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+++Liveticker Libyen+++: USA stellen Betrieb der Botschaft ein

Gaddafis Truppen und seine Gegner liefern sich blutige Kämpfe. Ein Offizieller des Regimes bestätigt, dass es Tausende Tote gegeben hat. Die Lage in Libyen im Liveticker.

+++20:55 Uhr: USA verhängen Sanktionen gegen Libyen+++

Nach der Niederschlagung der Proteste in Libyen erhöhen die USA den Druck auf Muammar al-Gaddafi. Ein Regierungssprecher kündigte in Washington Sanktionen an. Dabei werde man sich mit den europäischen Verbündeten abstimmen. Zudem stellen die USA den Betrieb ihrer Botschaft in Libyen ein. Gaddafi verletzte die Menschenrechte und habe keinerlei Legitimität mehr, sagte der Sprecher. Die USA unterstützten zudem einen Ausschluss Libyens aus den Vereinten Nationen.

+++19.09 Uhr: Libyscher UN-Vizebotschafter spricht von Tausenden Toten+++

Der libysche Vize-Botschafter bei den Vereinten Nationen hat von Tausenden Toten bei den Protesten in seinem Land gesprochen. Ibrahim Dabbaschi sagte während einer Pressekonferenz in New York, die Zahl der während der Proteste gegen Staatschef al-Gaddafi getöteten Menschen gehe in die Tausenden und nicht in die Hunderte. Bislang gingen Menschenrechtsorganisationen von mehreren hundert Toten aus.

+++18.50 Uhr: "Gaddafi kämpft bis zum Ende"+++

Ein libyscher UN-Diplomat schätzt: Gaddafi kämpft bis zum Ende und wird sich nicht gefangen nehmen lassen. Der Botschafter fordert die afrikanischen Staatschefs auf, die Entsendung von Söldnern nach Libyen zu stoppen.

+++18.21 Uhr: Tripolis: Aufständische rücken vor+++

Ein Bewohner von Tripolis berichtet, Gaddafi-Gegner hätten einige Teile der Haupstadt unter ihre Kontrolle gebracht. Polizisten und Soldaten säumen die Haupt-Ausfallstraße vom Stadtzentrum zum Militärflughafen. Sie durchsuchen Autos. Bewohner hatten zuvor berichtet, sie hätten von Kämpfen in der Nähe des Flughafens gehört.

+++17:55 Uhr: Gaddafi ruft Getreue auf, "Libyen zu verteidigen"+++

Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi hat sich Fernsehberichten zufolge erneut öffentlich gezeigt. Der libysche Machthaber trat auf dem Grünen Platz in der Hauptstadt Tripolis auf und rief seine Anhänger dazu auf, "Libyen zu verteidigen". Am Dienstag hatte sich Gaddafi bereits in einer telefonischen Ansprache im Staatsfernsehen an das Volk gewandt. Darin erklärte er unter anderem, "Revolutionsführer" in Libyen zu bleiben.

+++16.15 Uhr: Libyens Diplomaten laufen Gaddafi davon+++

Immer mehr libysche Diplomaten sagen sich von Gaddafi los. Die libysche Delegation bei der Arabischen Liga in Kairo erklärt, sie unterstehe dem Willen den Volkes und nicht mehr Gaddafi. Gleiches kündigt ein libyscher Diplomat für die Delegation beim UN-Menschenrechtsrat in Genf an. Nach seiner Rede brandet Applaus in der Sondersitzung auf.

+++16.02 Uhr: EU-Mitglieder verständigen sich auf Libyen-Sanktionen +++

Die EU-Mitglieder haben sich auf ein Sanktionspaket gegen Libyen verständigt. Wie am Freitag aus dem Auswärtigen Amt verlautete, soll der formale Beschluss Anfang nächster Woche gefasst werden. Geplant sind ein Waffenembargo und ein Lieferverbot für Güter, die zur Repression eingesetzt werden können. Weiter sollen das Vermögen der Herrscherfamilie eingefroren und Einreisesperren gegen den Clan verhängt werden.

