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Terroranschlag in Wien Deutsche bei Terroranschlag in Wien getötet – IS-Terrormiliz reklamiert Anschlag für sich

Kerzen und Blumen liegen im Bereich des Tatorts einer Terror-Attacke zum Gedenken an die Opfer
Kerzen und Blumen liegen im Bereich des Tatorts einer Terror-Attacke zum Gedenken an die Opfer. Bei dem Anschlag am Montagabend kam auch eine Deutsche ums Leben. 
© Helmut Fohringer/APA / DPA
Innenminister Nehammer: 14 Festnahmen, aber bislang keine Hinweise auf zweiten Täter +++ Terrorattentat in Wien – vier Tote und zahlreiche Verletzte +++ Erste Details zu Attentäter +++ Terrorattacke hat islamistisches Motiv +++ Die wichtigsten News im Überblick im stern-Ticker.

Die Ereignisse im Kurz-Überblick:

  • In der Wiener Innenstadt sind am Montagabend Schüsse gefallen. Vier Passanten wurden getötet, mindestens sieben Opfer schweben in Lebensgefahr. Unter den Todesopfern ist auch eine Deutsche.
  • Der Anschlag geht nach den Worten von Österreichs Innenminister Karl Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen.
  • Der Täter war mit einem Sturmgewehr bewaffnet und trug eine Sprengstoffgürtel-Attrappe.
  • Der Angreifer wurde von der Polizei erschossen. Bislang gibt es keine Hinweise auf einen zweiten Täter, doch die Ermittlungen dauerten noch an.
  • Laut Innenminister Nehammer war der getötete Attentäter 20 Jahre alt, vorbestraft und hatte einen Pass aus Österreich und Nordmazedonien.

Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im stern-Ticker:

+++ 20.12 Uhr: Trauergottesdienst in Stephansdom nach Attentat in Wien +++

Nach dem terroristischen Attentat in der Wiener Innenstadt mit vier Toten und zahlreichen Verletzten haben Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften im Stephansdom der Opfer gedacht. Den ökumenischen Gottesdienst leitete Wiens Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn. Bundespräsident Alexander Van der Bellen nahm ebenso wie Bundeskanzler Sebastian Kurz und die weitere Staatsspitze an der Gedenkfeier teil. Aufgrund der verschärften Corona-Bestimmungen und strenger Sicherheitsregeln waren sonst nur wenige weitere Trauergäste anwesend.

Vertreter der Religionsgemeinschaften sprachen jeweils ein Gebet aus ihren Heiligen Schriften und zündeten Kerzen für die Toten der vergangenen Nacht. Am Boden lag ein Gesteck aus weißen Blumen. Die Einladung erfolgte im Namen aller Religionsgemeinschaften, um zu zeigen, dass diese Einheit "nicht zerstört werden darf und nicht zerstört werden kann", so Schönborn.

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, verurteilte den islamistischen Anschlag als "abscheuliche Tat auf das Schärfste". Er ersuchte Allah in seinem Gebet, "die Trauer zur Hoffnung zu machen und die Welt zu einem Ort des sicheren Friedens".

+++ 19.14 Uhr: Schweiz: Zwei Festgenommene mit möglicher Verbindung zu Wien-Anschlag +++

Die Polizei in der Schweiz hat zwei Männer festgenommen, die möglicherweise mit dem Attentäter von Wien in Verbindung standen. Der 18- und der 24-Jährige aus Winterthur gerieten laut Kantonspolizei Zürich in den Fokus, als die Polizei mögliche Verbindungen der Taten in Wien in die Schweiz prüfte. Nach Abstimmung mit den österreichischen Behörden nahm eine Spezialeinheit die beiden Männer in Winterthur fest. Inwiefern es eine Verbindung zwischen den Festgenommenen und dem Attentäter gebe, sei Gegenstand der laufenden Abklärungen und Ermittlungen, teilte die Kantonspolizei weiter mit.

+++ 19.04 Uhr: IS-Terrormiliz reklamiert Anschlag von Wien für sich +++

 Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag in Wien mit vier Todesopfern und 22 teils schwer Verletzen für sich reklamiert. Ein "Soldat des Kalifats" habe die Attacke mit Schusswaffen und einem Messer verübt und in der österreichischen Hauptstadt rund 30 Menschen getötet oder verletzt, darunter auch Polizisten, teilte der IS am Dienstag auf seiner Plattform Naschir News mit.

