HOME

Nach Angriff in Syrien: Russland droht mit Konsequenzen - und vergleicht Trump mit Hitler

Donald Trump hat Angriffe auf syrische Ziele fliegen lassen. Russlands Reaktion kam prompt - und fiel extrem deutlich aus.

Russland Syrien Baschar al Assad Wladimir Putin

Der syrische Präsident Baschar al-Assad und Wladimir Putin bei einem Treffen im Dezember 2017 in Syrien

Picture Alliance

Mit einer negativen russischen Reaktion dürfte Donald Trump gerechnet haben, als er ankündigte, die US-Luftwaffe strategische Ziele in Syrien angreifen zu lassen. Und tatsächlich folgte die Reaktion prompt. Und Russland fand deutliche Worte.

"Wir werden wieder bedroht", schrieb der russische Botschafter in den USA, Anatoly Antonov, in einem offiziellen Statement bei Twitter. "Wir haben davor gewarnt, dass ein solches Vorgehen Konsequenzen haben wird. Sämtliche Verantwortung dafür liegt in Washington, London und Paris." Zudem betonte er, es habe sich bei dem Angriff um ein "vorab geplantes Szenario" gehandelt - eine Anspielung auf den gestern Abend von Russland erhobenen Vorwurf, der Giftgas-Angriff im syrischen Duma sei von Großbritannien inszeniert worden.

"Der zweite Adolf Hitler"

Auch Trumps Angriffe gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin wies Antonov zurück. "Den russischen Präsidenten zu beleidigen, ist nicht akzeptabel und nicht hinnehmbar", erklärte er in dem Tweet.

Ein anderer russischer Offizieller hielt wohl wenig von der Idee, gegenüber Präsidenten respektvoll zu bleiben. Alexander Sherin, der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament Duma wählte deutlich härtere Worte - und verglich Trump offen mit Hitler. "Er kann als zweiter Adolf Hitler unserer Zeit bezeichnet werden. Sehen Sie, er wählte sogar die gleiche Uhrzeit wie Hitler, als der die Sowjetunion angriff", sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur "RIA Novosti". Damit bezog er sich auf die erste Attacke Nazi-Deutschlands auf Russland am 22. Juni 1941, die ebenfalls um 4 Uhr Morgens erfolgte.

Chance auf Frieden?

Das russische Außenministerium erklärte in einer ersten Reaktion, Trump hätte Syrien angegriffen, als es gerade "eine Chance auf Frieden" gehabt hätte. "Erst stellte der Arabische Frühling die syrischen Menschen vor Herausforderungen, dann der Islamische Staat - und nun smarte Raketen. Die Hauptstadt eines souveränen Staates, seit Jahren den Gefahren des Terrorismus trotzen, wurde angegriffen", hieß es in einer Erklärung auf Facebook. "Man muss schon sehr unnormal sein, um Syriens Hauptstadt just in dem Moment anzugreifen, als es die Chance auf eine friedliche Zukunft hatte."

Zu konkreten Konsequenzen für die Angriffe haben sich russische Vertreter bisher nicht geäußert.

mma