Bagdad Sunniten verlassen Regierung


Im Irak zerfällt die Regierung - neben dem stellvertretenden Ministerpräsidenten sind fünf sunnitische Minister ausgetreten. Die Schwäche der Politik spiegelt sich im Bürgerkrieg auf den Straßen: Bei den jüngsten Anschlägen starben 68 Menschen.

Bei zwei Sprengstoffanschlägen in Bagdad sind am Mittwoch insgesamt 68 Menschen getötet worden. In dem einstigen Wohlhabenden-Vorort Mansur starben nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija 50 Menschen, als Extremisten einen Tanklaster zur Explosion brachten. Nach Polizeiangaben starben 18 Iraker durch die Explosion einer Autobombe in dem vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil Karrade. Fünf sunnitische Minister und der stellvertretende Ministerpräsident Salam al-Saubai erklärten am Mittwoch in Bagdad ihren Rücktritt. Damit gehören der Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki jetzt fast nur noch Schiiten und Kurden an.

Die zurückgetretenen Minister sind Mitglieder der Irakischen Konsensfront, die mit 44 Abgeordneten der größte Sunniten-Block im irakischen Parlament ist. Ein Sprecher der Front betonte jedoch, die Abgeordneten hätten ihre Mandate nicht niedergelegt und auch der sunnitische Vizepräsident Tarek al-Haschimi werde im Amt bleiben. Die Minister würden ihre Arbeit erst wieder aufnehmen, wenn Al-Maliki auf die Forderungen der Fraktion eingehe. Diese hatte Gesetzesänderungen gefordert und sich über den Einfluss der schiitischen Milizionäre in den Sicherheitskräften beklagt. Die Konsensfront hatte Al-Maliki vor einer Woche ein Ultimatum gestellt und erklärt, wenn er ihren Reform- Forderungen nicht nachgebe, würden die Minister zurücktreten.


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