+++ 17.23 Uhr: Deutsche bei Terroranschlag in Wien getötet +++

Bei dem Terroranschlag in Wien ist auch eine Deutsche getötet worden. "Wir haben jetzt die traurige Gewissheit, dass auch eine deutsche Staatsangehörige unter den Opfern des Angriffs in Wien ist", teilte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag in Berlin mit. Er sprach den Angehörigen und Freunden sein Beileid aus.

"Mit den Menschen in Wien und ganz Österreich verbindet uns die Trauer um die Opfer, aber auch die Entschlossenheit, Fanatismus und Terror mit aller Kraft entgegenzutreten", sagte Maas. "Wir müssen den Tätern jetzt klar zeigen: ihr werdet euer Ziel, die Spaltung unserer Gesellschaft, niemals erreichen."

+++ 15.36 Uhr: Schäuble: Im Kampf gegen islamistischen Terrorismus nicht nachlassen +++

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) drängt nach dem Terroranschlag in Wien auf eine Intensivierung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit in der Europäischen Union. Dies sei nötig, "um gemeinschaftlich und noch entschiedener den fanatischen Feinden unserer Art zu leben entgegentreten zu können", schrieb er am Dienstag dem Präsidenten des österreichischen Nationalrats, Wolfgang Sobotka. Der Anschlag mache auf brutale Weise deutlich, "dass wir im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus nicht nachlassen dürfen", heißt es in dem Schreiben weiter. "Die Gefahr ist weiterhin real – für uns alle." Bei der umfassenden Aufklärung der Hintergründe des Anschlags könne Österreich auf die Unterstützung Deutschlands zählen.

+++ 15.06 Uhr: Nordmazedonien verurteilt Anschlag in Wien +++

Nordmazedonien hat den Terroranschlag in Wien aufs Schärfste verurteilt. "In Zeiten, in denen wir zusammenstehen und Solidarität zeigen sollten, erreichen uns schockierende Nachrichten aus Wien", schrieb Ministerpräident Zoran Zaev in der Nacht zum Dienstag auf Twitter. "Ich verurteile den terroristischen Angriff und jeden Akt der Gewalt", fügte er hinzu.

++ 14.59 Uhr: Papst Franziskus betet für Anschlagsopfer von Wien +++

Papst Franziskus hat die Terrorattacke in der österreichischen Hauptstadt Wien verurteilt und ein Ende der Gewalt gefordert. "Ich drücke meine Trauer und Bestürzung über den Terroranschlag in Wien aus und bete für die Opfer und ihre Familien", schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche am Dienstag auf Twitter. Zudem appellierte der 83-Jährige, mit der Gewalt aufzuhören und gemeinsam Frieden und Brüderlichkeit aufzubauen. "Nur Liebe löscht den Hass aus", schrieb er weiter.

+++ 14.43 Uhr: Innenminister Nehammer: 14 Festnahmen, aber bislang keine Hinweise auf zweiten Täter +++

Nach Angaben von Österreichs Innenminister Karl Nehammer gibt es nach dem tödlichen Terroranschlag in Wien am Montagabend bislang keine Hinweise auf einen zweiten Täter. Das sei bislang das Ergebnis der Auswertung von rund 20.000 Videos, die Bürgerinnen und Bürger an die Polizeikräfte übermittelt hätten, wie Nehammer in einer Pressekonferenz in Wien mitteilte. Die Auswertung sei allerdings noch nicht abgeschlossen, die hohe Sicherheitsstufe und erhöhte Polizeipräsenz in Österreichs Hauptstadt würden daher aufrecht erhalten.

Der Attentäter sei "rasch neutralisiert" worden und innerhalb von neun Minuten kampfunfähig gemacht worden, so Nehammer. Bei dem Täter handele es sich um einen 20-Jährigen, der sowohl die österreichische als auch nordmazedonische Staatsbürgerschaft besitze. Der Täter sei mit einer verkürzten Kalaschnikow, einer Faustfeuerwaffe und Machete ausgerüstet gewesen. Darüber hinaus habe er eine Sprengstoffgürtel-Attrappe getragen. Der Mann sei vorbestraft und den Behörden bekannt gewesen, unter anderem durch den Versuch, sich dem sogenannten Islamischen Staat (IS) anzuschließen. 

