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Bürgerkrieg in Syrien Raketen aus Russland und Waffen für die Hisbollah


International wächst die Sorge vor einer tieferen Verstrickung Israels in den Syrienkonflikt. Jerusalem will Waffenlieferungen an die mit dem Iran verbündete Hisbollah verhindern.

Der CIA-Direktor John Brennan ist überraschend zu Gesprächen in Israel über die Lage in Syrien eingetroffen. Vom Flughafen sei er am Donnerstagabend direkt zu einem Treffen mit Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon gefahren, berichtete die "Times of Israel" am Freitag unter Berufung auf das Fernsehen. International wächst die Sorge, dass Israel tiefer in den innersyrischen Konflikt hineingezogen werden könne.

Brennan und Jaalon hätten Geheimdiensterkenntnisse über Syrien ausgetauscht, hieß es. Auch der Atomkonflikt mit dem Iran sei angesprochen worden.

Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Das Thema Syrien wollte auch Außenminister Guido Westerwelle bei Gesprächen (am heutigen Freitag) unter anderem mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu in Jerusalem anschneiden.

Keine Toleranz für Waffenlieferung an die Hisbollah

Jaalon habe bei dem Treffen mit Brennan bekräftigt, Israel werde die Übergabe von Chemiewaffen und anderen modernen Waffen in Syrien an die südlibanesische Schiitenmiliz Hisbollah nicht tolerieren und notfalls erneut angreifen, hieß es. Medienberichten zufolge hat Israel seit Jahresbeginn bereits dreimal Ziele in Syrien bombardiert, um die Übergabe solcher Waffen an die Hisbollah zu verhindern.

Die Regierung in Jerusalem befürchtet zudem, dass die mögliche Lieferung russischer Flugabwehrraketen des Typs S-300 an Syrien die Lage weiter eskalieren könnte. Mit den Raketen könnten israelische Kampfjets und Marschflugkörper abgeschossen werden. Netanjahu hatte am Dienstag bei einem Blitzbesuch in Russland noch versucht, Präsident Wladimir Putin umzustimmen. Moskaus Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte jedoch, sein Land werde die Lieferverträge mit Syrien einhalten.

Kurz darauf warnte ein israelischer Regierungsvertreter einem Bericht der "New York Times" zufolge, sein Land werde auch in Zukunft in Syrien gegen Waffentransfers vorgehen und der Machthaber Baschar al-Assad riskiere seinen Sturz, wenn er darauf mit Gegenangriffen auf Israel reagieren sollte. Zudem gibt es seit geraumer Zeit Medienberichte, Assads Verbündeter Iran wolle den Syrienkonflikt an der israelischen Grenze eskalieren. Teheran habe Assad überzeugt, auf den Golanhöhen "die Tür zum Dschihad" gegen Israel aufzustoßen, schrieb die irankritische arabische Zeitung "Al-Hayat".

amt/DPA DPA

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