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Zwei Botschafter bei Absturz gestorben: Hubschrauber von Taliban abgeschossen?

Drei Hubschrauber mit hochrangigen Diplomaten fliegen in Pakistan zu einer Zeremonie. Eine der Maschinen stürzt ab. Sieben Menschen sterben. Die Taliban wollen den Helikopter abgeschossen haben.

Flammen und Rauch am Absturzort sind weithin sichtbar

Flammen und Rauch am Absturzort sind weithin sichtbar

Beim Absturz eines Militärhubschraubers im Norden Pakistans sind mindestens sechs Menschen getötet worden, darunter die Botschafter von Norwegen und den Philippinen. Die radikalislamischen Taliban erklärten, sie hätten den Helikopter in der Region Gilgit-Baltistan abgeschossen. Das Ziel des Anschlags sei Premierminister Nawaz Sharif gewesen. Eine offizielle Bestätigung für einen Abschuss gibt es nicht.

Bei dem Absturz wurden nach Angaben der pakistanischen Armee außer den Botschaftern von Norwegen und den Philippinen auch die Ehefrauen der Botschafter Malaysias und Indonesiens sowie die beiden Piloten getötet. Die Botschafter Polens und der Niederlande wurden verletzt.

Der Hubschrauber sei in der nördlichen Region Gilgit-Baltistan von Kämpfern der Taliban-Gruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) "mit einer Flugabwehrrakete" abgeschossen worden, erklärte Taliban-Sprecher Mohammed Khorasani. Ihm zufolge galt der Anschlag eigentlich Pakistans Premierminister Nawaz Sharif. Dieser habe aber überlebt, weil er in einem anderen Helikopter unterwegs gewesen sei.

Abschuss durch Taliban nicht bestätigt

Das Bekenntnis der Taliban wurde von offizieller Seite zunächst nicht bestätigt. Die Region am Himalaya-Gebirge gilt nicht als Hochburg der Islamistengruppe, sondern wird von der pakistanischen Armee kontrolliert. Das Verteidigungsministerium erklärte, die Absturzursache werde untersucht.

Premierminister Sharif befand sich nach Angaben seines Büros zu dem Zeitpunkt tatsächlich auf dem Weg nach Gilgit-Baltistan. Nach Angaben aus Behördenkreisen wollte er eine neue Sesselliftbahn in einem Skigebiet im Naltar-Tal einweihen. Sein Flugzeug kehrte jedoch in die Hauptstadt Islamabad zurück, nachdem der Absturz des Helikopters bekannt wurde.

Laut der Armee waren insgesamt drei Hubschrauber mit Diplomaten und Journalisten an Bord auf dem Weg in die Region gewesen, als einer von ihnen im Naltar-Tal abstürzte und auf einer Schule aufschlug. Diese war jedoch zum Zeitpunkt des Unglücks geschlossen. Die Delegationen sollten während eines dreitägigen Aufenthalt in Gilgit-Baltistan Projekte besuchen und sich dort mit Sharif treffen. Der Regierungschef drückte den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und rief einen Tag der Trauer aus.

yps/AFP / AFP