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+++ Ukraine-Newsticker +++: Kerry glaubt an baldige Entspannung des Konflikts

Die Ukraine hat einen neuen Präsidenten. Aber die Probleme bleiben. Im Osten des Landes kündigen Separatisten "Neurussland" an. Das Wichtigste des Tages erfaren Sie im stern-Ticker.

+++ 16.54 Uhr: Gauck besucht Maidan und spricht Ukraine Mut zu+++

Bundespräsident Joachim Gauck besucht im Rahmen des Amtsantritts Poroschenkos auch den Maidan, wo er an die mehr als 100 Toten der Revolution erinnert. Anders als bei der friedlichen Revolution in der DDR habe es hier Blutvergießen gegeben, sagt der ehemalige Bürgerrechtler.

Trotzdem erinnere ihn das historische Ereignis an die Umbrüche von damals, "weil ich eine Aufbruchsstimmung spüren konnte und einen Willen von Menschen, die sogar zum Teil ihr Leben riskiert haben, um einen Umbruch herbeizuführen, um ein korruptes System zu stürzen", so Gauck. "Deshalb bin ich auch so zornig geworden darüber, dass in Teilen der deutschen und europäischen Öffentlichkeit so getan wird, als seien die treibenden Kräfte hier Faschisten oder rechte Reaktionäre gewesen. Das ist eine Diskreditierung einer Demokratiebewegung, die all denen nahe steht, die damals 1989 in Ost- und Mitteleuropa gekämpft haben", sagt Gauck weiter. Gleichzeitig spricht er der Ukraine Mut zu, weiter unbeirrt von russischem Druck ihren Weg in die Europäischen Union zu gehen.

+++ 15.41 Uhr: Kerry glaubt an baldige Entspannung +++

Nach der Amtsübernahme Poroschenkos zeigt sich US-Außenminister John Kerry zuversichtlich zu einer baldigen Entspannung des Konflikts mit Russland. Er hoffe, dass schon "in den kommenden Tagen" Schritte zum Abbau der Spannungen unternommen würden, sagt Kerry. Konkret führt er einen Waffenstillstand und die Entwaffnung der Separatisten im Osten der Ukraine an. Es gebe "Wege nach vorn", so Kerry.

Russland fordert er auf, bei der Lösung des Konflikts zu helfen. Er hoffe, dass auf diese Weise auf weitere Sanktionen gegen Moskau "und andere Schritte" verzichtet werden könne, sagt Kerry.

+++ 14.20 Uhr: Steinmeier fordert vorsichtigen Einsatz militärischer Mittel +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier warnt die ukrainische Regierung vor unverhältnismäßigen Militäreinsätzen gegen die prorussischen Separatisten im Osten des Landes. "Das Ergebnis militärischer Operationen in der Ostukraine darf nicht sein, dass die Separatisten noch mehr Zulauf bekommen", sagt Steinmeier dem "Tagesspiegel am Sonntag". In der angespannten Lage sei es "klug, beim Einsatz militärischer Mittel vorsichtig und mit Augenmaß vorzugehen".

Steinmeier fordert zugleich Beiträge Russlands zur Stabilisierung der Ukraine. Es sei "ganz wichtig, dass Moskau öffentlich die territoriale Einheit der Ukraine stützt und alle Bestrebungen zur Abtrennung ablehnt", sagt er. Beide Seiten müssten zudem die gemeinsame Grenze sichern, um einen Zufluss von Waffen und Kämpfern aus Russland in den Osten der Ukraine zu verhindern. Russlands Verhalten in dem Konflikt habe sich "spürbar verändert", so der Außenminister.

+++ 13.27 Uhr: Russland will Grenze zur Ukraine stärker überwachen +++

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Samstag eine verstärkte Überwachung der Grenze zur Ukraine angeordnet. Putin habe die Grenztruppen angewiesen, die Kontrollen zu verstärken und illegale Grenzübertritte zu verhindern, erklärte der Kreml laut russischen Nachrichtenagenturen. Die G-7-Staaten hatten Russland am Donnerstag unter anderem aufgefordert, "den Zustrom von Waffen und Aktivisten über die Grenze zu beenden".

+++ 13.00 Uhr: Nato will Ukraine unterstützen +++

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat dem neuen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko die Unterstützung des Bündnisses bei Reformen des Sicherheitssektors zugesagt. Die Ukraine sei "ein langjähriger und aktiver Partner der Nato", heißt es in einer nach der Amtseinführung des Präsidenten am Samstag veröffentlichten Erklärung Rasmussens. Die 28 Nato-Staaten, zu denen die Ukraine nicht gehört, seien "entschlossen in ihrer Unterstützung der Souveränität, Unabhängigkeit und territorialen Integrität der Ukraine".

+++ 10:01 Uhr: Ukraine soll auf EU-Kurs bleiben +++

Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat einen Kompromiss mit Russland hinsichtlich der Zugehörigkeit der Schwarzmeerhalbinsel Krim zu seinem Land ausgeschlossen. "Die Krim war und bleibt ukrainisch", zudem sei die Ausrichtung der Ukraine in Richtung der Europäischen Union nicht verhandelbar, sagte der 48-Jährige am Samstag in seiner Antrittsrede nach der Vereidigung im Parlament in der Hauptstadt Kiew. Russland hatte sich die Krim im März nach einem umstrittenen Referendum einverleibt, was international nicht anerkannt wird.

+++ 9.47 Uhr: Poroschenko will friedliche Lösung mit Separatisten +++

Bei seiner Amtseinführung versprach der 48-jährige Petro Poroschenko, die Souveränität und Unabhängigkeit des Landes zu schützen. Im Tagesverlauf will er Pläne für eine Vorschläge für eine friedliche Lösung des Konflikts mit prorussischen Separatisten im Osten des Landes vorstellen.

Am Freitag war er am Rande der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie erstmals mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammengetroffen. Der milliardenschwere Schokoladenfabrikant Poroschenko strebt auch eine engere wirtschaftliche und politische Bindung an den Westen an.

+++ 9.29 Uhr: Poroschenko als Präsident vereidigt +++

Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat offiziell sein Amt angetreten. Der 48-Jährige legte am Samstag in einer feierlichen Zeremonie im Parlament in der Hauptstadt Kiew seinen Amtseid ab. Poroschenko hatte die Präsidentschaftswahl Ende Mai auf Anhieb deutlich gewonnen und soll das Land nun aus der Krise führen.

+++ 9.00 Uhr: Donezk und Lugansk wollen sich zu "Neurussland" formieren +++

Die selbst ernannten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk streben einen Staat mit dem Namen Noworossija (Neurussland) an. Die von bewaffneten Freiwilligen aus Russland unterstützten Kräfte kämpfen für eine Eigenständigkeit von Kiew. Die Armee der prowestlichen Führung in Kiew geht seit Wochen mit einer "Anti-Terror-Operation" gegen die Separatisten vor. Es gab bereits Hunderte Tote und Verletzte.

mod/ono/AFP/Reuters/DPA / DPA / Reuters