Nach Durchsuchung der Täterwohnung seien 18 Hausdurchsuchungen im Umfeld des Attentäters durchgeführt worden, 14 Personen seien im Umfeld des Täters vorläufig festgenommen worden. Diese würden derzeit vernommen. Österreichs Innenminister drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid und seine tiefe Anteilnahme aus. "Kein Terroranschlag wird es schaffen, dass unsere Gesellschaft im Zusammenhalt zerrissen oder gespalten wird", so Nehammer.

+++ 13.53 Uhr: Macron besucht nach Anschlag in Wien österreichische Botschaft +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach dem Terroranschlag in Wien die österreichische Botschaft in Paris besucht. "Der (Anschlag) zeigt den Willen unserer Feinde, das anzugreifen, was Europa ist", sagte Macron vor dem Botschaftsgebäude. Europa sei ein Ort der Freiheit, der Kultur und der Werte. Man werde die Geißel des Terrorismus bekämpfen, so der Präsident weiter. Macron trug sich in der Botschaft in ein Kondolenzbuch ein. "In Freude wie in Trauer werden wir vereint bleiben", schrieb er auf Deutsch in das Buch, wie ein Foto bei Instagram zeigte. Man werde zusammenhalten, hieß es weiter auf Französisch. Macron hatte Österreich bereits zuvor Hilfe zugesagt.

+++ 13.48 Uhr: Zentralrat der Muslime in Deutschland verurteilt Anschlag in Wien +++

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat den tödlichen Anschlag in Wien scharf verurteilt. "Die Terroristen trachten nach unserem Leben, nach unserer Freiheit und wie wir hier in Europa leben. Sie führen Krieg gegen Gott und seinen Menschen", sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek laut Mitteilung. Gebete und Gedanken seien in diesen Stunden bei den Getöteten und ihren Angehörigen. Als deutsche Muslime und als Europäer stehe man für die Unversehrtheit aller Menschen und zu den Werten "unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung".

+++ 13.18 Uhr: Von der Leyen: Wir werden den Terrorismus entschlossen bekämpfen +++

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat nach dem Anschlag von Wien ein unerbittliches Vorgehen gegen den Terrorismus angekündigt. "Wir werden den Terrorismus gemeinsam entschlossen bekämpfen", teilte von der Leyen nach einem Telefonat mit dem österreichischen Kanzler Sebastian Kurz mit. Die europäische Familie stehe fest an der Seite von Österreich. Sie verurteile den verabscheuungswürdigen Anschlag auf das Schärfste.

+++ 12.40 Uhr: IMK-Chef Maier: Neue Welle islamistischen Terrors zu befürchten +++

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD), fürchtet angesichts des Anschlags von Wien eine neue Welle des islamistischen Terrorismus. "Ich bin besorgt, dass dies erst der Anfang einer neuen Welle sein könnte", sagte Maier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Auch die jüngsten Anschläge in Frankreich und Deutschland machten "auf schreckliche Art und Weise deutlich, dass die Aktivitäten der Islamisten wieder zunehmen." Das Muster sei dabei ähnlich, so Maier: "Wahllos werden Passanten angegriffen, um in der durch die Pandemie verunsicherten Bevölkerung Angst und Schrecken zu verbreiten." Der SPD-Politiker forderte, die Aktivitäten zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus weiter zu verstärken.

+++ 12.25 Uhr: Bundesratspräsident: Wien-Anschlag Angriff auf Frieden in ganz Europa +++

Bundesratspräsident Reiner Haseloff (CDU) hat Österreich Solidarität zugesichert. "Die deutschen Bundesländer stehen solidarisch an der Seite Österreichs", sagte der sachsen-anhaltische Ministerpräsident laut Mitteilung. Der islamistische Anschlag sei ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben, nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa. "Wir müsse unsere Werte und demokratische Grundrechte gegen jede Bedrohung entschieden verteidigen." Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen, ergänzte Haseloff. Der CDU-Politiker ist seit 1. November für ein Jahr Chef der Länderkammer und repräsentiert die Bundesländer.

+++ 12.14 Uhr: Islam-Verband Ditib verurteilt Terroranschlag von Wien scharf +++

Die bundesweit größte Islam-Organisation Ditib hat den Terroranschlag von Wien scharf verurteilt. "Der brutale Terrorakt in Wien hat uns auch in Deutschland bis ins Mark getroffen", teilte die türkische Ditib in Köln mit. "Wir stehen in voller Überzeugung an der Seite der Österreicherinnen und Österreicher." Die Terroristen und ihre Sympathisanten seien eine "verachtenswerte Gruppe gescheiterter Individuen". Terroristen handelten aus Hass und wollten Hass verbreiten. "Wir gewähren ihnen keinen Millimeter", so die Ditib.

