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Autobahn: Erdogan-Graffiti an der A40 empören türkisches Konsulat

An der Ruhrpott-Autobahn A40 haben Unbekannte mit einem Graffiti gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan protestiert. Die zuständige Straßenbaubehörde hat deswegen ein empörtes Schreiben vom türkischen Generalkonsul bekommen.

Der Schriftzug "Erdoganfaschismus stoppen!" an einer Lärmschutzwand einer Autobahn, davor ein vorbeifahrender Sattelschlepper.

"Erdoganfaschismus stoppen!" - solche und andere Graffiti an der Autobahn 40 sorgen beim türkischen Generalkonsulat in Essen für Empörung

Die Insassen der rund 100.000 Fahrzeuge, die täglich auf der Autobahn 40 im Ruhrgebiet unterwegs sind, können in den Bereichen Gelsenkirchen und Bochum Sprüche wie "Erdogan verrecke", "Erdogan Hundesohn", "Erdoganfaschismus stoppen" oder "Widerstand gegen die Trumps, Höckes und Erdogans" an Lärmschutzwänden, Brücken oder Tunneln lesen. Unbekannte Graffiti-Sprayer haben die großen Lettern dort vor Kurzem aufgebracht und so für Empörung beim türkischen Generalkonsulat in Essen gesorgt.

In einem Schreiben fordert die Auslandsvertretung die zuständige Straßenbaubehörde "Straßen NRW" auf, die Schriftzüge unverzüglich zu entfernen. Und das Konsulat weist darauf hin: "Die Schriftzüge beleidigen den türkischen Präsidenten und stellen eine Straftat dar."

"Erdogan Hundesohn" steht in großen Lettern an der A40

Dieser Auffassung schließt sich "Straßen NRW" an: "Wir haben bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet, so wie wir es immer tun, wenn durch Graffiti Menschen beleidigt werden. Seien es Polizisten, Fußballer oder Politiker", erklärt eine Sprecherin der Behörde gegenüber dem stern.

Der Aufforderung, die Grafitti umgehend zu entfernen, könne man aber nicht nachkommen. Entsprechende Arbeiten brächten regelmäßig vollständige oder teilweise Sperrungen der Fahrspuren mit sich, und das sei den Autofahrern auf der staugeplagten Autobahn 40 nicht zuzumuten. Die Entfernung der Schriftzüge werde erst geschehen, wenn an den betroffenen Stellen ohnehin Arbeiten vorgenommen würden. Wann es in den konkreten Fällen soweit ist, konnte die Sprecherin nicht sagen.


DPA