+++15:46 Uhr: Sarkozy fordert Gaddafis Rücktritt+++

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy fordert den Rücktritt von Gaddafi. Ein militärisches Eingreifen in Libyen werde Frankreich aber nur mit größter Vorsicht erwägen.

+++14:44 Uhr: Wann beginnt der Angriff auf Bengasi?+++

Die libysche Oppositionsbewegung rechnet in der von ihr besetzten östlichen Stadt Bengasi mit einem bevorstehenden Gegenangriff der Truppen von Machthaber Gaddafi. "Wir erwarten jeden Moment eine Attacke gegen Bengasi", sagte ein desertierter Oberst namens Said am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Bengasi steht unter der Kontrolle der Gegner von Gaddafi. Dort wird auch ein sogenannter Marsch auf Tripolis vorbereitet, um den Machthaber zu vertreiben. Allerdings sind die abtrünnigen Militärs schlecht ausgerüstet. In Bengasi verfügt die Oppositionsbewegung gerade einmal über zwei Helikopter, zwei Flugzeuge sowie einige Waffen.

+++14:20 Uhr: Mehrere Todesopfer in der Hauptstadt+++

In Tripolis gewinnen die Konflikte an Schärfe: So sollen im Bezirk Dschansur mindestens fünf Menschen getötet worden sein. Zuvor wurde berichtet, dass Sicherheitskräfte in der Stadt auf Demonstranten schießen. Die lassen sich aber nicht einschüchtern: Augenzeugen berichten, dass im Stadtbezirk Faschlum Anti-Gaddafi-Slogans skandiert werden.

+++14:07 Uhr: Gaddafi-Truppen feuern auf Demonstranten+++

Truppen Gaddafis haben Zeugenberichten zufolge in der Hauptstadt Tripolis auf Demonstranten geschossen und dabei mehrere Menschen getötet. Im Viertel Sug el Dschomaa habe es Tote gegeben, sagte ein Bewohner am Telefon. Auch aus anderen Vierteln in östlichen Vororten wie Ben Aschur und Faschlum berichteten Zeugen telefonisch, dass auf "alle, die sich auf der Straße befinden", geschossen werde. Zuvor hatten die Menschen sich zum Freitagsgebet versammelt.

+++13:27 Uhr: Hört Gaddafi auf Frau Hausdorf?+++

Hilfe aus Deutschland: Die Diplom-Psychologin Corina Hausdorf empfiehlt Gaddafi eine Psychotherapie. Der Despot wirke "etwas realitätsfern", sagt sie der Deutschen Presse-Agentur (DPA), die so Einblick in Psycho und Seele des entrückten Diktators zu finden glaubt. Hausdorf könnte es wissen, auch wenn sie den Libyer nur aus der Ferne beobachten kann: Sie analysiert unter anderem Führungsstrukturen, allerdings in der Wirtschaft.

+++13:12 Uhr: Botschafter in Paris tritt zurück+++

Der libysche Botschafter in Frankreich ist nach Angaben aus Diplomatenkreisen zurückgetreten. Vor ihm hatten sich schon viele andere Spitzen-Diplomaten von Gaddafi abgewendet.

+++13:07 Uhr: Opposition bildet Bürgerkomitees+++

Im Osten Libyens hat die Oppositionsbewegung nach dem Zusammenbruch der dortigen Führung Augenzeugen zufolge Bürgerkomitees gebildet, um Sicherheit und Ordnung wiederherzustellen. In der Hafenmetropole Bengasi seien Komitees für Zoll, Wasser und selbst für den Fischmarkt gegründet worden, sagte der griechische Ingenieur Stelios Bogiatzakis am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Der 1949 in Libyen geborene Grieche, der am Donnerstag per Schiff nach Athen evakuiert worden war, betonte, dass die Komitees keine Verbindung zu El Kaida hätten, wie der libysche Machthaber Muammar Gaddafi behauptet hatte.