+++ 11.54 Uhr: Nato-Generalsekretär – Anschläge zeigen Bedeutung von Kampf gegen IS +++

Die jüngsten Anschläge in Österreich und Afghanistan zeigen nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, dass der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus entschlossen fortgesetzt werden muss. Er sei entsetzt über die Taten, kommentierte der Norweger. Sie erinnerten daran, dass der Terrorismus alle treffe und dass es wichtig sei, den Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) weiterzuführen.

+++ 11.39 Uhr: Österreichs Staatsoberhaupt – Hass fällt nicht auf fruchtbaren Boden +++

Österreichs Bundespräsident Alexander van der Bellen sieht trotz der Terror-Attacke in Wien die liberale Demokratie nicht gefährdet. "Der Hass wird in dieser Gesellschaft nicht auf fruchtbaren Boden fallen", sagte das Staatsoberhaupt in einer TV-Ansprache. Der Anschlag habe der freien, toleranten Gesellschaft gegolten. "Hass kann niemals so stark sein wie unsere Gemeinschaft in Freiheit, in Demokratie, in Toleranz und in Liebe."

+++ 11.06 Uhr: Zwei Festnahmen in Niederösterreich +++

Nach dem Anschlag in Wien hat die Polizei in St. Pölten zwei Menschen festgenommen. Wie die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf einen Polizeisprecher berichtete, gab es in der niederösterreichischen Landeshauptstadt zudem zwei Hausdurchsuchungen. Der "Kurier" berichtete auf seiner Website, es handele sich um Kontaktadressen des mutmaßlichen Attentäters. Widerstand geleistet habe niemand.

+++ 10.53 Uhr: Täter wollte sich in Syrien dem IS anschließen +++

Der Attentäter von Wien wollte in der Vergangenheit nach Syrien ausreisen, um sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Er sei daran gehindert worden und stattdessen am 25. April 2019 wegen Mitgliederschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 22 Monaten Haft verurteilt worden, teilte Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) der Nachrichtenagentur APA mit. Der Mann mit nordmazedonischen Wurzeln sei am 5. Dezember "vorzeitig bedingt entlassen" worden. Demnach galt er als junger Erwachsener und fiel damit unter die Privilegien des Jugendgerichtsgesetzes.

+++ 10.44 Uhr: Bundeskanzler Kurz will Verantwortliche "ausforschen, jagen und der gerechten Strafe zuführen" +++

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat den Terroranschlag in Wien, bei dem mehrere Menschen ums Leben gekommen sind, als "Anschlag aus Hass" verurteilt. Es handele sich um einen islamistischen Terroranschlag, so Kurz in einer Pressekonferenz in Wien. Die gestrige Nacht werde "auf tragische Weise in unsere Geschichte eingehen", so Kurz. "Wir werden uns von den Terroristen nicht einschüchtern lassen" und die Grundwerte Österreichs "mit aller Kraft verteidigen". Österreich werde die möglichen Täter und Hintermänner "ausforschen, jagen und der gerechten Strafe zuführen". Man werde alle, die "mit dieser Schandat" etwas zu tun haben, "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln" verfolgen.

Gleichzeitig werde man einiges aber nicht tun, so Kurz: "Wir werden nicht in deren Falle tappen." Man werde dem Terror entgegentreten, sich allerdings nicht spalten lassen und "diesem Hass" Raum geben. "Unser Feind sind die Extremisten und Terroristen. Sie haben in unserer Gesellschaft nichts verloren", so Kurz.

+++ 10.42 Uhr: Kurz nennt Details zu Todesopfern von Wiener Terrorattacke +++

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat Details zu den Todesopfern der Terrorattacke von Wien bekannt gegeben. Es kamen ein älterer Mann und eine ältere Frau, ein junger Passant und eine Kellnerin ums Leben, wie Kurz in Wien sagte. Ein Polizist, der sich dem Täter entgegengestellt habe, sei niedergeschossen und verletzt worden. 

+++ 10.21 Uhr: Täter mit Pass aus Österreich und Nordmazedonien +++

Der Attentäter, der nach dem Anschlag in der Wiener Innenstadt von der Polizei erschossen worden ist, war 20 Jahre alt, hatte nordmazedonische Wurzeln und war einschlägig wegen Mitgliedschaft in einer terroristischer Vereinigung vorbestraft. Das teilte Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) der Nachrichtenagentur APA mit.

