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Schäden an Brennelement? "Sehr wahrscheinlich zivile Herkunft": Leicht erhöhte Radioaktivität in Nordeuropa gemessen

Das Atomkraftwerk Leningrad in Russland
Das Atomkraftwerk Leningrad in Russland. Der russische Atomkonzern Rosenergoatom erklärte, in seinen Atomkraftwerken Leningrad und Kola seien keine Fehler festgestellt worden.
© Peter Kovalev/ / Picture Alliance
In Nordeuropa wurde eine leicht erhöhte Radioaktivität registriert. Die Strahlung sei für den Menschen zwar ungefährlich, sei aber "sehr wahrscheinlich ziviler Herkunft". Es werden Schäden an einem Brennelement in einem Atomkraftwerk vermutet.

In Teilen Schwedens, Finnlands und Norwegens ist in den vergangenen Tagen eine leicht erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) erklärte am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter, die Werte seien für Menschen ungefährlich. Sie veröffentlichte eine Landkarte, auf der das mutmaßliche Herkunftsgebiet der erhöhten Radioaktivität markiert ist. Es erstreckt sich über das südliche Drittel Schwedens, die Südhälfte Finnlands, Estland, Lettland sowie den Nordwesten Russlands einschließlich St. Petersburg.

Die von einer schwedischen Messstation der Organisation registrierten Isotope (Cäsium 137, Cäsium 134 und Ruthenium 103) seien "sehr wahrscheinlich ziviler Herkunft", erklärte Lassina Zerbo, Generalsekretär der in Wien ansässigen Organisation CTBTO. Seine Organisation sei in der Lage, die wahrscheinliche Herkunft zu benennen, sei dafür jedoch nicht zuständig. 

"Radionuklide kommen aus Westrussland" – Russland meldet keine Fehler

Der russische Atomkonzern Rosenergoatom erklärte, in seinen Atomkraftwerken Leningrad und Kola seien keine Fehler festgestellt worden. Die Emissionen hätten "im benannten Zeitraum nicht die Kontrollwerte überschritten", sagte ein Sprecher laut russischen Nachrichtenagenturen.

Nach Angaben des niederländischen Instituts für öffentliche Gesundheit und Umwelt "kommen die Radionuklide aus Richtung Westrussland". Eine genauere Bestimmung erlaubten die Messungen jedoch nicht. Es handele sich um künstliche Nuklide. Ihre Zusammensetzung "kann auf Schäden an einem Brennelement in einem Atomkraftwerk hindeuten", erklärte die niederländische Behörde.

Neben Russland betreiben in der Region auch Finnland und Schweden Atomkraftwerke. Auch dort wurde kein Zwischenfall gemeldet. In den baltischen Staaten sind keine Reaktoren mehr in Betrieb, Litauen hatte sein einziges AKW russischer Konstruktion bei seinem Eintritt in die EU abgestellt.

rw AFP

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