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Ex "Big Brother"-Moderator enttarnt: Hinter dieser Maske hetzte Percy Hoven gegen Ausländer

Die Kunstfigur Dr. Proebstl, die hinter einer Gummimaske gegen Ausländer wetterte, war Percy Hoven. Dass es sich bei der Video-Serie des Ex-Big-Brother-Moderators um Satire handeln soll, wollen viele nicht glauben.

Der 85. Youtube-Clip von Dr. Alfons Proebstl trägt den Titel "Pack"

Der 85. Youtube-Clip von Dr. Alfons Proebstl trägt den Titel "Pack"

Die Geschichte von Dr. Alfons Proebstl ist überaus kurios: Auf seinem Youtube-Kanal wetterte er als stets gut verkleideter älterer Herr gegen Flüchtlinge und die Lügenpresse. Dabei rauchte er gemütlich Zigaretten - neben ihm stand immer eine offene Flasche Rotwein. Schnell wurde Dr. Proebstl mit seinen rechten Thesen zum Liebling der . Seine wahre Identität versteckte er stets hinter einer Gummimaske. Genau 88 Folgen sind auf dem Youtube-Kanal von  Dr. Alfons Proebstl zu sehen - nun ist erstmal Schluss, denn die Kunstfigur ist enttarnt.

Wie die Zeitung "Augsburger Allgemeine" berichtet, handelt es sich in Wahrheit um den 50-jährigen ehemaligen "Big-Brother"-Moderator Percy Hoven. Gegenüber der Zeitung räumte Hoven in einer Stellungnahme ein, dass er es war, der hinter der Silikonmaske steckte. Die Person Dr. Proebstl sollte demnach alleine der "Überspitzung des gesellschaftlichen und politischen Diskurses dienen." Laut Hoven waren die Auftritte als "reine, wenn auch böse Satire" gedacht. "Ich distanziere mich ausdrücklich von dem Vorwurf der rechten Meinungsmache. Die Inhalte der Kunstfigur entsprechen in keinster Weise meiner persönlichen Überzeugung", wie Hoven der "Augsburger Allgemeinen" mitteilte.

Hoven wollte nicht hetzen

Ziel der Figur sei es laut Hoven gewesen, "eine große Bandbreite von aktuellen Themen wie TTIP, Russland, Euro-Rettung, Faschismus, Geldpolitik und Klimawandel" satirisch aufzubereiten. Erst das "völlig falsch angelegte" Flüchtlingsthema habe "für Eskalation und Empörung in den Medien" gesorgt. sei nie seine Absicht gewesen.

Des Weiteren schrieb der ehemalige TV-Moderator, dass er zukünftig nicht mehr als Dr. Proebstl auftreten wird.:"Ich bin enttarnt, damit bin ich raus". Wie es mit der Figur weitergehe, ließ er offen. Ein Münchner Produzent sei mit seinem Team an den professionell wirkenden Videoclips beteiligt gewesen.


Hoven entschuldigte sich zudem für seinen diesjährigen Proebstl- Auftritt bei einer Pegida-Demo in Dresden: "Das war ein großer Fehler, den ich zutiefst bedaure und gerne rückgängig machen würde, wenn ich könnte."

Der Fall setzt abermals die schwierige - und kaum zu beantwortende - Frage, wie weit Satire gehen darf, auf die Agenda? Wird es Hoven nun zum Verhängnis, dass seine so überzeugend war, dass Deutschlands Rechte in Dr. Proebstl jemanden sahen, der Mut hatte, ihre "Wahrheit" auszusprechen? Fakt ist: Dr. Proebstl ging häufig an die satirische Schmerzgrenze und war damit äußerst erfolgreich. Mehrere seiner Videoclips wurden mehr als 80.000 Mal angeklickt.

"Praxis heute geschlossen!"

Der Mediendienst "Meedia" hegt Zweifel an Hovens Unbescholtenheit - und kauft dem Moderator nicht recht ab, dass er nicht gewusst habe, dass seine Auftritte als Dr. Proebstl von vielen Rechten gar nicht als Satire wahrgenommen wurden. Ob es sich um Hetze unter dem Deckmantel der Satire oder um Satire unter dem Deckmantel der Hetze handelt, lässt sich nur schwer beantworten.

Alle Videos von Dr. Proebstl sind auf seinem Youtube-Kanal noch zu sehen. Sein letzter Film trägt den Titel "Praxis heute geschlossen!" Darunter finden sich zahlreiche Kommentare, die offenbaren, dass so mancher Zuschauer der rechten Kunstfigur Herrn Dr. Proebstl tatsächlich für voll nahm. Ein Zuschauer kommentiert: "Da hat die Lügenpresse den nächsten mundtot gemacht. Eigentlich müsste es heißen: Jetzt erst recht!"

Ein anderer schreibt: "Schade. Da hat die links-grüne Gesinnungsdiktatur mal wieder zugeschlagen." Ein weiterer Fan geht direkt auf das Thema Satire ein: "Was haben sie Ihnen angetan Doc? Der Entschuldigungs-Artikel soll doch wohl ein Scherz sein. Satire ist immer eine Überspitzung des Realen - das ist ja grad der Witz. Wenn irgendwelche Kasperköpfe den nicht mitnehmen - zum Teufel mit ihnen."

amt