Der Attentäter besaß nach Angaben von Nehammer neben der österreichischen auch die nordmazedonische Staatsbürgerschaft. "Er war mit einer Sprengstoffgürtel-Attrappe und einer automatischen Langwaffe, einer Faustfeuerwaffe und einer Machete ausgestattet, um diesen widerwärtigen Anschlag auf unschuldige Bürgerinnen und Bürger zu verüben", erklärte der Innenminister. Wie Nehammer weiter erklärte, habe es umfangreiche Razzien im Umfeld des Täters gegeben. Dabei seien mehrere Personen festgenommen worden.

+++ 10.12 Uhr: Dreitägige Staatstrauer in Österreich nach Terror-Attacke +++

Österreich ehrt die Opfer des Terrorakts vom Montagabend mit einer dreitägigen Staatstrauer. Das beschloss der Sonder-Ministerrat in Wien. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern, den Verletzten und den Angehörigen in diesen besonders schweren Stunden für die Republik Österreich", sagte Kanzler Sebastian Kurz vor dem Kabinett.

Die Staatstrauer gilt bis einschließlich Donnerstag. Die Ereignisse hätten das Land schwer erschüttert und betroffen gemacht. Es handele sich bei der Attacke um eine "abscheuliche Tat" und "einen Anschlag auf die Freiheit und Demokratie der Republik Österreich", so der Regierungschef.

Am Dienstag, dem ersten Tag der Staatstrauer, sollte um 12 Uhr eine "Minute des stillen Gedenkens" eingehalten werden. Auch die Schulen sollen zu Beginn des Unterrichts am Mittwoch eine Gedenkminute einhalten.

+++ 9.52 Uhr: Lambrecht sichert Österreich nach Anschlag Unterstützung deutscher Behörden zu +++

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat den österreichischen Behörden nach dem Anschlag von Wien Unterstützung aus Deutschland zugesagt. "Unsere Ermittlungsbehörden arbeiten sehr eng zusammen", erklärte Lambrecht in Berlin. "Wir sichern Österreich jegliche Unterstützung in den Ermittlungen zu."

+++ 9.17 Uhr: Mindestens sieben Opfer bei Terroranschlag lebensgefährlich verletzt +++

Nach der Terrorattacke in Wien schweben nach Angaben des Gesundheitsverbunds der Stadt mindestens sieben Opfer in Lebensgefahr. Sie befänden sich "in kritischem, lebensbedrohlichem Zustand", sagte eine Sprecherin des Klinikverbandes der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Zur Identität der Verletzten machte sie keine Angaben. Insgesamt würden 17 Opfer des Angriffs in mehreren Spitälern behandelt, sagte die Sprecherin weiter. Ein bei dem Anschlag verletzter Polizist befinde sich in "kritisch-stabilem" Zustand. 

+++ 8.45 Uhr: Bundespolizei kontrolliert Grenze zu Österreich mit erhöhter Wachsamkeit +++

Nach dem Anschlag in Wien kontrolliert die Bundespolizei die deutsch-österreichische Grenze mit erhöhter Wachsamkeit. "Unsere Kräfte sind entsprechend sensibilisiert", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam der Nachrichtenagentur AFP. Die Kontrolle der Grenze sei nun ein "taktischer Schwerpunkt". Die Grenzbeamten beachteten genau, ob es Auffälligkeiten "aus dem entsprechenden Spektrum" gebe.

+++ 8.21 Uhr: Merkel zu Wien – Islamistischer Terror ist unser gemeinsamer Feind +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Österreich nach dem Terroranschlag von Wien die Solidarität Deutschlands bezeugt. "Der islamistische Terror ist unser gemeinsamer Feind. Der Kampf gegen diese Mörder und ihre Anstifter ist unser gemeinsamer Kampf", erklärte Merkel nach einer Twitter-Mitteilung von Regierungssprecher Steffen Seibert. "Wir Deutsche stehen in Anteilnahme und Solidarität an der Seite unserer österreichischen Freunde."

Sie sei "in diesen schrecklichen Stunden" in Gedanken bei den Wienern und den Sicherheitskräften, so Merkel. Ihr Mitgefühl gelte den Angehörigen der Opfer, den Verletzten wünsche sie vollständige Genesung.

