beschädigt, darunter das Philips-Stadion in Eindhoven. In Portugal wurde mit Wellen mit bis zu 7,5 Metern Höhe gerechnet. In der nordwestspanischen Region Galicien entgleiste am Montagabend wegen eines umgestürzten Baumes ein kleiner Zug, keiner der zehn Insassen wurde jedoch verletzt. Am Dienstagmorgen wurden am Flughafen von Bilbao sechs Flüge gestrichen.

In Frankreich waren am frühen Dienstagabend noch 145.000 Haushalte ohne Strom, vor allem in der Bretagne. Am Morgen waren nach Angaben des Versorgers ERDF noch 240.000 Haushalte betroffen gewesen. In Großbritannien wurde der Strom laut dem Versorgernetzwerk in 420.000 Haushalten wieder hergestellt, aber 130.000 mussten Heiligabend ohne Stromversorgung auskommen. In England beruhigte sich die Lage am Dienstag gegen Abend ab, in Nordirland und Schottland herrschte aber noch schwerer Sturm.

Für Deutschland sagt der Deutsche Wetterdienst an Weihnachten mildes Wetter vorher, teilweise herrscht Dauerregen.

anb/AFP / AFP