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EU-Außenbeauftragte Ashton in Ägypten: "Mursi geht es gut"

Catherine Ashton durfte Mohammed Mursi vier Wochen nach seinem Sturz treffen. Dem ehemaligen ägyptischen Präsidenten gehe es soweit gut, ließ die EU-Außenbeauftragte nach dem geheimen Treffen wissen.

Erstmals seit dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi vor vier Wochen hat die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton den inhaftierten Politiker besuchen können. Mursi gehe es gut, sagte Ashton am Dienstag nach dem zweistündigen Treffen an einem geheimen Ort. Ihr Sprecher versicherte, die EU-Chefdiplomatin werde sich in dem Konflikt weiter als Vermittlerin zwischen den verfeindeten Parteien betätigen.

Mursi könne über Fernsehen und Zeitungen das politische Geschehen verfolgen, sagte Ashton, die am Sonntag in Kairo eingetroffen war. Sie habe ein "offenes" und "freundschaftliches" Gespräch mit dem entmachteten Staatschef gehabt. Sie lehnte es aber ab, sich zum Inhalt des Gespräch oder zum Ort des Treffens zu äußern. Mursi wird seit seinem Sturz am 3. Juli vom Militär an einem geheimen Ort festgehalten. Seit seiner Absetzung empfing er offiziell keinen Besuch, nicht einmal von seiner Familie.

Vergangene Woche erließ die Justiz offiziell Haftbefehl und ordnete eine zweiwöchige Untersuchungshaft gegen ihn an. Sie verdächtigt den islamistischen Politiker, mit der palästinensischen Hamas bei Angriffen auf Polizisten und einen Gefängnisausbruch kooperiert zu haben. Die EU und die USA fordern die Freilassung Mursis und anderer politischer Gefangener. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius bekräftigte am Dienstag diese Position und verlangte ein Ende der Gewalt.

Ashton setzt sich als Vermittlerin ein

Ashton sprach in Ägypten auch mit Armeechef Abdel Fattah al Sisi, Übergangspräsident Adli Mansur und Vizepräsident Mohammed ElBaradei. Wie sie vor ihrer Abreise am Dienstag erklärte, hatte sie ein Treffen mit Mursi zur Bedingung ihres Kommens gemacht. Bei ihrem letzten Besuch am 17. Juli war ihr ein Treffen verweigert worden. Ashton setzt sich bei Gesprächen mit allen Seiten als Vermittlerin ein. Sie wolle aber niemandem etwas vorschreiben, die Lösung müssten die Ägypter selber finden, betonte sie.

Ihr Sprecher Michael Mann sagte, Ashtons Botschaft sei, dass die Gewalt aufhören und das Land so rasch wie möglich zur Demokratie zurückkehren müsse. Dazu sei die Bildung einer Regierung unter Einschluss aller Kräfte, also auch der Muslimbruderschaft, notwendig. Auch weiterhin werde sich die EU als Vermittler einsetzen, sagte Mann. Sie sei "fast die einzige Organisation", mit der alle zu reden bereit seien. Mann verwies darauf, dass ihre Hilfszahlungen von 450 Millionen Euro für 2011 bis 2013 als Druckmittel dienen könnten.

Trotz Ashtons Einsatz blieben die Fronten am Dienstag aber verhärtet. "Wir sind bereit, mit allen zu sprechen, sehen aber nichts Positives von der anderen Seite", sagte Amr Darrag vom politischen Arm der Muslimbrüder. Die Anhänger Mursis riefen ungeachtet der blutigen Zusammenstöße am Wochenende und der Warnung der Militärführung zu einem "Marsch der Million" auf. Unter der Losung "Die Märtyrer des Staatsstreichs" wollen sie am Dienstag sich für die Wiedereinsetzung Mursis einsetzen.

ds/AFP / AFP