Bundesaußenminister Heiko Maas schrieb auf Twitter: "Wir dürfen nicht dem Hass weichen, der unsere Gesellschaften spalten soll." Auch wenn das Ausmaß des Terrors noch nicht absehbar sei, seien die Gedanken bei den Verletzten und Opfern.

+++ 8.01 Uhr: Weiteres Todesopfer nach Terrorattacke in Wien +++

Nach der Terrorattacke in Wien ist nach Angaben des österreichischen Innenministers ein weiteres Opfer gestorben. Damit wurden bei der Bluttat am Montagabend insgesamt vier Passanten getötet – zwei Männer und zwei Frauen, bestätigte Innenminister Karl Nehammer der Nachrichtenagentur APA. 

+++ 6.34 Uhr: Drei Passanten laut Polizei bei Terrorattacke in Wien getötet +++

Bei der Terrorattacke in Wien sind nach Angaben der österreichischen Polizei drei Passanten getötet worden. Es seien zwei Männer und eine Frau. Dazu komme der von der Polizei erschossene Täter, hieß es.

+++ 6.11 Uhr: Österreichs Innenminister – Terrorattacke hat islamistisches Motiv +++

Die Terrorattacke von Wien geht nach den Worten von Österreichs Innenminister Karl Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen. Der Attentäter sei ein Sympathisant der Terrormiliz IS gewesen, sagte Nehammer. Der Mann sei mit einem Sturmgewehr bewaffnet gewesen und habe außerdem als Attrappe einen Sprengstoffgürtel getragen. Er habe offenbar Panik verbreiten wollen. Die Wohnung des Verdächtigen sei auf der Suche nach belastendem Material durchsucht worden, hieß es. 1000 Beamte seien in Wien im Einsatz. "Wir können derzeit nicht ausschließen, dass es noch andere Täter gibt", sagte Nehammer. Die entsprechenden Ermittlungen liefen auf Hochtouren. 

+++ 2.35 Uhr: Zweites Todesopfer nach Anschlag in Wien +++

Nach dem Anschlag am Montagabend in Wien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens zwei gestiegen. Wie der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig mitteilte, verstarb eine bei dem Anschlag verletzte Frau im Krankenhaus. Bereits zuvor war ein Mensch durch den Anschlag getötet worden, zudem wurde nach Angaben der Polizei einer der mutmaßlichen Täter erschossen.

+++ 1.23 Uhr: Österreichs Innenminister – Mindestens ein Täter noch auf der Flucht +++

Nach der mutmaßlichen Terrorattacke in Wien ist nach den Worten von Innenminister Karl Nehammer mindestens ein Tatverdächtiger noch auf der Flucht. Er appellierte aufgrund der Gefahrenlage an die Bürger in Wien, auch am Dienstag wenn irgend möglich zunächst zu Hause zu bleiben. 

+++ 0.35 Uhr: Polizei gibt keine Entwarnung +++

Auch nach Mitternacht gab es noch keine Entwarnung. Es sollen noch mehrere Täter auf der Flucht sein. Aus ermittlungstaktischen Gründen machte die Polizei in Wien keine näheren Angaben zur konkreten Lage. Das gesamte Zentrum der österreichischen Hauptstadt war weiträumig abgesperrt. An die zwei Millionen Einwohner appellierten die Behörden, zu Hause zu bleiben. Neben der Polizei waren auch Soldaten im Einsatz.

+++ 0.27 Uhr: Motiv des Anschlags unklar +++

Laut Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gibt es nach dem Anschlag mit zwei Toten noch keine Warnung. "Es ist definitiv ein Terroranschlag", sagte Kurz in der Nacht zum Dienstag dem Sender ORF. Er forderte die Bevölkerung auf, weiter an einem sicheren Ort zu bleiben und auf die Nachrichten zu achten. "Ob es möglich ist, morgen in der Früh ganz normal das öffentliche Leben aufzunehmen, das wird stark von der heutigen Nacht abhängen und ob es gelingt, die Verdächtigen zu fassen beziehungsweise auszuschalten", sagte Kurz.

Das Motiv des Anschlags ist nach den Worten von Kurz weiter offen. Ein antisemitischer Hintergrund könne angesichts des Tatorts nicht ausgeschlossen werden, sagte Kurz mit Blick auf den Ort der ersten Schüsse nahe einer Synagoge. "Wir können zu dem Hintergrund noch nicht wirklich etwas sagen." Kurz nannte die Sicherheitslage in der Stadt weiterhin sehr angespannt, Einsatzkräfte suchten auf Hochtouren nach mehreren Tätern. Ein Täter sei ausgeschaltet worden. Kurz sprach von 15 Verletzten. Ein angeschossener Polizist sei mittlerweile außer Lebensgefahr.

