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Reaktionen auf Entlassung von US-Außenminister: "Die Entlassung von Rex Tillerson macht nichts besser"

Donald Trump entlässt seinen Außenminister - eine Personalie, die in Berlin nicht gut ankommt. Außenpolitiker sorgen sich um den Hardliner-Kurs des Nachfolgers. Auf Twitter machen dagegen bittere Verschwörungstheorien die Runde.

Mit der von Außenminister Rex Tillerson durch US-Präsident Donald Trump verlässt ein bei den Verbündeten geschätzter Ansprechpartner die US-Regierung. Sein Nachfolger Mike Pompeo, bislang Chef des CIA, gilt als Hardliner der den mitunter irrationalen Kurs des US-Präsidenten bedingungslos unterstützt. Explizit wies Trump darauf hin , dass Pompeo und er eine sehr ähnliche Denkweise hätten.

"Tillerson-Entlassung macht nichts besser"

Für die deutsche Bundesregierung sind das nicht unbedingt rosige Aussichten. So sagte der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth auf Twitter: "Die Entlassung von Rex Tillerson macht nichts besser." Der außenpolitische Sprecher der Bundestag-Linksfraktion äußerte sich ebenfalls besorgt über den Wechsel. "Das Chaos in der US-Außenpolitik geht weiter", so Stefan Liebich. Darüber hinaus kritisierte er Trumps neuen Mann an der Spitze des Ministeriums: "Mike Pompeo, dessen Nachfolger, sprach sich in der Vergangenheit für die Offenhaltung von Guantanamo und gegen die Einhaltung von Anti-Folter-Gesetzen aus und darf kaum als ein Fortschritt betrachtet werden."


FDP-Chef Christian Lindner sagte Trump sei "ein für uns unbequemer Präsident", der irritierende Entscheidungen treffe. So sei die Entlassung von Außenminister ein "erneutes Zeichen der Sprunghaftigkeit". Dennoch müsse Kanzlerin Angela Merkel ihn treffen. "Er ist ein Dealmaker. Ich glaube, dass man von Angesicht zu Angesicht etwas erreichen kann." Der SPD-Linke Karl Lauterbach twitterte: "Trump feuert Außenminister Tillerson. Geht einer der letzten Guten. Ein Handelskrieg droht. Für uns sehr gefährlich."

Trump-Regierung wie der HSV

Die häufigen Personalrochaden im Umfeld des US-Präsidenten inspirieren viele Scherzkekse zu Vergleichen mit dem HSV, der ebenfalls dazu neigt, schnell wichtige Mitarbeiter rauszuwerfen. Auf aber hat sich schnell eine mehr oder weniger ernst gemeinte Verschwörungstheorie breit gemacht: Danach sei Tillerson Opfer seiner antirussischen Äußerungen geworden – und habe sich daher den Zorn des "russlandfreundlichen" US-Präsidenten zugezogen.

Nachdem die britische Regierung Russland für den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Doppelagenten in England verantwortlich gemacht hat, hatte sich Tillerson der Schlussfolgerung in London angeschlossen – obwohl das Weiße Haus kurz zuvor es noch abgelehnt hatte, diese Lesart des Anschlags zu übernehmen. Auf Twitter machen deshalb nun bittere Trump-Putin-Kommentar die Runde:

Howard Fineman‏ etwa sagt über die Abfolge der Ereignisse, dass die Hauptstadt Washington wie eine Filiale des Kremls wirke:


NDR-Extra3 dagegen macht die üblichen Scherze:


Nutzer Roland Scahill vermutet, die Tillerson-Entlassung sei ein Manöver, um von Trumps früheren Affäre mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels abzulenken:

nik mit DPA