Darfur-Krise Sudan akzeptiert UN-Resolution


Die Regierung Sudans will die UN-Resolution zur Lage in Darfur nach anfänglichem Zögern nun doch akzeptieren.

Zuvor hatte US-Außenminister Colin Powell die Regierung in Khartum gedrängt, die Forderungen der Vereinten Nationen (UN) zu erfüllen und die Sicherheit in der Krisenregion Darfur wiederherzustellen.

"Der Sudan akzeptiert die Entscheidung des UN-Sicherheitsrats zu Darfur, weil er ein Mitglied der Vereinten Nationen ist und keine Wahl hat. Der Sudan wird kein zweites Israel sein, das keinen Respekt vor den Entscheidungen der Staatenorganisation hat", sagte der sudanesische Botschafter bei der Afrikanischen Union (AU), Osman al-Said, am Samstag in Addis Abeba. Gleichzeitig stellte Al-Said klar, sein Land sei mit der Resolution nicht zufrieden. Er wiederholte auch seine Kritik am Engagement der USA in der Darfur-Krise.

UN-Sicherheitsrat setzt dem Sudan eine Frist von 30 Tragen

"Der Sudan ist mit der Resolution des Sicherheitsrates nicht glücklich, aber wir werden ihr entsprechen so gut wir können." Al-Said ergänzte: "Sollten wir darin nämlich scheitern, wissen wir, dass unsere Feinde nicht zögern würden, andere Schritte gegen unser Land zu unternehmen." Der UN-Sicherheitsrat setzte der Regierung eine Frist von 30 Tagen, um die Milizen in Darfur zu entwaffnen. Nur China und Pakistan hatten sich enthalten, die übrigen 13 Ratsmitglieder hatten der Resolution zugestimmt. Der sudanesische Informationsminister Al-Sahaui Ibrahim Malik hatte die Resolution zunächst abgelehnt. Der Sicherheitsrat habe mit Absicht Versuche des Sudans, der AU und der Arabischen Liga ignoriert, die Krise zu bewältigen, argumentierte er.

Arabische Milizen werden für zahlreiche Gräueltaten an der schwarzafrikanischen Bevölkerung in Darfur verantwortlich gemacht. Die USA werfen der Regierung vor, die Dschandschauid-Miliz zu unterstützen. Die sudanesische Regierung weist dies zurück. In Darfur sind den Vereinten Nationen (UN) zufolge in den vergangenen Monaten mindestens 30.000 Zivilisten getötet und mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Zwei Millionen Menschen benötigten dringend Nahrung und Medikamente.

Al-Said kritisiert das Engagement der USA

Powell hatte in Kuwait gesagt: "Ich hoffe, die sudanesische Regierung wird die Zeit nutzen, die ihr die Resolution gibt, und die Dschandschauid-Milizen unter Kontrolle bringen." Al-Said kritisierte das Engagement der USA: "Der Sudan lehnt die Motive der US-Regierung, die Resolution zu unterstützen, völlig ab, da diese nichts mit dem Wohlergehen der Menschen in Darfur oder in Afrika zu tun haben." Das Interesse der USA an Darfur ziele vielmehr auf die Stimmen der schwarzen US-Bürger bei der Präsidentenwahl im November ab. Al-Said forderte die AU auf, eine Lösung für Darfur zu vermitteln. "Das ist ein afrikanisches Problem und sollte von Afrikanern gelöst werden."

Nach Angaben des sudanesischen Außenministers Mustafa Osman Ismail haben sich zwei Rebellengruppen - die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit in der westlichen Region Darfur und die Vereinigung Sudanesische Freie Löwen im Osten - vor zwei Wochen in Eritrea verbündet und tragen die Kämpfe nun in den Osten des Landes. Seine Regierung habe die UN darüber informiert. Eine unabhängige Bestätigung für Kämpfe im Osten des Sudan oder Stellungnahmen der Rebellen lagen zunächst nicht vor.

Britische Soldaten abrufbereit für Sudan

Britische Soldaten sind einem Bericht der Zeitung "Independent" vom Sonntag zufolge angewiesen worden, sich für einen Einsatz im Sudan auf Abruf bereit zu halten. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums bezeichnete den Bericht allerdings als „reine Spekulation“.

Das Ministerium bestätigte jedoch die bereits vor Tagen vom Oberkommandierenden der britischen Armee, General Mike Jackson, abgegebene Erklärung, es könnten umgehend Truppen in den Sudan entsandt werden, sollten diese angefordert werden.

Um den Flüchtlingen in der sudanesischen Region Darfur zu helfen, hat Frankreich bereits rund 200 Soldaten im Nachbarstaat Tschad an die sudanesische Grenze verlegt. Nach Auskunft des Büros des Präsidenten Jacques Chirac will Frankreich auch Flugzeuge für die Lieferung von Hilfsgütern zur Verfügung stellen. Zudem werde für die geplante Beobachtergruppe der Afrikanischen Union ein weiteres Team aufgestellt.


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