Die Meldungen von Montag, 2. November

+++ 23.56 Uhr: Außenministerium warnt in Reisehinweisen vor unklarer Lage in Wien +++

Das Außenministerium warnt in seinen Reisehinweisen für Österreich vor der unklaren Lage nach dem mutmaßlichen Terrorangriff in Wien. "Im Bereich der Wiener Innenstadt kam es am Abend des 2. November zu mehreren Schusswechseln, die Lage ist noch unklar, es gibt Absperrungen", hieß es am Montagabend in den Hinweisen. Es wurde empfohlen, die Nachrichten zu verfolgen und auf Informationen des Innenministeriums zu achten.

+++ 23.47 Uhr: Innenminister - "Sind nach wir vor im Kampf" +++

Die Polizei sucht weiterhin nach Tatverdächtigen. "Wir sind nach wie vor im Kampf gegen die mutmaßlichen Terroristen", sagte Innenminister Karl Nehammer am späten Montagabend im ORF. Er gehe von mehreren schwer bewaffneten Tätern aus. Der Minister appellierte erneut an die Bürger, öffentliche Plätze zu meiden. Nach einer vorläufigen Bilanz wurden bei den Schusswechseln in der Wiener Innenstadt ein Angreifer und ein Passant getötet. Außerdem wurden nach Angaben der Rettungsdienste 15 Menschen teils schwer verletzt. Die Polizei sprach von sechs Tatorten.

+++ 23.30 Uhr: Österreichs Kanzler verurteilt "widerwärtigen Terroranschlag" in Wien +++

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat den mutmaßlichen Anschlag in Wien als "widerwärtigen Terroranschlag" verurteilt. "Unsere Polizei wird entschlossen gegen die Täter dieses widerwärtigen Terroranschlags vorgehen", schrieb der österreichische Regierungschef im Kurznachrichtendienst Twitter. Das österreichische Bundesheer werde ab sofort den bisher durch die Polizei vorgenommenen Objektschutz in Wien übernehmen, damit sich die Polizei auf die Terrorismusbekämpfung konzentrieren könne.

+++ 23.17 Uhr: Macron sagt Österreich Unterstützung nach mutmaßlichem Anschlag zu +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Österreich sein Mitgefühl nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in der Innenstadt von Wien ausgesprochen. Macron habe Österreichs Kanzler Sebastian Kurz volle Solidarität und Unterstützung Frankreichs zugesagt und Hilfe angeboten, falls diese notwendig sei, hieß es aus Kreisen des Präsidentenpalasts in Paris. ie Franzosen teilten den Schock und die Trauer der Österreicher, schrieb Macron außerdem auf Deutsch und Französisch auf Twitter. "Nach Frankreich ist es ein befreundetes Land, das angegriffen wird. Dies ist unser Europa", so Macron weiter. "Unsere Feinde müssen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Wir werden nichts nachgeben."

+++ 23.15 Uhr: 15 Verletzte in Krankenhäusern nach Anschlag in Wien +++

Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Wien sind bis zum späten Montagabend 15 Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert worden. Das sagte der Sprecher des Wiener Gesundheitsverbunds, Christoph Mierau, der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Mindestens sieben der Opfer hätten schwere Verletzungen davongetragen. Die Wiener Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass bei dem Anschlag am Montagabend in der Wiener Innenstadt ein Passant gestorben sei und mehrere Menschen schwer verletzt worden seien, darunter ein Polizist.

+++ 23.12 Uhr: EU verurteilt "feigen" Anschlag in Wien +++

Die EU hat den mutmaßlichen Anschlag in Wien als "feigen" Angriff verurteilt. EU-Ratspräsident Charles Michel erklärte am Montagabend im Onlinedienst Twitter, die Tat habe sich gegen "das Leben und unsere menschlichen Werte" gerichtet. Die EU stehe an der Seite Österreichs. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Bluttat und hob auf Twitter hervor, dass "ein befreundetes Land", dass "Europa", angegriffen worden sei. "Wir werden nicht zurückweichen", unterstrich er zugleich.

