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Russische Luftangriffe in Syrien: Assad rechnet mit Sieg über IS - dank Putin

Für den Westen ist Assad ein "Schlächter", für Russland der Einzige, der Syrien wieder stabilisieren könnte. Ungeachtet aller Kritik bombardiert Moskau daher weiter Ziele in Syrien und stärkt Assad den Rücken.

Der syrische Machthaber Baschar al Assad ist der Meinung, der gemeinsame Kampf seiner Regierung mit Russland, dem Iran und dem Irak gegen den "Terrorismus" müsse "erfolgreich sein, sonst wird die ganze Region zerstört"

Der syrische Machthaber Baschar al Assad ist der Meinung, der gemeinsame Kampf seiner Regierung mit Russland, dem Iran und dem Irak gegen den "Terrorismus" müsse "erfolgreich sein, sonst wird die ganze Region zerstört"

Nach Beginn der russischen Luftangriffe auf Ziele in Syrien zeigt sich der syrische Machthaber Baschar al Assad siegesgewiss. Wenn sein Land mit Russland, dem Iran und dem Irak gemeinsam gegen Terrorismus kämpfe, werde es Erfolge geben, sagte Assad am Sonntag im iranischen Fernsehen. "Die Chancen dieser Allianz sind groß, nicht klein." Am Wochenende flogen russische Kampfjets ungeachtet der wachsenden Kritik aus dem Westen Angriffe auf Ziele in Syrien. Nach Angaben der russischen Armee wurden Stellungen der Extremistenmiliz Islamischer Staat bombardiert.

Der britische Premierminister David Cameron warf Russland dagegen vor, nur ein kleiner Teil der Angriffe habe den Extremisten gegolten. Vielmehr unterstütze Russland Assad. Dies sei ein "schrecklicher Fehler". Die Kurden im Irak riefen Russland und die USA zur Zusammenarbeit im Kampf gegen den IS auf. Es könnten bessere Ergebnisse erzielt werden, wenn die US-geführte Koalition und Russland gemeinsam vorgingen, erklärte der Präsident der Kurdenregion, Massud Barsani. "Unsere Region wird Russland willkommen heißen, wenn es unsere Peschmerga-Miliz im Kampf gegen den IS unterstützt."

USA und Großbritannien üben Kritik

Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zielten mutmaßlich russische Bombardements am Sonntag auf den Westen Syriens. Russland gab an, IS-Stellungen in den Provinzen Idlib im Nordwesten und Rakka im Osten angegriffen zu haben.

Cameron warf der russischen Führung vor, mit ihrem Vorgehen in erster Linie den "Schlächter Assad" zu unterstützen. "Das wird die Region instabiler machen, es wird zu einer weiteren Radikalisierung und mehr Terror führen", sagte er der BBC. Auch US-Präsident Barack Obama beschuldigte Russland, den IS zu stärken.

Oppositionelle und Islamisten wollen keine Verhandlungen

Die Aussichten für eine politische Lösung des Konflikts trüben sich unterdessen ein. Die syrische Opposition sprach sich gegen den jüngsten UN-Vorstoß aus, eine Verhandlungslösung für das Bürgerkriegsland zu finden. Der Plan, den der UN-Sonderbeauftrage Staffan de Mistura entworfen habe, funktioniere in seiner jetzigen Form nicht, erklärten vom Westen unterstützte Oppositionelle und islamistische Rebellen gemeinsam. Assads Regierung hatte sich dazu bereiterklärt, an den UN-geführten Gesprächen teilzunehmen. Der Plan sieht vor, vier Arbeitsgruppen zu bilden, die einen Weg zu Friedensverhandlungen erarbeiten sollen.

ivi / Reuters