Drohung Kopfprämie auf Annan und Bremer


Al-Kaida-Chef Bin Laden hat angeblich ein Kopfgeld für die Tötung des UN-Generalsekretärs Kofi Annan und des US-Zivilverwalters im Irak, Paul Bremer, ausgesetzt.

Der Moslemextremist Osama bin Laden hat angeblich ein Kopfgeld für die Tötung des UN-Generalsekretärs Kofi Annan und des US-Zivilverwalters im Irak, Paul Bremer, ausgesetzt. Die Vereinten Nationen (UN) erhöhten die Sicherheitsmaßnahmen für Annan.

"Wir von der El-Kaida-Organisation setzen einen Preis von 10.000 Gramm Gold aus für denjenigen, der Bremer, seinen Stellvertreter, den Kommandeur der amerikanischen Truppen oder dessen Stellvertreter im Irak tötet", hieß es in der am Donnerstag auf einer islamistischen Internetseite veröffentlichten Tonaufnahme. Die Stimme hörte sich an wie die des El-Kaida-Chefs Bin Laden. Der US-Geheimdienst CIA prüfte nach eigenen Angaben die Authentizität, konnte sie aber zunächst nicht bestätigen.

Je ein Kilogramm Gold für einen Soldaten oder Zivilisten

Eine Kopfprämie von zehn Kilogramm Gold wurde auch für den UN-Irakgesandten Lakhdar Brahimi ausgesetzt, der sich in Bagdad zu Gesprächen über die Bildung einer Übergangsregierung aufhielt.

Die Stimme bot zudem jedem ein Kilogramm Gold an, der einen Soldaten oder Zivilisten aus den Ländern tötet, die "Besitzer eines Vetos sind wie die Amerikaner oder Briten". Im UN-Sicherheitsrat, auf den offenbar Bezug genommen wird, haben die USA und Großbritannien ebenso ein Veto-Recht wie Frankreich, Russland und China, die aber nicht genannt wurden.

Mitte April hatte Bin Laden den Europäern einen Gewaltverzicht angeboten, wenn sie ihre Truppen aus dem Irak abzögen und ihre Angriffe aus Moslems stoppten. Die Regierungen der europäischen Länder lehnten Verhandlungen mit Bin Laden jedoch strikt ab.

Der Heilige Krieg ist eine Pflicht für jeden Moslem

500 Gramm Gold versprach die Stimme denjenigen, die einen Bürger der mit den USA verbündeten Staaten wie Japan oder Italien töten. "Die Belohnungen werden wegen der Sicherheitslage bei der ersten möglichen Gelegenheit übergeben."

Der Dschihad, der Heilige Krieg, sei eine Pflicht für jeden Moslem, hieß es weiter. Es sei klar, "dass der amerikanische Einsatz nichts zu tun hat mit Massenvernichtungswaffen oder damit, das Leid des irakischen Volkes zu lindern ... Er ist eine unverhohlene Besatzung. Ihr sollt wissen, dass die Verteidigung eines moslemischen Landes, und insbesondere des Landes der beiden heiligen Moscheen (Saudi-Arabien), mit dem Kampf an den Fronten im Irak beginnt." Bin Laden ist gebürtiger Saudiaraber.

Die USA bieten für die Ergreifung Bin Ladens eine Belohnung von 25 Millionen Dollar

Auf der Internetseite wurde die Erklärung mit den Worten versehen: "Oh Volk von Irak! Eine Botschaft von Scheich Osama bin Laden, möge Gott ihn schützen."

Die USA haben für Hinweise, die zur Ergreifung Bin Ladens führen, eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Sie machen ihn und El Kaida für die Anschläge am 11. September 2001 in den USA verantwortlich, bei denen 3.000 Menschen starben.

UN verstärken Sicherheit am Hauptquartier in New York

Die Vereinten Nationen wollen 21 Millionen Dollar in die Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen am Hauptquartier in New York investieren. Dies sei eine Reaktion auf die Anschläge im vergangenen Jahr auf UN-Einrichtungen, bei denen in Irak 22 Menschen getötet wurden, sagte ein Sprecher. Das Geld soll unter anderem für einen höheren Zaun, neue Tore, eine neue Außenlichtanlage, eine Kameraüberwachung und eine elektronische Zugangskontrolle ausgegeben werden.

Es gelte, eine Balance zu finden, zwischen den Zugangsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit und Sicherheitserfordernissen, sagte UN-Sprecher Farhan Haq am Donnerstag. Das UN-Hauptquartier werde jedes Jahr von einer Million Touristen und mehr als 100.000 offiziellen Vertretern besucht. Aber nach den Anschlägen in Irak müssten die UN auch feststellen, dass es eine Notwendigkeit gebe, die Sicherheit zu verbessern.

Die Gewerkschaft der UN-Mitarbeiter kritisierte unterdessen UN-Generalsekretär Kofi Annan, weil er trotz der gefährlichen Lage weiter Mitarbeiter nach Irak schicke. Sie forderte Annan auch auf, personelle Konsequenzen aus den Anschlägen zu ziehen. Die Gewerkschaft kritisierte dabei, dass Annan den angebotenen Rücktritt der stellvertretenden UN-Generalsekretärin Louise Frechette nicht angenommen habe.


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