+++ 22.51 Uhr: Zwei Tote bei mutmaßlichem Anschlag in Wiener Innenstadt +++

Beim mutmaßlichen Anschlag sind mindestens zwei Menschen getötet worden, unter ihnen einer der Tatverdächtigen. Bei dem Angriff seien Schüsse an sechs verschiedenen Orten abgegeben worden, teilte die Polizei in der österreichischen Hauptstadt mit. Mehrere Menschen seien verletzt worden. 

+++ 22.35 Uhr:  Deutsche Politiker bestürzt nach mutmaßlichem Anschlag in Wien +++

Deutsche Politiker haben bestürzt auf den mutmaßlichen Terroranschlag in der Innenstadt von Wien reagiert. Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans sprach am Montagabend auf Twitter von "erschütternden Nachrichten". "Was auch immer das Motiv und wer auch immer die Täter sein könnten. Solche Taten verdienen Ächtung, null Toleranz und die ganze Härte des Gesetzes." FDP-Chef Christian Lindner twitterte: "Unsere Gedanken sind in #Wien".

+++ 22.30 Uhr: Nahverkehr hält nicht in Wiener Innenstadt +++

In der Wiener Innenstadt werden nach Angaben der Polizei derzeit keine Haltestellen mehr vom öffentlichen Nahverkehr angefahren. "Bleiben Sie in Sicherheit, verlassen Sie öffentliche Orte umgehend", twitterte die Polizei der österreichischen Hauptstadt.

+++ 22.00 Uhr: Innenminister spricht von "augenscheinlichem Terroranschlag" +++

Bei den Schüssen in Wien handelt es sich nach den Worten von Innenminister Karl Nehammer augenscheinlich um einen Terroranschlag. "Der Angriff läuft noch", sagte der Minister am Montagabend im ORF. Nehammer sagte, es gebe mehrere Verletzte und wohl auch Tote. Genaueres sei in diesem Moment noch schwierig zu sagen. 

+++ 21.38 Uhr: Ein mutmaßlicher Täter festgenommen +++

Nach den Schüssen in der Innenstadt von Wien ist ein mutmaßlicher Täter festgenommen worden. Dies berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA am Montagabend unter Berufung auf das Innenministerium. Einer Ministeriumssprecherin zufolge wurde bei dem Schusswechsel in der Nähe des Schwedenplatzes ein Polizeibeamter angeschossen und schwer verletzt.

+++ 21.34 Uhr: Polizei Wien nach Schüssen - Öffentliche Plätze meiden +++

Nach den Schüssen in der Wiener Innenstadt hat die Polizei die Menschen dazu aufgerufen, öffentliche Plätze zu meiden. "Wir sind mit allen möglichen Kräften im Einsatz. Bitte meiden Sie alle öffentlichen Plätze im Stadtgebiet", schrieb die Polizei am Montagabend bei Twitter. Zudem wurde darum gebeten, keine Videos oder Fotos hochzuladen. "KEINE Videos und Fotos in sozialen Medien posten, dies gefährdet sowohl Einsatzkräfte als auch Zivilbevölkerung!"

+++ 21.23 Uhr: Lage in Wien weiter unklar - Schüsse auf Straße - Blutlache vor Lokal +++

Nach den Schüssen in der Wiener Innenstadt ist die Lage weiter unklar. Auf Videos, die der Privatsender "Oe24" am Montagabend ausstrahlte, war ein maskierter Schütze zu sehen, der auf offener Straße zumindest zwei Schüsse abfeuerte. Ein anderes Video zeigte eine große Blutlache vor einem Restaurant. Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, schrieb auf Twitter, es könne derzeit nicht gesagt werden, ober der Stadttempel eines der Ziele war. "Fest steht allerdings, dass sowohl die Synagoge in der Seitenstettengasse als auch das Bürogebäude an der selben Adresse zum Zeitpunkt der ersten Schüsse nicht mehr in Betrieb und geschlossen waren."

+++ 20.57 Uhr. Schüsse in Wiener Innenstadt - mehrere Verletzte +++

In der Wiener Innenstadt sind am Montagabend Schüsse gefallen. Es habe mehrere Verletzte gegeben, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Möglicherweise handle es sich um einen Angriff auf eine Synagoge. Die Polizei Wien berichtete bei Twitter über einen größeren Polizeieinsatz in der Innenstadt. Die genauen Umstände waren zunächst nicht bekannt.

tis / fs / ivi / rw DPA AFP

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