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Bürgerkrieg in Libyen Gaddafi spricht sich selbst heilig


Er sei "heilig für das libysche Volk", aber auch bereit zu verhandeln. Libyens Machthaber Muammar al Gaddafi hat in einer weiteren wirren TV-Rede widersprüchliche Signale gesendet. Klar bleibt aber: Sein Land wird er nicht freiwillig verlassen.

Der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi hat einen Gang ins Exil erneut kategorisch ausgeschlossen und sein Festhalten an der Macht bekräftigt. Die Nato müsse "jede Hoffnung auf einen Weggang Muammar Gaddafis aufgeben", sagte er in der Nacht zum Samstag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. "Ich habe keine offizielle Funktion, von der ich zurücktreten kann. Ich werde mein Land nicht verlassen, und ich werde hier bis zum Tod kämpfen."

Gaddafi erklärte sich zu Verhandlungen bereit: "Wir sind bereit, mit Frankreich und den USA zu verhandeln, aber ohne Bedingungen", sagte er. "Wir ergeben uns nicht, aber ich rufe Sie auf, zu verhandeln. Wenn Sie das Öl wollen, werden wir Verträge mit Ihren Firmen abschließen, es ist nicht nötig, Krieg zu führen."

"Ich bin heilig für das Volk"

Die Libyer könnten ihre Probleme untereinander lösen, ohne zu kämpfen. "Ziehen Sie ihre Flotten und Ihre Flugzeuge ab", forderte Gaddafi die Nato auf. Die Rebellen im eigenen Land bezeichnete er erneut als "Terroristen", die nicht aus Libyen kämen, sondern aus Algerien, Ägypten, Tunesien und Afghanistan.

Gaddafi betonte in seiner Rede, wie sehr ihn sein Volk liebe. Er sei für die Libyer "heiliger als der Kaiser von Japan für sein Volk". "Ich bin heilig für das libysche Volk, ich bin ein Symbol und ein Vater für sie." Der libysche Machthaber hielt die vom Fernsehen übertragene Rede während einer Feier anlässlich des 100. Jahrestages einer Schlacht gegen die damalige italienische Besatzungsmacht in Libyen.

Angebliches Amnestie-Angebot

Die libysche Regierung hat unterdessen den Aufständischen in der Hafenstadt Misrata nach eigenen Angaben eine Amnestie angeboten, wenn sie ihre Kämpfe einstellen. Regierungssprecher Mussa Ibrahim sagte auf einer Pressekonferenz in Tripolis, das Justizministerium des Landes rufe "alle bewaffneten Gruppen in Misrata auf, im Gegenzug für eine Straffreiheit ihre Waffen niederzulegen". Dieses Angebot gelte bis kommenden Dienstag und die Regierung garantiere all denen, die sich ergeben, dass sie ungehindert die Stadt verlassen könnten.

Ibrahim bestätigte zudem einen Bericht des staatlichen Fernsehens, wonach die libysche Regierung damit drohte, jedes in den Hafen von Misrata einfahrende Schiff anzugreifen. Das Fernsehen hatte zuvor berichtet, die libysche Armee habe den Hafen "außer Betrieb" gestellt und jedes Schiff, das aus welchem Grund auch immer versuche, einzufahren, werde angegriffen. Sämtliche Hilfsgüterlieferungen müssten stattdessen "auf dem Landweg und unter Aufsicht der Streitkräfte" erfolgen, berichtete das Fernsehen.

Libysche Rebellen und Truppen von Machthaber Muammar al Gaddafi hatten am Freitag weiter erbittert um die Küstenstadt gekämpft. Die Nato hinderte Gaddafi-Einheiten nach eigenen Angaben daran, im Hafen der Stadt Wasserminen zur Zerstörung von Schiffen zu installieren. Auch um den Flughafen der Stadt lieferten sich Rebellen und Regierungstruppen weiter heftige Gefechte.

dho/AFP/DPA/Reuters DPA Reuters

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