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Asyl für Edward Snowden: Obama rügt Russland und freut sich für Hillary

Außenpolitik bei Jay Leno: Wegen des Asyls für Edward Snowden und homofeindlicher Gesetze rüffelte Barack Obama Russland in der "Tonight Show". Und freute sich für Leute, die das Weiße Haus verlassen.

Ungewöhnlich ernst ging es bei Jay Leno zu: In seiner "Tonight Show" hatte er US-Präsident Barack Obama zu Gast. Und statt Witzeleien gab es handfeste Politik: Edward Snowden, die weltweite Terrorwarnung, Homosexuellen-feindliche Gesetze in Russland, Gesundheitsreform. Über das russische Asyl für Snowden sagte Obama: "Ich war enttäuscht, denn obwohl wir kein Auslieferungsabkommen mit ihnen haben, haben wir traditionell versucht darauf zu achten, ob ein Gesetzesbrecher oder mutmaßlicher Gesetzesbrecher in ihrem Land ist".

Zuletzt habe es verschiedene "Herausforderungen" zwischen Washington und Moskau gegeben, insgesamt gebe es aber in den Beziehungen keine "größeren Brüche". "Wir können immer noch viel mit ihnen zusammenarbeiten", sagte er am Dienstagabend in der "Tonight Show". "Allerdings gibt es Zeiten, in denen sie in die Denkweise und Mentalität des Kalten Krieges zurückfallen."

Obama reist nach Russland

Trotz der angespannten Stimmung, bestätigte der US-Präsident seine Teilnahme am G-20-Gipfel in St. Petersburg im September. Das Treffen sei das wichtigste Forum für Gespräche über die Weltwirtschaft und finde nun einmal in diesem Jahr in Russland statt. Ob er zu einem direkten Gespräch mit Russlands Staatschef Wladimir Putin zusammenkommt, sagte Obama nicht.

Angesichts der Terrorwarnungen, die sich vor allen auf den Jemen beziehen, rief das Staatsoberhaupt seine Landsleute zur Umsicht auf. Die Menschen sollten "aufpassen" und die Angaben des US-Außenministeriums oder der jeweiligen Botschaften berücksichtigen, sagte Obama, sowie vor Reisen die einschlägigen Internetseiten konsultieren. Wenn die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen befolgt würden, sei es aber "noch immer sinnvoll zu reisen". Die Bürger der USA zu schützen, sei sein erster Gedanke am Morgen und sein letzter Gedanke am Abend. Deshalb ergreife die Regierung "jede Vorsichtsmaßnahme" zum Schutz ihrer Bürger, so Obama weiter.

Hillary hat das "Nach-Regierungsleuchten"

Innerlich scheint sich der Präsident bereits auf das Ende seiner Präsidentschaft in dreieinhalb Jahren zu freuen. Mit der Politik kürzerzutreten wirke sich positiv auf Menschen aus. "Wenn die Leute das Weiße Haus verlassen, sehen sie nach zwei Wochen großartig aus", sagte er und bezog sich auf die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton. Kürzlich habe er sie zum Essen getroffen und bemerkt, dass sie "dieses Nach-Regierungsleuchten" habe. Mit Clinton, die ihm im parteiinternen Rennen um die Präsidentschaftskandidatur 2008 unterlegen war, sei er mittlerweile "wirklich eng befreundet". Der 65-Jährigen wird nachgesagt, sie denke darüber nach, 2016 erneut als Kandidatin für das Weiße Haus anzutreten.

nik/sas/AFP / AFP