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Berggruen trifft sich mit Karstadt-Vermietern: High Noon mit Highstreet

Die Rettung der insolventen Warenhauskette Karstadt steht weiter auf Messers Schneide. Käufer Nicolas Berggruen fordert zusätzliche Mietsenkungen, der wichtigste Eigentümer Highstreet ist dazu vorerst offenbar nicht bereit. An diesem Montag treffen sich beide Seiten in London.

Der Karstadt-Hauptvermieter Highstreet sperrt sich gegen eine Übernahme der insolventen Warenhauskette durch den Investor Nicolas Berggruen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat das Vermieterkonsortium in einem Brief an Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg "größere Bedenken hinsichtlich der Realisierbarkeit des Business-Plans" geäußert. Der Immobilienfonds habe Zweifel an der Nachhaltigkeit des vorgelegten Konzepts. Am Montagnachmittag ist ein Treffen der Highstreet- Gläubiger mit Vertretern Berggruens in London geplant. Dabei müsse sich der Investor auf gute Fragen zu seinem Konzept einstellen, hieß es.

Highstreet hatte sich selbst um eine Übernahme beworben, den Zuschlag im Bieterrennen bekam aber Berggruen. Streitpunkt zwischen dem Hauptvermieter und Berggruen sind die Mietzahlungen der Warenhäuser an ihren wichtigsten Vermieter. Highstreet habe bereits Mietsenkungen von knapp 230 Millionen Euro über die nächsten fünf Jahre eingeräumt, sagte einer der Highstreet-Gläubiger, der italienische Warenhausunternehmer Maurizio Borletti am Samstag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Hinzu kämen der im Sanierungstarifvertrag geregelte Verzicht auf 160 Millionen Euro. "Dabei bleibt es auch."

Berggruen unterstrich dagegen in einem Interview der "Welt am Sonntag" seine Forderung nach weiteren Zugeständnissen. Die Mieten seien einfach noch zu hoch und nicht marktüblich. "Aber wir sind nicht mehr sehr weit auseinander", sagte er, ohne Zahlen zu nennen. Dazu wollte sich ein Highstreet-Sprecher nicht äußern. Er betonte dagegen, dass der Kaufvertrag mit Berggruen nur unter zahlreichen Bedingungen abgeschlossen worden sei. Highstreet habe weiter Interesse, selbst zum Zug zu kommen: "Unsere Offerte für Karstadt gilt weiter", sagte der Sprecher.

Laut "Spiegel" umfasst die Präsentation, mit der Berggruen den Gläubigerausschuss von seinem Konzept überzeugt hat, gerade einmal neun Seiten und werde deshalb von Highstreet als "wenig aussagekräftig" angesehen. Diesen Vorwurf bezeichnete ein Berggruen- Sprecher als "lächerlich". Der Businessplan sei mehrere hundert Seiten stark. Er sei von allen Beteiligten und der Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG auf Herz und Nieren geprüft und genehmigt worden. Die Kritik beziehe sich auf die Folienpräsentation, mit der Berggruen Anfang Juni sein Konzept vorgestellt hat. Dies sei aber nur ein interner Gesprächsleitfaden.

Berggruen hatte den Kaufvertrag für das Unternehmen mit bundesweit 120 Warenhäusern und 25 000 Beschäftigten nur unter Vorbehalt unterschrieben. Damit der Vertrag rechtskräftig wird, muss eine Einigung über Mietsenkungen mit Highstreet erfolgen. Das Konsortium besitzt gut zwei Drittel der Karstadt-Warenhäuser.

DPA / DPA