+++12.48 Uhr: Gaddafi-Sohn verspricht Veränderungen+++

Gaddafi-Sohn Saif al Islam greift nach dem letzten Strohhalm und setzt auf Reformen: Für die Forderungen der Protestierer gebe es Lösungen, sagte er dem Nachrichtensender CNN-Türk, dessen Reporter die Einreise nach Tripolis erlaubt wurde. Seine Familie habe nur einen Plan. "Wir werden in Libyen leben und sterben", sagte der Gaddafi-Sohn, der für seinen Vater an der Propagandafront kämpft. Größtes Problem seien die bewaffneten Milizen auf den Straßen vieler Städte. "Wir werden Libyen nicht dem Terrorismus überlassen", sagte er dem türkischen Sender.

+++12.45 Uhr: Solidaritätsbekundung aus Tunis+++

Tausende Tunesier demonstrieren aus Solidarität mit dem libyschen Volk. Plakate in Tunis: "Gaddafi raus!" Viele in Libyen lebende Tunesier sind vor Gewaltakten in ihr Heimatland geflohen.

+++12.14 Uhr: Generalstaatsanwalt tritt zurück+++

Auch der libysche Generalstaatsanwalt Abdul-Rahman al Abbar erklärt im Fernsehsender Al Arabija seinen Rücktritt. Er schließe sich der Opposition an.

+++12.14 Uhr: Gaddafi-Berater distanziert sich+++

Gaddafi verliert immer mehr Rückhalt: Sein enger Berater und Cousin Kadhaf el Dam sei von sämtlichen Funktionen zurückgetreten, um gegen "den Umgang mit der libyschen Krise" zu protestieren, berichtet die ägyptische Nachrichtenagentur Mena. Er habe seinen Rücktritt am Donnerstag eingereicht. Gaddafi müsse das Blutbad beenden "und zur Vernunft zurückkommen, um die Einheit und Zukunft Libyens zu wahren", hieß es in einer offiziellen Erklärung Dams, aus der Mena zitierte. Dam war unter anderem mit den Beziehungen zwischen Libyen und Ägypten betraut und hat eine Residenz in Kairo. Nach Angaben seines Büros verließ er Libyen bereits vor einer Woche.

+++11.50 Uhr: Soldaten im Osten schließen sich dem Aufstand an+++

Soldaten und Polizisten in der ostlibyschen Stadt Addschabija erklären im Fernsehsender Al Dschasira, sie hätten sich den Aufständischen angeschlossen und seien aus den Kasernen ausgezogen.

+++11.44 Uhr: Westerwelle fordert Waffenembargo+++

Außenminister Guido Westerwelle fordert ein Waffenembargo gegen Libyen. Als weitere konkrete Sanktionen der EU macht er sich für ein Lieferverbot von Ausrüstung für die libyschen Sicherheitskräfte stark. Für Staatschef Muammar Gaddafi und seine Familie müsse ein Einreiseverbot in EU-Länder verhängt werden. Ihre Konten im Ausland sollten eingefroren werden. Westerwelle gehe davon aus, dass sich die EU kurzfristig auf diese Sanktionen verständigen wird.

+++11.30 Uhr: "Marsch der Millionen" angekündigt+++

Wie lange hält sich der Muammar al Gaddafi noch im Amt? Die libyschen Regimegegner wollen den zum Äußersten entschlossenen Machthaber mit einem "Marsch der Millionen" in die Knie zwingen. Politische Aktivisten in den Städten des Ostens sagten in der Nacht, sie wollten für Freitagnachmittag einen Protestzug aus allen "befreiten" Städten bis nach Tripolis organisieren.

ben/Reuters/DPA/AFP / DPA / Reuters